Zukunft der Altersvorsorge: Betriebsrente rückt in den Fokus

17. Mai 2026
Haben eine historische Aufgabe - und nicht mehr viel Zeit: Frank-Jürgen Weise und Constanze Janda (picture alliance/IPON/Stefan Boness; picture alliance/dpa/Uli Deck)

Zukunft der Altersvorsorge: Betriebsrente rückt in den Fokus. Während bisher die gesetzliche und private Altersvorsorge die Rentendebatte dominieren, gewinnt nun die betriebliche Altersvorsorge (bAV) an Bedeutung. Derzeit verfügt nur rund die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über eine bAV. Vor allem Menschen mit wenig Einkommen sind unterrepräsentiert, zudem gibt es deutliche Geschlechterunterschiede. Für ein gutes „Gesamtversorgungsniveau“, wie es die Regierung plant, könnte eine verpflichtende Zusatzrente helfen. Das plante – bei der privaten Vorsorge – ursprünglich auch Walter Riester, wie er im Podcast Table.Today erzählte. Was damals nicht kam, könnte jetzt bei der bAV Wirklichkeit werden.

Der zuständige Fachverband, in dem Unternehmen und Pensionskassen organisiert sind, bleibt skeptisch. Im bestehenden System gebe es Fehlanreize, sagt Klaus Stiefermann von der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba) Table.Briefings. Beseitigt man sie, könne man entsprechende Angebote ohne Pflicht in die Breite bringen. Der Jurist ist Vorstandsvorsitzender des Dachverbands PensionsEurope und war Mitglied der Fokusgruppe private Altersvorsorge des BMF. Bevor man eine Pflicht einführt, müsste man ihm zufolge wichtige Fragen klären. So würden 57 Prozent aller Arbeitgeber bisher gar keine bAV anbieten. Wenn die „auf einmal verpflichtet wären, ihre Lohnzusatzkosten zu erhöhen, könnte sie das in Schwierigkeiten bringen“, so Stiefermann.

Große Akteure bringen sich in Stellung. Der Gesamtverband der Versicherer (GDV) fordert eine automatische Einbeziehung von Beschäftigten, sollten diese nicht im Rahmen eines Opt-Outs widersprechen. Das könne dazu beitragen, die Grundsicherung zu entlasten und die Leistungsfähigkeit des Drei-Säulen-Systems zu stärken, schrieb der GDV der Rentenkommission. Beim DIW beauftragte er ein Gutachten zum Gesamtversorgungsniveau. Wie ein solches Niveau aussehen könnte, ist am Montag Thema in der Kommission. Worauf es aus Stiefermanns Sicht bei Reformen ankommt, lesen Sie im Interview. Okan Bellikli

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Letzte Aktualisierung: 17. Mai 2026