Industrial Accelerator Act: EU plant strengere Herkunftsvorgaben für Ausschreibungen

07. März 2026

Die EU-Kommission möchte mit dem Industrial Accelerator Act (IAA) erstmals verbindliche Local-Content-Vorgaben für öffentliche Aufträge einführen. Quoten von 25 Prozent für kohlenstoffarmen Stahl und Aluminium sowie fünf Prozent für Zement sind vorgesehen. Zement und Aluminium müssen zudem aus europäischer Produktion stammen. Kommunen und Stadtwerke befürchten, dass eine „Made in the EU“-Pflicht öffentliche Beschaffungen verteuern und verzögern könnte. Auch die Energiewende könnte dadurch langsamer werden, da es für manche Komponenten bislang nur wenige europäische Anbieter gibt.

Gleichzeitig drohen Unternehmen umfangreiche neue Nachweispflichten über die Herkunft ihrer Produkte. Besonders kleine und mittelständische Betriebe müssen künftig detailliert belegen, welcher Anteil der Wertschöpfung aus der EU stammt. Laut DIHK rechnen 55 Prozent der Unternehmen mit zusätzlichem bürokratischem Aufwand. Die Industrie- und Handelskammern erwarten deshalb einen starken Anstieg bei Ursprungszertifikaten. Kritiker warnen, dass die komplexen Regeln dazu führen könnten, dass Unternehmen EU-Anteile vor allem rechnerisch optimieren, ohne dass die europäische Industrie tatsächlich stärker profitiert. Welche weiteren konkreten Folgen die Quoten für Unternehmen haben werden, lesen Sie im Europe.Table. Till Hoppe und Manuel Berkel

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Letzte Aktualisierung: 07. März 2026