Seit Monaten verschleppt die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, die Veröffentlichung eines Berichts zur Lage der Uiguren in China. Jetzt kommt ihr der Sonderberichterstatter Tomoya Obokata zuvor und erhebt schwere Anschuldigungen gegen die Regierung in Peking. Der Zeitpunkt ist delikat. Erst vergangene Woche hatte die Volksrepublik zwei Konventionen gegen Zwangsarbeit ratifiziert.
Von Marcel Grzanna
Aufgrund der Ein-Kind-Politik haben chinesische Behörden Abtreibung, Sterilisation und Verhütungsmittel wie Intrauterinpessaren (Spiralen) verordnet. Es liegt daher nahe anzunehmen, dass der dramatische Rückgang der Geburten in Xinjiang die Auswirkungen solcher Maßnahmen widerspiegelt. Doch die Gründe seien vielschichtiger und auch von sozioökonomischer Natur, analysiert der Familienplanungsexperte und Autor Yi Fuxian von der University Wisconsin-Madison.
Von Redaktion Table
Die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Graphic-Novel-Reportage "I escaped A Chinese Internment Camp" erzählt die Geschichte der in Xinjiang inhaftierten Uigurin Zumrat Dawut. "Manchmal müssen die Menschen die Dinge sehen, um zu glauben, dass sie tatsächlich passieren", sagt der an dem Projekt beteiligte Journalist Walter Hickey gegenüber China.Table.
Von Fabian Peltsch
Die chinesische Regierung rechtfertigt ihr hartes Vorgehen gegen Uiguren in Xinjiang stets als Anti-Terrorkampf. Doch eine Liste mit Namen von Inhaftierten und deren Haftgründe lässt die Willkür erahnen, mit der die Sicherheitskräfte in der Region Menschen hinter Gitter bringen. Schon das Herunterladen des Messenger-Dienstes Whatsapp kann Uiguren zum Verhängnis werden.
Von Marcel Grzanna
Nils Schmid ist besorgt: China stelle eine ernste Herausforderung dar, weil sie in einem Bereich stattfinde, in dem sich Deutschland und der Westen bislang konkurrenzlos sah. Mit der China-Politik von Angela Merkel komme man nicht weit, warnt der SPD-Außenpolitiker. Auch das Verhalten der deutschen Wirtschaft sei kein Ruhmesblatt. Es sei höchste Zeit für eine neue China-Politik Deutschlands. Das Gespräch führte Michael Radunski. Weitere Interviews mit Spitzenvertretern der deutschen Politik vor der Bundestagswahl 2021 finden Sie hier.
Von Michael Radunski