Die vielen Börsengänge chinesischer Unternehmen im Ausland sind Peking offenbar ein Dorn im Auge. Offiziell heißt es, die Sorge sei groß, dass ausländische Behörden - etwa in den USA - auf deren gesammelte Daten zugreifen könnten. Noch ist nicht klar, ob es sich bei den verschärften Regeln um einen Machtkampf zwischen dem Staat und der Privatwirtschaft geht oder ob sich der Staat tatsächlich für den Schutz personenbezogener Daten seiner Bürger einsetzt. Gut möglich, dass es um beides geht.
Von Frank Sieren
In Hongkong konnten börsennotierte Unternehmen beim Aktienverkauf den bisher besten Start im ersten Quartal eines Jahres hinlegen. Denn nachdem China die Corona-Krise gut überstanden hat, suchen Anleger nach chinesischen Vermögenswerten. Die Niederschlagung der Protestbewegung scheint in diesem Bereich keine Rolle zu spielen. Auch US-Investmentbanken vor Ort stellen massiv Personal ein. Es entstehen Parallelwelten. Die US-amerikanische Regierung hat zudem offenbar kein Interesse, den Zustrom US-amerikanischen Geldes aus politischen Gründen zu bremsen.
Von Frank Sieren