Deng Xiaoping, Chinas Staats- und Parteiführer von 1979 bis 1997, war der einzige chinesische Führer, der öffentlich Fehler eingestand. Xi Jinping hat das noch nie gemacht. Doch kurz vor dem Dritten Plenum, auf dem die Führung den künftigen programmatischen Kurs setzt, wäre das dringend geboten. Nur so ließe sich die Wirtschaft aus dem Sumpf der Stagnation ziehen.
Von Experts Table.Briefings
Xi Jinping ist empört, weil Biden und Baerbock ihn öffentlich einen Diktator nennen. China hat andere Begriffe und ein anderes Verständnis davon, was einen Alleinherrscher ausmacht. Und doch geht es bei der Kontroverse um mehr als Worte – nämlich um die Deutungshoheit politischer Narrative und darum, wer sie nach innen und außen verbreiten darf.
Von Fabian Peltsch
Der Sturz von Chinas Verteidigungsminister scheint sich nahtlos einzufügen in eine Reihe ranghoher Säuberungen. Wieder berichten Quellen von Hausarrest und Korruptionsvorwürfen. Doch Li Shangfu galt als Vertrauter von Xi Jinping. Zeigt sich hier des Autokraten Paranoia oder steht Xi unter Druck? Zumindest erleidet Xis interne Reputation Kratzer.
Von Michael Radunski
Ohne Xi Jinping wird an diesem Wochenende der G20-Gipfel in Indien stattfinden. Sein Fernbleiben stört die ohnehin schwierige Debatte um eine Abschlusserklärung. Für Gastgeber Narendra Modi steht auch sein Ruf als aufstrebender Weltpolitiker auf dem Spiel. Doch aus Sicht Indiens ist nicht nur Einigkeit beim Schlussdokument ein Zeichen für Erfolg.
Von Christiane Kuehl