Roaming: Balkan soll von EU-Regeln profitieren

Die EU will die Westbalkan-Staaten in ihre roamingfreie Zone integrieren. Dies wäre ein Zwischenschritt auf dem Weg zur Vollmitgliedschaft. Bürger und Unternehmen könnten dadurch künftig von geringeren oder entfallenden Roaming-Gebühren profitieren.

26. Februar 2026
Kommissionsvize Henna Virkkunen will die Westbalkan-Staaten in die roamingfreie Zone der EU integrieren.
Deutschlands EU-Briefing Nr. 1 Jetzt Europe.Table 30 Tage kostenlos testen!

Die sechs Staaten des Westbalkans sollen in das EU-Regime „Roam Like at Home“ integriert werden. Die Kommission hat am Mittwoch dazu Verhandlungsmandate angenommen, denen nun der Rat noch zustimmen muss. „Heute machen wir einen wichtigen Schritt, damit die Partner im Westbalkan zur Roaming-Familie der EU stoßen können“, sagte Vizepräsidentin Henna Virkkunen. Dies sei eine gute Nachricht für Bürger und Unternehmen.

Der Vorschlag ist ein konkretes Beispiel für den Ansatz zur schrittweisen Integration der Kandidatenländer. Dieser abgestufte Ansatz bringe bereits vor der Vollmitgliedschaft greifbare Vorteile für Bürger und Unternehmen, schreibt die Kommission. Sobald der Rat grünes Licht erteilt hat, wird die Kommission versuchen, in bilateralen Verhandlungen mit den Mobilfunkbetreibern in der EU und in Albanien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Serbien und Nordmazedonien bisherige freiwillige Vereinbarungen zu verbessern.

Zwischen einzelnen Mobilfunkbetreibern in der EU und den Westbalkanstaaten gibt es heute Vereinbarungen zu reduzierten Roaming-Gebühren. Nach erfolgreichen Verhandlungen könnten diese Gebühren wie in der EU für die meisten Dienstleistungen ganz verschwinden, mit der Einschränkung einer „fairen Nutzung“. Roaming-Gebühren seien ein Problem für die Menschen auf dem Westbalkan, sagt Erweiterungskommissarin Marta Kos. In Zukunft sollen sie etwa bei Familienbesuchen in der EU von Anrufen und mobilen Daten zu Preisen wie zu Hause profitieren können.

Die Frontrunner Albanien und Montenegro sollen schon in diesem Jahr zur roamingfreien Zone stoßen können. Dies hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bereits vergangenen Oktober in Aussicht gestellt. Ob der Zeitplan hält, ist allerdings fraglich. Für die Ukraine und Moldau, die seit Anfang 2026 dabei sind, hat der Prozess drei Jahre gedauert. Die Kandidatenländer müssen die entsprechenden Regeln der EU übernehmen. Mobilfunkanbieter sind zudem zurückhaltend, wenn es darum geht, auf lukrative Roaming-Gebühren zu verzichten. Stephan Israel

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026