Blackout in Berlin: Was über die mutmaßlichen Täter bekannt ist

06. Januar 2026

Blackout in Berlin: Was über die mutmaßlichen Täter bekannt ist. Die linksextremistische „Vulkangruppe“, die Ermittlern zufolge hinter dem Brandanschlag steckt, sei eine „untereinander gut vernetzte“ Gruppe, die bei ihren Taten alle Mittel in Erwägung ziehe, um der „imperialen Lebensweise“ ein Ende zu setzen. So heißt es in einer internen Analyse des Cyber-Beratungsunternehmens critisLAB, die in Polizeikreisen kursiert und Table.Briefings vorliegt. Demnach seien die Energiebranche und die Stromnetze primäres Ziel der Gruppe, deren Anschläge seit 2011 verheerende Folgen gehabt hätten. Das Chaos nach dem jüngsten Berliner Anschlag könnte als Motivation für weitere Taten genutzt werden, heißt es in der Analyse.

Die Verfolgung der linksextremistischen Gruppierung sei schwierig. Die dezentrale Struktur der Gruppe und die wenigen konkreten Hinweise zu den Mitgliedern erschwerten eine Fahndung. Die Tat sei professionell vorbereitet worden, glauben die Experten. Die Täter hatten offenbar zunächst die Isolierung der Kabel durch den Brand entfernt und anschließend mit Stahlstangen einen Kurzschluss verursacht. „Dies setzt voraus, dass die Täter einen längeren Zeitraum am Ort des Geschehens waren.“

Die mutmaßlichen Täter wollten weitere kritische Infrastruktur sabotieren, zitieren die Experten aus Bekennerschreiben. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner nannte im Gespräch mit Table.Briefings keine Details zu den Ermittlungen, betonte aber, dass das BKA sich bei den Ermittlungen eingeschaltet habe. Wegner wörtlich: „Ich will diese Typen schnappen.“ Am Dienstagabend waren im Berliner Südwesten vier Tage nach dem Anschlag noch 24.000 Haushalte ohne Strom. Der Krisenstab hatte aus dem gesamten Bundesgebiet sogenannte Netzersatzanlagen (NEA) angefordert, um einzelne Straßenzüge und vor allem Schulen und Kindergärten provisorisch wieder ans Stromnetz zu bringen.

In der Bundespolitik wird über eine Reform des Gesetzentwurfs zum Schutz der kritischen Infrastruktur nachgedacht. Das berichtete ein Teilnehmer einer Staatssekretärsrunde vom Dienstag. Der stellvertretende Geschäftsführer des BDI, Holger Lösch, fordert Nachbesserungen, da das Gesetz aus seiner Sicht zu wenig neue Schutzstandards, aber zu viel Bürokratie bringe: „Hybride Bedrohungen und gezielte Angriffe auf kritische Infrastrukturen wie Energieversorgung, Logistik oder Kommunikation treffen das Rückgrat unserer Wirtschaft und sind ein direkter Angriff auf staatliche Handlungsfähigkeit und unsere Gesamtverteidigung“, sagte Lösch. Die Politik unterschätze die Dringlichkeit, auf diese wachsende Bedrohung angemessen zu reagieren. Michael Bröcker

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Letzte Aktualisierung: 06. Januar 2026