Berlin.Table – Ausgabe 735

Wie die Migrationspläne der CSU bei CDU und SPD ankommen + Koalitionswechsel in Brandenburg? + SPD-Fraktionsklausur

Teilen
Kopiert!

Talk of the Town

Mehr Abschiebungen, weniger Sozialleistungen: Wie die Migrationspläne der CSU bei den Koalitionspartnern ankommen

Es ist noch nicht lange her, dass die SPD ihren Frieden mit der restriktiven Migrationspolitik gemacht hat. Noch im Sommer hielten weite Teile der Sozialdemokraten den Atem an, als CSU-Innenminister Alexander Dobrindt gleich zu Beginn der Legislatur die große Wende ankündigte, die unter anderem Zurückweisungen an deutschen Grenzen beinhaltete. Als die Fraktion im Bundestag für die Aussetzung des Familiennachzugs stimmen musste, tat das so mancher Genosse mit geballter Faust in der Tasche. Doch wirklicher Unmut wurde nur vereinzelt oder bei den Jusos geäußert. Die Mehrheit trug die im Koalitionsvertrag hart ausgehandelten Punkte mit. Immerhin bekam die SPD auch eigene Zugeständnisse.

Doch die CSU wäre nicht die CSU, wenn sie nicht noch einen draufsetzen würde und genau das tut sie in diesen Tagen in der Migrationspolitik. Der Beschlussentwurf für die Klausurtagung, der Table.Briefings vorliegt, geht nicht nur teilweise über den Koalitionsvertrag hinaus. Er ist auch deutlich schärfer im Ton, als es die Koalition bislang war. Im Koalitionsvertrag ist die Rede von einer „Rückführungsoffensive“, die CSU verspricht nun eine „große Abschiebeoffensive 2026“. Es soll „Linienflüge“ nach Afghanistan und Syrien geben und „ein eigenes Abschiebeterminal am Flughafen München“. Sozialleistungen für Ausreisepflichtige sollten „auf das verfassungsrechtliche Minimum“ sinken.

In der CDU finden die Vorstöße der kleinen Schwester dennoch Zustimmung. Ein Mitglied der Fraktionsführung sagte Table.Briefings: „Die Migrationswende fortzuführen hat höchste Priorität. Deshalb ist es gut, dass die CSU gute Vorschläge dafür macht.“ Ein anderes Mitglied der Fraktion sagte: „Die CSU-Landesgruppe wird nichts unabgesprochen mit dem Innenminister machen. Deswegen halte ich das für sehr realistisch.“ Zumal Teile der Union mittlerweile sogar über einen Koalitionsvertrag 2.0 nachdenken. So schlug gegen Ende des Jahres etwa der Parlamentarische Geschäftsführer Steffen Bilger vor, für die zweite Hälfte der Legislatur noch einmal nachzujustieren. Zwar ist aus anderen Teilen der CDU-Führung zu hören, es werde wohl erst einmal keinen konkreten neuen Vertrag geben. Gleichwohl pocht man auf Flexibilität. Und in der CSU ist man überzeugt, dass die Vorschläge aus Seeon in den bevorstehenden Monaten noch einmal besprochen werden.

Derweil blickt die SPD mit gemischten Gefühlen nach Seeon. So sagte der innenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Sebastian Fiedler, Table.Briefings, es müsse nun um andere Dinge gehen – etwa, dass GEAS auf den Weg gebracht werde. Das neue europäische System müsse funktionieren. „Ob es sinnvoll ist, neben diesen Anstrengungen, sowie der Umsetzung des Koalitionsvertrages auf Bundesebene, zusätzlich einzelne Herkunftsregionen immer wieder öffentlich hervorzuheben, bezweifle ich stark“, so Fiedler. Bezogen auf Syrerinnen und Syrer sei er „heilfroh, dass so viele Menschen aus diesem Land bei uns arbeiten“. Sofern Menschen aus Syrien hier Straftaten begingen, „finden wir aktuell gute Wege, um sie nach Verbüßen eines gewissen Teils ihrer Strafe auch in ihr Heimatland wieder zurückbringen zu können.“ Gleichwohl bleibt der SPD-Politiker gelassen. Klausurtagungen von Parteien seien das eine, gemeinsames Regierungshandeln in Berlin etwas anderes, so Fiedler.

Auch der SPD-Innenpolitiker Daniel Baldy verweist darauf, dass die Migrationszahlen bereits stark gesunken seien. Und Dobrindt spreche überall davon, dass die „Migrationswende wirkt“. „Dass die eigene Landesgruppe ihm da jetzt offensichtlich mit dem Papier widerspricht, finde ich etwas irritierend“, sagte BaldyTable.Briefings. Viele Menschen aus Syrien seien gut integriert, Bereiche wie das Gesundheitswesen bauten auf sie. „Wer da pauschal abschiebt, verschärft Personalmangel. Die CSU sollte aufhören, das Thema Migration anzuheizen, mit dem sie doch nur die AfD stärken wird.“ Ökonomen wie Jens Südekum und Marcel Fratzscher teilen diese Auffassung. Der Arbeitsmarkt in Deutschland sei auf die Kräfte aus Syrien angewiesen, ohne sie funktioniere es in vielen Bereichen nicht mehr. Die CSU-Pläne seien deshalb ein schwerer Fehler.

CSU-Chef Markus Söder und Landesgruppenchef Alexander Hoffmann betonten am Dienstag in Seeon wohl auch deshalb bewusst, dass diejenigen, die bereits in „Lohn und Brot“ seien, in Deutschland bleiben dürften. „Wer hier arbeitet, der hat eine große Zukunft in unserem Land, wer aber nicht arbeitet und keine Bildung hat, der muss am Ende wieder in seine Heimat zurück“, sagte Söder. Man werde daran arbeiten, entsprechende Strukturen zu schaffen, mit mehr Stellen beim Bamf und einer besseren Struktur der Gerichte. Es gehe der CSU um diejenigen, die seit 2015/16 im Land und bis heute nicht integriert seien und die sich womöglich im Bürgergeld beziehungsweise in der „neuen Grundsicherung“ befänden, ergänzte Hoffmann.

Teilen
Kopiert!

News

Koalitionswechsel in Brandenburg: CDU schielt auf das Innenministerium. Nach dem Zusammenbruch des bundesweit ersten SPD-BSW-Bündnisses werde SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke schon in den kommenden Tagen mit CDU-Landeschef Jan Redmann über eine mögliche Koalition sprechen. So ist zumindest die Erwartung in der SPD-Landtagsfraktion. Nach dem Übertritt des Ex-BSW-Mitglieds Robert Crumbach in die SPD-Fraktion und der Auflösung der Koalition wird zwar in der SPD auch über eine Minderheitsregierung spekuliert, doch sei dies vor allem eine taktische Debatte, heißt es in der SPD-Fraktion. Als wahrscheinlich gilt, dass Woidke Crumbach wieder einen Posten im Kabinett anbieten wird.

Redmann könnte nun als Vize-Ministerpräsident einer rot-schwarzen Koalition eine neue Chance bekommen. Der CDU-Partei- und Fraktionschef hatte bei der letzten Landtagswahl ein desaströses Wahlergebnis von 12,1 Prozent zu verantworten und musste wegen einer Alkoholfahrt auf einem Elektroroller eine Geldstrafe bezahlen. Nun ist er im Gespräch für das Innenministerium, das in der Geschichte der Brandenburger CDU stets eine besondere Rolle spielte. Jörg Schönbohm war von 1999 bis 2009 Innenminister und bundesweit bekannt. Zwischen Woidke und Redmann sei das Verhältnis trotz eines harten Wahlkampfs intakt, heißt es. Man gehe professionell miteinander um und duze sich, ist zu hören. Die Koalitionsverhandlungen könnten sich bis in den März ziehen, der Haushalt für das laufende Jahr ist beschlossen, bei den Beratungen für den Etat 2027 habe man bis zur Sommerpause Zeit, heißt es. Michael Bröcker

Teilen
Kopiert!

Blackout in Berlin: Was über die mutmaßlichen Täter bekannt ist. Die linksextremistische „Vulkangruppe“, die Ermittlern zufolge hinter dem Brandanschlag steckt, sei eine „untereinander gut vernetzte“ Gruppe, die bei ihren Taten alle Mittel in Erwägung ziehe, um der „imperialen Lebensweise“ ein Ende zu setzen. So heißt es in einer internen Analyse des Cyber-Beratungsunternehmens critisLAB, die in Polizeikreisen kursiert und Table.Briefings vorliegt. Demnach seien die Energiebranche und die Stromnetze primäres Ziel der Gruppe, deren Anschläge seit 2011 verheerende Folgen gehabt hätten. Das Chaos nach dem jüngsten Berliner Anschlag könnte als Motivation für weitere Taten genutzt werden, heißt es in der Analyse.

Die Verfolgung der linksextremistischen Gruppierung sei schwierig. Die dezentrale Struktur der Gruppe und die wenigen konkreten Hinweise zu den Mitgliedern erschwerten eine Fahndung. Die Tat sei professionell vorbereitet worden, glauben die Experten. Die Täter hatten offenbar zunächst die Isolierung der Kabel durch den Brand entfernt und anschließend mit Stahlstangen einen Kurzschluss verursacht. „Dies setzt voraus, dass die Täter einen längeren Zeitraum am Ort des Geschehens waren.“

Die mutmaßlichen Täter wollten weitere kritische Infrastruktur sabotieren, zitieren die Experten aus Bekennerschreiben. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner nannte im Gespräch mit Table.Briefings keine Details zu den Ermittlungen, betonte aber, dass das BKA sich bei den Ermittlungen eingeschaltet habe. Wegner wörtlich: „Ich will diese Typen schnappen.“ Am Dienstagabend waren im Berliner Südwesten vier Tage nach dem Anschlag noch 24.000 Haushalte ohne Strom. Der Krisenstab hatte aus dem gesamten Bundesgebiet sogenannte Netzersatzanlagen (NEA) angefordert, um einzelne Straßenzüge und vor allem Schulen und Kindergärten provisorisch wieder ans Stromnetz zu bringen.

In der Bundespolitik wird über eine Reform des Gesetzentwurfs zum Schutz der kritischen Infrastruktur nachgedacht. Das berichtete ein Teilnehmer einer Staatssekretärsrunde vom Dienstag. Der stellvertretende Geschäftsführer des BDI, Holger Lösch, fordert Nachbesserungen, da das Gesetz aus seiner Sicht zu wenig neue Schutzstandards, aber zu viel Bürokratie bringe: „Hybride Bedrohungen und gezielte Angriffe auf kritische Infrastrukturen wie Energieversorgung, Logistik oder Kommunikation treffen das Rückgrat unserer Wirtschaft und sind ein direkter Angriff auf staatliche Handlungsfähigkeit und unsere Gesamtverteidigung“, sagte Lösch. Die Politik unterschätze die Dringlichkeit, auf diese wachsende Bedrohung angemessen zu reagieren. Michael Bröcker

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Auch 2026: Wir sind die Weitblick-für-die-Pflege-Versicherung. Weil wir für eine generationengerechte Pflege vorsorgen. Ein Großteil aller Einnahmen fließt in die PKV-Nachhaltigkeitsreserve. Dieses Geld legen wir gewinnbringend am Kapitalmarkt an. Mit den Erträgen sind die Leistungen der Pflegeversicherung komplett abgedeckt – auch wenn die Zahl der Pflegebedürftigen weiter ansteigt. (mehr auf pkv.de)

SPD-Fraktionsklausur: Zusammenhalt als Thema der Zukunft. Bei der Klausur der Bundestagsfraktion am Donnerstag und Freitag in Berlin wollen die Sozialdemokraten zurück an ihren Kern. Inhaltlich soll es vor allem um Gerechtigkeit und Zusammenhalt gehen – in der Gesellschaft, in Europa, in der Zukunftsgestaltung. Dazu wird auch ein Beschlusspapier vorgelegt, das vom handlungsfähigen Staat über eine neu gestaltete Erbschaftssteuer, bezahlbares Wohnen bis zu einem funktionierenden Bildungswesen zahlreiche Themen behandelt. Als externe Impulsgeber sind die Finanzexpertin Philippa Sigl-Glöckner (Denkfabrik Dezernat Zukunft), der Chef der Friedrich-Ebert-Stiftung Martin Schulz und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig vorgesehen. Schulz wird die Bedeutung Europas in einer sich rasant verändernden Weltordnung herausstreichen, Sigl-Glöckner wird sich vor allem dem Dreiklang Energie, Subventionen und Gerechtigkeit widmen.

In jedem Fall wird auch die US-Intervention in Venezuela zur Sprache kommen. Zumal nicht alle Fraktionsmitglieder mit der zurückhaltenden Bewertung von Vizekanzler und Parteichef Lars Klingbeil einverstanden waren. Fraktionschef Matthias Miersch dürfte noch einmal die kritische Haltung der Fraktion herausarbeiten. Klingbeil ist am Freitagmorgen unter dem Titel „Zusammen für eine bessere Zukunft – wie wir das Land gestalten wollen“ zusammen mit Co-Parteichefin Bärbel Bas für einen Impulsvortrag eingeplant. Jenseits der Tagesordnung wird auch der Blackout in Berlin eine Rolle spielen. Aus SPD-Perspektive soll die kritische Infrastruktur bei der Reform der Schuldenbremse explizit ausgenommen bleiben. Für den gemeinsamen Abend sind als „Special Guests” Balbina (Musikerin) und Saralisa Volm (Schauspielerin) eingeladen. Horand Knaup

Teilen
Kopiert!

Brandmauer in Brüssel: Wie es die EVP mit den Rechten hält. Mehrheiten der Christdemokraten mit rechts von ihr stehenden Gruppierungen werden im Europaparlament zur Normalität. Das ist die Analyse von Nicolai von Ondarza, Chef der EU-Forschungsgruppe beim SWP, die er am Dienstag veröffentlichte. Bei vier politisch wichtigen Entscheidungen im Dezember-Plenum des Parlaments habe die EVP nicht mit Sozialdemokraten und Liberalen gestimmt, mit denen sie eine informelle Koalition bildet.

Vielmehr kamen die parlamentarischen Mehrheiten bei Abstimmungen zu entwaldungsfreien Lieferketten, sicheren Herkunftsstaaten sowie beim Bürokratieabbau nur zustande, weil Abgeordnete der „Patrioten für Europa“ mitstimmten. Diese stellen die drittstärkste Fraktion im Europaparlament und werden dem Rechtsaußen-Spektrum zugerechnet. Christdemokraten, Sozialisten und Liberale hatten sich eigentlich darauf verständigt, mit den „Patrioten“ auf keinen Fall zusammenzuarbeiten. Welche Überlegungen es bei den Sozialdemokraten zur Zukunft der Zusammenarbeit gibt, lesen Sie im Europe.Table. Markus Grabitz

Teilen
Kopiert!

Sozialstaatskommission: Modellrechnungen zeigen Effekt möglicher Reformen. Im Auftrag des BMAS haben Ifo-Institut, ZEW und IAB Mikrosimulationen zu verschiedenen Reformoptionen erstellt. Das zeigen interne Papiere aus der Sozialstaatskommission, die Table.Briefings vorliegen. Dabei geht es jeweils um mehrere Varianten der Zusammenlegung von Wohngeld und Kinderzuschlag sowie der Zusammenlegung beider Leistungen mit dem SGB II (Bürgergeld). Zudem wird ein vom individuellen Bruttoeinkommen abhängiger „Erwerbsbonus“ skizziert. Der Abschlussbericht der Kommission soll am 27. Januar an Bärbel Bas übergeben werden. Zuvor sind noch Sitzungen für den 13. Januar und den 22. Januar angesetzt. Welche Einsparungen welche Reform bringen könnte, lesen Sie in der Analyse des Berlin.Table. Okan Bellikli

Teilen
Kopiert!
Raumfahrt 2026: Die wichtigsten Weichen- stellungen und Missionen im Jahresverlauf. Zur Darstellung von Grafiken und Karten aktivieren Sie bitte den Bilderdownload in den Einstellungen oberhalb dieses Briefings.

Erste Ausgabe des Space.Table: Raketenbauer hoffen dringend auf Erfolge. Für deutsche Unternehmen in dem Bereich wird 2026 entscheidend. Während auf politischer Ebene über den Entwurf des EU Space Act debattiert wird, wollen gleich drei Start-ups ihre Microlauncher näher zur Marktreife bringen. Darum geht es in der ersten Ausgabe unseres neuen Space.Table, die am Mittwoch erscheint.

Außerdem im neuen Table: eine Übersicht über wichtige Termine im Bereich Raumfahrt, die Sie hier finden, und ein Interview mit Klaus-Peter Willsch (CDU), dem Vorsitzenden der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt im Bundestag. Für den Space.Table können Sie sich hier anmelden. Nicola Kuhrt

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Neu: Space.Table von Deutschlands Briefing-Publisher Nr. 1. Mehr erfahren!

De-Coupling: Tesla will chinesische Teile verbannen. Der Konzern hat angekündigt, bis 2027 alle chinesischen Teile aus der Lieferkette für die amerikanische Produktion verbannen zu wollen. Aufgrund hoher Zölle lässt Tesla etwa die Verträge mit CATL auslaufen, einem seiner wichtigsten Batterielieferanten. Anfang 2026 nimmt stattdessen eine eigene Tesla-Fabrik ihre Arbeit auf, die ihn ersetzen soll. Andere Hersteller ziehen bereits nach.

In der deutschen Autoindustrie scheinen klare Strategien oder Pläne für Alternativen derzeit zu fehlen. Eine Möglichkeit sei es, die Produktion wieder zu lokalisieren, sagen Experten. Es gebe noch Standorte, die rentabel seien – wie Ungarn oder Spanien. Wie viel Zeit die Branchenkenner den deutschen Herstellern noch einräumen, ehe sie von chinesischen Unternehmen geschluckt würden, lesen Sie im China.Table. Christian Domke Seidel

Teilen
Kopiert!

Table.Today Podcast

Table.Today mit Michael Bröcker und Helene Bubrowski. "Wird Venezuela jetzt eine US-Kolonie?"

Wie geht es in Venezuela nach dem Sturz von Nicolás Maduro weiter? Die USA fordern von Interimspräsidentin Delcy Rodríguez ein konsequentes Vorgehen gegen den Drogenhandel und den Stopp von Ölexporten an Gegner der USA. Auch droht Donald Trump, dass es schwere Konsequenzen geben werde, sollte Rodríguez das nicht tun. Wird Venezuela zu einem Marionettenstaat der USA oder gibt es einen Regime Change? Das diskutieren Michael Bröcker und Peter Neumann, Professor für Security Studies am King’s College in London, im Podcast. Das Gespräch hören Sie ab 5 Uhr hier.

Teilen
Kopiert!

Table.Documents

Heads

Ferdinand Gehringer wechselt von der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Unternehmensberatung FTI Consulting. Er verantwortet dort künftig die strategische Beratung im Bereich Verteidigung und Sicherheit an der Schnittstelle zu Unternehmen, öffentlichen Institutionen und Regierungsangelegenheiten. Welche Erfahrungen Gehringer aus seiner Zeit bei der Stiftung und der Tätigkeit als Autor für die neue Position mitbringt, lesen Sie im Security.Table. Lisa-Martina Klein

Joscha Falck treibt die Schulentwicklung voran – nicht nur an seiner Mittelschule in Mittelfranken. Der 42-Jährige berät darüber hinaus Schulleitungen und Kollegien zur Schulentwicklung und unterstützt die Kooperation von Schulen mit Eltern. Auf seinem Blog und in Fachbüchern schreibt er etwa über den Unterricht mit KI. Was er von der Bildungspolitik fordert, lesen Sie im Bildung.Table. Anna Parrisius

Teilen
Kopiert!

Best of Table

Security.Table: Militärkommunikation zwischen Washington und Berlin stockt. Das liege an den personellen und inhaltlichen Änderungen im Pentagon. Auf die militärische Zusammenarbeit wirkt sich der stockende Kommunikationsfluss laut Experten bislang nicht aus. Wie er aber den möglichen Abzug von US-Truppen aus Deutschland beeinflussen könnte, lesen Sie hier. 

ESG.Table: Was die Bundesregierung bei der Transformation vorhat. Es soll einen Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft geben, mehr Tempo bei Energienetzen, eine Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie sowie erleichterte private Investitionen. Was mit Blick auf die sozial-ökologische Transformation in diesem Jahr zu erwarten ist, lesen Sie hier.


Bildung.Table: Mittelstand bildet 90 Prozent der Azubis aus. Eine KfW-Analyse zeigt, dass trotz eines Rückgangs noch immer neun von zehn Auszubildenden im Mittelstand starten. Ob der geplante Berliner Ausbildungsfonds die nachlassende Ausbildungstätigkeit kleiner Unternehmen steigern kann, lesen Sie hier.

Bildung Table: 25 Jahre nach dem Pisa-Schock. Braucht es statt Vergleichsarbeiten mehr Längsschnittdaten? Und wie können wissenschaftliche Erkenntnisse effektiv den Unterricht verbessern? Bildungsforscherin Tina Seufert liefert Antworten. Welche Lösungen sie vorschlägt, lesen Sie hier. 

China.Table: Skandal um fiktive Amtsträger. Chinesische Internetnutzer haben entdeckt, dass lokale Behörden in Ausschreibungsverfahren wiederholt dieselben, offenbar fiktiven Namen verwendet haben. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf Schlupflöcher der staatlichen Korruptionsbekämpfung. Wie die Regierung reagiert, lesen Sie hier.

China.Table: Diplomatie mit USA auf Eis.Solange Donald Trump die Agenda bestimme, bleibe jede Hoffnung auf eine Entspannung zwischen den USA und China illusorisch, schreibt der Ökonom Stephen Roach in einem Gastbeitrag. Die USA täten jedoch gut daran, schon jetzt eine China-Strategie für die Zeit nach Trump aufzustellen. Wie die diplomatisch gestaltet werden könnte, lesen Sie hier. 

Teilen
Kopiert!

Time.Table

Parteien: Fortsetzung der CSU-Klausur. Mit VDA-Präsidentin Hildegard Müller, EU-Migrationskommissar Magnus Brunner, der finnischen Außenministerin Elina Valtonen und dem litauischen Präsidenten Gitanas Nausėda. Seeon

Sozialpolitik: Konstituierende Sitzung der Rentenkommission. Berlin

Außenpolitik: Treffen der Außenminister des Weimarer Dreiecks. Anschließend sind Gespräche mit Vertretern Indiens geplant. Paris, 16 Uhr

Europa: Ursula von der Leyen nimmt an der Auftaktveranstaltung zum Start der EU-Ratspräsidentschaft Zyperns teil. Nikosia

Justiz: Beginn des Prozesses gegen den AfD-Landtagsabgeordneten Daniel Halemba. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem Volksverhetzung vor. Würzburg, 9 Uhr

Teilen
Kopiert!

Must-Reads

Wirtschaftswoche: Ex-Botschafter zu Venezuela. „Mit Worthülsen und Ratschlägen an die Venezolaner sollten wir uns zurückhalten“, sagt Walter Lindner, 2012 bis 2014 deutscher Botschafter in Caracas. Die Europäer hätten in den vergangenen zehn Jahren kaum etwas getan, um „dieses Maduro-Regime in die Schranken zu weisen“. Sein Sturz sei daher zu begrüßen, auch wenn die juristische Bewertung des US-Vorgehens tatsächlich „komplex“ sei. („‚In Venezuela haben nun alle gesehen, wo der Hammer hängt. In Washington.‘“)

Handelsblatt: Kampf gegen Desinformation kostet Konzerne Milliarden. Laut dem jährlichen Risikobericht des Weltwirtschaftsforums geht von Desinformation die größte Gefahr für die Auslösung einer globalen Krise aus. Einem Analysten zufolge werden Unternehmen bis 2028 bis zu 30 Milliarden Dollar für den Kampf dagegen ausgeben. Koordinierte Kampagnen ließen sich einkaufen, um den Ruf der Konkurrenz zu schädigen, so der Experte.

(„Desinformation als Geschäftsrisiko“)

Tagesschau: Drohnensichtungen über Arrow 3-Standort. Über dem im Dezember eingeweihten Stützpunkt des Raketenabwehrsystems der Bundeswehr gab es laut WDR und NDR einen „gravierenden Sicherheitsvorfall“. Ein Abschussversuch sei offenbar fehlgeschlagen. Einem internen Bericht zufolge gab es schon zweimal einen Überflug von Drohnen. („Drohnenvorfälle über Standort der Raketenabwehr“)

FAZ: Mehr Asyl-Folgeanträge nach EuGH-Urteil. Zwischen Januar und November 2025 gab es gut 51.000 Anträge und damit gut 141 Prozent mehr als im gesamten Vorjahr. Mehr als 37.000 stammen von Menschen aus Afghanistan. Das Bamf vermutet als Ursache ein Urteil von 2024, wonach Frauen durch die Taliban-Herrschaft per se als verfolgt anzusehen seien. („So viele Asyl-Folgeanträge wie nie zuvor“)

Nicht überlesen!

Tagesspiegel: Vorwürfe gegen Gelbhaar. Ein Chatverlauf offenbare Grenzüberschreitungen des Grünen-Politikers Stefan Gelbhaar, schreibt Alexander Fröhlich. Das zeige, dass nicht alle in der Vergangenheit gegen ihn erhobenen Anschuldigungen falsch gewesen seien. Es geht um die Unterhaltung mit einer 20 Jahre jüngeren Frau. Gelbhaar bestreitet alle Vorwürfe. („‚Ich kiek mir deine Bilder zu gern an.‘“)

Teilen
Kopiert!

Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Markus Lanz, 22.45 Uhr: Matthias Miersch, Peter Neumann und Table.Briefings-Chefredakteur Michael Bröcker

Maischberger, 22:15 Uhr: Armin Laschet, Sigmar Gabriel, Claudia Major, Sophia Maier, Gabor Steingart

phoenix Runde, 22:15 Uhr: Katharina Wegner, Cathryn Clüver Ashbrook, Christoph von Marschall, Sebastian Puschner

Teilen
Kopiert!

Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Gilda Sahebi, Publizistin: Was steckt hinter den Protesten im Iran?

7:15 Uhr: Metin Hakverdi, Transatlantikkoordinator (SPD): Wie umgehen mit Trump?

8:10 Uhr: Robert Crumbach, Finanzminister von Brandenburg: Wie geht's weiter?

ZDF

6:35 Uhr: Christian Mölling, Sicherheitsexperte: Neue Sicherheitspolitik in Europa?

7:05 Uhr: Yasmin Fahimi, Vorsitzende des DGB: Ausblick auf 2026

8:05 Uhr: Bernd Baumann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD: Außenpolitik, Wehrpflicht

rbb24–Inforadio

6:45 Uhr: André von Ossowski, ehemaliges BSW-Fraktionsmitglied im Brandenburger Landtag: Nach dem Aus der Koalition

7:05 Uhr: Horst Busch, Brigadegeneral und Kommandeur des Landeskommandos Berlin: Bundeswehr-Unterstützung nach Blackout

Welt TV

8 Uhr: Reinhard Wolski, General a. D.: Streit um Grönland

8:35 Uhr: Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des EU-Verteidigungsausschusses (FDP): Streit um Grönland

16:30 Uhr: Kai Wegner, Regierender Bürgermeister (CDU): Blackout

Teilen
Kopiert!

Geburtstage von morgen

Alois Rainer, Landwirtschaftsminister (CSU), 61

Nyke Slawik, MdB (Grüne), 32

Teilen
Kopiert!

Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute zu großen Neujahrsvorsätzen. Henning will im neuen Jahr alles besser machen: regelmäßig Rad fahren, im Job und als Familienvater mehr leisten – und dabei gelassener werden. Auf Lanzarote treibt er seinen Körper bei einer Radtour an die Grenze. Als ihm die Landschaft plötzlich vertraut vorkommt, erkennt Henning: Er war als Kind bereits hier und hat etwas Schreckliches erlebt, das ihn bis heute prägt. Fesselnd erzählt Juli Zeh von überfordernden Erwartungen, der Macht der Vergangenheit und der Frage nach persönlicher Freiheit. Daniel Friesen

Juli Zeh: Neujahr | Luchterhand

Teilen
Kopiert!

Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Frederik Bombosch, Gabriel Bub, Helene Bubrowski, Julia Dahm, Damir Fras, Daniel Friesen, Franziska Klemenz, Malte Kreutzfeldt, Magdalena Latz, Vincent Mikoteit, Sven Siebert und Sara Sievert mitgewirkt.

Der Berlin.Table ist das Late-Night-Briefing für die Table.Media-Community. Wenn Ihnen der Berlin.Table gefällt, empfehlen Sie uns bitte weiter. Wenn Ihnen diese Mail weitergeleitet wurde: Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

Teilen
Kopiert!

Briefings wie Berlin.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden