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Raum für eine neue Förderkultur

Von Friederike Behrends

Was hält eine Gesellschaft wirklich zusammen? Es sind die Menschen, die sich einbringen und damit die Welt zu einem besseren Ort machen. Das klingt groß, beginnt aber im Kleinen. Mit Menschen, die in ihrem direkten Umfeld dazu beitragen, dass es anderen Menschen, Tieren oder der Natur besser geht. Dieses Engagement kommt meist ohne Schlagzeilen und ohne große Worte daher und ist umso mehr von unschätzbarem Wert. Es sind lebensnahe Geschichten, die jeder aus seinem Umfeld kennt – ob Jugendtrainer im Sportverein, Müllsammelaktionen in der Nachbarschaft oder als Integrationshelfer. 29 Millionen Menschen, 39,7 % der Bevölkerung ab 14 Jahren, engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich. In Sportvereinen, bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Hospiz, in der Nachbarschaftshilfe – im Einsatz für Klima, Kultur und Kinder. Engagement hat viele Gesichter und jeder kennt mindestens eines davon.

Die Zivilgesellschaft spielt eine Rolle, die kein anderer Akteur ausfüllen kann. Sie ermöglicht eine bessere Welt für Mensch, Tier und Natur. Sie ist Voraussetzung für eine lebendige und starke Demokratie. Verbände und Organisationen der Zivilgesellschaft bringen sich mit Expertenwissen ein, überprüfen Entscheidungen und treiben Debatten voran. Durch gemeinnützige Organisationen und Vereine erhalten Menschen die Möglichkeit, sich für Themen zu engagieren, die ihnen wichtig sind, Einfluss zu nehmen, Gemeinschaft aufzubauen und zur Entwicklung der Gesellschaft beizutragen.

Die gesellschaftlichen Herausforderungen sind so groß wie schon lange nicht mehr, und die Anstrengungen der Zivilgesellschaft sind wichtiger denn je. Gleichzeitig nehmen Unternehmen und Unternehmer eine immer wichtigere Rolle bei der Entwicklung der Gesellschaft ein und zwar durch Nachhaltigkeitsinitiativen, Innovation und privat- öffentliche Zusammenarbeit. Doch weder Staat noch Kommunen oder die Wirtschaft können die Zivilgesellschaft ersetzen.

Engagement verdient Aufmerksamkeit, Gehör, Anerkennung und unser Vertrauen. Das bedeutet auch, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen und durch Strukturen, Verlässlichkeit und nicht zuletzt einer nachhaltigen Finanzierung, den gesellschaftlichen Zusammenhalt sicherzustellen.

In Zeit zunehmender Herausforderungen und eines schnellen Wandels wird die Zivilgesellschaft mehr denn je gebraucht. Sie muss die Kraft haben, Widerstand zu leisten, langfristig Veränderungen und Neuerungen zu ermöglichen und das tun, was sie immer getan hat – unsere Demokratie sichern.

Die gemeinnützigen Soziallotterien in Deutschland leisten seit Jahrzehnten einen entscheidenden Beitrag zur Förderung dieses Engagements. Sie ermöglichen Projekte, die Vielfalt leben und Zusammenhalt stärken – in inklusivem Sport, im Umwelt- und Artenschutz, in der Bildungsgerechtigkeit, der Integration, in sozialen Diensten und der Nachbarschaftsarbeit. Ihre Förderung ist gemeinwohlorientiert und nah an den Menschen. Finanziert aus der Mitte der Gesellschaft, wirken sie zurück in eben diese Mitte.

Die Deutsche Postcode Lotterie, eine Soziallotterie, die es seit 2016 in Deutschland gibt, gehört zu den größten privaten Fördermittelgebern für gemeinnützige Projekte und Unternehmungen in Deutschland. Mit einem einzigartigen Lotteriekonzept, bei dem ganze Nachbarschaften zusammen gewinnen und gemeinsam Gutes tun, wird Zusammenhalt gestärkt, Engagement gefördert, das soziale Gerechtigkeit stärkt, die Umwelt schützt und Gemeinschaft vor Ort bildet. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Unterstützung, sondern auch um auch um Wertschätzung und Sichtbarkeit: Die Postcode Lotterie erzählt gemeinsam mit vielen Organisationen und Unterstützern die Geschichten des Engagements und macht so deutlich, was diesen Zusammenhalt täglich trägt. Gefördert wird, was wirkt – mit Vertrauen, nicht mit Bürokratie.

Die Stärkung für Engagement und Ehrenamt und der geplante Bürokratieabbau im Gemeinnützigkeitsrecht sind ein deutliches Signal für mehr Vertrauen in die Zivilgesellschaft. Es entsteht Raum für eine neue Förderkultur – eine, die Wirkung nicht durch Kontrolle misst, sondern durch Ermöglichung und Langfristigkeit maximiert.

Klar ist jedoch auch, dass ehrenamtliches Engagement nicht als Ersatz für staatliche Aufgaben anzusehen ist. Vielmehr braucht es gute Rahmenbedingungen, damit Engagement als eigener demokratiestiftender Wert seine volle Wirkung entfalten kann. Der Einsatz für das Gemeinwohldarf keine Nebensache sein. Es ist ein Grundpfeiler unserer offenen Gesellschaft. Wer heute über die Zukunft spricht, muss diesen Einsatz mitdenken. Und wer politische Verantwortung trägt, sollte es zur Priorität machen, diejenigen zu unterstützen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten.

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Autorin: Friederike Behrends ist Vorsitzende der Geschäftsführung der Postcode Lotterie.

Der Koalitionsvertrag steht. Wie ist er zu bewerten? Und wie kommen wir in die Umsetzung? Wir stellen im Table.Forum Regierungsagenda die Impulse wichtiger Stimmen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Wissenschaft und Interessengruppen öffentlich und kompakt zur Diskussion. ‍ Unser Partner: Hertie School, eine international renommierte Hochschule für Politikgestaltung und gute Regierungsführung im Herzen Berlins und Europas.

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