CEO.Table – Ausgabe 67

„Buy European“ zwischen Anspruch und Bürokratie + Was die EU Inc. bringt + Rheinmetall setzt auf Drohnentechnologie

Teilen
Kopiert!

Executive.Summary

Buy European: Europas Industrieplan zwischen Anspruch und Bürokratie

Bitte den Bilderdownload in den Einstellungen oberhalb dieses Briefings aktivieren.

Europa will mit dem Industrial Accelerator Act seine industrielle Basis stärken – doch Kritiker warnen, dass der Plan ins Gegenteil umzuschlagen droht. Die EU‑Kommission verfolgt mit dem IAA das Ziel, die europäische Industrie gegen unfairen Wettbewerb und strategische Abhängigkeiten abzusichern. Doch der aktuelle Gesetzesvorschlag bleibe „hinter diesem Anspruch zurück“, sagte Stellantis‑Deutschland‑Chef Florian Huettel Table.Briefings. Um die europäische Automobilindustrie zu schützen, müsse die Regelung „einfach umsetzbar sein“ und eine „klare sowie zeitnahe Kompensation für die höheren Kosten von ‘Made in Europe’ bieten“.

Am 4. März hatte die EU-Kommission mit dem „Industrial Accelerator Act“ (IAA) einen der bislang größten industriepolitischen Vorstöße Europas vorgelegt. Im Kern handelt es sich dabei um eine „Buy European“-Regelung, die öffentliche Beschaffung und Subventionen in strategischen Sektoren wie Batterien, Solar oder Automobil an europäische Mindestfertigungsquoten knüpft. So müssen etwa öffentlich finanzierte Elektrofahrzeuge in der EU montiert werden, wobei 70 Prozent der Komponenten ohne Batterie aus Europa stammen müssen. Das öffentliche Beschaffungsvolumen der EU-Mitgliedstaaten liegt bei über zwei Billionen Euro, etwa 14 Prozent des gesamten BIP.

In der derzeitigen geoökonomischen Lage sei „Buy European“ eine richtige Antwort, argumentiert Armin Steinbach, Chefvolkswirt im Bundesfinanzministerium. Freihandel sei sicherheitspolitisch blind und industrielle Kapazitäten seien auch ein Faktor sicherheitspolitischer Abschreckung. Rückendeckung bekommt er auf europäischer Ebene. 1.141 Konzernlenker und Wirtschaftsführer unterzeichneten Anfang Februar den Aufruf von EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné für eine europäische Präferenz – darunter die Chefs von Air France, EDF, Michelin und Sanofi aus Frankreich, der italienische Werftenkonzern Fincantieri und der belgische Chemiekonzern Solvay.

Für viele deutsche Unternehmen bedeutet der aktuelle Gesetzesvorschlag der Kommission jedoch vor allem zusätzliche und komplexe Nachweispflichten. In global verflochtenen Wertschöpfungsketten ist die Frage, was überhaupt „europäisch“ ist, praktisch schwer zu beantworten. Laut einer aktuellen DIHK‑Umfrage erwarten 55 Prozent der Betriebe spürbaren Mehraufwand bei Herkunftsnachweisen, wenn sie sich um öffentliche Aufträge bewerben. Besonders Mittelständler würden dadurch belastet, warnt DIHK‑Außenwirtschaftschef Volker Treier: „Das kostet Zeit, Geld und Wettbewerbsfähigkeit.“

Kritik an der derzeitigen Ausarbeitung kommt auch aus der Wirtschaft. Die Idee etwa einer Grünstahlquote sei richtig – aber so, wie sie jetzt geplant ist, bringe sie für europäische Stahlhersteller kaum etwas. Thyssenkrupp-Steel-CEO Marie Jaroni hat den „Buy European“-Vorstoß als Unterzeichnerin des Séjourné-Aufrufs prominent unterstützt. In seiner jetzigen Form hält sie den Industrial Accelerator Act aber in vielen Bereichen für wirkungslos. Die ab 2029 geplante Grünstahlquote von 25 Prozent bei öffentlichen Bauprojekten klinge zwar ambitioniert, greife aber ins Leere: „Dieser Stahl muss nicht aus Europa kommen. Damit unterstützen wir am Ende Investitionen außerhalb Europas, statt den Aufbau klimafreundlicher Produktion hier vor Ort“, sagt sie zu Table.Briefings.

Im Automobilbereich sieht Jaroni ein ähnliches Problem. Die europäischen Wertschöpfungsquoten für staatlich geförderte E-Autos würden durch die Einbeziehung von über 70 Freihandelspartnerländern de facto ausgehöhlt. „Dadurch verliert die Vorgabe praktisch ihre Wirkung.“ Das müsse dringend korrigiert werden, wenn die EU ihre Industrie tatsächlich stärken will.

Ifo-Präsident Clemens Fuest hält Buy European insgesamt für den falschen Weg. Er verweist neben den Dokumentationspflichten auf die ökonomischen Folgen des Ansatzes: „Wir geben dann unnötig viel Geld aus und schützen mehr oder weniger willkürlich europäische Industrien, die vielleicht gar nicht wettbewerbsfähig sind.“

Fuest widerspricht der sicherheitspolitischen Betrachtung nicht grundsätzlich, aber dem Instrument. Souveränität müsse man „ernst nehmen“, sagt er, doch könne Europa unmöglich in allen Bereichen unabhängig werden: „Unser Wohlstand würde sofort kollabieren.“ Stattdessen brauche es eine klare Priorisierung: „Wir müssen uns genau überlegen, in welchen Bereichen Unabhängigkeit besonders wichtig ist.“

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Alle reden über Pilotprojekte. Wir liefern AI Business Cases. PwC Deutschland. So you can.

Von Pilotprojekten zu profitablen Geschäftsmodellen: Mit einer datenzentrierten KI-Strategie transformieren Sie Ihr Unternehmen und schaffen messbare Ergebnisse. Entdecken Sie, wie ein strukturiertes AI Business Case Portfolio Wachstum, Profitabilität und Skalierung ermöglicht. Hier mehr erfahren.

CEO.Analyse

Bitte den Bilderdownload in den Einstellungen oberhalb dieses Briefings aktivieren.

Was die EU Inc. bringt – und was (noch) nicht

Die neue europäische Unternehmensform „EU Inc.“ soll per Verordnung eingeführt werden – und nicht als Richtlinie. Das geht aus einem Entwurf der Europäischen Kommission hervor, den Table.Briefings einsehen konnte. Der als „28. Regime“ gestartete Vorstoß der EU erfülle damit eine wichtige Grundvoraussetzung: „Bei einer Direktive würden 27 Versionen eines 28. Regimes entstehen“, warnt Stefan Drüssler, Managing Director von UnternehmerTUM, im Gespräch mit Table.Briefings. Am kommenden Mittwoch will die EU-Kommission ihren Gesetzentwurf offiziell vorlegen.

Für Europas Start-up-Ökosystem ist es die wichtigste Weichenstellung seit Jahren. Künftig soll, wie Bloomberg vorab berichtete, Unternehmen eine digitale Gründung innerhalb von 48 Stunden in jedem Mitgliedstaat ermöglicht werden, ohne Mindestkapitalanforderungen. Die neue Rechtsform ist freiwillig und ersetzt keine nationalen Strukturen. Aus Start-up-Sicht wird mit der EU Inc. ein zentraler Standortnachteil entschärft. „Wir haben einen fragmentierten Markt, 27 Länder, 27 Rechtsformen“, sagt Drüssler. „Das ist eine völlige Katastrophe im Vergleich etwa zur Delaware Inc. in den USA.“

EU-weit geregelt werden soll künftig der komplette Lebenszyklus eines Unternehmens inklusive Liquidation und Insolvenz. Bei Steuer- und Arbeitsrecht bleibt dem aktuellen Entwurf nach das nationale Recht des Sitzlandes anwendbar. Die neue Rechtsform ist freiwillig – sie ergänzt die bestehenden nationalen Gesellschaftsformen, ersetzt sie aber nicht.

Beim Thema Mitarbeiterbeteiligung (Employee Stock Options Plans; ESOP) könnte die EU Inc. dem Entwurf zufolge eine von der Start-up-Szene lange ersehnte Harmonisierung bringen. Genau diesen Punkt hält Martin Schaper, Partner bei der Anwaltskanzlei YPOG, für zentral: „Das ist für die meisten Gründer noch viel ausschlaggebender als gesellschaftsrechtliche Details in der Corporate Governance.“ Noch offen ist, ob diese Steuerregelung nur für Start-ups und Scale-ups gelten soll – oder für alle EU-Inc.-Unternehmen.

Im Detail zeigt sich allerdings, wo Fragmentierung droht. Die Arbeitnehmermitbestimmung bleibt dem Entwurf nach vollständig national geregelt. Ciro D’Amelio, ebenfalls Rechtsanwalt bei YPOG, sieht das kritisch: „Eine deutsche EU Inc., die dem deutschen Mitbestimmungsrecht unterliegt, könnte am Ende ganz anders aussehen als eine französische EU Inc.“ Auch ein einheitliches europäisches Handelsregister fehlt: Die Registrierung läuft demnach über ein zentrales EU-Interface, die Entscheidung trifft aber weiterhin das nationale Handelsregister. Spezialisierte Gerichte für EU-Inc-Streitigkeiten, wie sie in Delaware den Standortvorteil ausmachen, sieht der Entwurf nicht vor. „Bei spezialisierten Gerichten ist die Vorhersehbarkeit einfach größer“, sagt D’Amelio.

Für internationale Investoren könnte die EU Inc. den größten Unterschied machen. „Wir erleben immer wieder US-Investoren, die mit Blick auf die fragmentierten Gesellschaftsrechtsordnungen in Europa sagen: Das ist mir einfach zu kompliziert. Ich erwarte von der Company, dass sie einen US-Flip macht, bevor ich investiere“, berichtet Schaper. Das Ergebnis: Kapital und Know-how wandern ab. UnternehmerTUM-Managing-Director Drüssler formuliert den Nutzen aus Investorensicht knapp: „Was passiert, wenn ich als deutscher Investor in ein spanisches Start-up investiere, das dann insolvent geht? Wenn ich eine EU Inc. habe, dann weiß ich, was passiert. Meine Anwälte wissen es. Das ist einfach.“

Die EU-Staats- und Regierungschefs können beim EU-Gipfel am 19. und 20. März eine erste politische Bewertung abgeben. Wie viele Unternehmen die neue Rechtsform tatsächlich annehmen werden, hängt entscheidend von der Ausgestaltung ab – denn gerade bei sensiblen Fragen wie der Steuersouveränität beginnen die Verhandlungen zwischen Mitgliedstaaten und EU-Parlament erst jetzt richtig.

Teilen
Kopiert!

POLITISCHE ANZEIGE


Es ist sehr zu begrüßen, wenn mit Aktien fürs Alter vorgesorgt werden kann. Umso wichtiger ist Beratung, denn die Mehrheit der Bevölkerung kennt sich mit Aktien nicht aus. Der Gesetzentwurf hat hier erhebliche Defizite, weil Beratung nicht adäquat bezahlt wird. Mehr auf bdv.de.


- Sponsor: BDV e.V.
- Im Zusammenhang mit: Aktuelle Beratung des Altersvorsorgereformgesetzes; Deutschland, national

Transparenzbekanntmachung

CEO.News

BIP-Wachstum: Was die Institute erwarten

Der Krieg im Iran hat auch Auswirkungen auf die BIP-Prognosen der Wirtschaftsinsitute: Das ifo Institut korrigiert seine Wachstumsprognose für 2026 auf 0,8 Prozent nach unten. Grund seien vor allem steigende Energiepreise und neue Unsicherheiten auf den Weltmärkten. ifo-Präsident Clemens Fuest warnte bei der Vorstellung der neuen Konjunkturprognose vor Risiken: „Unsere Prognose beruht auf der Annahme, dass der Iran-Konflikt relativ schnell vorbei ist. Ob das so kommt, weiß natürlich niemand.“ Sollte der Ölpreisanstieg länger anhalten, könne das Wachstum sogar auf 0,6 Prozent sinken. Zugleich rechnet das Institut mit höheren Preisen. „Wir sehen eindeutig die Gefahr eines Stagflationsschocks – die Inflation wird wohl etwas höher ausfallen und das Wachstum niedriger,“ sagte Fuest. In einem Risiko-Szenario könnte die Teuerung auf bis zu drei Prozent steigen.

Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht Belastungen für die deutsche Wirtschaft, allerdings in geringerem Ausmaß. Die Forscher gehen davon aus, dass der stärkste Energiepreisschub bereits durchlaufen ist und sich Öl‑ und Gaspreise nur moderat weiterentwickeln. Sie erwarten, dass die Inflation in diesem Jahr um 0,4 Prozentpunkte höher ausfällt und bei rund 2,4 Prozent liegt. Das Wachstum wird leicht gedämpft und erreicht 1,0 Prozent. „Wenn wir davon ausgehen, dass der Höhepunkt der Energiepreissteigerungen bereits erreicht ist, bremst der Iran‑Krieg die Erholung der deutschen Wirtschaft zwar etwas, stoppt sie aber nicht“, sagte DIW‑Konjunkturchefin Geraldine Dany‑Knedlik. Alexander Wiedmann

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Ihre Kanzlei für alle Rechtsthemen rund um Technologie, Digitalisierung und Regulierung. Bird & Bird

Chinesische Gastro- und Kaffee-Ketten drängen nach Westen

Weil der heimische Markt gesättigt ist, drängen immer mehr chinesische Gastronomie- und Getränkeketten ins Ausland. Zuletzt wagte der Kaffeeanbieter Cotti Coffee den Sprung nach Deutschland. Das Geschäftsmodell folgt einem in China erprobten Prinzip: kleine Filialen, wenig Personal, niedrige Preise und Rabatte für Bestellungen über Apps. Auch andere Marken drängen auf internationale Märkte. Die Milchtee-Kette Mixue eröffnete im Dezember ihre erste Filiale in New York. Mit rund 45.300 Standorten verfügt das Unternehmen inzwischen über ein größeres globales Filialnetz als McDonald’s. Neben Cotti und Mixue verfolgen auch Luckin Coffee und Chagee ehrgeizige Expansionspläne und wollen im Westen langfristig mit Branchenriesen wie Starbucks konkurrieren.

Nach Deutschland expandieren im Zuge des Trends zu authentischer chinesischer Küche bislang vor allem Restaurant-Franchises wie Chen Xiang Gui, Yangguofu Malatang, Jinweide und Xiao Long Kan Hotpot. „Die Wahrnehmung asiatischer Küche in Europa verändert sich“, sagt Li Mianqing, Betreiber von Chen Xiang Gui Deutschland. Gäste seien zunehmend offen für spezialisierte Konzepte jenseits des klassischen China-Restaurants. Gleichzeitig seien die Markteintrittshürden hoch. Unterschiedliche Regulierung, Arbeitsmarktstrukturen und Konsumgewohnheiten erforderten erhebliche Anpassungen.

Ähnlich sieht es der Berliner Gastronom Kachun To vom Dim-Sum-Restaurant Bao Gao Club. Die größte Herausforderung sei, Konzepte aus China an die deutlich höheren Lohnkosten und unterschiedliche Konsumgewohnheiten in Deutschland anzupassen. „Geschäftsprozesse, die im chinesischen Heimatmarkt funktionieren, können hier schnell unökonomisch werden“, sagt To. Für chinesische Anbieter bleibt der US-Markt deshalb bis auf Weiteres attraktiver: Er ist größer, bürokratisch homogener als Europa und verspricht höheres Absatzpotenzial. Fabian Peltsch

Teilen
Kopiert!

Rüstungsindustrie: Rheinmetall erzielt Rekordumsatz und setzt auf Drohnentechnologie

Deutschlands größter Rüstungskonzern verzeichnete im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz von 9,9 Milliarden Euro. Der Gewinn stieg auf 1,8 Milliarden Euro. Auf das aktuelle Jahr schauend, prognostizierte CEO Armin Papperger ein Milliardengeschäft mit unbemannten Systemen. Schon bald will die Bundeswehr auch Rheinmetalls Kampfdrohnen beschaffen, sagte Papperger auf der Bilanzpressekonferenz. Damit steigt die Konkurrenz im umkämpften Drohnen-Markt: Die Start-ups Helsing und Stark hatten Ende Februar erste Großaufträge von der Bundeswehr erhalten.

Im vergangenen Jahr hat Papperger Rheinmetall weiter zum Systemhaus ausgebaut. Mittlerweile macht der Konzern, der früher für Munition und Panzer bekannt war, Geschäfte in allen militärischen Domänen:

  • Zur See produziert man nach der Übernahme der NVL-Werften Schiffe, von Fregatten bis Minensuchboote.

  • Für die Luft kooperiert man weiter mit den US-Konzernen Lockheed Martin und Northrop Grumman beim Bau von F-35-Kampfjets. Zudem soll jetzt die Produktion von Drohnen hochgefahren werden.

  • An Land läuft das Geschäft mit militärischen Fahrzeugen weiter bestens. Der Konzern treibt außerdem den Verkauf des schwächelnden, zivilen Autozuliefergeschäfts weiter voran.

  • Im Bereich „Space/Cyberspace” gründete Rheinmetall ein Joint-Venture mit dem finnischen Satelliten-Start-up Iceye und erwartet weitere Aufträge in Milliardenhöhe.

Bei welchen anderen Geschäftsfeldern der Rheinmetall-Chef Potenzial sieht und wann die Beschaffung der Rheinmetall-Drohnen beschlossen werden könnte, lesen Sie im Security.Table. Robert Wallenhauer

Teilen
Kopiert!

Elektromobilität legt zu: Mehr Marktanteil, niedrigere Preise

Der Anteil rein baterrieelektrischer Autos an den Neuzulassungen in der EU und in Norwegen ist 2025 auf einen Rekordwert von 19 Prozent gestiegen, im letzten Quartal sogar auf 24 Prozent. Auch Anfang 2026 lag der Anteil deutlich über dem Vorjahr. Laut dem Fortschrittsreports des Thinktanks Transport and Environment (T&E) ist zudem erstmals der Durchschnittspreis neuer E-Autos gesunken: Er lag 2025 bei rund 42.700 Euro und damit etwa vier Prozent unter dem Vorjahr. Hauptgrund dafür sind kleinere und günstigere Modelle für den Massenmarkt wie der Citroën e-C3 und der Renault 5, deren Einführung laut T&E auch durch die CO2-Flottengrenzwerte vorangetrieben wurde.

Der Thinktank erwartet, dass sich der Ausbau der Elektromobilität weiter beschleunigt, da in immer mehr Fahrzeugklassen Preisparität – und somit ein Kipppunkt – zwischen E-Autos und Verbrennern erreicht wird. Für 2026 prognostiziert T&E einen Marktanteil von 23 Prozent, für 2027 etwa 28 Prozent. Gewarnt wird vor vorgeschlagenen Lockerungen wie etwa dem Mitteln der Ziele für 2030. Dies würde den Marktanteil von E-Autos sinken, Investitionen und Arbeitsplätze gefährden und europäischen Herstellern im Wettbewerb mit zunehmend starken chinesischen Autobauern schaden. Was der Bericht sonst noch aussagt, lesen Sie im Climate.Table. Malte Kreutzfeldt

Teilen
Kopiert!

Start-up Award 2026: Life Teach Us siegt bei Didacta

Das Kölner Start up „Life Teach Us“ gewann den Start-up Award auf der Didacta-Messe. Das Start-up verspricht Ausfallstunden, Projekttage und regulären Unterricht „mit praxisnahen LifeLessonszu füllen. Diese Aufgabe können Menschen ab 18 Jahren übernehmen, die aus unterschiedlichen Branchen kommen. Fällt kurzfristig Unterricht aus, kann eine Schule über eine App die rund 180.000 registrierten LifeTeacher kontaktieren. Im besten Fall findet sich dann jemand aus der Umgebung, der in die Schule kommt und über den eigenen Beruf spricht und damit die verlorene Unterrichtszeit mit Praxiseinblicken wettmacht. 400 Schulen nutzen das Angebot bereits, rund 400 weitere befinden sich nach Angaben von Life Teach Us in der Onboarding-Phase. Welche anderen Unternehmen beim Award abräumten und warum der Award kurzzeitig auf der Kippe stand, lesen Sie im Bildung.Table. Vera Kraft

Lernen Sie alle Table.Briefings in voller Länge kostenlos kennen: Vier Wochen, ohne automatische Verlängerung, ohne Zahldaten – und informiert wie die Topentscheider.

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Gudrun Winner-Athens, geschäftsführende Gesellschafterin der Winner Spedition, über die Folgen der Generalsanierung der Schieneninfrastruktur. Table.Forum

CEO.Presseschau

WirtschaftsWoche

Deutsche Bahn: Bahn macht offenbar wegen Fernverkehr Verlust von 2,3 Milliarden Euro

Insidern zufolge hat die Deutsche Bahn 2025 einen Verlust von 2,3 Milliarden Euro erlitten, nach 1,8 Milliarden im Vorjahr. Hauptgrund sei eine Abschreibung von 1,4 Milliarden Euro auf den Fernverkehr wegen Unpünktlichkeit durch Streckensanierungen. Das operative Ergebnis (Ebit) fiel mit einem Plus von 300 Millionen Euro jedoch besser aus als erwartet. Die Zahlen beziehen sich auf die Zeit nach dem Schenker-Verkauf.
manager magazin

BMW-Chef Oliver Zipse: „Wer diese Realität nicht anerkennt, der ist sein Geld nicht wert!“

Im Abschiedsinterview verteidigt BMW-Chef Oliver Zipse den Kurs der Technologieoffenheit. Er kritisiert die frühere Fehleinschätzung der Branche zur „Sharing Economy“ und die reine Elektro-Strategie von Konkurrenten. Den Aufbau europäischer Batteriezellfabriken ohne asiatisches Know-how hält er für unrealistisch und geplante EU-Förderungen für willkürlich.
Handelsblatt

Saudi Aramco: Öl-CEO warnt vor „katastrophalen Konsequenzen“ für Märkte

Der CEO von Saudi Aramco, Amin Nasser, warnt wegen des Irankriegs vor "katastrophalen Konsequenzen" für die Ölmärkte. Produktions- und Exportmengen seien eingeschränkt. Exporte werden über eine Pipeline zum Roten Meer umgeleitet, was jedoch die Exportmenge aufgrund von Kapazitätsengpässen begrenzt. Das Unternehmen kündigte zudem einen Aktienrückkauf an.
heise online

Atlassian-Chef: KI ersetzt bei uns keine Menschen, aber wir feuern sie trotzdem

Der Softwarehersteller Atlassian entlässt rund 1.600 Mitarbeiter (10% der Belegschaft), um Investitionen in KI zu finanzieren. CEO Mike Cannon-Brookes betont, dass KI nicht direkt Menschen ersetze, aber die benötigten Fähigkeiten verändere. Die Entlassungen fallen inmitten eines stark gesunkenen Aktienkurses und anhaltender Verluste an, die seit 2017 verzeichnet werden.
Teilen
Kopiert!

CEO.Personnel

Handelsblatt

Volkswagen: VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch steht vor dritter Amtszeit

Bei Volkswagen läuft es auf eine dritte Amtszeit für Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch hinaus. Nachdem die Eigentümerfamilien Porsche-Piëch keinen mehrheitsfähigen Alternativkandidaten fanden, gilt eine Verlängerung als wahrscheinlich, auch weil die Großaktionäre Niedersachsen und Katar ihn stützen. Eine endgültige Entscheidung steht aus. Finanzinvestoren kritisieren den Schritt wegen mangelnder Unabhängigkeit.
WirtschaftsWoche

Christian Lindner geht wieder in die Werbung

Der ehemalige Finanzminister Christian Lindner wird Aufsichtsrat der Serviceplan Group, Europas größter inhabergeführter Agenturgruppe. Er soll das Management bei Themen von Regulierung bis Geopolitik beraten. Lindner, der bereits weitere Mandate in der Wirtschaft hält, sieht darin eine Rückkehr zu seinen biografischen Anfängen in der Werbebranche.
The Wall Street Journal

Adobe-CEO tritt nach 18 Jahren zurück

Adobe-CEO Shantanu Narayen tritt nach 18 Jahren zurück, um einen neuen Anführer für die KI-Ära zu finden. Trotz gestiegener Quartalsumsätze fielen die Aktien, da das Unternehmen Investoren mit seinem KI-getriebenen Umsatz nicht überzeugen konnte. Narayen wird den Übergang als Vorstandsvorsitzender begleiten.
MEEDIA

Zattoo: Tina Rodriguez steigt zur CEO auf

Beim TV-Streaming-Anbieter Zattoo übernimmt Tina Rodriguez zum 1. April interimistisch den CEO-Posten. Sie folgt auf Roger Elsener, der als Direktor zum Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) wechselt. Rodriguez ist seit Januar als Chief Consumer Officer bei Zattoo tätig. Der Verwaltungsrat will mit der internen Lösung die Kontinuität der strategischen Ausrichtung sicherstellen.
tagesschau.de

ZDF-Intendant Himmler wiedergewählt

Norbert Himmler wurde als Intendant des ZDF wiedergewählt. Der 55-Jährige erhielt bei der Wahl im Fernsehrat 48 von 53 Stimmen und damit die erforderliche Mehrheit im ersten Wahlgang. Himmler war der einzige Bewerber für den Posten. Seine aktuelle Amtszeit endet im März 2027, nun kann er für weitere fünf Jahre planen.
Teilen
Kopiert!

CEO.Finance

Kommt eine neue Ölkrise?

Nach dem Militärschlag gegen den Iran und der Blockade der Straße von Hormus wächst die Angst vor einem neuen Ölschock. Die Erinnerung an die Krisen der 1970er-Jahre ist präsent, auch wenn einiges für einen kürzeren Preisanstieg spricht.

Der Iran hat den Schiffsverkehr an der Straße von Hormus, durch die 20 Prozent aller Öllieferungen gehen, zum Erliegen gebracht. Der Ölpreis ist stark angestiegen und schwankt zusammen mit dem Hoffen und Bangen auf ein baldiges Kriegsende. Die vorübergehende Aufhebung der Ölsanktionen gegen Russland durch die USA deutet auf einen längeren Kriegsverlauf hin.

Die Angst vor einer neuen Ölkrise geht um. Die erste Ölkrise (1973/74) wurde durch den Angriff von Syrien und Ägypten auf Israel ausgelöst. Da die USA Israel militärisch unterstützten, kürzten die arabischen OPEC-Staaten als Vergeltung die Fördermengen. In dem aufgrund des Vietnamkriegs bereits inflationären Umfeld stiegen die Ölpreise stark an. Die zweite Ölkrise folgte 1979 auf den Sturz des US-freundlichen Schahs von Persien durch die bis heute noch regierenden Mullahs.

Als nach dem Platzen der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende die Zentralbanken in den Industrieländern die Zinsen stark senkten, floss viel Kapital nach China, was die Industrieproduktion und damit die Ölnachfrage anheizte. Das Ende der ultralockeren Geldpolitik in den USA im Jahr 2014 leitete auch das Ende des chinesischen Investitionsbooms und der Ölpreisrally ein. Mit der starken geldpolitischen Expansion in der Corona-Krise und dem Ukraine-Krieg stiegen ab 2020 die Ölpreise wieder steil an, bis die Zinserhöhungen der großen Zentralbanken die Wende brachten.

Die Bestimmungsgrößen des Ölpreises sind vielfältig. Ein steigendes Angebot – beispielsweise durch die Erhöhung der Fördermengen oder die Entdeckung neuer Vorkommen – lässt den Preis sinken. Eine steigende Nachfrage, welche von der Konjunktur abhängt, bewirkt höhere Preise. Wichtig ist auch die Geldpolitik. Wenn die Zentralbanken die Zinsen senken, heizt das nicht nur die Konjunktur an. Es setzt auch eine Umschichtung in Sachwerte – einschließlich Öl und Rohstoffe – ein. Inflation schlägt zuerst bei Energie und Lebensmitteln an, weil man auf diese Güter nicht verzichten kann.

Die Inflation beeinflusst die geopolitische Stabilität, weil sie negative Verteilungseffekte auf Kosten der Menschen oder Länder mit geringen Einkommen hat. Oft ist der Ölpreis mit dem Weizenpreis verbunden, weil Nahrungsmittel inzwischen ein Input für Kraftstoffe sind. Im Nahen Osten gewinnen Ölförderländer wie Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate. Es verlieren Öl- und Weizenimporteure wie Ägypten oder Tunesien.

Langfristig dürfte mit Donald Trumps „Drill baby drill“ und mit den politischen Veränderungen in Venezuela das Ölangebot eher reichlich als knapp sein. Auch in Grönland soll es große Reserven geben. Die perspektivisch schwache Konjunktur in Ostasien und Europa deutet auf eine sinkende Nachfrage hin. Die großen Zentralbanken haben zwar zuletzt die Zinsen gesenkt. Doch so starke Zinssenkungen wie nach dem Platzen der Dotcom-Blase, in der globalen Finanzkrise und in der Corona-Krise sind derzeit nicht mehr in Sicht.

Die längerfristigen Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die geopolitische Stabilität sind noch ungewiss. Einerseits haben die USA eine immense militärische Schlagkraft demonstriert. Andererseits könnte eine dauerhafte Blockade der Straße von Hormus Donald Trump wegen steigender Energiepreise innenpolitisch in Bedrängnis bringen. Mehr geopolitische Stabilität gäbe es, wenn dem Iran bald die Kräfte schwinden. Immerhin ist die Flotte versenkt, der Luftraum verloren und das Verhältnis der Mullahs mit großen Teilen der Bevölkerung schlecht. Oder der Iran kommt von Seiten Chinas unter Druck, das stark von den Öllieferungen durch die Straße von Hormus abhängig ist.

Vielleicht macht auch der US-Präsident nach dem Prinzip Trump Always Chickens Out bald Frieden mit dem Iran, wenn sich das Mullah-Regime durch militärische Gewalt nicht beugen lässt. Es ist also noch denkbar, dass eine neue Ölkrise vermieden werden kann.

Gunther Schnabl ist Professor für Volkswirtschaftslehre und Direktor des Thinktanks Flossbach von Storch Research Institute. In seiner Kolumne beleuchtet er regelmäßig Themen rund um die internationalen Finanzmärkte.

Dieser Standpunkt spiegelt nicht zwingend die Meinung der Redaktion wider.

Teilen
Kopiert!

CEO.Nachtisch

Unser Tipp führt Sie heute zu Elon Musk. Er habe den „Muskismus“ als neue Form des digitalen Kapitalismus begründet, schreiben der kanadische Historiker Quinn Slobodian und der US-amerikanische Tech-Experte Ben Tarnoff in ihrem gleichnamigen Buch. Musk verkaufe „Souveränität als Dienstleistung“ und setze darauf, dass Staaten und Organisationen – wie bei der Nasa und SpaceX – von ihm abhängig werden. Im Interview mit Table.Briefings forderte Slobodian mehr Regulierung und Aufsicht. Demokratische Gesellschaften sollten gemeinsam entscheiden, wie Technologien wie generative KI eingesetzt werden dürfen und wo ihre Grenzen liegen. „Sie sollten nicht einfach den CEOs überlassen werden, die sie entwickeln“, so der Kapitalismus-Experte. Wie abhängig die Welt von Musk derzeit ist und welche Alternativen es gibt, lesen Sie am Sonntagabend ab 21:30 Uhr im Berlin.Table. Okan Bellikli

Teilen
Kopiert!

CEO.Quote

Teilen
Kopiert!

Briefings wie CEO.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden