Iran-Krieg: Wang Yi wirft USA und Israel Völkerrechtsverletzungen vor

Chinas Außenminister Wang Yi verschärft den Ton gegenüber den USA und Israel. Derweil sind die Ölpreise in China in der Nacht auf Dienstag gestiegen.

10. März 2026
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Der chinesische Außenminister Wang Yi hat die USA und Israel deutlich kritisiert. Wenige Tage nach moderaten Tönen gegenüber den Vereinigten Staaten warf Wang den Amerikanern einen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht vor. Die USA und Israel hätten während laufender Verhandlungen mit dem Iran ohne Genehmigung durch die Vereinten Nationen ihre Militärschläge begonnen, sagte Wang laut staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua in einem Telefonat mit seinem kuwaitischen Amtskollegen.

Auch in chinesischen Staatsmedien verschärfte sich der Ton. Der Staatssender CCTV berichtete am Dienstag ausführlich über Vorwürfe gegen die USA hinsichtlich der Bombardierung einer Mädchenschule im Süden des Irans am ersten Kriegstag. Andere Berichte suggerierten, die USA manipulierten durch den Krieg bewusst den internationalen Ölhandel. Wang sprach am Dienstag auch mit dem bahrainischen Außenminister Abdullatif bin Rashid Al Zayani. Darin bekräftigte er, China werde sich konstruktiv für die Wahrung von Frieden und Stabilität in der Region einsetzen.

Derweil sind die Ölpreise in China gestiegen. Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission legte laut chinesischen Staatsmedien für den Einzelhandel Preissteigerungen um 0,695 und 0,670 Yuan pro Liter Benzin und Diesel fest. Der Benzinpreis (92 Oktan) liegt bei rund sieben Yuan (rund 84 Cent) pro Liter. Es ist die größte Preiserhöhung seit März 2022, wodurch der Krieg im Iran jetzt auch im Alltag der Chinesen spürbar ist. Leonardo Pape

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026