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Table.Standpunkt

Tiger schlagen, Fliegen klatschen, Füchse jagen

Corona aus China? Tabu! Schweinepest aus Afrika? In Ordnung! In der Volksrepublik geht es sprachlich mitunter tierisch zu. Vor allem Präsident Xi liebt Tierbezeichnungen, um Feinde zu diskreditieren. Auch bei der Selbstbeschreibung seines Landes greift er gerne zu animalischen Metaphern. Vor allem der mystische Drache oder der starke Löwe sind in Peking für die Beschreibung Chinas beliebt.

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Drei-Kind-Politik reicht nicht aus

Pekings neue Drei-Kind-Politik ohne zugleich Reformen im Gesundheits- und Bildungssystem anzugehen, wird die Überalterung Chinas nicht stoppen. Denn so lange die finanziellen Belastungen durch Kindererziehung und die Pflege der Großeltern nicht reduziert werden, wird lediglich die Geburtenziffer auf dem Land steigen. Und ohne Verbesserungen in den Bereichen Gesundheit und Bildung dort wird der Anteil der ungelernten Erwerbsbevölkerung zunehmen.

Von Redaktion Table

Verunglückt vor Tageseinbruch

Ein Pekinger Friedhof birgt ein dunkles Geheimnis. In acht Gräbern liegen Urnen mit der Asche junger Männer. Sie starben in der Nacht auf den 4. Juni 1989 im Kugelhagel, als die Armee die Studentenproteste mit Waffengewalt niederschlug. Die Polizei erlaubt nur ihren Eltern und Verwandten diese Gräber zu besuchen. Das Massaker ist Tabu. In Hongkong wurde die für heute geplante traditionelle Kerzenandacht im Victoria-Park, wie schon 2020, verboten. Der Friedhof ist der einzige Ort in China, an dem die Erinnerung noch einen öffentlichen Platz gefunden hat.

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Sind freie Märkte immer noch besser als Planwirtschaft?

Kapitalismus vs. Sozialismus ist heutzutage zu kurz gedacht. China hat mittlerweile seine Fähigkeit bewiesen, politische Ziele auch in konkrete Projekte und Programme zu übersetzen - mit sichtbaren Vorteilen für die gesamte Bevölkerung, nicht nur für die Eliten. Für die USA könnte es schwer werden, sich daran zu messen, solange sie an ihrer Identität als System der freien Marktwirtschaft festhält.

Von Redaktion Table

Antikommunistische Parolen sind in China ihr Geld wert

Nur in der Volksrepublik China erhält man antikommunistische Flugblätter in die Hand gedrückt, mit denen sogar geshoppt werden kann. Die subversiven Texte fordern zum Sturz von Chinas Partei auf, oder zum Massenaustritt aus der KP. Paradoxerweise sind die strafbaren Aufrufe ihr Geld wert. Weil sie auf Banknoten aufgedruckt sind.

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Christian Straube

Dialog am Abgrund

Ein Beitrag im Tagesspiegel trug jüngst die Überschrift "Warum ich nicht mehr nach China reise". Unser Gastautor Christian Straube antwortet an dieser Stelle mit einer konträren Ansicht: Nie war der persönliche Kontakt zu China wichtiger als heute.

Von Redaktion Table

Die Grenzen der chinesisch-amerikanischen Klimazusammenarbeit

Die USA haben deutlich gemacht, dass sie für die klimapolitische Kooperation mit China keine Kompromisse bei den Streitthemen Tibet, Xinjiang, Hongkong und Taiwan machen werden. Die Spannungen zwischen den beiden Staaten verhindern bisher, dass sie zu bindenden Klima-Verpflichtungen bereit sind. Und dennoch: Beide Länder müssen sich in den kommenden Jahren daran messen lassen, wie sie klimapolitische Versprechen in Taten umsetzen.

Von Redaktion Table

Maos Geheimprojekt Nummer eins

Klagen über Fälschungen gehören zum Alltag des Chinageschäfts. Dabei ist den meisten Expats eine der spektakulärsten Nachahmungen unbekannt: Mao Zedong ließ einst sogar klammheimlich das Tian'anmen-Tor abreißen und wieder aufbauen. Lange zweifelte niemand die Echtheit der Kopie an. Doch 87 Zentimeter Höhenunterschied verrieten das Geheimnis.

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