CEO.Table – Ausgabe 89

Externe Nachfolge für den Mittelstand + Reiche reist nach China + Future at the Table

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Einladung zu Future at the Table am 8. Juni: Ein globales Who-is-who aus Wirtschaft und Politik trifft sich Anfang Juni in Berlin zu Superreturn, ILA, Juni Future Week und Bio:Cap. Am 8. Juni bringen Martin Blessing, Kanzler-Beauftragter für Investitionen, und Table.Briefings die spannendsten Köpfe im neuen Format Future at the Table – Innovate and Invest zusammen. Unter anderem kommen Ministerin Katherina Reiche, KfW-CEO Stefan Wintels, Kenfo-CEO Anja Mikus, Cerberus-Gründer Seth Plattus, Delos-CEO Nikolaus Hagl, Telekom CCO Elke Anderl, KKR-MD Laura Schröder, Zalando-Gründer Robert Gentz, Achim Berg von Viessmann, Tesla-Geschäftsführer André Thierig – und es ist eine Möglichkeit für uns, Sie persönlich kennenlernen zu dürfen. Programm-Updates und den kostenlosen Anmeldelink finden Sie hier.

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Executive.Summary

Neue und alte Besen - bitte Bilderdownload aktivieren

Deutschlands Mittelstand sucht Nachfolger – und Europas Industrie ihre Zukunft

Bis 2030 steht bei 186.000 Unternehmen in Deutschland eine Übergabe an, so die aktuelle Schätzung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM). Chefinnen und Chefs im Mittelstand sind aktuell im Schnitt 54 Jahre alt, viele wollen an Jüngere abgeben. Jeder Vierte fasst laut Nachfolge-Monitoring Mittelstand der KfW allerdings auch die Möglichkeit ins Auge, das Geschäft mit dem eigenen Ausscheiden stillzulegen. Weil sie keine Nachfolger finden? So wird das oft berichtet. Die Zahlen sagen aber etwas anderes: Die KfW verzeichnet in ihrem Monitor 109.000 bereitstehende Nachfolger, die bis 2029 einen Betrieb übernehmen wollen – darunter viele, die nicht aus der Eigentümerfamilie, manche noch nicht mal aus dem eigenen Betrieb kommen.

Söhne und Töchter verlieren die Lust. „Wir stellen aufgrund unserer wissenschaftlichen Analysen fest, dass familieninterne Nachfolgen in den vergangenen 15 Jahren leicht an Bedeutung verloren haben“, sagt Ökonomin Nadine Schlömer-Laufen vom IfM in Bonn. Vor 2010 übernahmen in 55 Prozent aller Übergaben Familienmitglieder, seitdem nur noch in 51 Prozent.

„Entrepreneurship Through Acquisition“ oder „Übernahmegründungen“ – in diesem Ansatz liegen zugleich Hoffnung für und Angst um das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Droht ein Ausverkauf an Investoren oder kommt so frischer Gründergeist in den Mittelstand? Das Münchner Gründungs- und Innovationszentrum UnternehmerTUM beschäftigt sich seit fünf Jahren mit Lösungen für eine gelungene Übergabe an Kandidaten von außerhalb und hat im vergangenen Herbst ein Programm aufgelegt, um solche Unternehmensnachfolger zu befähigen, gute Unternehmensinhaber zu werden. Das Interesse sei überwältigend, sagt Christian Mohr, Geschäftsführer und CCO von UnternehmerTUM.

Es gibt unterschiedliche Wege, eine Unternehmensübernahme von extern zu gestalten; zentral ist die Frage: Woher kommt das nötige Kapital? Letztes Jahr erlebten die Modelle „Search Fund“ und „Roll-up“ einen Hype. Bei letzterem kaufen Unternehmer, meist jung und auffällig oft aus der Berliner Gründerszene, mithilfe von Investoren Betriebe, um sie zu modernisieren, zu digitalisieren und zu skalieren, indem sie mehrere Unternehmen zusammenführen. Mehrere häusliche Pflegedienste etwa, um durch Optimierung der Routenplanung und der Flotte und Reduzierung von Overhead-Kosten mehr Gewinn zu erwirtschaften. Der einstige Zalando-CEO Rubin Ritter sucht mit seiner Investmentfirma Talberg Capital gezielt nach „Firmen in Nachfolgesituationen“; Onefootball-Gründer Lucas von Cranach nutzt das Roll-up-Modell mit Optikerfirmen.

Etwas anders geartet ist das aus den USA stammende Search-Fund-Modell. Harvard-Professor Irving Grousbeck propagierte in den 1980er-Jahren, dass man weder viel Kapital noch Erfahrung brauche, um Unternehmer zu werden, sondern Investoren, die einen während der Suche nach einem Übernahme-Target und bei dessen Akquisition unterstützen. Dafür werden sie mit Anteilen einer Firma entlohnt, die unter der neuen Führung – so die Hoffnung – wächst und prosperiert. In Europa nimmt die IESE Business School eine Vorreiterrolle darin ein, sogenannte „Searcher“ auszubilden.

UnternehmerTUM-Geschäftsführer Mohr sucht einen anderen Weg: „Was mich gerade stark beschäftigt: Wie finden wir ein Nachfolgemodell, das für den deutschen Mittelstand gleichermaßen motivierend und strukturell wirksam ist?“ fragt er. „Wie bilden wir in der Breite willige Nachfolger aus, befähigen sie und statten sie mit einem Modell aus, das sie nicht wie beim Search Fund zu Minderheitseigentümern macht, die nach vier bis fünf Jahren gezwungen sind, über Teil-Exits der Investoren nachzudenken?“ Sein Ideal sei es, dass der neue Eigentümer 100 Prozent der Firmenanteile bekommt und „ein echter Nachfolger wird – und eben nicht ein Interimsmanager“.

„Wenn es darum geht, die bestehende Wirtschaft standortpolitisch durch Nachfolge zu modernisieren und zu erhalten, dann brauchen wir ein Modell, das auf echte Eigentümerschaft einzahlt“, sagt Mohr. Dann sei Nachfolge eine echte Chance für einen Innovationssprung am Wirtschaftsstandort. Die Herausforderung ist allerdings die Finanzierung. Die angestrebten Unternehmenskaufpreise haben seit dem Jahr 2019 laut Nachfolge-Monitoring der KfW merklich angezogen, und zwar um rund 34 Prozent. Im Schnitt liegt der Wunsch-Verkaufspreis eines mittelständischen Unternehmens bei rund 499.000 Euro. Die KfW hat ihr Angebot an Förderkrediten für solche Fälle erweitert und übernimmt beispielsweise bei einem 200.000-Euro-Kredit für Unternehmensnachfolger das Ausfallrisiko bis zu 80 Prozent.

Gelungene Unternehmensnachfolgen könnten eine der wirksamsten Antworten auf die Frage sein, wie Deutschland seine Wirtschaftskraft erhält. Mohr erklärt: „Wie viele Gründungen brauche ich für 500.000 Jobs? Wir können gar nicht so viel gründen, wie wir Arbeitsplätze brauchen – und zwar jetzt, nicht in zehn Jahren.“ In den kommenden fünf Jahren gebe es ein einmaliges Zeitfenster, Europa technologisch souveräner zu machen. Dafür brauche es sowohl neue Impulse aus Forschung, Start-ups und Innovationszentren als auch strukturelle Lösungen für Unternehmensnachfolgen.

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CEO.Talk

Treffen im Kanzleramt: Arbeitgeber fordern Reformtempo vor Sozialpartner-Gespräch

Vor dem für den 10. Juni geplanten Treffen von Bundesregierung und Sozialpartnern im Kanzleramt erhöht der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, den Druck auf die Koalition. „Das letzte Jahr war eher unbefriedigend, hat bei uns innerhalb der Unternehmerschaft und Arbeitgeberschaft zur Enttäuschung geführt, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Diese Regierung ist zum Erfolg verpflichtet“, sagte er im Podcast Table.Today. Die Erwartungen seien klar, die Regierung müsse ihre Mehrheit nutzen und nun „nicht nur Ankündigungen, sondern auch Taten im Sinne des Amtseides“ liefern. Verbände wollten den Prozess „kritisch konstruktiv“ begleiten und auf mehr Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung drängen.

Das Treffen selbst sieht Kampeter nicht als klassischen Durchbruch. „Das Treffen ist keine konzertierte Aktion in dem Sinne, dass Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände dort gemeinsam versuchen, mit der Politik etwas zu machen, sondern die Bundesregierung hat Wirtschaftsverbände, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften eingeladen, um mit uns zu diskutieren“, sagte er. Dass „andere Sichtweisen als die der Koalitionslogik einbezogen werden“, sei zwar positiv, zugleich kritisierte er fehlende Ergebnisse und eine inhaltliche Grundlage. „Leider liegt in den zentralen Fragen noch nichts Umfassendes vor. Im Gegenteil. Wir erkennen kein Reformbild“, sagte Kampeter.

Kampeter machte zudem deutlich, wo er Reformhemmnisse sieht. „Die Betonmischer im mittleren Establishment der Exekutive, die eigentlich gar keine Veränderung wollen, die sich wohlfühlen mit dem, was sie teilweise kündigungsschutzgesichert erreicht haben, verhindern Reformen“, sagte er im Podcast Table.Today. Die Regierung solle deshalb „nicht auf die Betonmischer Rücksicht nehmen“, sondern das, „was sie für notwendig halten“, auch in Gesetze umsetzen. Als zentrale Felder nannte Kampeter die „Flexibilität des Arbeitsmarktes“, die „Bezahlbarkeit von Arbeit in Deutschland“ sowie die „Innovationsfähigkeit von Beschäftigung“ bis hin zu KI. „Wir müssen Arbeit modernisieren mit diesen neuen Technologien“, sagte er.

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CEO.News

Reiche reist nach China – das erwartet die Wirtschaft

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im ersten Quartal 2026 stiegen die deutschen Importe aus China laut dem Statistischen Bundesamt um 6,4 Prozent auf 44,6 Milliarden Euro – während die Exporte in die Volksrepublik um 12,5 Prozent auf 18 Milliarden Euro einbrachen. In dieser Gemengelage bricht Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nach Peking und Guangzhou auf – begleitet unter anderem von den Vorstandschefs von BASF und Thyssenkrupp sowie einem Siemens-Energy-Vorstand. BASF eröffnete im März im südchinesischen Zhanjiang einen neuen Produktionskomplex – für neun Milliarden Euro, es ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Chemiekonzerns.

Aus Sicht der deutschen Wirtschaft muss wieder ein Gleichgewicht hergestellt werden. „Wir haben heute ein Handelsdefizit gegenüber China. Das gilt es zu besprechen“, sagt Thyssenkrupp-CEO Miguel López. Gleichzeitig betont er eine Gegenseitigkeit, schließlich sei China sei ein sehr wichtiger Handelspartner. Und von dem könne auch Deutschland als Standort profitieren, wie es China vor 30 Jahren tat, als deutsche Unternehmen dort ansiedelten: „Wir sollten chinesische Unternehmen einladen, nach Europa zu kommen, in Europa zu produzieren, und damit ihren Teil für die Gesellschaft in Europa und auch Deutschland beizutragen.“

López geht zwar davon aus, dass es im Rahmen der Chinareise konkrete Abkommen geben wird. Aber es gehe auch – etwa mit Blick auf seltene Erden – darum, „abzusichern, wie wir an diejenigen Materialien kommen, die zu einem hohen Anteil in China nur verfügbar sind“. Mit Blick auf das eigene Geschäftsmodell sei aus seiner Sicht „sehr, sehr klar, dass wir uns in puncto Stahl nicht abhängig machen dürfen.“ Zölle und reduzierte Importmengen, wie sie ab dem 1. Juli in Kraft treten, seien die richtige Maßnahme, um resilienter zu werden.

Den deutschen Maschinenbauern sind derweil vor allem die direkten Eingriffe des chinesischen Staates ein Dorn im Auge. „Eine künstlich niedrig gehaltene Währung, überhöhte Subventionen und politisch motivierte Exportkontrollen sind keine Kavaliersdelikte“, lässt sich VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann zitieren. Sie gefährdeten nicht nur Europas Industrie. Staatlich induzierte Überkapazitäten in China seien ein weltweites Problem. „Ein gemeinsames und geschlossenes Auftreten erhöht den Druck auf China.“

Faire Wettbewerbsbedingungen und ein tatsächliches Level-Playing-Field müssen auch aus Sicht der Automobilbauer auf der Tagesordnung stehen. „Hier hat sich zuletzt ein deutliches Ungleichgewicht entwickelt – China und Europa müssen Vereinbarungen treffen, die wieder eine entsprechende Balance herstellen“, sagt VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Deutschland könne in diesen Diskussionen eine wichtige Rolle übernehmen.

Gleichzeitig blieben Berlin und Brüssel aufgefordert, aus sich heraus die internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen und europäischen Standorts stärker in den Blick zu nehmen. Dazu gehöre, neue Handels- und Rohstoffpartnerschaften abzuschließen und somit die wirtschaftliche Stärke wieder auszubauen. International zeigt sich immer deutlicher, dass Wirtschaftskraft die Grundvoraussetzung für Relevanz und somit Einfluss ist. Hier müsse Europa die eigene Position deutlich verbessern. Alex Hofmann

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Automobilbranche: Wie China europäische Zulieferer verdrängt

Chinesische Autozulieferer erhöhen den Druck auf Europas Industrie direkt auf deren Heimatmarkt. Laut der Zuliefererstudie 2026 von Berylls by AlixPartners stieg Chinas Umsatzanteil unter den weltweiten Top-100-Zulieferern 2025 auf 13 Prozent. Damit überholt die Volksrepublik erstmals die USA (12,9 Prozent) und liegt nur noch hinter Japan und Deutschland. Auffällig ist der Aufstieg chinesischer Tech- und Elektronikfirmen entlang der automobilen Wertschöpfungskette. CATL schafft es erstmals in die globalen Top 3 der Zulieferer, Huawei springt um 29 Plätze nach vorne. Inwiefern dahinter ein struktureller Wandel hin zu softwaredefinierten Fahrzeugen steht, lesen Sie im China.Table. Christian Domke Seidel

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Reform der Sozialversicherung: Sachverständigenrat für Abschaffung von Ehegattensplitting und Minijobs

Aus Sicht des Gremiums könnte das den Anreiz – vor allem für Frauen – erhöhen, mehr zu arbeiten. Das geht aus der Kurzfassung des Gutachtens hervor, das die fünf Mitglieder am Mittwoch in der Bundespressekonferenz vorstellen. Sie liegt Table.Briefings vor. Zudem könnten eine Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von nicht kindererziehenden Partnern und eine Einbeziehung von Beamten die Finanzlage der GKV verbessern. Der SVR plädiert außerdem für höhere Steuern oder Mindestpreise auf Tabak, Alkohol und stark zuckerhaltige Lebensmittel und rät zu einer vollständigen Steuerfinanzierung „nicht beitragsgedeckter Leistungen für gesamtgesellschaftliche Aufgaben“ – das zielt auf die Bürgergeld-Kosten in der GKV.

Einkommen und Vermögen sollten laut SVR stärker zur Finanzierung der Pflege herangezogen und der Zugang zu Versicherungsleistungen „restriktiver“ ausgestaltet werden.Konkret bedeutet das eine Neudefinition des Begriffs der Pflegebedürftigkeit, dieser soll „stärker an fachlichen Empfehlungen“ ausgerichtet werden. Dies würde demnach die Zahl der Betroffenen reduzieren und den durchschnittlichen Pflegegrad senken. Insgesamt erwartet der Sachverständigenrat, dass das BIP 2026 nur noch um 0,5 Prozent steigt – 2025 hatte er noch mit 0,9 Prozent für dieses Jahr gerechnet. Für 2027 rechnet er mit 0,8 Prozent, damit bleibt Deutschland im EU-Schnitt im unteren Mittelfeld beim Wachstum. Okan Bellikli, Michael Bröcker

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Risikokapital in der Forschung: Modell für Deep-Tech-Investments gestartet

Die Joachim Herz Stiftung investiert 20 Millionen Euro und will damit eine Lücke in der Frühphasen-Finanzierung von „Deep Tech“, also forschungsintensiven Zukunftstechnologien, schließen. Gemanagt wird der Fonds von der Berliner Investmentplattform Marvelous, die sowohl in spezialisierte Venture-Capital-Fonds als auch direkt in Startups investieren soll – etwa in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Robotik. Welche strukturelle Lücke in der Forschungslandschaft die Stiftung damit schließen will, lesen Sie im Research.Table. Anne Brüning

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Mehr von Table.Briefings

Asia.Table: So realistisch sind Indiens KI-Ambitionen. Mit mehr als 100 Millionen wöchentlichen ChatGPT-Nutzern und milliardenschweren Investitionen will Indien zur KI-Supermacht aufsteigen. Doch es fehlt dem Land an Rechenleistung, Halbleitern und Fachkräften. Was es plant, lesen Sie hier.

ESG.Table: Die gestiegenen Emissionen der Deutschen Bank. Bei der Hauptversammlung in dieser Woche kann sie einen deutlich gestiegenen Gewinn präsentieren. Zugleich sind die Treibhausgasemissionen noch oben geschnellt. Warum das auch eine gute Nachricht ist,  lesen Sie hier. 

Climate.Table: Wo Klimamodelle an ihre Grenzen stoßen. Die Debatten über Klimaszenarien sind geprägt von Falschinformationen. Sie zeigen aber auch, wo die für den IPCC-Sachstandsbericht zentralen Integrated Assessment Models (IAMs) an ihre Grenzen stoßen. Welche Neuerungen der nächste Report des Weltklimarats bringen könnte, lesen Sie hier.

Africa.Table: Fachkräftemangel als Chance für die deutsche Wirtschaft.Trotz des rasanten Bevölkerungswachstums auf dem Kontinent klagen internationale Firmen vor Ort über fehlendes Personal. Darin steckt eine Chance, schreiben Philipp von Carlowitz und Simon Züfle vom Thinktank Doing Business in Africa (DBA). Ihren Gastbeitrag lesen Sie hier.

Lernen Sie alle Table.Briefings in voller Länge kostenlos kennen: Vier Wochen, ohne automatische Verlängerung, ohne Zahldaten – und informiert wie die Topentscheider.

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CEO.Presseschau

WirtschaftsWoche

Gea-Chef Klebert erklärt, warum sein Konzern von der Energiekrise profitiert

Nach Kursverdopplung und Dax-Aufstieg feiert Gea-Chef Stefan Klebert Erfolge. Laut seiner Aussage spielen dem Maschinenbauer sogar die hohen Energiepreise in die Karten. Die Chancen hoher Energiepreise seien für den Konzern größer als die Risiken.
Handelsblatt

Siemens: Dax-Konzern will Führungskräften ihre Chef-Titel streichen

Im Rahmen des Programms „One Tech Company“ will Siemens einen Großteil der „Chief“-Titel für Führungskräfte streichen, um schlankere Strukturen zu schaffen. Der Umbau zum integrierten Technologiekonzern betrifft tausende Mitarbeiter durch neue Aufgaben und Berichtslinien. Obwohl die Maßnahme Unruhe stiftet, handelt es sich laut Konzern nicht um ein Stellenabbauprogramm.
Financial Times

Spotify-Chef verteidigt KI-generierte Musik

Spotify Co-Chef Alex Norström verteidigt die Expansion des Unternehmens in KI-generierte Musik und argumentiert, dass „kontrollierte" Produkte eine bessere Alternative zum unregulierten KI-„Müll" im Internet seien. Eine Vereinbarung mit Universal Music ermöglicht es Abonnenten, KI-generierte Cover und Remixe von Songs zu erstellen. Dies ist das erste kommerzielle KI-Musikprodukt einer großen Streaming-Plattform.
Spiegel Online

BP feuert Albert Manifold – EU billigt Verkauf von Raffinerie in Gelsenkirchen

Der Mineralölkonzern BP hat seinen Verwaltungsratsvorsitzenden Albert Manifold wegen „inakzeptabler" Versäumnisse bei der Unternehmensführung und Verhaltensproblemen mit sofortiger Wirkung entlassen. Gleichzeitig genehmigte die EU-Kommission den Verkauf der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen an die umstrittene Klesch-Gruppe, obwohl das deutsche Wirtschaftsministerium den Verkauf ebenfalls prüft.
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CEO.Picks

Warum Frauen Vorstände schneller wieder verlassen

Frauen kommen heute häufiger in Vorstände – bleiben dort aber deutlich weniger lange als Männer. Warum Unternehmen dadurch Erfahrung, Vielfalt und strategische Stärke verlieren und weshalb Quoten allein die Machtstrukturen nicht verändern können.

Deutschland diskutiert seit Jahren über Frauenquoten in Vorständen. Doch wer nur auf den Einstieg in Spitzenpositionen schaut, übersieht ein zentrales Problem: Viele Frauen bleiben dort nicht lange genug, um Führung dauerhaft zu prägen.

Die Zahlen zeigen die Lücke deutlich. In den Vorständen der DAX-40-Unternehmen liegt der Frauenanteil bei 23,2 Prozent, in den USA bei 32,6 Prozent. Untersuchungen zu DAX- und MDAX-Unternehmen zeigen zudem: Männer bleiben durchschnittlich fast sieben Jahre im Vorstand, Frauen etwas mehr als drei. Analysen von Egon Zehnder und FGS Global weisen darauf hin, dass Frauen häufiger extern rekrutiert werden und dadurch ohne gewachsene Netzwerke oder Kenntnis informeller Strukturen starten. Zugleich gelten andere Maßstäbe: Durchsetzungsfähigkeit wird erwartet, bei Frauen aber schneller negativ ausgelegt.

Das hat direkte Folgen für Unternehmen. Wenn Frauen Vorstände schneller wieder verlassen, verlieren Unternehmen Erfahrung, Kontinuität und Perspektivenvielfalt in zentralen Entscheidungen. Gleichzeitig verfestigen sich bestehende Machtstrukturen weiter. Gerade in Phasen hoher Unsicherheit kann das zum strategischen Risiko werden, weil Führungsteams ähnlicher denken und Fehlentwicklungen später erkennen.

Vorstände sollten Diversität deshalb nicht nur über Quoten definieren. Entscheidend ist, welche Art von Führung im Unternehmen akzeptiert, sichtbar gemacht und gefördert wird. Wer Frauen in Spitzenpositionen halten will, muss informelle Machtstrukturen, Netzwerke und Bewertungskriterien aktiv verändern.

Qiao Zhang ist Deputy Director of Executive Programs und Director des Women in Power-Programms an der ESMT Berlin. Die CEO.Picks sind eine Kooperation zwischen der ESMT und Table.Briefings.

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CEO.Leadership

Warum Führung, Vision und Thought Leadership nicht delegierbar sind

Anonyme Statements und kollektive Sprachregelungen dominieren viele Unternehmen. Doch Orientierung entsteht nur durch persönliche Haltung. Warum die Ich-Form die kleinste Einheit von Führung ist und Verantwortung sich nicht delegieren lässt.

Das stärkste Wort in der Unternehmenskommunikation ist gleichzeitig eines der seltensten. Es lautet: Ich. Dabei wäre es der wichtigste Mitarbeiter vieler Unternehmen. In einer Welt abgestimmter Statements, kollektiver Sprachregelungen und anonymer Corporate Speech ist die Ich-Form fast verschwunden. Entscheidungen werden getroffen, Strategien werden verfolgt, Ziele werden adressiert. Was fehlt, ist ein Absender. Und damit Orientierung.

Dabei gilt etwas sehr Einfaches: Menschen vertrauen keinen Unternehmen, Institutionen oder Organisationen. Menschen vertrauen Menschen. Führung entsteht dort, wo jemand bereit ist, Verantwortung sichtbar zu machen – sprachlich wie inhaltlich. Genau deshalb ist das lyrische Ich kein Stilmittel. Es ist die kleinste unteilbare Einheit von Führung.

Oft wird stattdessen bewusst „wir“ gesagt. Das klingt nach Team, nach Geschlossenheit, nach Gemeinsamkeit. Und für Umsetzung, Zusammenarbeit und Leistung ist das richtig. Für Haltung, Vision und Richtung ist es falsch. Denn Verantwortung lässt sich nicht kollektiv formulieren. Vision braucht einen Absender.

Es gibt genau zwei Rollen, die diese Perspektive glaubwürdig einnehmen können: Gründer und CEOs. Sie sind die einzigen Personen, die über die Vision ihres Unternehmens in der ersten Person Singular sprechen können. Nicht aus Ego oder Eitelkeit, sondern aus Verantwortung. Vision lässt sich nicht delegieren. Sie ist immer persönlich, auch wenn sie kollektiv getragen werden soll.

Dass viele CEOs dennoch nicht in der Ich-Form sprechen, hat einen Grund: Die Ich-Form bindet. Wer „ich“ sagt, kann sich nicht hinter Prozessen, Gremien oder Sprachregelungen verstecken. Corporate Speech ist deshalb keine neutrale Unternehmenssprache, sondern eine Vermeidungsstrategie. Sie minimiert Angriffsflächen und maximiert Orientierungslosigkeit.

Kommunikation lässt sich delegieren, Haltung nicht. Die US-amerikanische Kommunikationsexpertin Lulu Cheng Meservey bringt es auf den Punkt: „Outsourcing comms is as bad as outsourcing code“. Nur Gründer oder CEOs besitzen das „secret knowledge“, jene Form von Wissen und Überzeugung, die Narrative glaubwürdig macht – nicht als Information, sondern als gelebte Perspektive. Hier berührt die Ich-Form ein weiteres, oft missverstandenes Thema: Thought Leadership. Thought Leadership entsteht nicht allein durch Reichweite, Formate oder Sichtbarkeit. Es entsteht dort, wo jemand bereit ist, für eine Perspektive einzustehen. Thought Leadership ohne Ich ist nur Text.

Gerade das Nicht-Perfekte verstärkt diese Wirkung. Wie in der Musik: Manchmal ist es das hörbare Gleiten der Finger über die Saiten oder der Ton, der nicht ganz sauber sitzt, der eine Stimme unverwechselbar macht. Perfektion beeindruckt – Persönlichkeit bindet. Führung funktioniert ähnlich.

Das ist heute wichtiger denn je. Man möchte gar nicht wissen, wie viele Texte, Posts und Stellungnahmen inzwischen von KI geschrieben und nur noch von KI gelesen werden. In einer solchen Umgebung gewinnt nicht die perfekte Formulierung, sondern die erkennbare Haltung. Narrative und Thought Leadership leben von derselben Quelle: der Stimme ihres Erzählers. Wer sie abgibt, gibt Führung ab.

Benedikt Göttert berät CEOs und Unternehmen bei der Entwicklung strategischer Narrative in Zeiten der Transformation. Als Mitgründer von Serviceplan Berlin baute er den Standort zum integrierten Haus der Kommunikation aus. In seiner Kolumne schreibt er über Führung in Zeiten widersprüchlicher Erwartungen.

Dieser Standpunkt spiegelt nicht zwingend die Meinung der Redaktion wider.

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