Sogenannte Städtecluster fungieren als Chinas neue Verwaltungseinheiten. Sie sollen regionale Barrieren abbauen und die lokale Integration fördern. Marktintegration und Verkehrsverflechtung werden dabei in den nächsten fünf Jahren Pekings politische Hauptschwerpunkte sein, wobei zunächst Maßnahmen zur Boden- und Arbeitsmarktreform in den großen Stadtclustern erprobt werden sollen. In China tätige multinationale Unternehmen müssen die Synergien zwischen ihren Standorten in China unter dem Gesichtspunkt der Städtecluster-Politik neu bewerten. Außerdem müssen sie die politische Dynamik und die Durchsetzung von Richtlinien innerhalb dieser „erweiterten“ Verwaltungsgrenzen genau im Auge behalten.
Von Amelie Richter
Chinas ausbeuterische Arbeitskultur fordert immer mehr Opfer. Besonders in großen Tech-Firmen geraten die Mitarbeiter schnell an den Rand des Zusammenbruchs. Unbezahlte Überstunden sind selbstverständlich. Wer nicht mitmacht, wird ausgetauscht. Ein ehemaliger Produktmanager des Liefer-Giganten Meituan erzählt China.Table, unter welchem Druck Chinas Angestellte stehen.
Von Fabian Peltsch
Die EU-Kommission stellt am Mittwoch ihr lange erwartetes Lieferkettengesetz vor — ohne das Importverbot für Produkte aus Zwangsarbeit. Der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europaparlament, Bernd Lange (SPD), ist damit nicht zufrieden. Er erwartet für das Einfuhrverbot nun ein eigenständiges EU-Gesetz, das dann auch von chinesischer Seite akzeptiert werden muss. Welche Auswirkungen das Lieferkettengesetz auf den Handel mit China haben wird, erklärt Lange im Gespräch mit Amelie Richter.
Von Amelie Richter
Zahlen kommen meist in China mit dem Zusatz „左右“ (links und rechts) – also einer „ungefähre“ Annäherung an die Wirklichkeit. Johnny Erling deckt auf, wie sich von Karl-Heinz Rummenigge bis IOC-Chef Thomas Bach, aber auch große Unternehmen und Investoren von Chinas Magie der großen Zahlen gepaart mit noch größeren Versprechungen immer wieder leichtgläubig in den Bann ziehen lassen.
Von
Polen und Ungarn sind im Streit über den neuen Rechtsstaatsmechanismus vor Gericht unterlegen. Vor allem Budapest drohen nun Finanzsanktionen. Ob die EU-Kommission noch vor der Parlamentswahl in dem Land das Verfahren einleitet, ist aber offen. Aus dem Europarlament kommt scharfe Kritik.
Von Eric Bonse
Frauenrechte und Gleichberechtigungsfragen sind in China Teil des öffentlichen Diskurses geworden. Der Staat pendelt zwischen Entgegenkommen und Repression, um dem wachsenden Unmut junger Frauen zu begegnen. Mit einem überarbeiteten Gesetz von 1992 will Peking etwa gegen sexuelle Belästigung vorgehen. Einer von „ausländischen Kräften“ gesteuerten, „radikal feministischen“ Bewegung wie MeToo werde der Staat sich jedoch niemals beugen.
Von Fabian Peltsch