Isar Aerospace: Nächster Startversuch steht bevor

Frühestens am Donnerstag soll die „Spectrum“-Rakete vom norwegischen Andøya Spaceport abheben. Unterdessen besuchte Bundeskanzler Merz den Startkomplex und erklärte, Norwegen und Deutschland wollten in der Raumfahrt enger zusammenarbeiten.

TK
18. März 2026
Am 13. März besuchte eine deutsch-norwegische Delegation die Anlagen von Isar Aerospace am Andøya Spaceport. Von links: Verteidigungsminister Boris Pistorius, Raumfahrtministerin Dorothee Bär, Bundeskanzler Friedrich Merz, Norwegens Premierminister Jonas Gahr Støre, die norwegische Ministerin für Handel und Industrie Cecilie Myrseth, Verteidigungsminister Tore O. Sandvik.
Am 13. März besuchte eine deutsch-norwegische Delegation die Anlagen von Isar Aerospace am Andøya Spaceport. Von links: Verteidigungsminister Boris Pistorius, Raumfahrtministerin Dorothee Bär, Bundeskanzler Friedrich Merz, Norwegens Premierminister Jonas Gahr Støre, die norwegische Ministerin für Handel und Industrie Cecilie Myrseth, Verteidigungsminister Tore O. Sandvik. (Isar Aerospace)
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Das Unternehmen Isar Aerospace aus Ottobrunn bei München plant einen weiteren Startversuch seiner „Spectrum“-Rakete vom norwegischen Andøya Spaceport. Er erfolgt frühestens am morgigen Donnerstag, 19. März, um 21 Uhr (MEZ), teilt das Unternehmen mit. Es ist der erste Flug, der Nutzlasten transportiert. Ein Startversuch im Januar war wegen technischer Probleme vertagt worden. Über das gesamte Jahr plant Isar Aerospace drei bis vier Flüge, hatte CEO Daniel Metzler damals angekündigt.

Der Flug, intern „Onward and Upward“ genannt, ist als Qualifikationsmission angelegt. Nach dem ersten Teilerfolg im März 2025 – der Flug endete nach 30 Sekunden – geht es nun um belastbare Systemtests unter realen Bedingungen. An Bord befinden sich fünf CubeSats, sie kommen von der TU Berlin, der TU Wien und der Norwegian University of Science and Technology.

Am Freitag besuchte Bundeskanzler Friedrich Merz die Anlagen von Isar Aerospace auf Andøya. Zur Delegation gehörten auch Norwegens Premierminister Jonas Gahr Støre, die norwegische Ministerin für Handel und Industrie Cecilie Myrseth, Verteidigungsminister Tore O. Sandvik sowie der Bundesminister für Verteidigung Boris Pistorius und die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär. Auf dem Weg zu einer unabhängigen europäischen Raumfahrt wollen Deutschland und Norwegen in Zukunft enger zusammenarbeiten. Man habe sich viel zu lange auf andere Trägersysteme und andere Nationen in der Welt verlassen, sagte Merz.

Startvertrag mit Astroscale für erste Mission zur Beseitigung von Raumfahrtschrott unterzeichnet. Wie Isar Aerospace am Montag mitteilte, wird das Unternehmen das 520 Kilogramm schwere Raumfahrzeug „ELSA-M“ von Astroscale in einen Orbit bringen. Das Ziel: einen ausgedienten Eutelsat-OneWeb-Satelliten einfangen und entfernen. Der Vertrag mit Astroscale unterstreiche die starke weltweite Nachfrage nach flexiblen Startmöglichkeiten aus Europa und das Vertrauen, das Kunden in die Fähigkeiten von Isar Aerospace setzen, erklärt das Unternehmen: Für solche „Rendezvous-Missionen“ müssen spezifische Umlaufbahnen gezielt angesteuert werden können. Der Start ist für 2028 vorgesehen. Ralf Nestler/Torsten Kriening/dpa

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026