Gasspeicher: Niederländischer Konzern macht unkonventionellen Vorschlag

Die Bundesregierung prüft den Aufbau einer strategischen Gasreserve. Ein niederländischer Gaskonzern drängt Europas Regierungen, so bald wie möglich eine scheinbar einfache Lösung dafür zu prüfen. Doch sie birgt Risiken.

12. März 2026
Haidach gas storage facility in Straßwalchen (Salzburg, Austria), Haidach gas storage facility in Straßwalchen (Salzburg, Austria), Haidach gas storage facility in Straßwalchen (Salzburg, Austria), 30.08.2022, Copyright: xSpitzi-Fotox Panthermedia31784000.jpg
In Gasspeichern befinden sich normalerweise nutzbares Arbeitsgas und nicht nutzbares Kissengas. (IMAGO / Panthermedia)
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Zur Sicherung der Gasversorgung macht der niederländische Konzern Gasunie einen unkonventionellen Vorschlag. In einer am Dienstag vorgestellten Studie empfiehlt der Transportnetzbetreiber GTS Europas Regierungen, so bald wie möglich zu prüfen, ob bei monatelangen Lieferunterbrechungen auch sogenanntes Kissengas aus Europas Gasspeichern genutzt werden könne.

Kissengas macht bis zur Hälfte des Volumens von Untergrundspeichern aus, muss aber normalerweise in den Speichern verbleiben. Es sorgt für den nötigen Druck, um das gespeicherte Arbeitsgas schnell ausspeichern zu können. Es stabilisiert aber auch Kavernenspeicher und sorgt in bestimmten Porenspeichern dafür, dass nicht zu viel Wasser eindringt, heißt es bei Uniper. „Die Risiken bei der Nutzung von Kissengas liegen in der dauerhaften Beschädigung des Speichers. Das deutsche Bergrecht setzt hier enge Grenzen“, bestätigt der BDEW. In den Niederlanden sei die Ausgangssituation allerdings eine andere, weshalb die Nutzung dort sinnvoll sein könne.

Das Bundeswirtschaftsministerium hält Überlegungen zur Nutzung von Kissengas derzeit nicht für notwendig. Das erklärte eine Sprecherin auf Anfrage. Die Gasversorgung sei durch Pipeline- und LNG-Importe sichergestellt. In der Studie räumt GTS ein, dass die Nutzung von Kissengas technisch aufwändig wäre. Weil es eine andere Zusammensetzung hat als Arbeitsgas könne zum Beispiel eine Aufbereitung nötig werden. Manuel Berkel

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026