Heike Henn – neue Abteilungsleiterin Internationale Klimapolitik im BMUKN

Das Auswärtige Amt gibt die internationale Klimapolitik an das Umwelt- und Klimaministerium ab. Als Abteilungsleiterin Internationale Klimapolitik im Umweltministerium wird Heike Henn damit wichtige deutsche Vertreterin auf internationalen Klimaforen.

29. August 2025
Heike Henn wird Abteilungsleiterin im BMUKN. (Privat)
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Die Bundesregierung hat am Mittwoch im Kabinett die Neuaufstellung der deutschen Klimapolitik beschlossen. Mit der neuen Abteilung „Internationaler Klimaschutz“ übernimmt das Umwelt- und Klimaministerium (BMUKN) die Federführung in der deutschen internationalen Klimapolitik. Damit wechselt das Politikfeld aus dem Auswärtigen Amt (AA) zurück ins Umweltministerium. Die neue Abteilung mit einer Unterabteilung und sieben Referaten bündelt unter anderem die Arbeit zu UN-Verhandlungen, Kohlenstoffmärkten, globalen Finanzhilfen und der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Mit Heike Henn übernimmt eine erfahrene Klimaverhandlerin die Leitung der neu geschaffenen Abteilung.

Vor ihrem Wechsel arbeitete Henn über zehn Jahre für das Entwicklungsministerium in Bonn und Berlin. Als Leiterin der Unterabteilung 42 – Klima, Energie und Umwelt koordinierte sie zuletzt unter anderem die Verhandlungen zu Klimaschäden und Finanzierung. Damit ist Henn mit den Herausforderungen, vor denen die afrikanischen Länder angesichts des Klimawandels schon jetzt stehen, bestens vertraut. Entsprechend legte Henn bislang ein besonderes Augenmerk auf die Verbindung von Klimaschutz und Entwicklung. Das eine werde ohne das andere nicht erreicht, ist Henn überzeugt.

Dabei ist sich die promovierte Politikwissenschaftlerin auch bewusst, wie schwierig es ist, private Investitionen für Klimaschutzmaßnahmen in den afrikanischen Ländern zu mobilisieren. „Unter Qualität der Klimafinanzierung versteht der Globale Süden vor allem Zuschüsse statt Kredite. Unter Qualität verstehe ich aber auch Eigenanstrengung, Gestaltung der Rahmenbedingungen und politische Reformen für die Transformation als Voraussetzung, damit Mittel aus dem Privatsektor auch gut in die Länder fließen können“, erklärte Henn im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Baku 2024 auf dem Münchner Klimaherbst im vergangenen Jahr.

Afrika steht denn auch direkt zu Beginn ihrer neuen Rolle als Leiterin der Abteilung internationale Klimapolitik im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem BMUKN-Staatssekretär Jochen Flasbarth und BMZ-Staatssekretärin Bärbel Kofler wird Henn nach Addis Abeba reisen und am zweiten afrikanischen Klimagipfel teilnehmen. Im November steht dann die 30. Weltklimakonferenz in Brasilien auf dem Programm.

Auch mit dem AA wird sich Henn künftig weiter eng abstimmen müssen, auch wenn das Außenministerium die Federführung bei dem Thema abgegeben hat. „Die Klimakrise bedroht die Lebensgrundlage vieler Menschen weltweit, sie führt zu Hunger und Konflikten um Ressourcen“, teilte Außenminister Johann Wadephul am Mittwoch mit. Klimapolitik sei daher auch Sicherheitspolitik und damit weiter wichtige Aufgabe des AA.

So will das AA unter anderem seine 50 Klimaschwerpunktbotschaften – auf den Klimaschutz spezialisierte Auslandsvertretungen – behalten. Die Leitung der Staatssekretärsrunde zur Klimaaußenpolitik teilen sich AA und BMUKN künftig. Auch die IKI der Bundesregierung wandert wieder zurück ins BMUKN. Während der Ampel-Regierung lag die Koordination zwischen AA, BMZ und Umweltministerium beim Wirtschaftsministerium. David Renke und Bernhard Pötter

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026