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Qualität wirkt. Über die Relevanz von Leitmedien für die Kommunikation.

von Ingo Müller

Wer die Zukunft der Leitmedien in den Blick nimmt, landet unweigerlich auch bei der Frage: Unter welchen Bedingungen entsteht heute überhaupt noch vertrauenswürdige und damit wirksame Kommunikation?

Die Medienlandschaft wandelt sich rasant. Das Leseverhalten der Menschen wird im Durchschnitt flüchtiger, Plattformen und KI verändern die Verbreitung von Inhalten. Das heißt aber nicht, dass Leitmedien an Bedeutung verlieren. Im Gegenteil: Je unübersichtlicher die Informationswelt wird, desto wichtiger werden Medien, die Orientierung bieten und die ungeteilte Aufmerksamkeit ihres Auditoriums genießen.

Beim Medienkonsum zeigt sich ein doppelter Trend: Während vieles schneller, mobiler, fragmentierter und beiläufiger wird, wächst zugleich das Bedürfnis nach Verlässlichkeit, tiefer Einordnung und renommierten Absendern. Zu verstehen, was relevant ist und wie etwas einzuordnen ist, das ist, war und bleibt insbesondere für Entscheider von zentraler Bedeutung. Genau das leisten journalistische Qualitätsmedien. Für die demokratische Meinungsbildung und den konstruktiven gesellschaftlichen Diskurs sind unabhängige Medien wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung systemrelevant und übernehmen zu Recht ihre Funktion als Leitmedien.

Die technologischen Umbrüche ändern wenig daran. Plattformen und Algorithmen können Aufmerksamkeit organisieren, aber sie ersetzen keine Glaubwürdigkeit. KI kann Inhalte erzeugen und verdichten, aus sich heraus Verantwortung übernehmen kann sie nicht. Gerade weil Inhalte heute leichter denn je produziert, vervielfältigt und vermischt werden können, steigt der Wert professioneller Standards: Prüfung, Auswahl, Einordnung und Verantwortlichkeit. Technologie macht journalistische Marken nicht überflüssig. Sie macht ihre Bedeutung sichtbarer.

Trotzdem wird diese Bedeutung häufig unterschätzt. Denn es ist einfacher, Werbewirkung auf die Kriterien Reichweite, Kosten und Effizienz-KPIs zu reduzieren. Aber Kontakt ist nicht gleich Kontakt. Denn dieser gewinnt seinen Wert eben nicht nur dadurch, dass er technisch erzeugt oder gemessen wurde.

Der Wert eines Kontakts hängt davon ab, in welchem Kontext er stattfindet, wen er erreicht, in welcher Rezeption und Verfasstheit er stattfindet und welche Glaubwürdigkeit das Umfeld besitzt. Das macht Leitmedien zu sehr attraktiven Werbeträgern. SZ und F.A.Z. stehen für professionelle Standards, Perspektivenvielfalt, klare Verantwortlichkeit und publizistische Sorgfalt der Redaktion. Sie bieten journalistisch kuratierte Informationen – gedruckt, digital, mobil, in Newslettern oder Podcasts. Deshalb genießen sie das tiefe Vertrauen anspruchsvoller Zielgruppen. Werbliche Kommunikation trifft hier auf ein meinungsbildendes Publikum, das aufmerksamer, inhaltlich offener und häufig stärker interessiert ist als in vielen anderen Umfeldern. Denn als Entscheider sind sie auf relevante Informationen, Hintergründe und Analysen angewiesen.

Das Vertrauen in die Medienmarke und die besondere Kontaktqualität bedeuten für Werbetreibende klare Vorteile. Zahlreiche nationale und internationale Studien belegen das immer wieder: Im Kontext von Leitmedien entsteht mehr Wirkung. So konnte unsere Untersuchung Reputation Impact nachweisen, dass renommierten Medienmarken und ihren Inhalten auf allen Kanälen ein sehr hohes Vertrauen entgegengebracht wird und dass dieses Vertrauen einen signifikanten Wirkungs-Uplift erzeugt. Die diesjährige Nachfolgestudie Reputation Impact2 – the Synergy Effect (RISE) - zeigte darüber hinaus eindrucksvoll, wie sich Wirkung in reputationsstarken Umfeldern über mehrere Kontakte aufbaut: Ein Mix aus Display-Werbung, Print und digitalem Storytelling stärkt Markenwahrnehmung, Kaufabsicht, Image und Nachhaltigkeit der Erinnerung. Wer in journalistischen Qualitätsumfeldern kommuniziert, kommuniziert unter besseren Bedingungen und profitiert von der dort erzielten Werbewirkung auch bei nachfolgenden Kontakten mit seinem Zielauditorium. Marken sind hier im Sinne von Brand Safety nicht nur gut aufgehoben. Sie gehören hierher, weil sie in diesem Umfeld wahrgenommen werden wie in einem perfekt sitzenden Anzug. F.A.Z. und SZ gewährleisten diese hohe Brand Suitability mit transparenten Standards, mit Seriosität, Substanz und Relevanz. Wer dort wirbt, stärkt die eigene Positionierung und vermeidet Risiken.

Was folgt daraus? Leitmedien definieren ihren Wert nicht darüber, dass sie Plattformlogiken möglichst ähnlich werden. Ihr Vorteil liegt gerade im Unterschied: in klaren Markenprofilen, verlässlichen Standards, in journalistischer Verantwortung und Umfeldern, die über alle Kanäle hinweg auf Qualität setzen. So schaffen sie die Bedingungen für vertrauenswürdige Kommunikation und sind für die werbetreibende Wirtschaft der sichere Weg zum Erfolg.

Autor: Ingo Müller ist Geschäftsführer des Werbevermarkters Republic der “F.A.Z” und der “Süddeutschen Zeitung”.

Neben der Entwicklung von Massenmedien und Demokratie darf die Lage der Leitmedien nicht aus dem Blick geraten. Denn sie prägen die Weichenstellungen der Gesellschaft. Anlässlich des fünfjährigen Bestehens von Table.Briefings blicken wir gemeinsam mit führenden Persönlichkeiten aus der Kommunikation in die Zukunft.

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