Hausgeräte: Industrie sieht sich in Brüssel ignoriert

Die Hausgeräteindustrie beklagt Benachteiligung durch den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus CBAM. Europäische Hersteller zahlen Grenzzölle für importierte Rohstoffe, während reine Importeure davon befreit sind, sagt Lars Schubert im Interview.

02. April 2026
Lars Schubert ist als Chief Operating Officer Mitglied der Geschäftsführung bei der BSH Hausgeräte GmbH.
Lars Schubert ist COO bei der BSH Hausgeräte GmbH. (BSH Hausgeräte GmbH)

Die EU-Kommission ignoriere die Probleme der Hausgeräteindustrie, beklagt Lars Schubert. Im Table.Briefings-Inteview sagte der COO des Hausgeräteherstellers BSH, dass vor allem der europäische CO₂-Grenzausgleichsmechanismus CBAM der Branche Probleme bereite. Die Branche produziere in Europa, importiere aber einige der Rohmaterialien und zahle deshalb den CO₂-Grenzzoll. „Marktteilnehmer, die im Ausland gefertigte Hausgeräte rein importieren und keinen Produktionsstandort in Deutschland oder Europa haben, müssen keinen Grenzzoll zahlen, weil nur das Rohmaterial vom CBAM erfasst wird und das fertige Produkt zollbefreit ist.“ Dies sei ein großes Problem, werde aber von der EU-Kommission ignoriert, sagt Schubert.

Den CBAM abschaffen will die europäische Hausgeräteindustrie allerdings nicht. „Wir wollen nachhaltig handeln und gewisse Regelwerke reizen ja auch Innovationen an.“ Stattdessen soll CBAM auf weitere nachgelagerte Produkte ausgeweitet werden, drängt Schubert, sodass nicht nur Stahlimporte, sondern auch fertige Waschmaschinen von CBAM erfasst werden. „Es darf keinen Unterschied geben zwischen Importen und europäischer Produktion.“

Die Branche hat mehr als eine Million Beschäftigte in Europa. Die EU unterschätze sie jedoch, da sie schon lange existiere, glaubt Schubert, der auch Mitglied im Lenkungsausschuss des europäischen Hausgeräte-Dachverbands APPLiA. „Es ist keine aufkommende neue Kategorie – eher geübte Praxis.“ Er appelliert an die Kommission, mit der Branche über wettbewerbsrelevante Themen zu sprechen und gemeinsam einen EU-Aktionsplan für die Hausgeräteindustrie zu entwickeln. Lukas Knigge

Lesen Sie das ganze Interview hier.

Briefings wie Europe.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden

Letzte Aktualisierung: 02. April 2026