Jens Hildebrandt, Chef der Auslandshandelskammer in Peking, sieht die Abschottung Chinas aufgrund der Corona-Politik kritisch — große Probleme entstehen ihm zufolge dadurch auch für chinesische Unternehmen. Mit Frank Sieren spricht er über die Perspektiven deutscher Firmen in einem erstarkten, autoritäreren China und warum es wichtiger denn je ist, den Austausch mit China wieder aufzunehmen.
Von Frank Sieren
Ohne die Danwei ging in China lange Jahre nichts: Pass beantragen, heiraten, sich scheiden lassen — für alles musste zuerst die Erlaubnis der Arbeitseinheit eingeholt werden. Nach Beginn der Wirtschaftsreformen verlor sie an Bedeutung. Im Zuge der Corona-Pandemie bekamen die kleinen sozialen Einheiten jedoch erneut Auftrieb: Feiert die Danwei ein Comeback mit digitaler Unterstützung?
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Die KP Chinas erlässt einen Sturm von Regeln, Geboten und Verboten. Im Fokus stehen die Jugend des Landes – und seine bisher enorm erfolgreichen und profitablen Internetfirmen. Die Partei will nicht nur neue Werte setzen, sie will sich mit diesen Normen auch vom Westen absetzen. Damit findet die KP zu einer Rolle als Gestalterin der Gesellschaft zurück, die sie nach Mao eigentlich abgelegt hatte.
Von Ning Wang
Die chinesische Justiz und die Regierung treiben derzeit die Entwicklung des chinesischen Arbeitsrechts entscheidend voran. Sie reagieren damit auf hohe Unzufriedenheit vieler Arbeitnehmer und Tagelöhner, die unter unregulierten Arbeitszeiten leiden. Damit entziehen sie jedoch zahlreichen Digitalunternehmen die Geschäftsgrundlage: Diese hatten sich auf die Verfügbarkeit billiger, flexibler Arbeitskraft verlassen, um ihre Dienste bei hohem Profit schnell und günstig anbieten zu können.
Von Redaktion Table
Der Lack blättert ab vom Glanz der marktwirtschaftlichen Reformen in China, weil sich Partei und Staat ständig willkürlich einmischen. Auch mit Pekings seit 40 Jahren verheißener Öffnungspolitik ist kein Staat zu machen. Das zeigte sich gerade wieder an der marginalen Zahl der in China ansässigen Ausländer. Vom neuen Zensus wurden 845.697 Ausländer im ganzen Land gezählt. Das sind umgerechnet nur 0,06 Prozent der Bevölkerung. Die angeblich globalisierte Volksrepublik ist mit ihrem Ausländeranteil das Schlusslicht unter allen großen Staaten der Welt.
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