Freude, Erleichterung und große Versprechen: Wie die Exzellenzuniversitäten und ihre Geldgeber reagieren

Die einen luden zum Public Viewing, andere schauten sich die Pressekonferenz in kleiner Runde an. Nach der Verkündung in Bonn und der positiven Bewertung aller Bewerber herrschte Jubel an den beteiligten Universitäten. Die Stimmen aus den Institutionen, Ministerien und von Beobachtern im Überblick.

11. März 2026
Maryam Blumenthal (Bündnis 90/Die Grünen, vr.), Hamburgs Wissenschaftssenatorin, applaudiert nach der Bekanntgabe des Evaluationsergebnisses zum Titel „Exzellenzuniversität“ für die Universität Hamburg. Die Universität Hamburg bleibt Exzellenzuniversität und erhält eine Förderung, die ab 2027 für weitere sieben Jahre verlängert wird.
Auch Hamburgs Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal (vorn rechts) applaudiert nach der Bekanntgabe des Evaluationsergebnisses zum Titel „Exzellenzuniversität“ für die Universität Hamburg. (picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt)
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Sie haben es geschafft: Die Universitäten in Hamburg, Aachen, Bonn, Berlin, Dresden, Heidelberg, Tübingen, Karlsruhe sowie in München die LMU und TUM behalten den Exzellenztitel auch in der nächsten Förderrunde.

So kommentieren Universitätsleitungen der Exzellenzuniversitäten die Ergebnisse.

Hauke Heekeren, Präsident der Universität Hamburg: „Es ist geschafft: Die Universität Hamburg gewinnt den Exzellenztitel erneut – mit einem weiterentwickelten Profil, das Nachhaltigkeit und Digitalisierung als transformativen Antrieb für Forschung, Lehre und Transfer ins Zentrum rückt. Die internationale Gutachtendengruppe attestiert unserer Universität eine hervorragende Entwicklung und einen spürbaren Kulturwandel. Dieser Erfolg gehört allen, die an der Universität forschen, lehren, studieren und arbeiten. Er fällt in eine Zeit, in der die Grundfinanzierung unserer Hochschulen unter erheblichem Druck steht – umso mehr verpflichtet er: uns als Universität und die Politik.“

Ulrich Rüdiger, Rektor der RWTH Aachen: „Die Exzellenzinitiative und -strategie haben der Universität eine grundlegende institutionelle Transformation ermöglicht. Von einer führenden Universität mit starken Ingenieurwissenschaften haben wir uns zu einer integrierten interdisziplinären Technischen Hochschule entwickelt. Wir haben eine offene, diverse und adaptive Universitätskultur geschaffen, die strategische Erneuerung ermöglicht.“

Michael Hoch, Rektor der Universität Bonn: „Der heutige Tag markiert einen weiteren historischen Meilenstein in der Geschichte unserer Universität. Als Exzellenzuniversität gehört Bonn klar zur Spitze der Wissenschaft in Deutschland. Wir haben alle unsere Ziele erreicht und manche sogar übertroffen. Dieser Erfolg ist das Ergebnis eines strategischen Transformationsprozesses, in dem wir die Universität Bonn zu einer global vernetzten Institution für exzellente Forschung, Lehre und Transfer weiterentwickelt haben. Die heutige Entscheidung gibt uns Rückenwind, unsere Strategie weiterhin konsequent umzusetzen und uns dauerhaft in der Spitzengruppe der besten Universitäten der Welt zu etablieren.“

Günter Ziegler, Präsident der FU Berlin und Sprecher der BUA: „Die Berlin University Alliance ist ein mutiges Projekt, in dem wir das Prinzip ,Stronger Together‘ und die Agenda ‚Crossing Boundaries‘ wirkungsvoll auf den Weg gebracht und bei der Begutachtung Begeisterung gespürt haben. Die Entscheidung für eine Weiterförderung bestätigt das – und gibt uns Rückenwind für die nächste Phase, die unter dem Motto ‚Beyond Boundaries‘ erneut zukunftsweisend sein wird.“

Ursula Staudinger, Rektorin der TU Dresden: „Die erneute Bestätigung der TUD als Exzellenzuniversität ist eine herausragende Anerkennung der Entwicklung, die wir seit mehr als einem Jahrzehnt vorangetrieben haben. Wir gehören zu den leistungsstärksten Universitäten bundesweit und sind mit drei selbstverantworteten und zwei mit einer Partneruniversität verantworteten Exzellenzclustern die stärkste Technische Universität in diesem Wettbewerb. Auf diese überragende Leistung können und dürfen wir gemeinsam stolz sein.“

Frauke Melchior, Rektorin der Universität Heidelberg: „Wir sind stolz und glücklich darüber, dass wir diesen bedeutenden Erfolg für unsere Universität und den Wissenschaftsstandort Heidelberg errungen haben. Er ist das Ergebnis einer großartigen Gemeinschaftsleistung, an der zahlreiche Mitglieder aus allen Bereichen unserer Universität mit Begeisterung und Beharrlichkeit über einen langen Zeitraum mitgearbeitet haben.“

Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen: „Für diesen Erfolg haben sehr viele Menschen sehr hart gearbeitet. Sie haben es gemeinsam geschafft, dass die Universität Tübingen weiterhin zu den besten Universitäten der Welt zählen kann.“ Die finanzielle Förderung des Bundes und der Länder erlaube es, an das bislang Geleistete anzuknüpfen und die Universität entlang der innerhalb der Exzellenzstrategie selbstgesetzten Ziele weiterzuentwickeln. „Umweltveränderungen, geopolitische Verschiebungen und technologischer Fortschritt transformieren die Welt und damit auch die Universität Tübingen. Angesichts dieser Umbrüche kommt der Universität als Ort der Wissenschaft eine umfassendere gesellschaftliche Verantwortung zu.“

Jan Hesthaven, Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT): „Wir sind überglücklich. Das ist der Lohn für die großen Anstrengungen der vergangenen Jahre. Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und die Förderung als Exzellenzuniversität. Damit können wir unsere internationale Spitzenstellung in der Forschung weiter stärken und unsere Vision ‚Science for Impact‘ noch schneller umsetzen. Das ist wichtig, denn die Herausforderungen unserer Zeit erfordern mutige Lösungen, die Wissenschaft und Gesellschaft in enger Partnerschaft entwickeln müssen.“

Thomas Hofmann, Präsident der TU München: „Den Herzschlag der TUM bestimmen die vielfältigen Talente unserer Universitätsgemeinschaft. Uns alle verbindet das Streben nach Exzellenz – aber nicht um der Exzellenz willen, sondern mit dem Ziel, Verantwortung zum Wohle der Menschheit zu übernehmen. Die TUM ist mehr als eine Exzellenzuniversität, sie ist eine Haltung.“

Matthias Tschöp, Präsident der LMU München: „Die erneute Auszeichnung bestätigt unsere konsequente Ausrichtung auf global kompetitive Spitzenforschung und bahnbrechende Innovation. Wir werden jetzt unser internationales Profil als führende Volluniversität der EU auch unter sich rasant wandelnden Bedingungen weiter schärfen. Dazu werden wir unsere interdisziplinären Stärken und starken Kooperationen mit der TU München und internationalen Partnern ausbauen und gleichzeitig versuchen, die herausragendsten Köpfe weltweit für die LMU zu gewinnen. Wir wollen unsere wissenschaftlichen Entdeckungen noch effektiver in Lösungen für zentrale – auch gesellschaftliche- Herausforderungen übersetzen. Für all das gibt uns der Exzellenzstatus weiteren Rückenwind.“

Das sind die Stimmen aus den Landesministerien und aus dem BMFTR.

Dorothee Bär (CSU), Bundesforschungsministerin: „Die Exzellenzuniversitäten sind Leuchttürme der Spitzenforschung in Deutschland, das belegen die Evaluationsergebnisse. Sie sind und bleiben Aushängeschilder unseres Wissenschaftsstandorts und haben häufig Modellcharakter für andere Hochschulen. Die Exzellenzuniversitäten haben nicht nur ihre internationale Sichtbarkeit durch exzellente Grundlagenforschung erhöht, sondern auch signifikante Fortschritte in der angewandten Forschung und im Technologietransfer erzielt. Sie tragen damit zum Erfolg unserer Hightech Agenda Deutschland bei. Markenkern der Exzellenzstrategie ist das strikt wissenschaftsgeleitete Verfahren. Es bildet die Basis ihres weltweiten Renommees. Gemeinsam mit den Ländern investieren mit der Förderlinie Exzellenzuniversitäten derzeit 148 Millionen Euro jährlich in die universitäre Spitzenforschung und in ihre internationale Sichtbarkeit. Ich gratuliere den Exzellenzuniversitäten und dem Exzellenzverbund zu diesem großen Erfolg.“

Maryam Blumenthal (Grüne), Wissenschaftssenatorin in Hamburg: „Wir bleiben exzellent! Die Fortführung des Exzellenztitels ist ein großer Erfolg der Universität Hamburg und ein starkes Signal für unsere Wissenschaftsmetropole. In den vergangenen sieben Jahren haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Außergewöhnliches geleistet: in Forschung und Lehre, Transfer und Internationalisierung sowie im Ausbau ihrer Forschungsstrukturen. Mit dem Konzept der Twin Transformation – Nachhaltigkeit und Digitalisierung – hat sie zudem ein Alleinstellungsmerkmal in der Liga der Exzellenzuniversitäten entwickelt. Dieser Erfolg ist das Ergebnis gemeinsamer harter Arbeit, kluger Strategien und echter Teamarbeit. Wir sind sehr stolz auf unsere Flagship University und feiern als gesamte Stadt heute mit euch!“

Ina Brandes (CDU), Wissenschaftsministerin in Nordrhein-Westfalen: „Die Vielfalt und Exzellenz der Forschungslandschaft in Nordrhein-Westfalen ist einzigartig in Europa. Hier arbeiten die klügsten Köpfe daran, die großen Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Der Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen hat sich einen Ruf weit über die Landesgrenzen hinaus erworben. Die exzellente Arbeit unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Aachen und Bonn wurde völlig zu Recht erneut mit dem Exzellenzstatus gewürdigt. Als Landesregierung haben wir die Hochschulen nach Kräften bei der Bewerbung der sehr unterstützt. Dieses Engagement hat sich ausgezahlt. Das Land kann stolz sein auf Spitzenforschung ‚made in NRW‘.“

Ina Czyborra (SPD), Wissenschaftssenatorin in Berlin: „Als erster Exzellenzverbund in Deutschland überhaupt hat die Berlin University Alliance neue Maßstäbe für die Zusammenarbeit von Universitäten gesetzt. Die nunmehr zweite positive Evaluation der Exzellenzkommission bestätigt unseren vor sieben Jahren eingeschlagenen Weg. Das ist ein starkes Signal für den Wissenschaftsstandort Berlin. In den nächsten Jahren geht es unter dem Leitmotiv ‚Beyond Boundaries‘ darum, diesen Geist der Zusammenarbeit in Berlin und Europa auszuweiten und das immense Potenzial Berlins zu nutzen.“

Sebastian Gemkow (CDU), Wissenschaftsminister in Sachsen: „Sachsen ist ein Spitzenstandort für Wissenschaft. Mit unserem Wissenschaftsland ziehen wir herausragende Talente an und stärken Mikroelektronik, Robotik, Biotechnologie, nachhaltiges Bauen und Spitzenmedizin. Die im Rahmen der Exzellenzstrategie/-initiative seit 2006 zur Verfügung stehenden Mittel tragen dazu bei, diese Position stetig auszubauen und zu festigen. Die TU Dresden ist als Exzellenzuniversität seit 2012 von besonderer Bedeutung für dieses einzigartige Wissenschaftsökosystem aus Forschungspartnern, Netzwerken und Forschungsinfrastruktur auf Spitzenniveau. In Verbindung mit den besten Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre wirkt sie wie ein Magnet für den Freistaat insgesamt. Diese Anziehungskraft bringt die klügsten Köpfe nach Sachsen. Forscherinnen und Forscher aus aller Welt kommen, um hier zu experimentieren und die Zukunft mitzugestalten.“

Petra Olschowski (Grüne), Wissenschaftsministerin in Baden-Württemberg: „Das ist eine großartige Nachricht für die drei Universitäten und das Land. Ich freue mich sehr, dass sich die exzellente Arbeit unserer Hochschulen in Tübingen, Karlsruhe und Heidelberg bei Forschung, Lehre und Transfer bezahlt macht. Dass sie sich ein weiteres Mal in diesem harten nationalen Wettbewerb der Besten durchgesetzt haben, ist keine Selbstverständlichkeit und zeigt die besonderen Stärken unserer Hochschullandschaft in Baden-Württemberg.“

Markus Blume (CSU), Wissenschaftsminister in Bayern: „Das ist eine bravouröse Titelverteidigung mit herausragender Exzellenz: München ist und bleibt das Epizentrum der Exzellenz. TUM und LMU sind als einzige deutsche Universitäten seit 20 Jahren durchgehend Exzellenzuniversitäten – und diesmal sind sie noch stärker geworden: Die Gutachter bescheinigen den beiden Unis herausragende Leistungen und loben die bemerkenswerte Unterstützung durch den Freistaat Bayern. Herzlichen Glückwunsch und großen Dank an alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die Hochschulleitungen für ihre Arbeit und das dauerhaft überragende Abschneiden. Unsere beiden Flaggschiffe beweisen: Wir sind Top-Standort für Wissenschaft in Deutschland. Unsere Exzellenzuniversitäten sind Magnete im internationalen Wettbewerb um die klügsten Köpfe und hervorragende Aushängeschilder für Bayern in der Welt.“

So reagieren die Universitätsverbünde und weitere Beobachter.

Michael Hoch, Vorstandsvorsitzender des Universitätsverbunds German U15: „Sieben der zwölf Exzellenzuniversitäten sind U15-Universitäten und weitere fünf befinden sich noch in der Begutachtung. Mit 42 der 70 Exzellenzcluster sind wir die erfolgreichsten Universitäten im Exzellenzwettbewerb. Diese herausragende Bilanz zeigt: U15-Universitäten gehören zur Spitze des deutschen Wissenschaftssystems. Wir stehen nicht nur für exzellente, internationale wettbewerbsfähige Forschung, sondern sind auch Technologie-Innovatoren und Motoren für Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft. Als Universitäten ziehen wir Top-Talente aus aller Welt an, entwickeln sie bereits früh im Studium und entwickeln sie auf allen Karrierestufen weiter für die Herausforderungen der Zukunft.

Die Exzellenzstrategie ist eine absolute Erfolgsgeschichte der deutschen Wissenschaftsförderung durch Bund und Länder. Exzellente Forschung auf der Grundlage verlässlicher Rahmenbedingungen ist eine zentrale Quelle für die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Programme wie die Exzellenzstrategie müssen daher fortgeführt und Spitzenuniversitäten konsequent gestärkt werden.“

Die Berlin University Allianz (BUA): „Die Verbundpartnerinnen – Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin und die Charité – Universitätsmedizin Berlin – haben sich in der ersten Phase viel vorgenommen und sind ihren Weg mit klarer Vision, Entschlossenheit und Beharrlichkeit gegangen. Gemeinsam haben sie tragfähige Strukturen aufgebaut, die den Forschungsraum Berlin schon jetzt nachhaltig stärken und voranbringen. 

Der Exzellenzverbund hat dabei eindrucksvoll gezeigt, dass gemeinsame Interessen auch gemeinsam wirkungsvoll vertreten werden können. Unter dem Leitmotiv ,Crossing Boundaries‘ haben wir institutionelle und disziplinäre Grenzen überwunden und immer wieder Neues gewagt. Diesen Weg setzen wir entschlossen fort – für einen starken Wissenschaftsraum Berlin. 

Für die kommende Förderperiode geht die Berlin University Alliance nun den nächsten strategischen Schritt: ,Beyond Boundaries‘. Die Profilierung des Wissenschafts- und Innovationsraums und die Intensivierung der Zusammenarbeit im Berliner Forschungsökosystem bleibt das übergreifende Ziel: Für eine starke, sichtbare, leistungsfähige und exzellente Berliner Wissenschaft. Getragen vom Grundsatz ,Stronger together‘ wird der Verbund seine Kooperation mit Partnerinnen und Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtgesellschaft gezielt ausbauen – für eine Wissenschaft, die vernetzt denkt, Verantwortung übernimmt und internationale Strahlkraft entfaltet.“

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026