Einige EU-Länder reagieren auf Pekings Sanktionen mit der Einbestellung der Botschafter - auch in Berlin gab es ein Gespräch mit Wu Ken. Im Europäischen Parlament formiert sich indes weiter Widerstand gegen das Investitionsabkommen CAI: Zuerst müssten die Strafmaßnahmen gegen EU-Parlamentarier zurückgenommen werden, ehe über das Abkommen gesprochen werden könne, betonen Grüne und Sozialdemokraten. Die große EVP-Fraktion und die EU-Kommission halten aber weiter an CAI und dessen Ziel fest.
Von Amelie Richter
Die Sanktionen gegen europäische Politiker, Wissenschaftler und Organisationen stellen eine heftige diplomatische Eskalation zwischen Brüssel und Peking dar. Chinas Verhalten stellt die bisherige Strategie der EU in Frage. Diese soll auch Thema beim Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs diese Woche werden. Ein Treffen der CAI-Monitoring-Gruppe des EU-Parlaments wurde wegen der Sanktionen abgesagt – Chinas Sanktionsschlag bringt das Abkommen massiv ins Wanken.
Von Amelie Richter
Zentrale Begriffe der internationalen Beziehungen, wie Freiheit, Demokratie oder Multilateralismus, finden sich gleichermaßen in europäischen und chinesischen Diskursen. Doch hinter den selben Worten verbergen sich in liberalen Demokratien und China oft sehr unterschiedliche Konzepte.
Von Redaktion Table
Das Treffen zwischen den USA und China in Alaska hat inhaltlich nicht viel Substanz geliefert. Zu konträr waren die Ansätze der beiden Gesprächspartner. Chinas Ziel ist es, sicherzustellen, dass sein politisches Modell einen dauerhaften und unangefochtenen Sitz an einem Tisch erhält, der von liberalen Demokratien dominiert wird. Mögliche Sanktionen lassen Peking eher kalt.
Von Redaktion Table
In den Annexen des Investitionsabkommens zwischen der EU und China findet sich auch ein Absatz zum Umgang mit NGOs in der Volksrepublik. Dass sich ein solcher Passus im CAI findet, überrascht Politiker und Betroffene. Denn dieser gleicht nicht nur dem ohnehin scharfen NGO-Gesetz von 2017. China behält sich zudem vor, leitende Posten mit Chinesen zu besetzen. Kritik gibt es außerdem daran, dass ausländische Investitionen für gemeinnützige Projekte in China weiterhin verboten sind. Zu weiteren Auswirkungen des Abkommens auf deutsche und europäische Marktteilnehmer lesen Sie Näheres in unseren China.Table-Analysen zum CAI.
Von Amelie Richter
Europa zeigt eine wachsende Präsenz im Indo-Pazifik. Auch wenn es niemand deutlich ausspricht: Es geht dabei vor allem darum, China Grenzen aufzuzeigen. Dass Peking Kompromisse macht, ist wenig wahrscheinlich. Ein gemeinsames Vorgehen der EU und USA würde aber die Hürden für das Lostreten eines Konfliktes erhöhen.
Von Christiane Kuehl