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Zukunft des Güterverkehrs in Bayern – leistungsfähig, nachhaltig, verlässlich

von Christian Bernreiter

Wachstum und Herausforderungen

Die Logistikbranche steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Bis 2040 wird bundesweit ein Anstieg des Gütertransportaufkommens um rund 17,3 Prozent erwartet. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung in Bayern weiter, was die Versorgungs- und Transportbedarfe zusätzlich erhöht. Als Flächenland mit großen Entfernungen und engen internationalen Verflechtungen der Wirtschaft ist Bayern von dieser Entwicklung besonders betroffen. Unternehmen sind auf leistungsfähige Anbindungen an nationale und internationale Märkte angewiesen.

Der Straßenverkehr bleibt im Modal Split auch künftig der wichtigste Verkehrsträger und ist für viele Warenströme unverzichtbar. Zugleich stößt er zunehmend an Grenzen – bei Infrastruktur, Umweltverträglichkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz. Hinzu kommen ein spürbarer Fachkräftemangel sowie steigende Anforderungen an Klimaschutz und Effizienz. Klar ist: Kein einzelner Verkehrsträger kann das prognostizierte Wachstum allein bewältigen.

Verkehrsträger gemeinsam denken

Zukunftsfähiger Güterverkehr erfordert einen verkehrsübergreifenden Ansatz, der die jeweiligen Stärken gezielt nutzt: So eignet sich die Schiene besonders für den effizienten und klimafreundlichen Transport großer Mengen über weite Distanzen. Wasserstraßen bieten Vorteile für schwere, weniger zeitkritische Güter. Die Straße bleibt unverzichtbar für flexible Transporte, kurze Strecken, Stückgut und die letzte Meile. Entscheidend ist das Zusammenspiel: Nur mit klarer Arbeitsteilung, ausreichend leistungsfähigen Terminals und reibungslosen Schnittstellen zwischen den Verkehrsträgern lässt sich das Gesamtsystem stabil, leistungsfähig und umweltverträglicher gestalten - ohne Abstriche bei Leistung, Verlässlichkeit oder Kosten.

Bayerisches Güterverkehrskonzept

Hier setzt das Güterverkehrskonzept der Bayerischen Staatsregierung an. Ziel ist ein moderner und nachhaltiger Güterverkehr. Im Mittelpunkt steht die Stärkung von Schiene und Wasserstraße sowie der Ausbau des Kombinierten Verkehrs, um Transporte schrittweise auf umweltfreundlichere Verkehrsträger zu verlagern. Der Handlungsbedarf ist hoch: der Verkehrssektor verursacht rund 30 Prozent der bayerischen Treibhausgasemissionen, etwa ein Drittel davon entfällt auf den Straßengüterverkehr. Durch leistungsstarke Alternativen und eine bessere Vernetzung wollen wir Emissionen reduzieren und gleichzeitig Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten.

Zentrale Handlungsfelder

Für eine erfolgreiche Umsetzung müssen mehrere Maßnahmen ineinandergreifen. Erforderlich sind gezielte Investitionen in leistungsfähige Schieneninfrastrukturen, moderne Umschlaganlagen und funktionsfähige Binnenhäfen. Parallel dazu muss der kombinierte Verkehr systematisch gestärkt werden – durch den Ausbau von KV-Korridoren, die Förderung von Terminals und die Standardisierung von Umschlagsprozessen, zum Beispiel durch einheitliche Ladeeinheiten. Ein weiterer Schlüssel ist die Digitalisierung: Echtzeitinformationen, intelligente Verkehrssteuerung, standardisierte Datenschnittstellen und automatisierte Abläufe erhöhen Auslastung und Verlässlichkeit.

Ebenso wichtig sind Maßnahmen zur Bewältigung des Fachkräftemangels und zum Schutz der Anwohner entlang der Strecke. Der Güterverkehr ist Gemeinschaftsaufgabe. Damit wir diese Ziele erreichen, müssen EU, Bund, Länder, Kommunen und die Wirtschaft eng zusammenarbeiten. Die Bayerische Staatsregierung begleitet diesen Prozess aktiv und setzt sich für die notwendigen politischen und finanziellen Rahmenbedingungen ein.

Ausblick

Der Güterverkehr ist ein zentraler Pfeiler der bayerischen Wirtschaft und der täglichen Versorgung. Damit das auch in Zukunft so bleibt, brauchen wir nachhaltige Investitionen, kluge Digitalisierung, effiziente Betriebsabläufe und verlässliche politische Leitplanken. Entscheidend ist das gemeinsame Handeln aller Beteiligten, damit Maßnahmen wirken und Lösungen vor Ort greifen. Ich danke allen, die mit Engagement und Innovationskraft an zukunftsfähigen Lösungen arbeiten, und lade alle Beteiligten ein: Packen wir es gemeinsam an!

Autor: Christian Bernreiter, MdL ist seit 23. Februar 2022 Staatsminister im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr.

Wie kann der Schienengüterverkehr so gestärkt werden, dass er seinen Anteil am gesamten Güterverkehr erhöht – und damit zugleich Klimaziele, Versorgungssicherheit und eine moderne Infrastruktur unterstützt? Das Table.Forum Güter und Schiene widmet sich der Frage welche Rolle die Schiene für eine nachhaltige Güterlogistik spielen kann – und welche verkehrlichen, regulatorischen und strukturellen Rahmenbedingungen ihre Weiterentwicklung bestimmen.

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