Ein Pekinger Friedhof birgt ein dunkles Geheimnis. In acht Gräbern liegen Urnen mit der Asche junger Männer. Sie starben in der Nacht auf den 4. Juni 1989 im Kugelhagel, als die Armee die Studentenproteste mit Waffengewalt niederschlug. Die Polizei erlaubt nur ihren Eltern und Verwandten diese Gräber zu besuchen. Das Massaker ist Tabu. In Hongkong wurde die für heute geplante traditionelle Kerzenandacht im Victoria-Park, wie schon 2020, verboten. Der Friedhof ist der einzige Ort in China, an dem die Erinnerung noch einen öffentlichen Platz gefunden hat.
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Gut eine Woche vor dem Jahrestag der Niederschlagung der Tiananmen-Demonstrationen zieht der Staat in Hongkong die Zügel an. Mahnwachen für die Opfer sind verboten. Dabei gäbe es viel Grund für Proteste: Mit einer hochumstrittenen Wahlrechtsreform kommt die Angleichung der Systeme weiter voran – und verstärkt die Fluchtbewegung politisch interessierter Bewohner der Stadt nach Großbritannien.
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In Hongkong konnten börsennotierte Unternehmen beim Aktienverkauf den bisher besten Start im ersten Quartal eines Jahres hinlegen. Denn nachdem China die Corona-Krise gut überstanden hat, suchen Anleger nach chinesischen Vermögenswerten. Die Niederschlagung der Protestbewegung scheint in diesem Bereich keine Rolle zu spielen. Auch US-Investmentbanken vor Ort stellen massiv Personal ein. Es entstehen Parallelwelten. Die US-amerikanische Regierung hat zudem offenbar kein Interesse, den Zustrom US-amerikanischen Geldes aus politischen Gründen zu bremsen.
Von Frank Sieren
Die USA haben deutlich gemacht, dass sie für die klimapolitische Kooperation mit China keine Kompromisse bei den Streitthemen Tibet, Xinjiang, Hongkong und Taiwan machen werden. Die Spannungen zwischen den beiden Staaten verhindern bisher, dass sie zu bindenden Klima-Verpflichtungen bereit sind. Und dennoch: Beide Länder müssen sich in den kommenden Jahren daran messen lassen, wie sie klimapolitische Versprechen in Taten umsetzen.
Von Redaktion Table