Das große Stühlerücken beginnt: Premierminister Li Keqiang hat anlässlich der Abschlusspressekonferenz zum Nationalen Volkskongress angekündigt, turnusmäßig im Herbst aufzuhören. Einer bleibt aber sicher: Staats- und Parteichef Xi Jinping. Die Wahrscheinlichkeit, dass sein Nachfolger ein Schatten Xis stehen wird, ist groß. Wer sind mögliche Kandidaten?
Von Frank Sieren
Am Samstag hat Chinas Premierminister Li Keqiang seinen Arbeitsbericht vorgelegt. Der allgemeine Schwerpunkt von Chinas Politik für die kommenden zwölf Monate zeichnet sich darin klar ab: mehr Marktwirtschaft und Innovation bei niedrigeren Steuern. Auch die Verbesserung des Bildungssystems steht im Fokus. Die Regionen sollen zudem mehr Budgetverantwortung erhalten, während der Zentralstaat regionale Ungleichgewichte ausgleichen will. Binnenkonsum und der internationale Handel sollen einstweilen gestärkt werden.
Von Frank Sieren
China gibt sich zwar betont widerstandsfähig, senkt das Wachstumsziel jedoch auf 5,5 Prozent. In Zeiten von Krieg und Sanktionen gibt es eben keine Gewinner. Die starke Tendenz zur Autarkie auf dem aktuellen Volkskongress ist zudem eine schlechte Nachricht für deutsche Firmen. Die kürzlich erst groß angepriesene Strategie der zwei Kreisläufe fand dagegen keine Erwähnung.
Von Finn Mayer-Kuckuk
Es ist das größte politische Ereignis Pekings, das jährlich stattfindet: Mehr als 2000 Delegierte bilden das Plenum des Nationalen Volkskongresses (NVK), das ab Samstag zusammentritt. Es ist die Bühne für die großen Weichenstellungen und wichtigsten Gesetzesentwürfe. Die Rede des Ministerpräsidenten gibt Hinweise auf die Schwerpunkte der künftigen chinesischen Politik. Xuewu Gu, Inhaber des Lehrstuhls für Politische Wissenschaft an der Uni Bonn, erklärt Christiane Kühl, warum Wirtschaftspolitik auch diesmal im Zentrum des Volkskongresses stehen wird – trotz der angespannten Lage.
Von Christiane Kuehl
Reporter ohne Grenzen (RoG) mahnen deutsche Medien zu größter Vorsicht bei möglichen Kooperationen mit chinesischen Partnern. Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking veröffentlichte die Nichtregierungsorganisation einen Leitfaden, der die globale Propagandastrategie der Kommunistischen Partei erklärt – und Handlungsempfehlungen für Redaktionen und Verlage anbietet.
Von Marcel Grzanna
Bis 2007 gab es in China kein Anti-Kartell-Gesetz. Seitdem hat der Rechtsrahmen eine fulminante Entwicklung durchlaufen, sagt der Schweizer Anwalt Adrian Emch, der seit 2008 in Peking lebt. Im Ergebnis existieren derzeit jedoch mehrere konkurrierende Richtlinien parallel. Mit Emch sprach Frank Sieren.
Von Frank Sieren