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Neue Seidenstraße

Beijing adopts electoral law reform for Hong Kong

Opposition politicians in Hong Kong must finally bury their chances of gaining relevant political influence. The National People's Congress in Beijing is reforming the city's electoral law and closing "loopholes" for democratic decision-making.

Von Marcel Grzanna

Peking beschließt Wahlrechtsreform für Hongkong

Die Chancen auf relevanten politischen Einfluss müssen oppositionelle Politiker in Hongkong wohl endgültig begraben. Der Nationale Volkskongress in Peking reformiert das Wahlrecht der Stadt und schließt "Schlupflöcher" für demokratische Willensbildung.

Von Marcel Grzanna

Digitalisierter Bergbau

China soll weiter digitalisiert werden - auch unter der Erde. Wie das gehen soll, zeigt das erste Innovationslabor in der kohlereichen Provinz Shanxi: Vollautomatisierte Minen könnten nicht nur Grubenunglücke vermeiden, sondern auch die Produktivität steigern - und so China von Rohstoffimporten unabhängiger machen. Zudem könnte die Technologie auch die Länder der Belt and Road Initiative (BRI) versorgen, deren Bergbau meist noch rückständig ist.

Von Frank Sieren

Digitized mining

China is to be further digitized – even underground. The first innovation laboratory in the coal-rich province of Shanxi shows how this can be done: Fully automated mines could not only prevent mining accidents but also increase productivity – and thus make China less dependent on raw material imports. In addition, the technology could also supply the countries of the Belt and Road Initiative (BRI), whose mining sector is mostly still backward.

Von Frank Sieren

Arvind Subramanian

Das Jahr des Renminbi?

Die Regierung in Peking will den Renminbi als globale Reservewährung etablieren. Während sich die chinesische Währung bei Handels- und Finanztransaktionen zunehmender Beliebtheit erfreut, kann sie den US-Dollar bisher kaum gefährden. Es fehlt schlicht am Vertrauen in das chinesische Finanzsystem, schreiben Arvind Subramanian und Josh Felman.

Von Ning Wang

17+1: Zunehmende Ernüchterung vor dem Gipfel

In der kommenden Woche steht der virtuelle Gipfel 17+1-Gipfel zwischen China und 17 mittel- und osteuropäischen Länder an. Peking muss sein Image in der Region aufpolieren. Denn wegen nicht erfüllter Versprechen im Zuge der Neuen Seidenstraße macht sich Ernüchterung in der Kooperation mit China breit.

Von Amelie Richter

USA-China: Plädoyer für mehr Diplomatie

Die Geschichte lehrt: Stark wachsende Länder werden zur Bedrohung für das Establishment, es wächst die Kriegsgefahr. Chinas ökonomische und geostrategische Interessen bedrohen heute insbesondere die USA. Europa muss seine Rolle als Vermittler finden.

Von Nico Beckert

Die Risiken der Neuen Seidenstraße

Die Neue Seidenstraße führt zu neuen Schulden für Entwicklungs- und Schwellenländer. Doch dahinter steckt kein chinesischer Masterplan. Auch China geht hohe finanzielle und Reputationsrisiken ein. Eine Buchbesprechung.

Von Nico Beckert

Pekings umstrittene Kohlefinanzierung

China ist der größte und einer der letzten Finanzierer von Kohlekraftwerken im Ausland. Die Kritik daran wird unter dem neuen US-Präsident Biden steigen. In einer internationalen Studie zeigt sich das chinesische Umweltministerium einer Klima-Ampel für die Seidenstraße nicht abgeneigt. Doch Peking verfolgt mit der Kohlefinanzierung auch wirtschaftliche Interessen.

Von Nico Beckert

Die neue Seidenstraße ist ein Projekt der Volksrepublik China. Ziel ist es, die Land- und Seewege zwischen Europa und dem asiatischen Raum zu verbessern. Table.Briefings liefert alle News dazu.

Woher kommt der Name Neue Seidenstraße?

Offiziell heißt das Projekt der Volksrepublik China

One Belt, One Road

. Also

ein Gürtel, eine Straße

. Oder auch

Belt and Road Initiative (BRI)

. Im Volksmund wird das Vorhaben aber

Neue Seidenstraße

genannt. Es wurde im Jahr 2013 ins Leben gerufen. Der Name geht auf den deutschen Geografen Ferdinand von Richthofen zurück. Im Jahr 1877 bezeichnete er so die Karawanenstraßen zwischen dem Mittelmeerraum und Zentral- und Ostasien.Genutzt wurden diese Wege aber bereits in der Antike. Nach Westen wurde Seide transportiert, nach Osten Wolle, Gold und Silber. Diese Idee hat China wieder aufgegriffen.

One Belt, One Road

soll den Güterverkehr zwischen Europa und China effizienter machen. Dafür werden verschiedene Routen durch Infrastrukturmaßnahmen erschlossen. Beispielsweise durch den Bau von Häfen für die Seewege und Schienen und Eisenbahnlinien für die Landwege.

Welche Wirtschaftsgürtel umfasst die Neue Seidenstraße?

Die Namen des Projektes sind verwirrend. Weder geht es bei

One Belt, One Road

um nur eine Seidenstraße, noch um nur einen Gürtel. Vielmehr soll ein ganzes Netzwerk aus Korridoren eine Vielzahl von Ländern miteinander verbinden. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Projekte. Als Economic Belt werden die neuen Landwege bezeichnet. Sechs Korridore sollen hier die neue Seidenstraße bilden:

  • China – Kasachstan – Russland – Ukraine/Belarus – Polen – Slowakei – Deutschland

  • China – Kirgisistan – Usbekistan – Turkmenistan – Iran – Türkei

  • China – Mongolei – Russland

  • China – Laos – Thailand – Malaysia – Singapur – Indonesien

  • China – Myanmar – Bangladesch – Indien

  • China – Pakistan

Das zweite Projekt nennt sich Maritime Silk Road. Damit sind neun verschiedene Korridore gemeint, die den Seeweg der Neuen Seidenstraße bilden.

  • China – Griechenland – Italien – Frankreich – Spanien

  • China – Vietnam – Singapur – Myanmar

  • China – Vereinigte Arabische Emirate – Irak

  • China – Dschibuti – Saudi-Arabien – Sudan

  • China – Philippinen

  • China – Kambodscha – Thailand

  • China – Malaysia – Pakistan – Indien – Sri Lanka

  • China – Singapur – Malaysia

  • China – Indonesien – Malaysia – Singapur – Thailand

Welche Länder gehören zur Neuen Seidenstraße?

Insgesamt gehören 140 Länder zur Neuen Seidenstraße. Im Rahmen der Belt and Road Initiative hat China mit ihnen so genannte Memorandums of Understanding (MoU) abgeschlossen. Also Abkommen, die eine Zusammenarbeit garantieren sollen. Dazu kommt ein MoU, das China mit der Afrikanischen Union, also einem ganzen Länderbündnis abgeschlossen hat. In Europa haben 18 der 27 Mitgliedsstaaten ein solches Abkommen getroffen. Rumänien war im Jahr 2015 das erste Land. Deutschland hat (noch) kein MoU unterzeichnet.Zwar liegen nicht alle Länder, die ein entsprechendes MoU unterzeichnet haben an den Korridoren der Neuen Seidenstraße, sie sind davon aber dennoch betroffen. So soll eine neue Eisenbahnlinie in Kenia entstehen. Sie verbindet die Hauptstadt Nairobi im Landesinneren mit der Hafenstadt Mombasa im Südosten des Landes. In Dschibuti bauen die Chinesen einen neuen Hafen, der per Eisenbahnlinie mit Addis Abeba verbunden wird, der Hauptstadt von Äthiopien. Das Land selbst hat keinen Zugang zum Meer.

Wie finanziert China die Neue Seidenstraße?

Die Belt and Road Initiative soll in Summe 900 Milliarden Dollar kosten. China finanziert die Neue Seidenstraße in erster Linie durch vier Elemente. Mithilfe staatlicher Geschäftsbanken, des Seidenstraßen-Fonds (New Silk Road Fund), der eigens gegründeten Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank (Asian Infrastructure Investment Bank, AIIB) und der Neuen Entwicklungsbank (New Development Bank, NDB). Die Belt and Road Initiative wird dabei nicht von China alleine finanziert. Auch andere Länder stellen finanzielle Mittel zur Verfügung.Bei der Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank ist China mit dreißig Prozent des Eigenkapitals der größte Anteilseigner. Bei der Neuen Entwicklungsbank sind neben China und Russland auch noch Brasilien, Indien und Südafrika beteiligt. Bei beiden Banken handelt es sich um multilaterale Banken, deren Schwerpunkt Infrastrukturprojekte sind.

Wie funktioniert die Finanzierung der Neuen Seidenstraße?

Die Banken und Fonds geben zumeist Kredite an Länder, die Infrastrukturprojekte im Rahmen der Neuen Seidenstraße haben. Ein Hafen, eine Brücke oder eine Eisenbahnstrecke etwa. Bei der Absicherung der Kredite geht China allerdings sehr restriktiv vor. So lässt sich China zusichern im Falle einer Staatspleite als erster Gläubiger bedient zu werden.Das hat Folgen in der internationalen Politik. Andere Geldgeber werden zögerlicher, weil sie befürchten müssen, im Ernstfall gar keine Zahlung mehr zu bekommen. Außerdem gibt es Vertragsklauseln, die China erlauben, das geliehene Geld sofort zurückzufordern, sollte die Volksrepublik nicht mit der Politik des Partnerlandes einverstanden sein.

Was bringt Chinas Neue Seidenstraße?

Offiziell soll One Belt, One Road dazu dienen, die Handelsverbindungen zwischen Asien und Europa zu stärken. Die wirtschaftliche Entwicklung vieler Regionen könne so vorangetrieben und der kulturelle Austausch gefördert werden. Auch Projekte im Bereich des Tourismus und des Gesundheitswesens sind geplant. Der chinesischen Wirtschaft hilft die Neue Seidenstraße dabei, Überkapazitäten aus der Bau- und Stahlwirtschaft zu verkaufen.Doch die Neue Seidenstraße ist auch ein Zeichen für die geopolitischen und weltwirtschaftlichen Ziele der Volksrepublik China. Viele Kritiker befürchten, dass China sich ärmere Länder politisch gefügig machen und die Rohstoffe ausbeuten möchte. Auf Kosten der örtlichen Bevölkerung. Umwelt- oder Sozialstandards seien bei den Infrastrukturmaßnahmen der

Belt and Road Initiative

nur von untergeordneter Rolle.

Zukunft der Neuen Seidenstraße

Wie es mit der Neuen Seidenstraße weitergeht, erfahren Leser von der Table.Media-Redaktion, die über alle relevanten News rund um One Belt, One Road auf Deutsch berichtet.