Pekinger Spitzenpolitiker hüten alles, was sie persönlich betrifft, wie ein Staatsgeheimnis. Selbst, wann sie Sommerpause machen und wo sie diese verbringen. Doch es gibt eindeutige Hinweise, dass sie sich derzeit im Prominentenbadeort Beidaihe 北戴河 erholen und dabei nicht nur urlauben.
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Chinas Jugend sucht sich ihre Freiheiten in Musik, Konsum und der Unterhaltungsindustrie. Kris Wu, Chinas Justin Bieber, ist einer der großen Stars der Pop-Szene mit Millionen Followern auf Weibo. Nun wurden Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs gegen Wu vorgebracht. Chinas Behörden nutzen solche Anschuldigungen nur zu gern. Mit neuen Verhaltensregeln für Schauspieler und Prominente verengen sie den Raum für persönliche Freiheiten und Entfaltung in der Kultur.
Von Ning Wang
Kein anderer deutscher Ex-Politiker engagiert sich intensiver in China als Rudolf Scharping. Im Gespräch mit Frank Sieren plädiert Scharping für einen "an unsere Werte gebundenen Realismus" im Umgang mit dem Land. Es folge nicht mehr sklavisch dem Marxismus-Leninismus und habe enorme soziale Fortschritte erzielt. Zugleich werde keine der globalen Herausforderungen ohne China befriedigend gelöst. Scharping fordert daher eine zügige Ratifizierung des EU-Investitionsabkommens CAI mit der Volksrepublik.
Von Frank Sieren
„Neudemokratische Revolution“? „Der Ursprungsmotivation treu bleiben“? Die Phrasen der KP Chinas bedeuten oft etwas ganz anderes, als sie suggerieren. Chinakundler:innen bemühen sich, das Geflecht der Phrasen zu entschlüsseln, schließlich geben sie Aufschluss über die künftige Politik. Xi Jinping hat es beim Drechseln der Worte zu besonderer Meisterschaft gebracht – und mancher westliche Politiker geht ihm ahnungslos auf den Leim.
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Der Besuch der stellvertretenden US-Außenministerin Wendy Sherman in Tianjin sollte Missverständnissen mit China vorbeugen. Die Volksrepublik nutzt das Treffen zum verbalen Frontalangriff. Doch Peking verfolgt ein größeres Ziel.
Von Michael Radunski
Das Foto einer chinesischen Gewichtheberin nutzen chinesische Diplomaten dazu, um gegen ausländische Medien zu wettern. Korrespondent:innen, die aus dem Hochwassergebiet in Henan berichten, werden bedroht. Betroffene sind sich sicher, dass es sich um konzertierte Aktionen der chinesischen Behörden handelt.
Von Marcel Grzanna
Der Mittelstand leidet mehr unter den Corona-Visabestimmungen als unter den Sanktionen zwischen der EU und China, weiß Christian Sommer, der Chef des German Centres in Shanghai. Sanktionen bringen nichts, eine Entkopplung sei nicht sinnvoll. Trotz alldem ist China weiterhin auf die Präsenz ausländischer Firmen und ihrer Mitarbeiter angewiesen. Es habe jedoch keinen Sinn, Europa zu zwingen, sich zwischen China und den USA zu entscheiden. Das German Centre ist hier ein positives Beispiel dafür, wie Staat und Wirtschaft zusammenarbeiten, sagt Sommer im Gespräch mit Frank Sieren.
Von Frank Sieren
Es erinnert ein wenig an die Ablehnung des Manuskripts für Harry Potter durch zahlreiche Verlage: Als Xi Jinping Anfang der 70er-Jahre in die KP Chinas eintreten wollte, lehnten die Verantwortlichen seinen Antrag aus politischen Gründen ab. Später musste er sich auf die Uni mogeln, weil er erst keinen Studienplatz erhalten sollte. Eine selbst geschriebene Lebensbeschreibung des späteren Staatschefs erlaubt faszinierende Einblicke in diese Zeit – und erklärt zum Teil seine Denkweise.
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