Berlin.Table – Ausgabe 791

Das erste Reformpaket + Strack-Zimmermann und die FDP + Der VCI und die Chemieagenda

Teilen
Kopiert!

Talk of the Town

Reformprozess: Wie im Kanzleramt an einem ersten Paket gearbeitet wird

Union und SPD arbeiten an einem ersten großen Reformpaket. Wie Table.Briefings aus Regierungskreisen erfuhr, finden dafür seit Mitte März Gespräche im Hintergrund statt, bei denen eine kleine Runde hochrangiger Verhandler sich auf Eckpunkte einigen soll. Zu den Sherpas, die sich auch an diesem Dienstag im Kanzleramt treffen, gehören Kanzleramtsminister Thorsten Frei, Klingbeils Staatssekretär Björn Böhning, die Söder-Vertraute und Staatsrätin Karolina Gernbauer sowie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Nach dem Koalitionsausschuss am 11. März hatten sich die Spitzen von CDU, CSU und SPD darauf geeinigt, kurz nach den Osterferien einen ersten Aufschlag machen zu wollen.

Noch am Montag hatte Friedrich Merz betont, der Zeitplan sei an die Arbeit der Kommissionen gebunden, die derzeit Vorschläge verhandeln. Für den Bereich Gesundheit sollen diese bis Ende März, also spätestens kommenden Dienstag, vorliegen, für Rente bis Ende Juni, für Pflege liegen sie seit Dezember 2025 vor, sollten aber eigentlich noch nachgebessert werden. Hier hatte es auch vom Kanzler die Kritik gegeben, die Ergebnisse seien bislang „nicht befriedigend“. Offen ist, was passiert, wenn die Kommissionen ihre Vorschläge an die Ministerien übergeben haben. So könnten die Häuser die entsprechenden Gesetzesänderungen oder Gesetzentwürfe erarbeiten, die anschließend den gewohnten Prozess gehen. Oder der Koalitionsausschuss kümmert sich – gerade mit Blick auf die Priorisierung der Vorschläge. Derzeit sitzen in den Kommissionen zwar „stille Zuhörer“ aus dem Kanzleramt und den jeweiligen Ministerien. Eine wirkliche Rückkopplung mit den Koalitionsspitzen oder Fraktionen gibt es jedoch dem Vernehmen nach nicht. Es liegt also nahe, dass zunächst eine politische Einigung erfolgen muss.

Die Runde, die sich im Kanzleramt trifft, soll sich vor allem einer Steuerreform und weiterer Sparmaßnahmen widmen, Gesundheit wird anschließend in ein großes Paket integriert, Rente zunächst ausgeklammert. Es gehe vor allem darum, nun zügig ein erstes Signal an die Bevölkerung zu senden, so heißt es aus Koalitionskreisen. Auch der Kanzler pochte während der Fraktionssitzung am Dienstag nochmal darauf, das Zeitfenster zwischen Ostern und der Sommerpause müsse genutzt werden. Teilnehmern zufolge sagte Merz: Es gehe nicht um die zweite oder dritte Lesung im Bundestag oder gar darum, etwas schon in den Bundesrat einzubringen. „Aber Grundsatzentscheidungen für Reformen müssen in dieser Zeit getroffen werden“, so der Kanzler.

Zumal bis Ende April die Eckwerte für den Haushalt 2027 vorgelegt werden müssen. Zwar soll der Gesetzentwurf für den Haushalt erst im Juli tatsächlich ins Kabinett eingebracht werden. Es bleibt also auch nach April noch ein bisschen Spielraum. Allerdings dürfte es für die Aufstellung der Eckwerte zumindest nicht unerheblich sein, worauf sich die Koalition einigt. Aus Verhandlerkreisen heißt es, man könne Rente hier leichter ausklammern. Bei größeren Einsparmaßnahmen im Bereich Gesundheit und einer möglichen Steuerreform sehe das anders aus. Allerdings ist noch unklar, wie sehr sich eine Steuerreform am Ende tatsächlich auf den Haushalt auswirken könnte.

Bislang ist die Gegenfinanzierung der Kosten, die zum Teil auf bis zu 35 Milliarden geschätzt werden, offen. Eine spürbare Wirkung tritt jedenfalls erst ab einer Entlastung von 20 Milliarden Euro ein. Auf den Wirtschaftsaufschwung allein will und kann sich die Koalition angesichts der Weltlage nicht verlassen. Und so wird trotz des Versprechens der Union, die Steuern nicht zu erhöhen, doch darüber nachgedacht. So könnten sich Union und SPD auf eine moderate Anhebung des Spitzensteuersatzes einigen. Das würde allerdings nur einen einstelligen Milliardenbetrag einbringen. Zumal CSU-Chef Markus Söder das zuletzt deutlich ablehnte. „Den Spitzensteuersatz zu erhöhen, wäre ein Schlag ins Gesicht für die Leistungsträger im Mittelstand“, so Söder in einem Interview mit dem stern. Nur bleibt der Koalition womöglich am Ende nicht viel. Es gibt zwei weitere Vorschläge, die aktuell in den Reihen der Union und SPD kursieren, doch auch die werden kritisch beäugt.

Da gibt es etwa die Idee, die Mehrwertsteuer um einen Prozentpunkt zu erhöhen. Im Haushalt würde das rund 15 Milliarden Euro mehr bedeuten. Man könne dafür, so die Überlegung, den ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent absenken, um eine übermäßige Belastung zu vermeiden. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Idee der Union, der sich die SPD bislang verweigert.

Eine zweite Idee zur Gegenfinanzierung ist die Reform der Erbschaftssteuer. Die SPD schlägt vor, Erben ab einem gewissen Betrag künftig stärker zu belasten. Die Idee: ein lebenslanger Steuerfreibetrag in Höhe von einer Million Euro für Privatpersonen, während der Schutz von Betriebsvermögen auf einen Freibetrag von fünf Million Euro begrenzt wird. Hier stellt sich bislang jedoch vor allem die CSU quer. In den Reihen der CDU zeigen sich dafür einige offen. Sie verweisen auf das ausstehende Urteil des Verfassungsgerichts hierzu. Hier wird erwartet, dass das Verfassungsgericht die Verschonungsregelung für Unternehmen für nichtig erklärt. Damit wäre die Union hier in einer schlechteren Verhandlungsposition, als wenn sie sich vorher mit der SPD auf einen Freibetrag einigt.

Teilen
Kopiert!

Private Altersvorsorge: Anbieter kritisieren Pläne für staatliches Angebot. Fonds- und Versicherungswirtschaft halten nichts von der am Dienstag verkündeten Einigung der Koalition auf ein öffentliches „Standarddepot“. Die Aufgabe des Staates sollte nicht darin bestehen, private Produkte „durch einen Staatsfonds zu verdrängen“, sagte Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GDV). Ähnlich äußerte sich Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des Fondsverbands BVI. Würden Verwaltung und Vertrieb mit Steuergeldern quersubventioniert, sei „ein fairer Wettbewerb mit privaten Angeboten nicht möglich“. Beide Verbände gehören auch zu rund 30 Institutionen, die von der Rentenkommission für eine Stellungnahme zur Altersvorsorge insgesamt angefragt wurden. Eine Auswahl der Antworten finden Sie hier. Okan Bellikli

Teilen
Kopiert!

News

FDP-Krise: Strack-Zimmermann will die Partei im Doppel anführen. Die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat ihre Kandidatur für den Vorsitz der Partei in einer Tandemlösung angekündigt. „Ich werfe meinen Hut in den Ring und jetzt schauen wir mal, was passiert. Wenn die Partei das möchte, mache ich es. Wenn sie andere gute Leute hat, werde ich auch die unterstützen“, sagte Strack-Zimmermann im Podcast Table.Today. Die Einführung einer Doppelspitze sei wegen ihrer Arbeitsbelastung als Europaabgeordnete eine Bedingung für ihre Kandidatur. Als denkbar bezeichnete sie ein Zusammengehen mit NRW-FDP-Chef Henning Höne.

Eine inhaltliche Neupositionierung sieht Strack-Zimmermann nicht als notwendig an. „Ich glaube, dass man die FDP nicht neu denken muss. Ich glaube, dass der Liberalismus, der Freiheitsgedanke, ein so großartiger Gedanke ist, dass man ihn nicht neu definieren, sondern in die Diskussion einbringen muss.“ Als Beispiel nannte sie ein Social-Media-Verbot für Jugendliche, das aus ihrer Sicht kontraproduktiv wäre. „Wer heute Programme anbietet für Kinder und Jugendliche, der ist in Verantwortung, und nicht die, die es nutzen.“ Ihre Erfahrung als Kommunalpolitikerin und jetzt als Europapolitikerin wolle sie gezielt für die FDP nutzen. Strack-Zimmermann betonte, dass sie ihre zuspitzende und kontroverse Art dabei nicht verändern werde. „Es hat doch keinen Sinn, wie ein Roboter zu sprechen, bei jedem das Gleiche zu sagen, und das Publikum reagiert nicht“, so Strack-Zimmermann. Das Podcast-Gespräch hören Sie ab 5 Uhr hier. Michael Bröcker

Table.Today. "Wie gelingt der FDP ein Neustart? Mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann."
Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Wie resilient ist Deutschland wirklich? Jetzt mehr erfahren. IFAT Munich

Interne Mails: VCI verärgert über die Chemieagenda der Bundesregierung. In der Chemiebranche ist der Unmut über die von der Bundesregierung geplante Chemieagenda groß. Das belegen interne Mails zwischen der Führung des Branchenverbands VCI und Industrievertretern unmittelbar vor dem Parlamentarischen Abend des Verbands an diesem Mittwoch. Intern wird demnach sogar erwogen, die geplante gemeinsame Pressekonferenz mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Umweltminister Carsten Schneider am Donnerstag platzen zu lassen. „Reformen, die erst in drei oder vier Jahren wirken, helfen nicht. Dafür braucht es keine langwierigen Prozesse, wie zum Beispiel bei der Chemieagenda”, schreibt VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup in einer Mail an eine Industrievertreterin.

Man müsse den Druck nochmals erhöhen und notfalls die „nächste Eskalationsstufe“ zünden, schreibt der Cheflobbyist der Branche. Man dürfe sich von den wohlklingenden Aussagen der Regierung „nicht einlullen“ lassen. Was bisher an den Werktoren ankomme, sei „too little, too slow“, so Große Entrup. Vor allem das Umweltministerium verharre in „alten Denkmustern“ und „negiert den Handlungsbedarf“. In einer E-Mail beklagt ein hochrangiger BASF-Manager aus Ludwigshafen, dass die Regierung der Branche seit Wochen in zentralen Themen nicht entgegenkomme. So gebe es bisher weiterhin kein klares Bekenntnis zu einer „substanziellen ETS-Reform“. Dass der Reduktionsfaktor beim Emissionsrechtehandel erst ab 2036 angepasst werden solle, sei zu spät. Michael Bröcker

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Hätten Sie’s gedacht? Über 55 Prozent des PKV-Mehrumsatzes entfallen auf die ambulante Versorgung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte: 8,7 von insgesamt 15,5 Milliarden Euro. Dieses Geld können die Praxen zum Beispiel in medizinisches Personal oder in eine bessere Ausstattung investieren. Davon profitieren alle – auch die gesetzlich versicherten Patienten. (mehr auf pkv.de)

EU-Emissionshandel: Union will CO2-Preissignale zum Klimaschutz erhalten. Das europäische Emissionshandelssystem wird an einigen Stellen verändert, doch die Grundstruktur soll erhalten bleiben. Bei der Anpassung das richtige Maß zu finden, sei eine „Gratwanderung“, sagte Andreas Jung, Vizevorsitzender der Unionsfraktion, Table.Briefings. CO2-Preissignale als Anreiz für eine klimafreundliche Transformation der Industrie müssten erhalten bleiben. Jedoch gebe es externe geoökonomische Herausforderungen sowie interne Unzulänglichkeiten des ETS, so Jung.

Die Grünen sehen die Anpassungen des ETS skeptisch. Lisa Badum, Sprecherin für Klimapolitik im Bundestag, will der Industrie durch grüne Leitmärkte, Beschaffungsquoten und einen Industriestrompreis helfen. „Wenn es mehr kostenfreie Zertifikate für die Chemieindustrie geben sollte, dann wäre die Mindesterwartung, dass diese Industrie die eingesparten Mittel dann wenigstens in die eigene Transformation investieren muss“, sagte sie. Was die verschiedenen Anpassungsvorschläge für Industrie und Klima bedeuten, lesen Sie im ESG.Table. Lukas Knigge, Alex Veit

Teilen
Kopiert!

POLITISCHE ANZEIGE

- Sponsor: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag
- Im Zusammenhang mit: Antrag “Natur, Klima, Zivilgesellschaft schützen – Einschränkungen verhindern” (BT-Drucksache 21/4757); Gesetzgebungsverfahren zum Umweltrechtsbehelfsgesetz (BT-Drucksache 21/4146); beide Deutschland, national

Transparenzbekanntmachung

Sicherheitspolitik: Wie Berlin seine Indopazifik-Strategie belebt. Boris Pistorius stärkt in Singapur die industriellen Beziehungen Deutschlands zum Indopazifikraum. Deutschland sucht resiliente Lieferketten, Rüstungspartner und strategische Anker. „Die Zeit, in der wir leben, führt uns zu einem neuen Ansatz in internationaler Kooperation“, sagte der Verteidigungsminister. Dazu schlossen die Essener ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) und ihr örtlicher Industriepartner ST Engineering ein Kooperationsabkommen in seinem Beisein. Vereinbart ist der Aufbau eines Stützpunktes zur Reparatur und Wartung von U-Booten. ST Engineering ist Singapurs staatlicher Rüstungs- und Technologiekonzern. Inwieweit Deutschlands sicherheitspolitische Verknüpfungen mit Singapur fortgeschritten sind, lesen Sie im China.Table. Christina zur Nedden

Teilen
Kopiert!

Europa: Kubilius fordert Verfünffachung der Ausgaben für Flugabwehr. Der EU-Kommissar für Verteidigung und Raumfahrt, Andrius Kubilius, fordert von den Mitgliedsstaaten deutlich mehr gemeinsame Rüstungsbeschaffungen. „Wir ermutigen die Regierungen, einen größeren Teil ihrer finanziellen Mittel für europäische Produkte auszugeben“, sagte er Table.Briefings. Noch im April werde die EU-Kommission im Rahmen ihres Safe-Programms 150 Milliarden Euro an Krediten auszahlen, die unter anderem von Polen, Frankreich, Italien und Rumänien beantragt wurden und zu zwei Dritteln für gemeinsame Beschaffungen gewährt werden. Darin liege der Schlüssel für militärindustrielle Unabhängigkeit Europas von den USA, so Kubilius. Defizite bestünden vor allem bei der Flugabwehr: „Unsere Luftverteidigungsfähigkeiten müssen wir sogar um 400 Prozent erhöhen.“

Der frühere litauische Premierminister sieht in der Entwicklung neuer Technologien den besten Weg, den Rückstand der europäischen Verteidigungsindustrie zu den US-Rüstungsriesen aufzuholen. „Ich hoffe, dass wir in Zukunft wirklich in der Lage sein werden, mit der amerikanischen Industrie zu konkurrieren und gute Waffen zu produzieren“, sagte Kubilius. „Unsere Chance liegt darin, neue Systeme zu entwickeln – gemeinsam mit der Ukraine, die derzeit als innovativste Verteidigungsindustrie weltweit gilt.“ Weshalb auch Norwegen und das Vereinigte Königreich als Nicht-EU-Mitglieder wichtige Partner sind, um Europas Verteidigungsfähigkeit zu stärken, lesen Sie im Security.Table. Markus Bickel

Teilen
Kopiert!

Rechenzentren: Lobbycontrol kritisiert Einflussnahme von Big Tech auf Energie-Effizienz-Novelle. Eine Recherche von Lobbycontrol und Campact, die Table.Briefings vorliegt, legt nahe, dass die vom Wirtschaftsministerium geplante Novelle des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG) maßgeblich durch Microsoft, Google und Co. beeinflusst wurde. Es finden sich teils wortgleiche Formulierungen. Dies ergab ein Vergleich des geleakten Referentenentwurfs vom Dezember 2025 mit Lobbypapieren großer Tech-Konzerne. Betroffen sind vor allem die Passagen, in denen es um Rechenzentren geht. Die letzte Woche vom Kabinett beschlossene Rechenzentrumsstrategie des Digitalministeriums hatte diese kritischen Punkte weitgehend ausgespart. Die eigentliche Substanz der Deregulierung steckt im EnEfG-Entwurf und nicht in der öffentlich diskutierten Strategie. Um welche konkreten Punkte es sich dabei handelt, lesen Sie im CEO.Table. Leonard Schulz

Teilen
Kopiert!

Digitalpolitik: Stepstone-CEO fordert Sonderwirtschaftszonen statt Regulierungsdschungel. Europa reguliert Probleme, bevor sie entstehen – das ist das eigentliche Problem. So lautete das klare Urteil von Sebastian Dettmers, CEO von Stepstone, beim High-Level-Round-Table von Table.Briefings am Montag. Sein Vorschlag ist konkret: Sonderwirtschaftszonen für Technologie, in denen neue Lösungen erprobt werden dürfen – ohne bürokratische Vorab-Regulierung. „Dann sieht man, was passiert. Und dann sollten wir nur das regulieren, wo tatsächlich Probleme entstehen – nicht, wo sie möglicherweise entstehen.“ In der Round-Table-Diskussion wurde der Wunsch nach mehr wirtschaftlichem Zusammenhalt und mehr Mut zum Experimentieren geäußert. So könne Deutschland international wettbewerbsfähig bleiben und etwa im Cloud-Bereich nicht von den Angeboten der großen US-Anbieter abhängig sein. Was das für den Deutschland-Stack, das Vergaberecht und europäische Börsenchancen bedeutet, lesen Sie im CEO.Table. Alex Hofmann

Teilen
Kopiert!

Menschenrechte: Nationaler Aktionsplan soll europäische Position stärken. Europas Wirtschaft ist ein Vorreiter in der nachhaltigen Wirtschaft, auch aufgrund der frühzeitigen Setzung von Standards. „Aber diesen Wettbewerbsvorteil drohen wir zu verspielen“, sagte BMZ-Staatssekretärin Bärbel Kofler bei einer von VW ausgerichteten Fachkonferenz zu Wirtschaft und Menschenrechten. Neuen Schwung für die Bearbeitung menschenrechtlicher Probleme durch die Wirtschaft erhofften sich Teilnehmer von einer Überarbeitung des hiesigen Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP).

Ein Nationaler Aktionsplan ist seit Jahren überfällig und könnte neue wichtige Impulse bringen. Diese Überzeugung äußerte Michael Windfuhr, Vizedirektor des Deutschen Instituts für Menschenrechte, im Gespräch mit Table.Briefings. Großes Potenzial sehen Fachleute beim NAP bei der öffentlichen Beschaffung. Entsprechend äußerte sich BMZ-Staatssekretärin Kofler bei der Konferenz. Sie fände den Aktionsplan gut, um die öffentliche Beschaffung als Hebel stärker einzusetzen. Wo es hakt und wie es um die Umsetzung des europäischen Lieferkettengesetzes in nationales Recht steht, lesen sie im ESG.Table. Caspar Dohmen

Teilen
Kopiert!

AfD Rheinland-Pfalz: Spitzenkandidat könnte Fraktionsvorsitz verlieren. Landeschef Jan Bollinger könnte nur drei Tage, nachdem er in erster Reihe den Wahlerfolg feierte, von seinen eigenen Leuten abgewählt werden. Wie die Allgemeine Zeitung berichtete, ist der Unmut so groß, dass er bei der konstituierenden Sitzung am Mittwoch daran scheitern könnte, erneut Fraktionsvorsitzender der AfD im Mainzer Landtag zu werden. Aus Parteikreisen hat Table.Briefings erfahren, dass der jahrelange Frust während des Wahlkampfs noch gewachsen ist.

Nicht wegen, sondern trotz Bollinger habe man 19,5 Prozent geholt. Unter seinem gesetzten Ziel von „20 plus X“ sei er trotzdem geblieben. Gerne hätte man als erster Westverband die 20-Prozent-Marke geknackt. Doch Bollinger habe wichtige Themen liegen lassen: Benzinpreise, BASF-Stellenabbau und den Skandal um eine Ludwigshafener Schule habe er zu wenig thematisiert. Der Wahlkampf sei zu sehr auf ihn ausgerichtet gewesen, obwohl er „kein Menschenfänger“ sei. Pressewirksame Bilder oder Aufsehen habe er kaum erzeugt. Auch um die Wiederwahl zum Parteivorsitzenden im Sommer müsse Bollinger bangen, heißt es. Franziska Klemenz

Teilen
Kopiert!

Bundesversammlung: Schwarz-Rot hat stabile eigene Mehrheit. Nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz steht nun auch die Zusammensetzung der 18. Bundesversammlung weitgehend fest. Gut 95 Prozent der Sitze sind vergeben. Union und SPD entsenden bei der Wahl des nächsten Staatsoberhaupts am 30. Januar 2027 nach Berechnungen von Table.Briefings bereits jetzt 659 der 1.260 Wahlfrauen und Wahlmänner. Sie könnten eine gemeinsame Kandidatin oder einen gemeinsamen Kandidaten für die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier ohne Unterstützung Dritter durchbringen. Die ausstehenden Landtagswahlen dieses Jahres in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt entscheiden nur noch über die Vergabe von voraussichtlich 57 Sitzen im höchsten deutschen Wahlgremium.

Theoretisch könnte es rechnerisch noch zu einer schwarz-grünen Mehrheit kommen. Dazu müssten CDU und Bündnis90/Die Grünen bei den ausstehenden Landtagswahlen allerdings deutlich besser abschneiden als die jüngsten Umfragen erwarten lassen. Die Bundesversammlung setzt sich aus den 630 Mitgliedern des Bundestags und ebenso vielen Delegierten aus den Ländern zusammen. Die Bundesländer entsenden Wahlleute entsprechend ihrem Anteil deutscher Staatsbürger und der Stärke der Fraktionen im jeweiligen Landtag. Sven Siebert

Teilen
Kopiert!

Table.Documents

Änderungsantrag und U2-Papier zur Reform der privaten Altersvorsorge

Antworten auf Kleine Anfragen: Ausgaben für humanitäre Hilfe, Bewertung des US-Angriffs auf Venezuela, Förderung der zivilen Seenotrettung, Zustand der Bahnbrücken in Berlin

Eckpunkte für ein Gründungsbeschleunigungsgesetz

Referentenentwurf eines Gesetzes über den automatischen Austausch von Informationen über Einkünfte, die mittels digitaler Plattformen erzielt wurden

Referentenentwurf eines Gesetzes über den automatischen Austausch von Informationen nach dem Melderahmen für Kryptowerte

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Andreas Löschel über den Stellenwert der Energieffizienz. Table.Forum

Heads

Thorsten Kornblum ist neuer Präsident des Verbands kommunaler Unternehmer. Der 44-jährige Sozialdemokrat und Oberbürgermeister von Braunschweig wurde am Dienstag vom Vorstand des Verbands einstimmig gewählt und folgt auf Ulf Kämpfer, den Kieler Oberbürgermeister. Kornblum ist seit November 2021 OB in Braunschweig und zugleich Aufsichtsratsvorsitzender von BS Energy. Er ist zudem Mitglied im Präsidium des Deutschen Städtetages. Davor war er unter anderem Leiter des Ministerbüros von Boris Pistorius in Niedersachsen. Kämpfer hatte bereits bei seiner Wiederwahl im Juli 2025 angekündigt, das Ehrenamt nur noch bis zum Ende seiner Kieler OB-Amtszeit im April 2026 auszuüben. Kämpfer ist Spitzenkandidat der SPD für die schleswig-holsteinische Landtagswahl 2027. Michael Bröcker

Jared Isaacman, seit Dezember als sogenannter „Administrator“ Chef der Nasa, hat am Dienstag seinen Plan für die Zukunft vorgestellt: 2028 will er die erste bemannte Landung auf dem Mond seit 1972 und bald darauf eine dauerhafte eine Basis. Das Lunar Gateway, das mit der Esa, Kanada und Japan geplant war, soll es in der jetzigen Form nicht geben. Langfristig sollen verstärkt kommerzielle Akteure übernehmen. Wie Isaacmans Pläne im Detail aussehen, die er in Washington auf einem Event mit dem Titel „Ignition“ präsentierte, lesen Sie im Space.Table. Ralf Nestler

Kevin Dorow muss seine Ämter bei der AfD vorerst abgeben, darf dafür aber Parteimitglied bleiben. Eigentlich hatte der Bundesvorstand sich im Februar darauf geeinigt, ein Parteiausschlussverfahren gegen das Vorstandsmitglied der AfD Schleswig-Holstein und der Generation Deutschland (GD) einzuleiten. Beim Gründungsparteitag der GD hatte er einen Slogan der Hitlerjugend zitiert. Nach Druck von Rechtsaußen und einer Anhörung des GD-Chefs einigte man sich nun aber auf eine zweijährige Ämtersperre. (Welt)

Teilen
Kopiert!

Best of Table

China.Table: Chinesisches Frachtschiff zahlt für Irans Korridor. Ein chinesisches Schiff nutzt erstmals eine alternative Route durch die Straße von Hormus – gegen Bezahlung. Weshalb derweil an chinesischen Tankstellen trotz Preiskontrollen lange Schlangen entstanden, lesen Sie hier.

ESG.Table: Warum es eine „Recycled in Europe“-Vorgabe braucht. Das EU-Industriebeschleunigungsgesetz (IAA) solle Anreize schaffen, damit europäischer Kunststoffabfall in Europa recycelt wird. Warum dies nach Ansicht einer Expertin von Zero Waste Europe nicht nur die europäische Kunststoffrecyclingbranche stärken, sondern auch den Übergang zu einer schadstofffreien Kreislaufwirtschaft fördern würde, lesen Sie hier.

Space.Table: Ischinger warnt vor Europas Fehlern im Weltraum. In ungewöhnlicher Deutlichkeit hat der MSC-Vorsitzende auf dem erstmals ausgetragenen Munich Space Summit die strategische Bedeutung des Weltraums für die europäische Souveränität unterstrichen. Was er vorschlägt, um eine neuerliche Fragmentierung zu verhindern, lesen Sie hier.

Security.Table. Ägypten als Vermittler im Iran-Krieg. Dafür plädiert Almut Wieland-Karimi, Leiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kairo. Europa könnte dabei eine stabilisierende Rolle einnehmen. Warum das auch für die Beziehungen Berlins zu Kairo eine Chance sein könnte, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Wie Selbstregulation die Bildung prägen könnte. Wissenschaftler fordern, diese Kompetenz zu einer Leitperspektive zu machen. Selbstregulation ermöglicht Kindern und Jugendlichen, sich an wechselnde Umstände anzupassen und Ziele zu erreichen. Was die Forderung für Politik und Praxis bedeutet, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Mentale Gesundheit als unterschätzte Bildungsvoraussetzung. Jedes fünfte Kind in Deutschland ist psychisch belastet. Im Klassenzimmer bleiben viele Fälle unentdeckt. Wie die Gründerin Alix Puhl das ändern will, lesen Sie hier.

Teilen
Kopiert!

Time.Table

Regierung: Regierungsbefragung im Bundestag mit Friedrich Merz. Berlin

Klimapolitik I: Carsten Schneider und Berthold Goeke stellen auf der Bundespressekonferenz das Klimaschutzprogramm 2026 vor. Haus der Bundespressekonferenz, 13:15 Uhr

Klimapolitik II: Diskussionsveranstaltung des Kommissariats der Deutschen Bischöfe zu Umwelt- und Klimapolitik in Berlin mit Rede von Carsten Schneider (16 Uhr).

Innenpolitik I: Wissenschaftsministerkonferenz im Rahmen der Kultusministerkonferenz mit Pressekonferenz zu den Ergebnissen der Konferenz (19 Uhr). Berlin. Weitere Informationen

Innenpolitik II: Beginn der Regionalkonferenz der Regierungschefs der ostdeutschen Länder unter Berliner Vorsitz. Dazu Abendessen in der polnischen Botschaft (19 Uhr).

Innenpolitik III: Öffentliche Anhörungen der Bundestagsausschüsse. Friedrich Merz wird im Europaausschuss zu Europathemen nach dem EU-Gipfel befragt (15:45 Uhr). Berlin

Außenpolitik I: Ursula von der Leyen setzt ihre Reise in Australien fort und besucht den Marine-Stützpunkt Garden Island Naval Precinct, wo sie sich mit australischen Sicherheitsvertretern sowie europäischen Unternehmensvertretern aus der Verteidigungs- und Luftfahrtbranche austauscht. Später hält von der Leyen eine Rede bei einer Veranstaltung des European Australian Business Council. Weitere Informationen

Außenpolitik II: Boris Pistorius setzt seine Pazifik-Reise in der australischen Hauptstadt fort.

Außenpolitik III: Johann Wadephul empfängt seinen tunesischen Amtskollegen Mohamed Ali Nafti. Dabei führen sie ein Gespräch mit Julia Klöckner. Berlin, ab 10:45 Uhr

Teilen
Kopiert!

Must-Reads

Berlingske: Erhebliche Einbußen für Frederiksens Sozialdemokraten in Dänemark. Den Exit-Polls zufolge wird die Sozialdemokratische Partei von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bei der vorgezogenen Parlamentswahl mit 19,2 Prozent der Stimmen voraussichtlich die stärkste Kraft. Sie verliert aber gegenüber der Wahl 2022 mehr als acht Prozentpunkte. Die Liberale Partei kommt auf 9,3 Prozent, während die Moderaten 8,2 Prozent der Stimmen erreichen dürften. („I dag afgøres folketingsvalget – følg med her“)

Spiegel: Juso-Chef rechnet mit Parteispitze ab. „Inhaltsleere Floskeln“ könne er nicht mehr hören, sagt Philipp Türmer und stellt sein Spitzenpersonal in Frage. Reformen seien kein Selbstzweck, SPD-Visionen müssten über Regierungshandeln hinausgehen. Gremien nehme er teils als „sinnlose Beschäftigungstherapie“ wahr, die SPD als „Gemeinschaft der Ohnmacht“ statt Kampfgemeinschaft. („Mit diesem Kurs marschieren wir in den Abgrund“)

Netzpolitik: BAMF verschärft Sicherheitskurs. Trotz rückläufiger Asylanträge (von 250.945 auf 168.548) leitete das BAMF 2025 rund 8.000 Hinweise an BKA, BND und Co. weiter – allein ans BKA fast doppelt so viele wie im Vorjahr (4.224). Außerdem sucht ein KI- Programm automatisch nach sicherheitsrelevanten Hinweisen in den Protokollen zur Asylanhörung und markiert entsprechende Funde. („Asylbehörde gibt wieder deutlich mehr Daten an Geheimdienste und Polizei weiter“)

SZ: Landräte widersprechen Söders Schuldzuweisung. Die Stichwahl-Schlappen der CSU begründete Markus Söder zunächst mit AfD-Sympathisanten und damit, dass vor Ort einiges verbockt worden sei. Später ruderte er etwas zurück. Landräte zeichnen mitunter ein anderes Bild. Nicht nur habe Bayern etwa „eine vernünftige Krankenhausplanung“ vermissen lassen. Manche fragen auch, ob die CSU nicht eine breitere Aufstellung neben Söder brauche. („Der Landrat ist der Depp“)

Taz: CDU und Grüne treffen sich in Stuttgart erstmals zu Sondierungen. Dabei ist die Stimmung vorbelastet: die CDU fordert mehr Ministerien und, dass die Grünen das CDU-Wahlprogramm unterschreiben. Erste positive Signale: Manuel Hagel und Cem Özdemir sollen sich mehrfach persönlich getroffen haben. Beide Seiten gehen mit potenziellen Ministerkandidaten in die Sondierungen. („Schweigsam in Stuttgart“)

Zeit: Großrazzia nach Berliner Stromausfall mit offenen Erfolgschancen. Ermittler durchforsteten am Dienstag 14 Berliner Adressen sowie weitere in Hamburg und Düsseldorf, beschlagnahmten Geräte, aber verhafteten niemanden. Vier Linksextreme verdächtigen sie, viele Spuren führen nach Bayern. Allerdings führten Verdächtige sie schon zuvor in die Irre, fingierten „konspirative“ Treffen. Erfolge gibt es bislang kaum. („Jetzt schlägt der Staat zurück. Ein bisschen“)

Teilen
Kopiert!

Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

phoenix runde, 22:15 Uhr: Julia Reuschenbach, Robin Mesarosch, Angelika Hellemann, Stephan-Andreas Casdorff

Maischberger, 22:50 Uhr: Johannes Winkel, Martin Richenhagen, Theo Koll, Ulrike Herrmann, Beatrice Achterberg

Markus Lanz, 23:15 Uhr: Katarina Barley, Robin Alexander, Ali Fathollah-Nejad, Elmar Theveßen

Teilen
Kopiert!

Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Sven Jochem, Politikwissenschaftler: Dänemark nach der Wahl

7:15 Uhr: Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Mitglied des FDP-Vorstand: Zukunft der FDP

8:10 Uhr: Misbah Khan, MdB (Grüne): Kritik am Umbau von „Demokratie leben“

rbb24–Inforadio

7:05 Uhr: Felix Neumann, Konrad-Adenauer-Stiftung: Razzien nach Anschlägen aufs Stromnetz

7:25 Uhr: Andreas Jung, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion: neues Klimaschutzprogramm der Bundesregierung

RTL/ntv

7:30 Uhr: Katharina Dröge, Fraktionsvorsitzende der Grünen: neues Klimaschutzprogramm der Bundesregierung und Schutz vor digitaler Gewalt

Teilen
Kopiert!

Geburtstage von morgen

Elton John, britischer Musiker, 79

Wladimir Klitschko, Boxweltmeister im Schwergewicht, 50

Teilen
Kopiert!

Nachttisch

Unser Tipp führt sie heute in das Verlagswesen der DDR. Obwohl die sowjetische Militärverwaltung nach 1945 mehr als 200 Verlagen eine Genehmigung erteilte, waren zum Ende der DDR im Jahr 1990 nur noch 78 übrig. Der Frage, weshalb und wie sie verschwanden, ist Christoph Links nachgegangen. Er ist selbst Sohn eines Verlegers und war im Dezember 1989 einer der ersten in der DDR, der einen Antrag auf eine Verlagslizenz stellte. Anschaulich zeichnet er das Schicksal von Dutzenden Verlagen nach, die im Laufe der Jahre wegen Verdrängung, Verstaatlichung oder Weggang in den Westen verschwanden. Links deckt mit seinem Buch ein bisher unbekanntes Kapitel ostdeutscher Kulturgeschichte auf. Markus Bickel

Christoph Links: Verschwundene Verlage | Ch. Links Verlag Berlin

Teilen
Kopiert!

Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Markus Bickel, Laura Block, Michael Bröcker, Helene Bubrowski, Caspar Dohmen, Damir Fras, Daniel Friesen, Alex Hofmann, Franziska Klemenz, Lukas Knigge, Magdalena Latz, Vincent Mikoteit, Christina zur Nedden, Ralf Nestler, Leonard Schulz, Sven Siebert, Sara Sievert und Alex Veit mitgewirkt.

Der Berlin.Table ist das Late-Night-Briefing für die Table.Media-Community. Wenn Ihnen der Berlin.Table gefällt, empfehlen Sie uns bitte weiter. Wenn Ihnen diese Mail weitergeleitet wurde: Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

Teilen
Kopiert!

Briefings wie Berlin.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden