Berlin.Table – Ausgabe 773

Einigung auf Krankenhaus-Reform + Vergütung von Solarstrom + Streit um Fusionsreaktor

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Talk of the Town

Krankenhausgesetz: Wie die Koalition den Ländern immer weiter entgegengekommen ist, aber wenig Reformentschlossenheit zeigt

Nach der Einigung beim Heizungsgesetz kommt nun auch die Reform der Krankenhausreform ins Ziel. Bund und Länder haben sich auf einen Kompromiss beim Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) geeinigt. Wie Table.Briefings erfuhr, kann das Gesetz nun im Bundestag abschließend behandelt werden. Am 27. März soll die Zustimmung im Bundesrat folgen.

Nina Warken ist den Ländern, die weitere Forderungen stellten, erneut entgegengekommen. Der Gesundheitsausschuss des Bundestags hatte das Thema daraufhin diese Woche noch einmal von der Tagesordnung genommen. Warken hatte Sorge, eine weitere Anrufung des Vermittlungsausschusses könne ihre Position schwächen. Die aktuelle Einigung sieht unter anderem vor, dass die sogenannten Leistungsgruppen – insgesamt 65 verschiedene Bereiche von allgemeiner Chirurgie bis Herztransplantation – den Kliniken bis 31. Dezember dieses Jahres ohne Zustimmung der Kassen zugewiesen werden dürfen. Eine Forderung, auf die die Länder gepocht hatten. Danach können die Ausnahmegenehmigungen für die Zuweisungen von Leistungsgruppen - auch ohne die Erfüllung der Qualitätskriterien - zweimal für drei Jahre erteilt werden. Dies muss dann aber im Einvernehmen mit den Kassen passieren.

Das schwächt die Ziele der Reform, die Karl Lauterbach als Gesundheitsminister auf den Weg gebracht hatte, deutlich ab. So war die Grundidee seines Gesetzes die Zentralisierung und Spezialisierung von Kliniken, um so mehr Qualität zu erzielen. Die Leistungsgruppen sollten nur noch in Krankenhäusern erbracht werden, die über das notwendige Personal und eine angemessene Ausstattung verfügen. Nicht jede Klinik sollte künftig alles machen dürfen, und kleinere Kliniken sollten stattdessen in ambulant-stationäre Gesundheitszentren umgewandelt werden. Mithilfe der jetzigen Einigung wird der Zeitrahmen ausgeweitet, sodass etwa kleinere Kliniken länger als solche weiterbetrieben werden dürfen.

Die Übereinkunft zwischen Bund und Ländern sieht außerdem eine nochmalige Änderung beim Transformationsfonds vor. Der Fonds kann demnach indirekt zur Sicherung von Krankenhausstandorten genutzt werden, die der Bündelung von Leistungen dienen. Das BMG dementiert dieses Detail. Zudem soll die Definition, welche Kriterien für ein Fachkrankenhaus gelten, erst ab 2030 greifen.

In den Änderungsanträgen zum KHAG aus der vergangenen Woche war zusätzlich unter anderem vorgesehen, dass die Länder deutlich mehr Zeit für die Einführung von Mindestvorhaltezahlen bekommen. Sie müssen erfüllt werden, um die Vorhaltevergütung zu bekommen. Für die Leistungsgruppen gilt jeweils eine Mindestzahl an Behandlungsfällen, die am dortigen Krankenhausstandorten erbracht werden. Bei der Festlegung dieser Zahl ist zu berücksichtigen, dass die Klinik gewisse Behandlungskapazitäten freihalten muss. Laut den in der Koalition vergangene Woche eingebrachten Änderungsanträgen soll auch die Vorhaltevergütung ein Jahr später eingeführt werden. Qualitätskriterien könnten die Kliniken über die Kooperation mit anderen Standorten erfüllen.

Das Krankenhausreformgesetz Lauterbachs hätte für die Länder tiefe Einschnitte bedeutet, weshalb der Druck mit Blick auf eine Rückabwicklung gleich zu Beginn der Legislatur groß war. Vielen ging das Gesetz zu weit, zumal nicht alle Länder auf dem gleichen Stand sind. „Es geht um Fairness“, sagt der CDU-Ministerpräsident von Thüringen Mario Voigt Table.Briefings. Sein Bundesland sei bei der Transformation ein gutes Stück voraus. In Thüringen gebe es bereits Kooperationen, Spezialisierungen und mehr ambulante Versorgungsangebote. „Diese Vorleistungen müssen anerkannt und verlässlich finanziell abgesichert werden“, so Voigt.

Eigentlich, so betonen es Union und SPD selbst, brauche es besonders im Gesundheitssystem Strukturreformen. Noch am Montag hatte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Christos Pantazis, Table.Briefings gesagt: „Zentrale Leitplanken der Reform“ wie die Stärkung der Versorgungsqualität und eine verlässliche Vorhaltevergütung stünden nicht zur Disposition. Dass das Gesetz in mehreren Schleifen immer wieder korrigiert wurde, sieht Pantazis kritisch. „Strukturreformen verlangen Standfestigkeit – gerade dann, wenn sie für uns unbequem sind.“

Dass nun mit dem ersten Vorhaben ein bereits bestehendes Gesetz aufgeweicht wird, zeigt den fehlenden Reformwillen der Koalition. So schüttelt mancher in der Unionsfraktion mit dem Kopf. Das sei das Gegenteil einer Reform, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Es fehle jede Bereitschaft zu unbequemen Entscheidungen. Die Reform werde nur funktionieren, wenn man zur Zentralisierung bereit sei, sagt auch der Gesundheitsökonom Christian Karagiannidis Table.Briefings. Und die Zentralisierung erreiche man nur mit harten Strukturvorgaben. „Wenn wir das nicht in den Griff bekommen, ist das volkswirtschaftlich irgendwann nicht mehr tragbar“, so Karagiannidis. „Ich glaube, das Jahr 2026 wird noch gehen, aber 2027 und 2028 wird es richtig schwierig. Dieses nach hinten Verlagern wird nach hinten losgehen.“

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News

Merz in China: Regierungskonsultationen vielleicht noch in diesem Jahr. Friedrich Merz hat zum Abschluss seiner China-Reise ein positives Fazit gezogen. „Ich fahre mit tiefen Eindrücken aus diesem Land. Wir haben eine gute Kooperation mit China“, sagte Merz. Der Regierungschef verwies jedoch auch auf Probleme. Die hohen Kapazitäten chinesischer Mitbewerber stellten ein Problem für europäische Unternehmen dar, „weil diese Kapazitäten weit über den Marktbedarf hinausgehen“, sagte Merz.

Konkrete Lösungen gab es trotz hochrangiger Begegnungen nicht. Dafür die Ankündigung, Probleme immer wieder von deutscher Seite adressieren zu wollen. Eine gute Möglichkeit bieten deutsch-chinesische Regierungskonsultationen, die noch in diesem Jahr in China stattfinden könnten, spätestens aber Anfang 2027. Auch empfahl Merz einen baldigen China-Besuch von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche.

Beim Besuch des chinesischen Robotik-Herstellers Unitree in Hangzhou informierte sich Merz zum Abschluss der Reise über die technologischen Fortschritte Chinas. Während Merz das Potenzial für Zusammenarbeit betonte, zeigte sich Siemens-Chef Roland Busch im Podcast Table.Today etwas zögerlich: „Wir werden sicherlich einen Beitrag leisten, wenn es um die Herstellung von Robotern geht. Das können wir automatisieren. Wir könnten aber auch an einem Teil des Technologie-Stacks von Robotern teilnehmen“, sagte Busch. Deutschland müsse vor allem schneller werden. Adidas-Chef Bjørn Gulden dagegen zeigte sich während der Reise rundum zufrieden mit der Entwicklung im Sportartikel-Markt. Weshalb Adidas in China viel Geld verdient, lesen Sie im China.Table. Die Podcast-Gespräche mit Gulden und Busch hören Sie ab 5 Uhr hier.

Table.Today. "Das China-Tempo. Mit Bjorn Gulden und Roland Busch"

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Martin Suter: Die neuen Kult-Kolumnen aus der Business Class
Diogenes

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Solarenergie: Deutlich schlechtere Bedingungen für private Anlagen geplant. Das Bundeswirtschaftsministerium macht Ernst mit der Ankündigung, dass Betreiber von Solaranlagen auf Hausdächern künftig keine garantierte Vergütung für eingespeisten Strom mehr bekommen sollen. Das sieht ein umfangreicher Gesetzentwurf zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes neben zahlreichen weiteren Änderungen vor. Betreiber neuer Anlagen müssten den Strom dann entweder mittels einer Batterie komplett selbst verbrauchen oder sich selbst um einen Abnehmer kümmern, der den Strom zum Marktpreis kaufen würde. Zudem soll die Einspeisung ins Netz auf die Hälfte der maximalen Leistung der Solaranlage begrenzt werden.

Branchenverbände warnen vor einem massiven Einbruch der Neuinstallationen. „Die Abschaffung der EEG-Vergütung und der Zwang zur Direktvermarktung würden die Bürger-Energiewende zum Erliegen bringen“, sagt Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft. Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energien, übt ebenfalls scharfe Kritik: „Sollte sich der im Umlauf befindliche Entwurf des EEG als echt erweisen, wäre dies nach dem Netzpaket und den Eckpunkten für das GMG ein weiterer Angriff auf die Erneuerbaren Energien.“ Große Solaranbieter wie Enpal und 1Komma5 halten zwar die Stoßrichtung der Novelle für nachvollziehbar, die geplanten Maßnahmen aber für ungeeignet.

Das BMWE kommentiert den Entwurf auf Anfrage nicht. An diesem werde derzeit noch gearbeitet, teilt ein Sprecher mit. Er bestätigt aber, dass die Förderung für private Solaranlagen gestrichen werden soll. „Solche Anlagen rechnen sich für Hausbesitzer auch ohne Förderung“, erklärt er. „Es ist daher nicht angemessen, die Allgemeinheit mit solchen Kosten zu belasten.“ Auch die Regierung geht aber offenbar davon aus, dass ohne die Förderung deutlich weniger oder kleinere Dachanlagen gebaut werden als bisher geplant. Denn um das unverändert bleibende Gesamtziel für den Solarsektor zu erreichen, sieht der Entwurf im Gegenzug vor, die Ausschreibungsmengen für Freiflächen-Solaranlagen in den nächsten Jahren deutlich von 9,9 auf 14 Gigawatt pro Jahr zu erhöhen. Eine ausführliche Analyse lesen Sie im Climate.Table. Malte Kreutzfeldt, Nico Beckert

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Boom bei betrieblichen Krankenversicherungen (bKV): 2025 haben über 60.000 Unternehmen in Deutschland ihren Mitarbeitenden eine komplett arbeitgeberfinanzierte bKV angeboten – das sind über 15 Prozent mehr als 2024. Die Zahl der Beschäftigten, die von einer bKV profitieren, stieg ebenfalls um rund 15 Prozent auf über 2,8 Millionen. Übrigens: Die bKV gibt es auch als ergänzende Pflegeversicherung. (mehr auf pkv.de)

Fusionsreaktor in Bayern: Was die SPD in Berlin daran stört. Die Pläne Bayerns zum Bau eines Fusions-Demonstrationsreaktors sorgen für Kritik in Berlin. „Wir erwarten vom Bundesforschungsministerium, dass eine nationale Technologieagenda nicht zur Standortförderung einer Regionalregierung wird“, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Holger Mann. Hintergrund: Die Gesamtkosten für das Projekt in Garching liegen bei rund zwei Milliarden Euro. 400 Millionen sollen private Investoren beibringen. Bayern will ebenfalls 400 Millionen Euro beitragen, knüpft sein Engagement aber an Bundesmittel, über die noch nicht entschieden ist. Das kritisiert die SPD-Bundestagsfraktion als „Vorpreschen“ und fordert vom BMFTR von CSU-Ministerin Dorothee Bär eine unabhängige Bewertung von Kosten, Zeitplan und Technologiepfad.


Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) nannte den Vorhalt der SPD „durchschaubar und ausschließlich parteipolitisch motiviert“. Das BMFTR teilte mit, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine Förderzusagen für Fusionshubs und Technologiedemonstratoren und damit auch nicht für einzelne Standorte gebe. Beobachter sehen den Vorstoß auch im Kontext des Wettbewerbs um künftige Bundesmittel und Fusionsstandorte. Was die Diskussion für die Fusionsallianz der Bundesländer bedeutet, lesen Sie im Research.Table. Tim Gabel, Markus Weisskopf

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Zuverlässiger und schneller Arzneimitteltransport? Wir machen das besser. PHAGRO

- Sponsor: Phagro e.V.
- Im Zusammenhang mit: Entwurf des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung (ApoVWG); Deutschland, national

Transparenzbekanntmachung

AfD-Urteil: Parteienrechtler warnt vor Überbewertung. Der Beschluss des Verwaltungsgerichts Köln im Eilverfahren gibt nach Auffassung von Professor Emanuel V. Towfigh kaum Aufschluss über den Ausgang des Hauptsacheverfahrens. Die Richter urteilten, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) die AfD vorerst nicht als gesichert rechtsextrem einstufen darf. „Ich bin zwar erstaunt darüber, dass man angesichts des vorliegenden Materials zu dieser Einschätzung gelangen kann, rate aber dazu, den Beschluss nicht überzubewerten“, sagte der Parteienrechtler und Prodekan der EBS Law School Table.Briefings. Aus seiner Sicht ist die AfD „einerseits durchsetzt von einer menschenverachtenden Ideologie, andererseits legt sie die Axt an die Wurzeln des freiheitlichen Rechtstaats“.

Im Hauptsacheverfahren lägen den Richtern wahrscheinlich weit mehr Beweise vor. Im Eilverfahren hätten sich die Richter kursorisch mit dem 1.108 Seiten umfassenden BfV-Gutachten befasst. Es enthält nur öffentliche Informationen zur AfD. Zeugenaussagen und Erkenntnisse etwa durch den Einsatz von V-Leuten hätten die Richter noch nicht berücksichtigt. Die seien vom BfV wahrscheinlich aus Sorge vor Enttarnungen nicht vorgebracht worden. Das Amt habe nun die Möglichkeit, Beweise nachzureichen. „Die Tatsachen hat man in diesem Verfahrensstadium noch nicht so genau ermittelt. Was das Gericht bisher gesehen hat, scheint ihm nicht auszureichen.“ Das Urteil könne auch als Fingerzeig verstanden werden, hier nachzubessern.

In einem Eilverfahren wäge das Gericht die Konsequenzen einer falschen Entscheidung ab. Sie seien für die Partei gravierender, wenn das Gericht gegen sie entscheidet und diese Einschätzung im Hauptsacheverfahren revidiert wird, als wenn es umgekehrt läuft. „Die Logik ist: Es ist freiheitsschonender, in diesem Stadium für die Partei zu entscheiden.“ Der Verfassungsschutz hat nun die Möglichkeit, Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster einzureichen. Es ist davon auszugehen, dass das Bundesamt davon Gebrauch macht. In einem späteren Schritt folgt das Hauptsacheverfahren. Franziska Klemenz

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Aktionsprogramm für Kreislaufwirtschaft: Strengere Vergaberegeln vom Tisch. In einer Kabinettsvorlage für das Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie, die Table.Briefings vorliegt, fehlen vom BMUKN vorgesehene strengere Regeln für die öffentliche Beschaffung des Bundes. Demnach soll die Bevorzugungspflicht von Sekundärrohstoffen nicht einklagbar werden. Die Bundesregierung wolle aber prüfen, die Bevorzugungspflicht auf Länder und Kommunen auszuweiten. Dort werden in der öffentlichen Beschaffung die meisten Gelder ausgegeben. Wann der Beschluss kommt, ist unklar. Zuletzt pochte das BMV auf weitere Ausnahmen bei der Bevorzugungspflicht. Mit welchen neuen Maßnahmen die Bundesregierung die Kreislaufwirtschaft stärken will, lesen Sie im ESG.Table. Nicolas Heronymus

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Nachrichtendienst-Reform: Opposition will BND stärker kontrollieren. „Mit einer Reform muss zwingend auch eine Stärkung der Kontrolle einhergehen“, sagt der Vize-Fraktionsvorsitzende der Grünen, Konstantin von Notz, Table.Briefings. Das sei auch im Sinne der Dienste, die durch mehr Kontrolle das Vertrauen in ihre Arbeit festigen wollten. „Die Koalition muss daher gemeinsam mit den geplanten Änderungen in anderen Gesetzen auch Reformen des PKGr-Gesetzes vorlegen“, so von Notz. Weil Vertreter der Linken und der AfD bislang nicht in das Gremium gewählt wurden, ist von Notz derzeit der einzige Oppositionspolitiker, der die Nachrichtendienste im Parlamentarischen Kontrollgremium kontrolliert.

Der BND soll künftig nicht mehr nur abhören, sondern weitreichende operative Befugnisse erhalten. Im Gespräch sind etwa offensive Cyber-Aktionen, die gegnerische Waffensysteme außer Gefecht setzen können. Der Gesetzentwurf soll laut Kanzleramt „zeitnah“ in die Ressortabstimmung, um Mitte des Jahres das Parlament zu erreichen. In der Opposition und unter Experten gibt es die Sorge, dass die Befugnisse der Dienste gestärkt werden, während die Kontrolle geschwächt wird. Wie die Kontrolle derzeit ausgestaltet ist, welche Änderungen wahrscheinlich sind und was sich Experten wünschen, lesen Sie im Security.Table. Wilhelmine Stenglin

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Brandenburg: Koalitionsverhandlungen kurz vor Abschluss. Voraussichtlich am Montag wollen SPD und CDU den Koalitionsvertrag für die neue Landesregierung in Brandenburg vorstellen. Inhaltlich sei man sich bereits einig, nun gehe es vor allem noch um die Ressortverteilung, erfuhr Table.Briefings. Die bisherige Koalition von SPD und BSW war Anfang des Jahres geplatzt, nachdem mehrere Abgeordnete das BSW verließen, darunter Finanzminister Robert Crumbach. Leonard Schulz

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Uruguay ratifiziert Mercosur-Abkommen: Warum jetzt der Druck auf die EU wächst. Als erstes der Mercosur-Länder hat Uruguay das Freihandelsabkommen mit der EU ratifiziert. Nun muss die EU-Kommission entscheiden, ob und wie sie das Abkommen vorläufig anwendet. Politisch ist das brisant, weil die Kommission die Kritiker des Deals nicht vergraulen will. Was nun zu erwarten ist, lesen Sie im Europe.Table. Antonia Zimmermann

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Table.Documents

Heads

Tricia Tuttles Zukunft bei der Berlinale ist weiterhin offen. Laut einer Mitteilung des Kulturstaatsministers hat es am Donnerstag eine Aufsichtsratssitzung im Kanzleramt mit der KBB (“Kulturveranstaltungen des Bundes”) gegeben, die die Berlinale ausrichtet. „Die Gespräche über die Ausrichtung der Berlinale werden in den kommenden Tagen zwischen der Intendantin Tricia Tuttle und dem Aufsichtsratsgremium fortgesetzt“, heißt es aus dem BKM. Zuvor hatten sich über 700 Filmschaffende in einem offenen Brief gegen die geplante Absetzung ausgesprochen, unter ihnen Tilda Swinton, Sean Baker, Nancy Spielberg und Wim Wenders. Der aktuelle Gewinner des Goldenen Bären, İlker Çatak, warnte für den Fall der Kündigung Tuttles: „Ich würde nie wieder einen Film der Berlinale geben.“ Dies sähen viele seiner Kollegen ähnlich, weswegen es das Ende der Berlinale bedeuten würde. Leonard Schulz

Erik Laser wird Leiter der neuen Stabstelle Digitalisierung, Transformation & Organisation in der Bundesgeschäftsstelle von Bündnis90/Die Grünen. Laser war zuletzt für die Umsetzung von Technologie-, Digitalisierungs- und KI-Projekten für Edeka, L’Oréal und Bertelsmann zuständig, zuvor Chief Digital Officer von Warner Music Germany und Vice President Product bei Warner Music Global. Er sei „eine grüne Seele durch und durch“ und habe in seiner Jugend schon gegen Castor-Transporte auf Schienen gesessen, schreibt Lana Wittig, die organisatorische Geschäftsführerin der Partei, in einer Nachricht an die Mitarbeiter der Geschäftsstelle am Neuen Tor. Sven Siebert

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Best of Table

Africa.Table: VW droht mit Werksschließung in Südafrika. Der Neuwagenmarkt in Südafrika wächst. Trotzdem jubeln lokale Hersteller nicht, denn der Preisdruck durch Importe aus Asien steigt. VW drohte zuletzt mit der Schließung seines Werks. Welche Forderungen der Autobauer an die Regierung hat, lesen Sie hier.

Africa.Table: Wie sich der Terrorismus Richtung Nigeria ausbreitet. Der Terrorismus greift aus dem Sahel Richtung Süden aus: Besonders betroffen ist das Dreiländereck Nigeria-Niger-Benin. Was es mit einer neuen Terrorgruppe auf sich hat, die in der Region Anschläge verübt, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Merz und Xi einigen sich auf Absichtserklärung zum Fleischexport. Deutschland ist einer chinesischen Marktöffnung für Schweinefleisch nähergekommen. Warum die deutsch-chinesische Vereinbarung für Landwirtschaftsminister Alois Rainer zum Erfolg werden könnte, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Noten, Sprachförderung und Handynutzung. Welche bildungspolitischen Ziele die Landesparteien vor der Wahl in Baden-Württemberg vertreten, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Künstliche Intelligenz in der Schule. Darüber sollten nicht Gerichte, sondern die Bildungspolitik entscheiden, schreibt die Juristin Sibylle Schwarz in ihrem Gastbeitrag. Wie sie das begründet, lesen Sie hier.

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Time.Table

27. Februar

Verkehr I: Die Deutsche Bahn stellt ein Sofortprogramm für mehr Komfort im Fernverkehr vor. Mit Patrick Schnieder. ICE-Betriebswerk Berlin-Rummelsburg, 8:30 Uhr

Verkehr II: Warnstreiks im Nahverkehr der meisten Bundesländer. Nicht betroffen sind Niedersachsen, Baden-Württemberg und Ostholstein.

Bundestag: Zur Abstimmung stehen zwei Gesetzentwürfe zur Reform des EU-Asylsystems (9 Uhr). Zudem befasst sich der Bundestag in erster Lesung mit der elektronischen Aufenthaltsüberwachung (11:20 Uhr), der Erweiterung des Leistungsspektrums von Apotheken (12:30 Uhr) und dem Politische-Werbung-Transparenz-Gesetz (13:40 Uhr) sowie in einer Aktuellen Stunde mit der Bekämpfung von sexualisiertem Missbrauch (14:15 Uhr).

Wirtschaft: Das Statistische Bundesamt gibt eine erste Schätzung der Inflationsrate für den Monat Februar bekannt. 14 Uhr

Arbeitsmarkt: Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht ihren Bericht für den Monat Februar.

Umwelt: Carsten Schneider besucht das Bürgerforum zum Nationalen Begleitgremium der Endlagersuche für radioaktive Abfälle. Estrel Congress Center Berlin, 14 Uhr

Wahlkampf: Friedrich Merz tritt im Vorfeld der Kommunalwahlen in Hessen mit Boris Rhein in der Nordhessenhalle Volkmarsen auf. 17:30 Uhr

28. Februar

Wahlkampf: „Rente und Reformen: Wie sichern wir die soziale Zukunft?“ mit Bärbel Bas und Frank Junge, der in Wismar für das Amt des Bürgermeisters kandidiert. Filmbüro Mecklenburg-Vorpommern, 11 Uhr

Landwirtschaft: Grußwort von Alois Rainer bei der Mitgliederversammlung des Landwirtschaftlichen Bezirksvereins Passau. 11:30 Uhr

1. März

Kommunalpolitik: Wahl des Bürgermeisters von Teterow (Mecklenburg-Vorpommern) und Stichwahl um das Landratsamt in Elbe-Elster (Brandenburg).

Marine: Rückkehr der Fregatte „Sachsen-Anhalt“ nach ihrem Unifil-Einsatz zur Überwachung der libanesischen Seegrenze. Wilhelmshaven, 14 Uhr

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Must-Reads

Zeit: Bijan Djir-Sarai zweifelt an seiner Rolle als Generalsekretär. Er sollte polarisieren und Profil zeigen: Als Generalsekretär der FDP war Bijan Djir-Sarai für verbale Attacken und für Zuspitzung verantwortlich. Heute blickt er kritisch auf seine damalige Rolle. Er habe versucht, der Aufgabe gerecht zu werden, obwohl er nicht der Meinung war, dass das das richtige sei. Politik sei komplex – gerade in der jetzigen Zeit komme es viel mehr darauf an, Dinge zu erklären, sagt Djir-Sarai im Gespräch mit Robert Pausch. ("Was ist eigentlich, wenn ich Deutschland mal verlassen muss?")

Tagesschau: Kopf-an-Kopf-Rennen in Baden-Württemberg: Kurz vor der Landtagswahl im drittgrößten Bundesland, konnten die Grünen laut infratest-dimap deutlich aufholen (plus vier Prozent) und liegen nun fast gleichauf mit der CDU. So erreicht die Partei des Spitzenkandidaten Cem Özdemir 27 Prozent, Manuel Hagels Partei kommt auf 28 Prozent. Auch bei der Frage, wer die Regierung führen sollte, liegen die Ergebnisse dicht beieinander: 36 Prozent CDU, 34 Prozent Grüne. („Grüne rücken in Baden-Württemberg an CDU heran“)

SZ: Brandenburgs starke Stimme gegen die AfD. Innenminister René Wilke ist erst seit wenigen Monaten im Amt, werde aber bereits jetzt als stärkste Stimme gegen die AfD bezeichnet, schreibt Meredith Haaf. In Migrationsfragen setzte er auf Ordnung und Verbindlichkeit, ohne den Anspruch auf Integration preiszugeben. So versuche Wilke, der wachsenden Radikalisierung ein pragmatisches und zugleich wehrhaftes Gegenangebot zu machen. („Voll ins Gefecht“)

FAZ: Monopolkommission kritisiert Steuerprivilegien der Post. Nach der Insolvenz des Post-Hauptkonkurrenten DVS warnt der Vorsitzende der Monopolkommission, Tomaso Duso, die Befreiung der Post von der Mehrwertsteuer setze Konkurrenten unter „erheblichen Druck“. DVS genießt zwar ebenfalls eine Mehrwertsteuerbefreiung, ist aber auf die Kooperation mit anderen, nicht befreiten Unternehmen angewiesen, was den Versand- und Zustellungsprozess für DVS insgesamt teurer macht. („Droht Post-Rivalen der Ruin?“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

phoenix runde, 21 Uhr: Steffen Bilger, Michael Kellner, Jan W. Schäfer, Claudia Kemfert

Maybrit Illner, 22:15 Uhr: Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Jürgen Trittin, Margot Käßmann, Annett Meiritz, Daniel Laufer

Markus Lanz, 23:15 Uhr: Paul Ziemiak, Melanie Amann, Carlo Masala, Harald Martenstein

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Michael Hilpert, Präsident Zentralverband ZVSHK: Gebäudemodernisierungsgesetz

7:15 Uhr: Stefanie Hubig, Bundesjustizministerin (SPD): Fußfessel

8:10 Uhr: Deniz Yücel, PEN Berlin: Diskursräume und Berlinale

ARD

7:10 Uhr: Sonja Eichwede, stellv. Fraktionsvorsitzende SPD: GEAS

8:10 Uhr: Omid Nouripour, Bundestagsvizepräsident (Grüne): Iran

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Geburtstage

27. Februar

Diana Herbstreuth, MdB (CDU), 45

Stefan Müller, Abteilungsleiter im BMFTR, 49

Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin von Hamburg (Grüne), 49

28. Februar

Klaus-Peter Willsch, MdB (CDU), 65

Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, 44

1. März

Cornell Babendererde, MdB (CDU), 55

Axel Knoerig, MdB (CDU), 59

Sylvia Löhrmann, Antisemitismusbeauftragte des Landes NRW (Grüne), 69

Matthias Veltin, Botschafter in der Elfenbeinküste, 65

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute ins Jahr 1975. Dieser Dokumentation zufolge war es das bis heute wichtigste Jahr in der US-Filmgeschichte. Viele noch heute berühmte Filme wurden damals veröffentlicht oder gedreht – darunter Die Unbestechlichen, Einer flog über das Kuckucksnest, Der weiße Hai und Taxi Driver. In der Zeit vom Ende des Vietnamkriegs bis zu den Folgen der Watergate-Affäre hätten die Filme das damalige politische Klima und den gesellschaftlichen Wandel widergespiegelt, erzählen Schauspielerinnen und Regisseure wie Jodie Foster, Oliver Stone und Martin Scorsese. Okan Bellikli


Morgan Neville: Breakdown: 1975 | Netflix

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Nico Beckert, Okan Bellikli, Laura Block, Helene Bubrowski, Damir Fras, Daniel Friesen, Tim Gabel, Nicolas Heronymus, Franziska Klemenz, Malte Kreutzfeldt, Magdalena Latz, Vincent Mikoteit, Leonard Schulz, Sven Siebert, Sara Sievert, Markus Weisskopf und Antonia Zimmermann mitgewirkt.

Der Berlin.Table ist das Late-Night-Briefing für die Table.Media-Community. Wenn Ihnen der Berlin.Table gefällt, empfehlen Sie uns bitte weiter. Wenn Ihnen diese Mail weitergeleitet wurde: Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

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