Berlin.Table – Ausgabe 743

EU wehrt sich gegen Trump + Al-Scharaa sagt Berlin-Besuch ab + BMI reißt EU-Frist

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Talk of the Town

Trump, Grönland und die Zolldrohung: Brüssel und Berlin streben nach einer selbstbewussten Antwort

Am Tag nach der Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump gegen alle europäischen Grönland-Unterstützer zeichnet sich in Brüssel wie in Berlin eine resolute und selbstbewusste Antwort ab. Wie aus beiden Hauptstädten zu hören war, streben die Spitzen der EU wie der Bundesregierung eine Reaktion an, die drei Signale beinhalten soll: Einigkeit, Entschlossenheit und die Option von Gegenmaßnahmen. In Brüssel tagten bis in den Abend hinein die EU-Botschafter, um Beschlüsse vorzubereiten. In Deutschland unterrichtete der Kanzler sein Kabinett über die jüngsten Entwicklungen und die auf dem Tisch liegenden Überlegungen. Merz strebt einen virtuellen EU-Sondergipfel am Montag an, um schnell klare Botschaften nach Washington zu schicken. Aber er weiß auch: Sollte der US-Präsident wie bisher geplant diese Woche nach Davos kommen, stehen dort hochheikle Gespräche ins Haus.

Im Laufe des Nachmittags veröffentlichten die europäischen Dänemark- und Grönland-Unterstützer eine gemeinsame Erklärung. Mit ungewöhnlich scharfem Unterton warnten sie Trump davor, seine Drohung wahrzumachen. „Zolldrohungen untergraben die transatlantischen Beziehungen und bergen das Risiko einer Eskalation“, heißt es in der Erklärung Deutschlands mit Dänemark, Finnland, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und Großbritannien.

Nach Informationen von Table.Briefings gibt es drei Stränge für eine Reaktion. Sicher ist erstens, dass das EU-Parlament die für Mittwoch ursprünglich geplante Verabschiedung des EU-USA-Zollabkommens verschieben wird. Zum Zweiten erinnern Berlin und Brüssel Washington seit Tagen auf verschiedenen Kanälen daran, dass am 6. Februar eine EU-Entscheidung ansteht, die die USA hart treffen könnte. Am 5. August letzten Jahres hatte die EU eigene Zölle auf US-Produkte für sechs Monate ausgesetzt, als Reaktion auf von Trump im März 2025 angekündigte Zölle. Gesamtwert der ausgesetzten EU-Maßnahmen: mehr als 90 Milliarden Euro. Ihre Aussetzung läuft aus – und müsste von der EU am 6. Februar verlängert werden. Tut sie es nicht, greifen automatisch EU-Zölle, die Washington vermeiden wollte.

Und drittens denken die EU-Staaten darüber nach, das sogenannte Anti-Zwangs-Instrument einzusetzen. Dabei geht es unter anderem um einen Stopp von Zulassungen von US-Produkten in Europa. Außerdem um Investitionsbeschränkungen für US-Firmen, um Exportbeschränkungen in die USA, um neue Zölle und um eine Digitalsteuer für US-Tech-Konzerne. Darüber berieten am Sonntag die Botschafter der EU-Staaten. Aber auch die Staats- und Regierungschefs der acht Grönland-Unterstützer-Staaten tauschten sich dazu am Wochenende aus. Aus Berliner Regierungskreisen war zu hören, dass man sehr entschieden sein müsse, aber dabei nicht überziehen dürfe. Noch gebe es die Chance, dass auch Widerstand in den USA Trump bremsen könnte.

Unterstützung für die Pläne kommt aus der Wirtschaft, der Wirtschaftswissenschaft und der Opposition. Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, sagte im Podcast Table.Today: „Europa muss geschlossen bleiben und darf sich nicht erpressen lassen.“ Wenn es nicht anders gehe, müssten die Europäer gegenhalten. Appeasement sei der falsche Weg, so der Wissenschaftler. „Das Signal muss sein: Europa macht hier keinen Deal und ist bereit, die Kosten zu tragen.“ DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier erklärte, Trump verknüpfe politische Ziele in inakzeptabler Weise mit wirtschaftlichem Druck gegen einzelne EU-Staaten. Er rief die EU dazu auf, jetzt geschlossen zu handeln und sich nicht spalten zu lassen. Und Grünen-Co-Chefin Franziska Brantner sprach von einer „historischen Bewährungsprobe“ für Bundeskanzler Merz. Sie forderte eine Digitalabgabe auf US-Tech-Konzerne und gezielte Zölle auf Produkte aus Trumps Unternehmerkreisen.

Die Spitzen der Union hatten sich am Sonntag darauf verständigt, zunächst auf mögliche (und von allen erhoffte) Beschlüsse zu warten. Ihr Wunsch: eine selbstbewusste und geeinte EU. Ihr Ziel: In dieser sehr heiklen Phase keine internen Debatten auszulösen, sondern geschlossen aufzutreten. Einzige Ausnahme: Außenminister Johann Wadephul. Der Außenminister sagte in der ARD: „Europa ist politisch und wirtschaftlich sehr viel stärker, als manch einer bisher gedacht hat. Und das sollten wir jetzt auch zur Geltung bringen.“

Eine Sammlung aktueller deutscher Reaktionen auf Trumps Pläne finden Sie hier. Welche Optionen die EU hat, lesen Sie im Europe.Table. Das Gespräch mit Moritz Schularick hören Sie ab 5 Uhr hier.

Table.Today mit Michael Bröcker und Helene Bubrowski. "Wie die EU Grönland retten will"

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Zollpläne vor Gericht: Supreme Court könnte Trump stoppen. Gegenwind könnte Donald Trump diese Woche nicht nur von Kongressmitgliedern aus den eigenen Reihen bekommen, sondern auch vom Supreme Court. Der Oberste US-Gerichtshof könnte schon am Dienstag seine Entscheidung zu Trumps Zöllen bekannt geben. Dabei geht es um die Frage, ob Trumps Zölle überhaupt verfassungsgemäß waren. Umstritten ist vor allem die Art und Weise, wie die Zölle erhoben wurden.

Trump hatte sich auf ein Notstands-Gesetz („International Emergency Economic Powers Act“) berufen. Damit begründete er damals seine Entscheidung, für die meisten Länder sogenannte wechselseitige Zölle zu verhängen. Sollte der Supreme Court dieses Vorgehen als verfassungswidrig einstufen, hätte der US-Präsident wohl auch Probleme, Zölle gegen Europa wegen Grönland durchzusetzen. Ob die US-Republikaner gegen Trump rebellieren, lesen Sie in der Analyse des Berlin.Table. Katharina Kort

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Europa und die USA: Wo die Abhängigkeit zum Problem wird. Dass Europa lange gezögert hat, auf klaren Konfrontationskurs zum völkerrechtswidrigen Vorgehen des US-Präsidenten zu gehen, liegt auch an der Abhängigkeit, die in vielen Feldern von den USA besteht. Nicht nur militärisch ist Europa auf die USA angewiesen, auch im internationalen Zahlungsverkehr, bei wichtigen Digitaldiensten und beim Geheimdienst besteht eine große Abhängigkeit, die den USA ein erhebliches Drohpotenzial verleiht. Wie ausgeprägt die Überlegenheit und die damit einhergehende Abhängigkeit in den verschiedenen Feldern ist, hat der Spiegel in seiner aktuellen Titelgeschichte und in zahlreichen Grafiken zusammengestellt.

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News

Al-Scharaa bleibt in Damaskus: Syrischer Präsident sagt kurzfristig Berlin-Besuch ab. Wenige Stunden vor seinem Abflug nach Europa kündigte Ahmed al-Scharaa an, er werde in Damaskus bleiben. Hintergrund sind offenbar die schweren Kämpfe im Land, die zuletzt wieder aufgeflammt waren. Der syrische Präsident wollte unter anderem Friedrich Merz und Frank-Walter Steinmeier treffen. Wie Table.Briefings erfuhr, hat Al-Scharaa den Besuch verschoben, nicht komplett abgesagt. Zunächst offen blieb, ob damit auch das für Dienstag geplante Treffen von Innenminister Alexander Dobrindt mit dem syrischen Außenminister Asaad al-Schaibani entfällt. Dabei sollte es laut Innenministerium sowohl um Unterstützungsleistungen für Syrien als auch um die Verbesserung der Rückführungsmöglichkeiten von Syrerinnen und Syrern gehen, die derzeit in Deutschland leben. Über die Absage der Präsidentenreise hatte Bild als Erstes berichtet. Stefan Braun

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Wahlrecht: Experten für Verrechnung der Landeslisten. Im Februar wollen die Koalitionsparteien einen weiteren Vorschlag für eine Reform des Wahlrechts vorlegen. Nun sprechen sich zwei Professoren – der Berliner Politikwissenschaftler Thorsten Faas und der Leipziger Jurist Fabian Michl – für ein Modell mit maximal 630 Bundestagsabgeordneten aus, das eventuelle Überhangmandate mit den Landeslisten einer Partei (oder Parteienfamilie) verrechnet. Die Zahl der nicht durch einen Erststimmensieger vertretenen Wahlkreise würde dadurch auf maximal eine Handvoll zusammenschrumpfen, so rechnen die Autoren vor. Sie haben ihre Studie im Auftrag Friedrich-Ebert-Stiftung erarbeitet. Die Union hatte sich bis zuletzt gegen eine solche Verrechnung gewehrt.

Zurückhaltend bewerten die Autoren den Vorschlag, die Zahl der Wahlkreise auf 270 zu reduzieren. Schon jetzt gebe es eine Reihe von Wahlkreisen, die flächenmäßig größer als das Saarland sind. Bei der letzten Bundestagswahl hatten 23 Wahlkreissieger trotz ihrer Erststimmenmehrheit den Einzug in den Bundestag verpasst, weshalb insbesondere die Union Reformbedarf anmeldete. In aller Deutlichkeit formulieren die Autoren: „Ein perfektes Wahlrecht gibt es nicht.“ Der Entscheidung müsse eine Abwägung verschiedener Ziele zugrunde liegen, darunter zuvorderst die Verteilung der Sitze nach dem Stimmenverhältnis, die Funktionsfähigkeit des Parlaments oder die Regionalisierung. Und das System müsse einigermaßen nachvollziehbar sein.

Im Februar will eine Arbeitsgruppe der Koalition einen Reformvorschlag vorlegen. Wegen der divergierenden Zahl von Wahlberechtigten pro Wahlkreis und geringerer Toleranzen müssen – auf der Grundlage des Ergebnisses von 2025 – vor der nächsten Bundestagswahl mindestens 72 Wahlkreise neu zugeschnitten werden. Horand Knaup

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Hätten Sie’s gedacht? In rund 5 Jahren werden wir in Deutschland 130.000 zusätzliche Pflegekräfte brauchen - allein durch die Alterung der Bevölkerung. Die Kosten der Pflege steigen also weiter. Darauf sollten wir uns vorbereiten: mit der privaten Pflegezusatzversicherung und mit mehr Prävention, also dem Vermeiden und Hinausschieben von Pflegebedürftigkeit. (mehr auf pkv.de)

Kritische Infrastruktur: BMI hält EU-Frist nicht ein. Bis zum 17. Januar hätte das Innenministerium (BMI) die „Strategie zur Verbesserung der Resilienz kritischer Einrichtungen“ vorlegen müssen. Das ist nicht geschehen. Man strebe nun eine „rasche Finalisierung der Strategie an“, sagte ein Sprecher auf Anfrage von Table.Briefings. Die Bundesregierung muss die Strategie nach EU-Recht ergänzend zum Kritis-Dachgesetz vorlegen und klarmachen, welche Prioritäten sie zur Resilienzsteigerung hat und wer wofür zuständig ist. Welche Knackpunkte es aktuell bei den Verhandlungen zum Kritis-Dachgesetz gibt, lesen Sie im Security.Table. Lisa-Martina Klein

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Skandale bei Versorgungswerken: Bund hält sich raus. Nach den Fehlinvestitionen beim für drei Bundesländer zuständigen Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB) sowie bei der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) sieht sich der Bund nicht zuständig. Die Aufsicht obliege ausschließlich den Ländern, heißt es aus dem BMAS. Die Bundesregierung habe insofern „keine Einwirkungsmöglichkeiten“. Das BMF teilt mit, mangels Zuständigkeit keine über öffentliche Quellen hinausgehenden Kenntnisse zur Lage der Versorgungswerke zu haben. Auch die Bafin verweist auf Anfrage auf die Länder.

Das VZB rechnet mit Rentenkürzungen. Demnach wird es zu Einschnitten bei künftigen Rentenzusagen und voraussichtlich auch bei bestehenden Renten kommen, teilte das Werk Table.Briefings mit. Die Entscheidung, wie genau sich die Lasten auf verschiedene Versichertengruppen verteilen, steht noch aus. Zudem läuft laut VZB ein Ermittlungsverfahren gegen frühere Verantwortliche unter anderem wegen des Verdachts auf Untreue und besonders schwere Korruption. Die BVK wiederum schließt Auswirkungen auf ihre Versorgungszusagen aus. Einzelne Verluste würden durch andere Investments ausgeglichen. Okan Bellikli

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Beitrag von Martin Keller über Deutschlands Chance zum Leapfrogging

Schutz der Industrie: EU will drastische Buy-European-Klauseln. Die EU-Kommission plant scharfe Regeln, um die Industrie zu schützen. Bei öffentlichen Ausschreibungen und wenn Steuerzahlergeld verteilt wird, etwa bei Kaufprämien für E-Autos, sollen Buy-European-Klauseln eingezogen werden. Damit will die Kommission der Deindustrialisierung entgegenwirken und erreichen, dass die verarbeitende Industrie im Jahr 2030 noch 20 Prozent zur Wirtschaftsleistung der EU beisteuert. Zudem sollen Investments von Drittstaaten, die den Export von kritischen Rohstoffen kontrollieren, oberhalb von 100 Millionen Euro in der EU genehmigungspflichtig werden. Dies sieht ein Entwurf für den Industrial Accelerator Act vor, der Table.Briefings vorliegt. Warum selbst Unternehmen mit Sitz in der EU gegen die Pläne lobbyieren, lesen Sie im Europe.Table. Markus Grabitz

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Bundesregierung: 121 politische Beamte in den Ruhestand versetzt. Von Beginn der vergangenen Wahlperiode an bis jetzt wurden in den Ministerien gut 120 Beamtinnen und Beamte in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD hervor. Am stärksten betroffen ist das Wirtschaftsministerium mit 20 Personen, gefolgt vom BMI mit 18. Finanz- und Forschungsministerium kommen auf jeweils 13. In der Zeit sind zudem mehr als 60 Parlamentarische Staatssekretärinnen und -sekretäre ausgeschieden. Auch hier liegt das heutige BMWE mit insgesamt sieben Personen vorn. Danach kommen BMI, AA und Verkehrsministerium mit jeweils sechs. Okan Bellikli

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Time.Table

Highlights der Woche

Das sind die wichtigsten Termine von Friedrich Merz in dieser Woche:

Am Montag zu Besuch ist Mario Draghi, der den diesjährigen Karlspreis erhält. Das Gespräch dürfte sich vor allem um die Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit drehen.

Am Dienstag empfängt Merz vormittags Familienmitglieder von Angehörigen der Bundeswehr und Polizei, die sich derzeit im Ausland befinden. Dabei sind auch Alexander Dobrindt und Generalinspekteur Carsten Breuer.

Am Mittwoch und Donnerstag ist der Kanzler beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. Am ersten Tag findet ein Gespräch mit internationalen Investoren statt. Am zweiten Tag trifft er sich den offiziellen Angaben zufolge mit „internationalen Wirtschaftsspitzen“ und hält eine Rede vor dem WEF-Plenum. In Davos dabei sind Lars Klingbeil, Katherina Reiche, Karsten Wildberger, Dorothee Bär, Carsten Schneider und Nina Warken.

Am Freitag finden die deutsch-italienischen Regierungskonsultationen statt. Im Fokus stehen europa- und wirtschaftspolitische Themen sowie die sicherheits- und verteidigungspolitische Zusammenarbeit. Neben einem bilateralen Austausch zwischen Merz und Giorgia Meloni findet auch eine Plenarsitzung statt.

19. Januar

Wirtschaft: Eröffnung der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos

Finanzen: Deutsch-französische Klausur mit Lars Klingbeil und dem französischen Finanzminister Roland Lescure. BMF, 9 Uhr

Umwelt: Carsten Schneider stellt Details zur neuen Kaufprämie für Elektroautos vor. BMUKN, 10 Uhr

Gedenken: Veranstaltung mit Frank-Walter Steinmeier und Ungarns Staatspräsident Tamás Sulyok anlässlich des 80. Jahrestags des Beginns der Vertreibung der Ungarndeutschen. München

Parteien I: Nach der abgesagten Klausur in Mainz trifft sich der CDU-Vorstand im Konrad-Adenauer-Haus zu Beratungen. Anschließend Pressekonferenz mit Friedrich Merz und Gordon Schnieder, 13:30 Uhr

Parteien II: Klausur des Fraktionsvorstands der Grünen. Auftaktstatement mit Britta Haßelmann und Katharina Dröge, 10 Uhr

Parteien III: Pressekonferenz mit Ines Schwerdtner und der deutsch-iranischen Aktivistin Daniela Sepehri. Karl-Liebknecht-Haus, 13 Uhr

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Table.Documents

Erklärung von acht europäischen Staaten zu den Zollplänen von Donald Trump

Papier der Friedrich-Ebert-Stiftung zu einer möglichen Wahlrechtsreform

Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung zu Integrationsvorstellungen in der Bevölkerung

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Heads

Marco Eggert leitet die neue Stabsstelle im BMVg, die sich um das Problemprojekt Digitalisierung Landbasierter Operationen (D-LBO) kümmern soll. Der Brigadegeneral war zuvor Kommandeur der Panzerbrigade 21 „Lipperland“. Jetzt soll er dafür sorgen, dass Probleme bei dem Milliardenprojekt, das in der Vergangenheit immer wieder für Negativschlagzeilen gesorgt hat, schnell identifiziert und gelöst werden. Auch im Beschaffungsamt der Bundeswehr soll das Projekt stärker kontrolliert werden. Mehr dazu lesen Sie im Security.Table. Wilhelmine Stenglin

Thomas Schmall ist neuer Vorsitzender des Lateinamerika-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (LADW). Er ist CEO von Volkswagen Group Components und Mitglied im Konzernvorstand der Volkswagen AG. Früher war er unter anderem Vorstandsvorsitzender von Volkswagen in Brasilien und Präsident der Deutsch-Brasilianischen Handelskammer. (BDI)

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Best of Table

Agrifood.Table: Warum der Bauernverband nicht gegen Mercosur protestiert. Die Unterzeichnung des Handelsabkommens treibt Landwirte in mehreren EU-Staaten auf die Straße. Warum es in Deutschland verhältnismäßig ruhig bleibt, lesen Sie hier.

Europe.Table: Ausschluss von Tech-Unternehmen aus kritischer Infrastruktur. Die EU-Kommission will die gesetzlichen Voraussetzungen dafür schaffen, Tech-Unternehmen aus Drittstaaten von der kritischen Infrastruktur auszuschließen. Wie das gehen soll, lesen Sie hier.

China.Table: USA setzen Taiwan unter Druck. Viele in Taiwan glauben, dass die eigene Unersetzlichkeit in der Halbleiterindustrie China von einer Invasion abschrecke. Nun möchten die USA, dass Taiwan mehr Produktionskapazitäten in die USA verlegt. Wie das in Taiwan diskutiert wird, lesen Sie hier.

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Agrifood.Table Live Briefing. 22. Januar 2025. "Faire Handelspraktiken entlang der Wertschöpfungskette Lebensmittel". Kostenlos anmelden.

Must-Reads

NYT: Ischinger über die Grönland-Krise. US-Amerikaner, die um den strategischen Nutzen der Nato für ihr Land wissen, sollten jetzt ihre Stimme erheben, schreibt Wolfgang Ischinger. Hinter dem Fokus von Donald Trump auf die Sicherheitslage in der Arktis stünden berechtigte Anliegen. Aber hier müsse das Bündnis als Ganzes agieren, nicht ein einzelner Staat. Es brauche mehr Präsenz in der Region und bessere Absprachen. Noch sei Zeit, die Krise im Dialog zu lösen. („Trump’s Greenland Threats Will Boomerang on America“)

FAZ: Wehrbeauftragter kritisiert Verzögerung von Bundeswehr-Studie. Nach den Enthüllungen über das Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken steht der Umgang mit sexualisiertem Fehlverhalten erneut in der Kritik. Eine 2017 angekündigte Studie zu Ursachen, Ausmaß und Folgen solcher Vorfälle ist bis heute nicht umgesetzt worden. Der Wehrbeauftragte Henning Otte bemängelt, eine fundierte Analyse sei unerlässlich für wirksame Prävention. („Der Minister und die Geisterstudie“)

SZ: Streit über Abhängigkeit von Microsoft. Der bayerische Finanzminister will die Office-Software zum Standard in Bayern machen und damit auch Geld sparen. Der Digitalminister von den Freien Wählern warnt davor, „abhängig und erpressbar zu sein“. Schleswig-Holstein hat indes schon an rund 80 Prozent der Arbeitsplätze auf eine Open-Source-Alternative umgestellt. Cybersecurity-Professor Frank Breitinger rät dazu, Abhängigkeiten langfristig zu reduzieren. („Hat Bayern ein Microsoft-Problem?“)

Nicht überlesen!


Verfassungsblog: Wie die UN unabhängiger von den USA werden könnten. Unter anderem mit Blick auf die US-Ankündigung zum Rückzug aus UN-Organisationen skizziert Itamar Mann von der Universität Haifa Wege nach vorne. Dazu gehören Initiativen zur Verlagerung von Organisationen aus New York. Zudem erlaube Artikel 6 der UN-Charta den Ausschluss von Ländern, die wiederholt gegen ihre Grundsätze verstoßen. Auch wenn die USA das mit einem Veto stoppen könnten, könnte der Prozess eine größere Strukturreform auf die Agenda heben. („Remaking the United Nations”)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Caren Miosga, 21:45 Uhr: Martin Schulz, Wolfgang Ischinger, Rieke Havertz

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion (CDU): Syrien

7:15 Uhr: Annalena Baerbock, Präsidentin der UN-Vollversammlung: Neue Weltordnung?

8:10 Uhr: Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europäischen Parlament (SPD): US-Zölle

ZDF

7:10 Uhr: Katharina Dröge, Fraktionsvorsitzende (Grüne): US-Zölle und E-Mobilität

8:05 Uhr: Norbert Röttgen, stellvertretender Unionsfraktionsvorsitzender (CDU): US-Zölle

8:35 Uhr: Ali Fathollah-Nejad, Politikwissenschaftler: Iran

phoenix

9 Uhr: Andreas Reinicke, Direktor des Deutschen Orient-Instituts Berlin

anschließend: Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament (SPD): US-Zölle

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Geburtstage von morgen

Steffi Lemke, MdB (Grüne) und frühere Umweltministerin, 58

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute ins All. Unter der Kuppel des Zeiss-Großplanetariums kann man derzeit abgespacte Welthits von Peter Schilling erleben. Viele Songs des Künstlers haben Weltall, Aliens und Astronauten zum Thema. Deshalb hat er sich anlässlich seines 70. Geburtstags Ende Januar mit der Stiftung Planetarium Berlin und einem Team um Visual Artist Rocco Helmchen zusammengetan. Herausgekommen ist eine wirklich sehenswerte Laser- und Lichtshow zu Songs wie Terra Titanic, The Different Story und natürlich Major Tom (Völlig losgelöst). Termine gibt es bis April, danach soll die Show in Planetarien weltweit gezeigt werden. Lisa-Martina Klein 

Major Tom: Völlig losgelöst | Zeiss Großplanetarium

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben János Allenbach-Ammann, Okan Bellikli, Markus Bickel, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Helene Bubrowski, Damir Fras, Markus Grabitz, Daniel Friesen, Lisa-Martina Klein, Horand Knaup, Katharina Kort, Malte Kreutzfeldt, Vincent Mikoteit, Sara Sievert und Wilhelmine Stenglin mitgewirkt.

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