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Table.Standpunkt

Nora Sausmikat und Katrin Ganswindt von Urgewald e.V.

Ausländische Gelder fließen weiter in Chinas Kohleindustrie

Chinas Kohle-Ausstieg ist bisher nur wenig mehr als ein Lippenbekenntnis. Das Land baut und plant eine große Zahl von fossil befeuerten Kraftwerken und investiert selbst weltweit in entsprechende Projekte. Schlimmer noch: Auch ausländische Investoren stecken weiter Geld in chinesische Kohleprojekte. Darunter auch deutsche Finanzfirmen.

Von Redaktion Table

Wie wird der digitale Renminbi China verändern?

Die Schaffung einer digitalen Währung soll vor allem das Ungleichgewicht zwischen den Staatsbanken und den Fintech-Konzernen im Land korrigieren. Das könnte zwar dazu führen, dass kleine Unternehmen künftig schneller an Bankkredite kommen. Die Daten und der dadurch entstehende Informationsvorsprung kommen aber nun bei der Zentralbank statt bei den Technologiefirmen wie Ant Group an.

Von Redaktion Table

Vom Zauber der Namen auf dem Weg ins All

Das Reich der Mitte spielt in der Raumfahrt seine Trümpfe aus. So lauten viele Schlagzeilen. Chinas Taikonauten (nach dem Wort Taikong 太空 für Weltall) sind auf dem Sprung, 2022 einen eigenen Himmelspalast (Tiangong 天宫) im All zu beziehen, kurz bevor US-Astronauten und russische Kosmonauten ihre überalterte Internationale Raumstation (ISS) räumen müssen. Chinas Fee (Zhang’e 嫦娥) kehrte wieder auf den Mond zurück und lässt dort ihren niedlichen Jadehasen (Yutu 玉兔) als Rover die Rückseite erkunden. Ab Mitte Mai hilft Feuergott (Zhu Rong 祝融) als zweiter Rover, den Mars zu erforschen. Die Volksrepublik, ein Spätankömmling im All, mischt mit traditioneller Folklore ihre Raumfahrtkarten neu – frei nach Konfuzius: „Der Edle ist in der Lage, die Begriffe zu bestimmen und seine Worte zu Taten werden zu lassen.“

Von

Die zwei Seiten des chinesischen BIP

Gemessen an seinem Bruttoinlandprodukt (BIP) ist China die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt nach den USA. Besonders bei der ländlichen Bevölkerung komme von dem scheinbaren Reichtum jedoch wenig an, erklärt Nancy Qian und verweist auf das kaum beachtete BIP pro Kopf. Demnach leben weiterhin hunderte Millionen Chinesen in Armut. Westliche Wirtschaftssanktionen und militärischer Druck seien dabei wenig hilfreich.

Von Redaktion Table

News aus Chinas "Goldenem Käfig"

Mitglieder der höchsten Parteielite sind täglich in Chinas Medien präsent. Sobald sie aber in Rente gehen, verschwinden sie über Nacht völlig aus dem Blick der Öffentlichkeit. Selbst Ex-Parteichefs dürfen ohne Erlaubnis des Politbüros sich nicht mehr zeigen oder von sich hören lassen. Die einst allmächtigen Kontrollfreaks werden nun von ihren Nachfolgern überwacht und zensiert. Manche halten das für ausgleichende Gerechtigkeit.

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Der Vorwurf des Genozids muss belegt sein

Die US-Regierung bezeichnet die Vorgänge in der chinesischen Provinz Xinjiang als Völkermord (Genozid). Das sollte sie aber nicht tun, schreiben Jeffrey D. Sachs und William Schabas. Sie argumentieren: Das Völkerrecht hat Kriterien für einen Völkermord festgelegt und Nachweise gefordert, bevor der Vorwurf des Genozids erhoben wird. Diese Nachweise sind aus Sicht der Autor:innen allerdings nicht erbracht. Sie fordern die US-Regierung auf, eine unabhängige Untersuchung der Vereinten Nationen in der Uiguren-Region zu unterstützen.

Von Antje Sirleschtov

LFP: Vorteil für China im Batteriemarkt

LFP als Kathodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien markierte einst den Anfang einer aufstrebenden chinesischen Batterieindustrie. Nun haben erst Tesla-Chef Elon Musk und danach Volkswagen angekündigt, künftig verstärkt auf LFP setzen zu wollen. Gründe dafür sind vor allem Kostendruck, Rohstoffverfügbarkeit und auslaufende Patente. Und wieder könnten chinesische Unternehmen von dem Trend profitieren.

Von Amelie Richter

Von der hohen Kunst der Einflussnahme

Westliche Politiker und Wirtschaftsführer grübeln, mit welchen Gastgeschenken sie potenzielle Partner in der Volksrepublik für sich vereinnahmen können. Chinesen verstehen sich darauf besser. Ihnen genügt oft eine handgeschriebene Kalligrafie, um das Herz eines Ausländers höher schlagen zu lassen. Besonders, wenn es der Kaiser selbst ist, der zum Pinsel greift.

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Durch expansive Wirtschaftspolitik Wachstum sichern

Statt sechs Prozent könnte Chinas Wirtschaft in diesem Jahr um über acht Prozent wachsen. Doch die Exporte werden kaum erneut das Wachstum so stark treiben wie im vergangenen Jahr. Auch von den privaten Haushalten ist kein immenser Wachstumsschub zu erwarten. Um die fehlende Gesamtnachfrage zu kompensieren, muss die Zentralbank mehr Geld für Infrastruktur in die Hand nehmen.

Von Redaktion Table

Konfrontation führt nicht zum Ziel

Die EU betreibt China-Bashing in einer Zeit, in der ihr eigener Ruf beschädigt ist und ihr Handlungsspielraum schwindet. Grundsätzlich stellt sich die Frage nach dem Sinn und der Wirkung von politisch motivierten Sanktionen, wie sie gegen China verhängt wurden. Es liegen viele Analysen vor, die zu dem Ergebnis kommen, dass die Wirkungen von Sanktionen in der Regel falsch eingeschätzt werden. Und in Bezug auf China ist nicht davon auszugehen, dass die Sanktionen einen Prozess auslösen, der die Beziehungen Europas zu China verbessert und somit Einflussmöglichkeiten eröffnen.

Von Redaktion Table