Wie lassen sich aus Parteimedien brauchbare Informationen zur Einschätzung der Lage in China herauslesen? Früher verstanden sich Sinologen auf die Kunst, als Alchemisten der Sprache aus Bleiwüsten voll dümmlicher Propaganda noch Gold zu schürfen. Sie mussten nur den Absatz entdecken, der mit „danshi“ (aber) anfing. Dort versteckte sich die News. Nach dem Relaunch des ZK-Theoriemagazin „Qiushi“ hat sich für sie eine neue Quelle aufgetan.
Von
Die Volksrepublik muss sich für Flugzeugladungen Richtung Myanmar und vermeintliche Hilfe bei der Einrichtung von IT-Überwachungssystemen rechtfertigen. Der Vorwurf: Unterstützung des Militärputsches. Dabei glauben viele ausländische Beobachter, China würde lieber mit der demokratisch gewählten Regierung zusammenarbeiten.
Von Marcel Grzanna
Eine harte Gangart gegen China - daran will auch der neue US-Präsident Joe Biden festhalten. Nun hat er erste Pläne vorgelegt: Aufrüstung, Beibehaltung der Strafzölle, massive Investitionen in eigene Technologien, aber auch gemeinsames Vorgehen Verbündeter.
Von Felix Lee
Joe Biden und Xi Jinping stehen vor dem gleichen Dilemma: Wer soll als erster ein Friedensangebot unterbreiten, um die bilateralen Beziehungen kurzfristig zu stabilisieren und einen dauerhaften strategischen Vorteil in der bilateralen Rivalität zu erlangen. Obwohl beide Länder strategische Konkurrenten bleiben, würde ihre Rivalität damit auf stabileren Erwartungen und beiderseitig akzeptierten Regeln beruhen. Xi hat mehr Handlungsspielraum für den ersten Schritt.
Von Antje Sirleschtov
Kurz vor dem Neujahrsfest haben US-Präsident Joe Biden und Chinas Präsident Xi Jinping zum Hörer gegriffen. Dabei wurde klar: Der Ton ist wieder zivil. Aber beide Seiten scheinen in der Sache hart zu bleiben. Bidens Formel vom "extremen Wettbewerb" könnte sich bewahrheiten.
Von Christiane Kuehl