Chinas Präsident Xi Jinping steht vor einer dritten Amtszeit als Staatschef. Unter ihm ist Klimapolitik im Land mit dem größten CO₂-Ausstoß wichtig geworden. Die Emissionen wurden gedrosselt, Erneuerbare Energien stark ausgebaut. Doch Fachleute bezweifeln, dass die grüne Transformation künftig schneller vorangetrieben wird. Zu stark sind Wachstumszwang und Kohle-Lobby, zu dominant die internen und internationalen Krisen.
Von Nico Beckert
Als Chinas Präsident Xi Jinping bei der UN-Generalversammlung im September 2021 den Baustopp neuer Kohleprojekte im Ausland bekannt gab, atmete die Weltgemeinschaft auf. Ein Jahr später zeigen sich die Schlupflöcher: Auch heute werden noch neue Kohlekraftwerke mit chinesischer Unterstützung gebaut. Trotzdem bleibt die Ankündigung ein positives Signal für die Klimapolitik.
Von Nico Beckert
Das chinesische Stromnetz ist besonders in Regionen wie Sichuan, das stark auf Wasserkraft angewiesen ist, durch die extreme Dürre in diesem Sommer stark belastet. Auch angesichts der schwächelnden Wirtschaft wächst die Sorge, dass China möglicherweise einen Rückzieher bei seinen Emissionszielen macht und die Kohleproduktion wieder ankurbelt. Aus den Daten zur Stromerzeugung in der ersten Hälfte des Jahres 2022 geht jedoch hervor, dass China den Anteil an erneuerbaren Energien in seinem Strommix langsam aber stetig erhöht.
Von Experts Table.Briefings
Um die Energieversorgung sicherzustellen, baut China neue Kohlekraftwerke und weitet die Kohleproduktion massiv aus. Trotzdem gibt sich China klimafreundlich. Denn die Kraftwerke sollen als flexible Backups für erneuerbare Energien genutzt werden. Doch selbst wenn die Kraftwerke nur zeitweise betrieben werden, gefährdet Chinas Kohle-Abhängigkeit die Pariser Klimaziele.
Von Nico Beckert