Diplomatische Sprache soll verhindern, dass politische Differenzen zu einer Verschlechterung von Beziehungen zwischen zwei Staaten führt. Ralph Weber von der Universität Basel sieht im verbalen Umgang mit autoritären Staaten im Rahmen der Diplomatie die Gefahr einer Unterminierung eigener demokratischer Werte. Zumal wenn sie seit 50 Jahren bestehen wie zwischen Deutschland und der Volksrepublik China. Deswegen sollten Demokratien penibel auf ihre Wortwahl achten und auf eine Vielzahl gewisser Begriffe verzichten.
Von Experts Table.Briefings
Die große Feier zum 50-jährigen Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen China und Deutschland fällt aus. Vor allem auf deutscher Seite ist man verstimmt. Doch der Grund für die Enttäuschungen ist nicht nur in Peking zu suchen.
Von Michael Radunski
50 Jahre der diplomatischen Beziehungen sind ins Land gezogen, bis Deutschland in Peking erstmals durch eine Botschafterin vertreten wird. Patricia Flor ist die erste Frau auf dem Posten und zeigt von den ersten Tagen an einen etwas anderen Ansatz für das Amt als ihre Vorgänger: Mehr Präsenz in den sozialen Netzwerken — und damit auch mehr offene Kritik an der chinesischen Führung. Das Gespräch führte Amelie Richter.
Von Redaktion Table
Wo immer im Rahmen der 51. Session des Menschenrechtsrats in Genf Kritik an China geübt wird, sind Diplomaten der Volksrepublik in unmittelbarer Nähe. Sie kapern Podiumsdiskussionen mit minutenlangen Stellungnahmen und notieren plakativ die Namen aller Gegensprecher. Über seinen Einfluss auf andere UN-Gremien verweigert das Land nicht genehmen Teilnehmern die Akkreditierungen zu den Vereinten Nationen. Stattdessen beanspruchen chinesische Organisationen unter dem Deckmantel der Unabhängigkeit zunehmend mehr Redezeit.
Von Marcel Grzanna
Gerade mal einen Satz lang war Chinas Kommuniqué zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Deutschland vor 50 Jahren. Auf den Weg brachten es zwei ungewöhnliche Akteure: Ein chinesischer Journalist und ein Oppositionspolitiker der CDU.
Von