Venture Capital: Branchenriese EQT wird neuen EU-Scale-up-Fonds managen

EU-Kommission und Privatinvestoren legen gemeinsam Europas größten Venture-Capital-Fonds auf. Dieser wird nun von einer schwedischen Private-Equity-Firma verwaltet.

SW
19. Mai 2026
München, 28.3.2025 / Planegg, Landkreis München Tag der Deutschen Luft- und Raumfahrt The Exploration Company Das Start up entwickelt eine Raumkapsel NYX, die im Juni auf Mission ins All geht - zuerst für Transportflüge, dann sollen auch Menschen damit ins All fliegen können.
Mit dem Kapital des Fonds sollen auch Start-ups aus der Raumfahrt wachsen können. (picture alliance / SZ Photo | Robert Haas)

Europas größter Venture-Capital-Fonds nimmt konkrete Formen an. Am Montag gab die EU-Kommission bekannt, dass die schwedische Private-Equity-Firma EQT den Scaleup Europe Fonds (SEF) managen wird, der insgesamt fünf Milliarden Euro an Finanzierung an Start-ups in der Expansionsphase vergeben soll. Die Kommission und Privatinvestoren, die gemeinsam den Fonds planten, haben den Branchenriesen unter insgesamt 27 Bewerbern ausgewählt.

Vor allem die Privatinvestoren setzen auf EQT. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit gezeigt, dass es die branchenüblichen Renditen von 15 bis 20 Prozent erwirtschaften kann, erfolgreiche Börsengänge vorweist und bestens vernetzt ist in der Konzernwelt. Die Kommission hat das Management des SEF bewusst einem Privatunternehmen überlassen, das die Marktbedingungen kennt.

Im September soll der Scaleup Europe Fonds funktionsfähig sein. Mit dem SEF will die EU-Kommission eine Lücke schließen, die europäische Start-ups bisher daran hindert zu wachsen. Anders als in den USA fehlt in Europa eine florierende Venture-Capital-Branche. Start-ups tun sich entsprechend schwer, eine kritische Größe zu erreichen. Der SEF soll Finanzierungen von 100 Millionen Euro und mehr ermöglichen. Beim bestehenden Fonds der EU ist der Investitionsbetrag auf 30 Millionen Euro begrenzt.

Ein Novum: Der SEF soll auch ausländische Start-ups finanzieren, wenn diese sich in der EU ansiedeln. In der EU-Kommission hoffen Experten, dass die angedachte Rechtsform EU Inc. die EU attraktiver macht für Unternehmen aus Drittstaaten. Die EU-Mitgliedstaaten wollen das sogenannte 28. Regime bis Jahresende verabschieden. Unternehmen aus der Schweiz und Norwegen kommen für die Finanzierung des SEF infrage, weil die Länder Mitglieder des European Innovation Council (EIC) sind. Großbritanniens Premier Keir Starmer hatte kürzlich Interesse an einer Mitgliedschaft seines Landes am EIC bekundet.

Die EU-Kommission wird eine Milliarde Euro für den SEF bereitstellen. Die Privatinvestoren haben zwei Milliarden Euro angekündigt. Weitere zwei Milliarden wird EQT bereitstellen. Zu den Privatinvestoren gehören die dänische Novo Holdings, der Export and Investment Fund of Denmark sowie Criteria Caixa und Santander/Muoro Capital, beide aus Spanien. Hinzu kommen ein italienisches Konsortium bestehend aus Fondazione Compagnia San Paolo, Intesa Sanpaolo und Fondazione Cariplo sowie der niederländische Pensionsfonds ABP und die schwedische Wallenberg Investments. Relativ spät hatte sich die Allianz der Gruppe von Ankerinvestoren angeschlossen. Die Schwarz Gruppe aus Neckarsulm hat ebenfalls Interesse angemeldet. Silke Wettach

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Letzte Aktualisierung: 19. Mai 2026