Rachel Tausendfreund: USA-Erklärerin aus Michigan

Im September wechselt Rachel Tausendfreund als Senior Fellow für die USA und transatlantische Beziehungen zur DGAP. Dort hatte die US-Amerikanerin ihre Karriere begonnen – damals noch als Redakteurin.

16. August 2024
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Rachel Tausendfreund erklärt sehr oft die Politik der USA. Die gebürtige US-Amerikanerin hostete als Senior Fellow im Team Geostrategie den Podcast „Out of Order“, in dem sie mit Kollegen vom German Marshall Fund (GMF) Außenpolitik verständlich macht. Die 45-Jährige wechselt den Arbeitgeber und ist ab 1. September Senior Fellow bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) für die USA und transatlantische Beziehungen.

Für sie schließt sich damit ein Kreis. Bei der DGAP hatte Tausendfreund ihre Karriere begonnen – damals noch als Redakteurin. Den Podcast moderiert sie dann nicht mehr: „Jetzt kann ich meine Zeit für die eigene Forschung nutzen.“

Auftritte in den Medien sind ihr aber weiterhin ein Anliegen. Ihr ist es wichtig, auch Laien Politik verständlich zu machen, schließlich war sie selbst lange nicht vom Fach. Im ländlichen Michigan aufgewachsen, fand Tausendfreund erst spät zu ihrem Thema „Internationale Beziehungen“. Als Austauschschülerin in Deutschland besuchte sie für einen Tagesausflug Paris und entschied, dort englische Literatur zu studieren. Später ging sie nach Cambridge.

Forschung richtig kommunizieren

Das Gefühl, US-Politik erklären zu müssen, hatte sie bereits vor ihrer Karriere in der Politikwissenschaft. Eigentlich interessierte sie sich damals nicht dafür: „Als Amerikanerin wird man oft auf amerikanische Außen- und Innenpolitik angesprochen“, sagt sie. „Ich musste mich ständig erklären.“ Sie wechselte ihr Fach, studierte Politikwissenschaften an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt und begann gleichzeitig als Redakteurin und Dolmetscherin zu arbeiten.

Zuerst arbeitete Tausendfreund als freie Redakteurin unter anderem bei der DGAP, der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und der Mercator Stiftung. 2010 wurde sie Chefredakteurin der Zeitung „Internationale Politik“ und 2014 Editorial Director beim European Council on Foreign Relations. Nach einem Jahr wechselte sie zum GMF, wo sie sieben Jahre als Redaktionsleiterin die Publikationsplanung verantwortete.„Damals konnte ich viele Erfahrungen und Ideen sammeln, wie man Forschung kommunizieren muss“, sagt sie. „Es geht vor allem darum, zum richtigen Zeitpunkt zu veröffentlichen und Themen und Thesen zugänglicher zu machen.“

Als Chefredakteurin las und bearbeitete sie früher Texte anderer, kümmerte sich um die Auswahl der Themen und beschäftigte sich viel damit, Forschung nach außen zu tragen. Das änderte sich, als sie 2022 Fellow am GMF wurde. Eine Bestätigung, dass sie als Späteinsteigerin ganz in der Wissenschaft angekommen ist. Lukas Homrich

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026