Kriegt die Regierung noch die Kurve? Mit Steffen Kampeter.
Dauer: 24:32

Kriegt die Regierung noch die Kurve? Mit Steffen Kampeter.

Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, hat wenig Geduld mit der Bundesregierung – aber noch nicht alle Hoffnung aufgegeben. Das letzte Jahr sei „eher unbefriedigend" gewesen, die Unternehmerschaft enttäuscht. Kampeter fordert kein Diskutieren, sondern ein Reformbild: „Veränderungen, die eingebettet sind in ein Reformbild als Weg zu einer Verbesserung, werden nicht als Zumutung, sondern als Chance für eben diese Verbesserung empfunden." Das geplante Treffen im Juni hält er für ein gutes Signal – aber kein Allheilmittel. [10:34]

Wie lange steht die Brandmauer zur AfD noch. Der ehemalige SPD-Ministerpräsident Torsten Albig empfiehlt seinen Parteifreunden, eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht mehr komplett auszuschließen. Man könne nicht so tun, als wäre die AfD die Ausgeburt der Hölle, sagt Albig. Für ihn sind Minderheitsregierungen vorstellbar, die sich von der AfD unterstützen lassen. [01:37]

Table.Briefings - For better informed decisions.

Sie entscheiden besser, weil Sie besser informiert sind – das ist das Ziel von Table.Briefings. Wir verschaffen Ihnen mit jedem Professional Briefing, mit jeder Analyse und mit jedem Hintergrundstück einen Informationsvorsprung, am besten sogar einen Wettbewerbsvorteil. Table.Briefings bietet „Deep Journalism“, wir verbinden den Qualitätsanspruch von Leitmedien mit der Tiefenschärfe von Fachinformationen. 

Professional Briefings kostenlos kennenlernen: table.media/testen


Hier geht es zu unseren Werbepartnern


Hol dir deine persönlichen Daten mit Incogni zurück und hol dir 60 % Rabatt auf ein Jahresabo: https://incogni.com/tabletoday


Impressum: https://table.media/impressum

Datenschutz: https://table.media/datenschutzerklaerung


Bei Interesse an Audio-Werbung in diesem Podcast melden Sie sich gerne bei Laurence Donath: laurence.donath@table.media


Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Wieder mal wird der Brandmauer ein Schlag versetzt und zwar ausgerechnet vom ehemaligen SPD-Ministerpräsidenten aus Schleswig-Holstein, Thorsten Albig. Er schlägt eine Zusammenarbeit der SPD mit der AfD vor. Könnte es sein, dass wir schon in diesem Herbst sehen, dass Union und SPD mit der AfD gemeinsame Sache machen? Das diskutieren wir gleich mit Stefan Braun, dem Redaktionsleiter unseres Berlin-Table.

Sprecher 3: Um irgendwie aus dem Tal der Tränen rauszukommen, braucht Deutschland dringend wieder starkes Wirtschaftswachstum. Eigentlich war das ja auch der Plan von Union und SPD, dafür zu sorgen, dass Deutschland wieder wettbewerbsfähig ist. Bis jetzt hat das aber nur so mittelmäßig gut funktioniert. Man verliert sich stattdessen eher im Klassenkampf. Bärbel Baas erklärt den Arbeitgebern den Kampf und Kanzler Merz wird beim Gewerkschaftskongress ausgebucht. Hat die Regierung hier wirklich noch die Kraft, etwas zu verändern oder ist ein Scheitern unausweichlich? Das fragen wir Steffen Kampeter, den Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

Sprecher 2: Die Abnehmspritze könnte doch mehr Nebenwirkungen haben als bisher bekannt. Zu dem Schluss sind jetzt Forscher aus Pennsylvania gekommen, nachdem sie mit KI einige Internetforen analysiert haben. Insofern sind doch diejenigen glücklich, die am Wochenende viel Sport gemacht haben in der Sonne draußen. Am besten mittlerweile morgens um 8 angesichts der Temperaturen. Schön, dass Sie heute bei uns sind. Diesen Dienstag, den 26. Mai, eine kurze Woche beginnt.

Sprecher 4: Bringe dein Geschäft auf Touren und arbeite intelligenter. Mit Acrobat Studio. Kombiniert Acrobat Pro Tools, KI-gestützte Arbeitsbereiche, Assistenten und Inhaltserstellung, alles an einem Ort. Nutze den KI-Assistenten als Analysten oder Dozenten und passe ihn an dein Unternehmen an. Arbeite schneller, intelligenter, erledige mehr mit Acrobat Studio. Mach es einfach mit Acrobat. Probiere es jetzt auf adobe.com slash acrobat aus.

Sprecher 2: Keine Zusammenarbeit mit der AfD um keinen Preis. Das hat der Bundeskanzler immer wieder sehr deutlich gemacht. Aber es gibt immer wieder Promis und auch Politiker, die der Meinung sind, man müsse mit der AfD mal arbeiten, in der Hoffnung, dass sie sich an der Macht entzaubert, in der Hoffnung, dass sie domestiziert wird. Da gibt es alles Mögliche. Uli Hoeneß zum Beispiel hat vor ein paar Tagen im Spiegel-Interview Folgendes gesagt.

Sprecher 5: Ich finde es ganz gut, wenn sie in dem einen oder anderen Land jetzt mal rankommen. Dann kann man sie nämlich packen. Da kann man sie nämlich verhandeln. Bis jetzt sind es alles... Schaumschläger, die immer über sich schön durchlavieren, aber noch nie beweisen haben können, dass sie es auch können.

Sprecher 2: Und nun auch Thorsten Eibisch, der ehemalige Ministerpräsident Schleswig-Holsteins von der SPD. Er bringt zumindest mal eine Duldung durch die AfD ins Spiel und verweist dabei auf Dänemark, wo dieses Prinzip dazu geführt habe, dass die Rechtspopulisten deutlich an Zustimmung verlieren. Es ist eine unangenehme Diskussion, denn auf der einen Seite will niemand mit den Rechtsradikalen zusammenarbeiten und auf der anderen Seite sehen die großen Parteien, dass sie immer kleiner werden und immer mehr von ihnen sich zusammentun müssen, um die AfD von der Regierung abzuhalten und damit natürlich immer austauschbarer werden. Also eine vertragte Lage für die Parteien, die einst stolze Volksparteien waren. Was machen wir nun damit? Das diskutiere ich mit Stefan Braun, dem Redaktionsleiter unseres... Berlin Table. Hallo Stefan, schön, dass du da bist.

Sprecher 6: Hallo Helene.

Sprecher 2: Also sprechen wir erst kurz über Thorsten Albig. Eine Einzelmeinung oder hat Thorsten Albig doch mehr Einfluss, als wir glauben?

Sprecher 6: Ich glaube nicht, dass er Einfluss auf die aktuelle SPD hat. Er ist weit, weit weg von allen. Er trifft nicht den Punkt. Warum? Die SPD hat wenig Dinge, die sie noch verbindet, die sie wirklich in ihrer Identität stützt und geschlossen macht. Und eine davon ist ganz, ganz, ganz entscheidend der Kampf gegen die AfD, weil die AfD nicht irgendeine demokratische Partei ist, die man nicht mag, sondern weil die AfD in den Augen der Sozialdemokraten eine rechtsextreme Partei ist, die im Prinzip alles, was man in den letzten 70 Jahren aus Sicht der SPD in den letzten 120 Jahren verteidigt hat und wofür man gekämpft hat, infrage stellt. Wo er einen Punkt macht, ist ganz eindeutig, wie sollen Sozialdemokraten eigentlich auf diese Herausforderung reagieren?

Sprecher 2: Also was soll die SPD tun, um ihr ehemaliges Klientel wiederzubekommen?

Sprecher 6: Die SPD steckt in einem riesigen Dilemma und sie muss sich entscheiden. Das Traurige ist, sie muss sich glasklar entscheiden. Ich würde auch sagen, in den nächsten Wochen. Warum? Sie hat sich auf der einen Seite zu einer Partei gemacht, die immer nur die sozial Schwächsten unterstützt. Die immer noch immer wieder sagt, ich bin das letzte Bollwerk gegen irgendwelche sozusagen negativen Veränderungen. Und dadurch... selbst immer wieder in den Arm greift, wo sehr, sehr viele Leute, die wir als Arbeiter titulieren, die Facharbeiter sind, die auch Angestellte sind, die aber zunehmend, wie wir wissen, Angst um ihre Arbeitsplätze haben, da reicht es nicht zu sagen, wir verteidigen, wir verteidigen, wir verteidigen. Du brauchst eine Idee. Du brauchst eine Zukunftsidee, mit der du die Leute lockst. Ich sage da gerne in solchen Fällen Schröder 2.0. Wir alle wissen, dass Schröder insgesamt mit seiner sozusagen Nachamtszeit nicht gerade in Vorbild ist. Aber damals, 2003, hat er in einem Moment... Als er gesagt hat, das geht nicht mehr anders, sehr vernünftig in den Augen mancher natürlich auch ganz furchtbar, aber eigentlich sehr vernünftig gesagt, um das Land wieder nach vorne zu bringen, um Energie auszulösen, um den Leuten auch eine Fantasie zu geben. Mache ich das jetzt als Gerhard Schröder? Ich baue Reformen ein und bin gleichzeitig derjenige, der ein Gefühl dafür hat, wie die Zukunft für dieses tolerante, liberale Land aussehen könnte.

Sprecher 2: Schauen wir auf die CDU, die auch in einem Dilemma steckt. Ich habe es in der Anmoderation schon kurz gesagt. Die CDU steht zur Brandmauer, jedenfalls Friedrich Merz betont das immer wieder und gleichzeitig steht sie vor dem Problem, mit linken Parteien, also mit der SPD oder mit den Grünen regieren zu müssen, damit bei ihrer eigenen Programmatik Abstriche zu machen, also eine linkere Politik zu vertreten, als sie das eigentlich möchte. Wie kommt die CDU? daraus, sie ringt um eine Lösung. Wie viele Leute gibt es wirklich, die sagen, naja, dann muss man es vielleicht mal drauf ankommen lassen, die AfD vielleicht entzaubern an der Macht. Ein wirklich großes Risiko, aber gibt es vielleicht Leute, die das eingehen wollen?

Sprecher 6: Ja, es gibt wahrscheinlich ein Viertel bis ein Drittel, auch in Baden-Württemberg, wo das ja durchaus schwierig war, die neue Koalition zu bilden. Es gibt durchaus ein Viertel bis ein Drittel, die irgendwie damit liebäugeln, die aber selber wissen, welches Risiko darin stecken würde, wenn sie jetzt einfach mal sagen, arbeiten wir halt jetzt doch irgendwie mit der AfD zusammen oder lassen wir uns von der tolerieren. Sie alle wissen, und das ist ein, würde ich sagen, Wirklich CDU-DNA. Sie wissen, Rechtsradikalismus, Rechtsextremismus, der Bruch mit unserer Geschichte, der Bruch mit Europa, die Aggressivität gegen Fremde und gegen jüdisches Leben, das würde sie alles sprengen. Gleichzeitig wissen sie und merken natürlich, wie schwer es ist, aus der Rutschbahn, in der man im Augenblick steckt, aus unterschiedlichsten Gründen, weil man keine Haltung hat oder weil man viel zu sehr um Haltung kämpfen muss, weil alle möglichen Leute durcheinander reden, wie schwer es ist, eine Antwort auf die AfD zu finden. Und ich finde bemerkenswert, das kann man erwähnen, Vor wenigen Tagen hat die CDU-Parteiführung eine ausführliche Broschüre veröffentlicht, wo nicht mehr drüber steht, Brandmauer, Brandmauer, Brandmauer, sondern wo sehr ausführlich geschildert wird, wie die unterschiedlichsten führenden AfD-Politiker, was die zur Geschichte, zu Europa, zur Verteidigung, zur Wirtschaftspolitik, zu Russland, zu China gesagt und getan haben, um sich in der Sache abzugrenzen. Also sie sind endlich, würde ich sagen, auf eine... Argumentative Straße eingebogen, wo sie sagen, wir reden jetzt nicht mehr dauernd über die Brandmauer, weil die ist plakativ und zu einfach. Dagegen kann auch die AfD polemisieren. Wir reden über Inhalte.

Sprecher 2: Es geht natürlich auch um das Verhältnis zur Schwesterpartei, Stefan. Und da gab es ja gestern einen spektakulären Brief, der zirkulierte von Manfred Weber, dem Chef der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament. Ein einflussreicher CSU-Politiker, ein Brief, in dem es formal um die wichtigen Fragen unserer Zeit geht, also um die Rüstung und um die Verteidigung. Und den Zusammenhalt in Europa und so weiter, der aber doch übersät war mit Sticheleien, und das ist noch freundlich gesagt Schmutzeleien, hätte vielleicht Horst Seehofer gesagt, ist das Ausdruck von mehr, also einem Gären auch in der CSU, Unmut über Söder, der sich nun Bahn bricht?

Sprecher 6: Also ich sehe da zwei Sachen, die auch irgendwie nochmal zusammenpassen. Das ist etwas, was ich vorher nicht gesagt habe, aber es gehört dazu. Wenn der Kanzler und seine CDU-Führung nicht integrativer werden, also die ganze Gesellschaft integrieren wollen, also alle, die mitmachen wollen, auch zu integrieren, wird es nicht. Der Brief von Manfred Weber über die Lage der CSU hat im Prinzip den gleichen Duktus. Integriere, grenze nicht ab, mach kein Schauspiel, sondern gib sachliche, vernünftige, nach vorne gerichtete Antworten auf die Zukunft. Das ist der Appell. Jetzt könnte man sagen, Mensch, warum hat er sich nicht früher getraut? Kann man kurz auf die Figur Manfred Weber einkennen. Der ist ja alles andere als ein Krawallbruder, der gerne mal über eine Schlagzeile sich groß macht und andere klein. Deswegen ist dieser Brief so bemerkenswert, weil man davon ausgehen kann, dass Weber sich abgesichert hat, nicht völlig alleine und in einer Situation, die eigentlich ganz friedlich und prima ist in Bayern, so einen Brief zu schreiben. Es wird das Gegenteil der Fall sein.

Sprecher 2: Jetzt haben wir auf die drei Parteien geschaut, die in Berlin ein Bündnis bilden und sehen, Alle drei sind in schwieriger Lage, aber wir verlieren trotzdem die Hoffnung nicht, oder?

Sprecher 6: Ich will nicht in dieses Disruptiv-Gefühl stürzen, in dem gerade so viele stecken, ach, ist egal, alles scheiße und so weiter. Ich will das nicht, ich wehre mich dagegen. Deswegen habe ich auch die Hoffnung, dass auch so ein Brief wie der von Manfred Weber, auf einen Boden trifft, der eigentlich fruchtbar ist und der verstanden hat.

Sprecher 2: Dann sind wir schon zwei und mit Herrn Weber drei. Vielen Dank für deine Zeit, lieber Stefan.

Sprecher 6: Gerne schön. Tschüss.

Sprecher 2: Tschüss.

Sprecher 7: Ingrid und Indi präsentieren Jobs, bei denen man sich keinen Fehler erlauben darf. Heute Heizungsmonteurin.

Sprecher 8: Die Heizung macht seit heute Morgen komische Geräusche.

Sprecher 9: Entschuldigen Sie, das ist ein geiler Beat.

Sprecher 8: Die Rohre platzen gleich.

Sprecher 9: Und jetzt der Drop.

Sprecher 7: Das ist ein Job für Premium-Stellenanzeigen. Mit richtigen Profis wäre das nicht passiert. Vertraue Ingrid, versuch Indeed und finde qualifizierte Talente mit Premium-Stellenanzeigen. Mach's dir Indeed einfach. Jetzt auf indeed.de slash recruiting.

Sprecher 2: Schafft diese Bundesregierung noch den Turnaround oder wird es in absehbarer Zeit Neuwahlen geben, wie es etwa Christian von Stetten, der Chef des Parlamentskreises Mittelstand, prognostiziert hat, diese Regierung werde keine vier Jahre mehr halten, so hat er es kürzlich gesagt. Fakt ist jedenfalls, dass diese Koalition so unbeliebt ist wie noch keine Regierung vor ihr. Zusammenkommen SPD und Union gerade noch auf 34 Prozent und auch die großen Verbände zeigen deutlich, dass sie mit der Arbeit von Merz, Baas, Klingbeil und Co. Nicht zufrieden sind. Aber sind die Fronten zwischen Union und SPD, aber auch zwischen Regierung und den großen Verbänden mittlerweile so verhärtet, dass man sich gar nicht mehr einigen kann? Für den Juni hat das Kanzleramt nun ein Treffen geplant. Und über die Erwartungen wollen wir sprechen mit Steffen Kampeter. Er ist Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, BDA. Hallo, schön, dass Sie bei uns sind, lieber Herr Kampeter.

Sprecher 10: Danke für die Einladung.

Sprecher 2: Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der Bundesregierung?

Sprecher 10: Naja, die Erwartung ist, dass eine Regierung, die eine Mehrheit hat, diese Regierungsmehrheit auch nutzt mit Regierungsvorschlägen und parlamentarischen Mehrheiten. Das letzte Jahr war eher unbefriedigend, hat bei uns innerhalb der Unternehmerschaft und Arbeitgeberschaft zu Enttäuschungen geführt, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Diese Regierung ist zum Erfolg verpflichtet.

Sprecher 2: Aber Herr Kampeter, liegt das Problem nicht auch daran, dass die Regierung von Verbänden, aber auch von den... Gewerkschaften wenig konstruktiv begleitet wird, wenn ich daran denke, dass der Kanzler kürzlich beim Gewerkschaftstag ausgebucht wurde und umgekehrt die Arbeitsministerin, als sie bei Ihnen war, ausgelacht wurde. Sind solche Aktionen wirklich hilfreich oder müssen Sie sich nicht auch an die eigene Nase fassen und sich fragen, was habe ich eigentlich dafür getan, dass diese Koalition besser arbeitet?

Sprecher 10: Frau Bobowski, zuerst einmal möchte ich klarstellen, es haben Einzelne auf dem Arbeitgebertag eine Sachverhaltsdarstellung der Arbeitsministerin nicht begrüßt und es haben ein wesentlicher Anteil von Teilnehmern auf dem Gewerkschaftstag den Bundeskanzler kontinuierlich zu stören versucht. Das eine war Sorge um unser Land und das andere war Absage an Reformen. Das sind prinzipiell unterschiedliche Meinungsäußerungen, unterschiedliche Qualitäten. Aber eine Bundesregierung ist nicht nur da, um gelobt zu werden, sondern auch aufgefordert zu werden, in Meinungsstreitführung zu zeigen, Vorschläge zu machen. Dann können wir über diese Vorschläge diskutieren. Leider liegt in den zentralen Fragen, wie geht es weiter auf dem Arbeitsmarkt, wie geht es weiter in den sozialen Versicherungen, wie geht es weiter mit der Demografie, wie geht es weiter mit den Energiepreisen, bisher noch nichts Umfassendes vor, dass wir mit der Regierung über einen konkreten Weg ringen würden. Im Gegenteil, wir erkennen kein Reformbild. Veränderungen, die einfach erfolgen, ohne zu wissen warum, werden von vielen als Zumutungen empfunden. Veränderungen, die eingebettet sind in ein Reformbild als Weg zu einer Verbesserungen werden nicht als Zumutung, sondern als Chance für eben diese Verbesserung empfunden. Und deswegen ist der erste Schritt für die Regierung, dieses positive Reformbild, beispielsweise mehr Wachstum und Arbeitsplätze in und für Deutschland auszubuchstabieren, damit die Menschen wissen, warum machen wir jetzt eine Krankenversicherungsreform? Warum dürfen die Sozialversicherungsbeiträge nicht mehr steigen? Und warum müssen wir unangenehme Entscheidungen und Herausforderungen machen, um die Generationengerechtigkeit in Deutschland noch aufrechtzuerhalten? Das ist unsere Erwartung. Ein Leitbild zu formulieren und dann Maßnahmen, die auf dieses Leitbild hinführen, begründend in den parlamentarisch-politischen Prozess einzuführen.

Sprecher 2: Die SPD argumentiert, dass ein Maß an sozialer Kälte bedeuten würde in diesem Land, dass die Arbeitnehmer noch stärker in die Arme der AfD treibt. Und in der Tat gibt es ja innerhalb der Gewerkschaften nun schon etliche Mitglieder, die der AfD zugetan sind. Was entgegnen Sie?

Sprecher 10: Zuerst einmal, wir sehen, dass bei den Betriebsratswahlen der befürchtete Ruck an die Ränder ausgeblieben ist, sowohl links wie rechts. Das kann man zum einen mit dem sozialpartnerschaftlichen Modell von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Betrieb, aber auch sicherlich mit der gewerkschaftlichen Positionierung für die parlamentarische Demokratie begründen. Von daher, das Land ist da noch nicht unter. Aber es gibt Warnsignale, die ich ja auch erkenne, dass immer mehr Gewerkschaftsmitglieder auch an den Rändern wählen. dass die Gewerkschaften selbst sich auch verändert haben. Die prägenden Industriegewerkschaften von Chemie und Metall sind nicht mehr die dominanten Kräfte, dort wo die Transformation tatsächlich stattfindet. Und das, was ich die Verdiisierung des Deutschen Gewerkschaftsbundes nenne, dass die öffentlich finanzierten und aus Beiträgen finanzierten Beschäftigten dem Pace vorgeben, die Geschwindigkeit und auch die Konfliktintensität innerhalb des DGBs, macht mir ein bisschen Sorge. Die Zukunft liegt in Industrie, Handwerk und Handel. Die Zukunft liegt nicht allein im öffentlichen Bereich. Und das muss der DGB, glaube ich, auch nochmal neu justieren. Die letzten Signale aus den Industriegewerkschaften stimmen mich ein bisschen konstruktiv. Der Pulverdampf des 1. Mai und des Gewerkschaftstages wird sich hoffentlich verziehen. Und dann werden wir uns für Wachstum, Arbeitsplätze in Industrie, Handwerk und Handel einsetzen müssen.

Sprecher 2: Das Verhältnis der DGB-Vorsitzenden und dem Kanzler ist gespannt. Könnten Sie da ein Vermittler sein?

Sprecher 10: Wir haben in vielfältiger Art und Weise belegt, dass wir mit unserem Sozialpartner den Gewerkschaften Herausforderungen lösen können. Beispielsweise in der Finanzkrise, beispielsweise bei Corona, beispielsweise durch vielfältige auch Krisentarifverträge. Jetzt warten wir, sowohl Gewerkschaften wie Arbeitgeber, auch auf politische Signale, dass man diese sozialpartnerschaftlichen Leistungen respektiert oder auch auf Einladung bei der bestimmten Lösung von Problemen zu helfen. Aber wir sind nicht die Regierung als Sozialpartner. Und das Verhältnis zwischen Regierung und Sozialpartnerschaft soll ja auch in diesen Tagen mit der Intensivierung von Gesprächen verbessert werden. Ich finde, das ist ein gutes Signal, was Friedrich Merz dort sagt. Da kann man sicherlich was draus machen.

Sprecher 2: Ja, konzertierte Aktion, so ist der Titel. Es geht um ein Treffen, das für den Juni geplant ist. Sie haben doch schon mal gesagt, Herr Kramp-Peter, dass Sie eigentlich nicht daran glauben, dass das so ein großer Erfolg wird. Warum nicht?

Sprecher 10: Das Treffen ist keine konzertierte Aktion im Sinne, dass Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände dort gemeinsam versuchen, mit der Politik etwas zu machen, sondern die Bundesregierung hat Wirtschaftsverbände, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften eingeladen, um mit uns zu diskutieren. Das unterscheidet sich grundlegend vom Bündnis für Arbeit oder anderen vorherigen konzertierten Aktionen. Was ich gut daran finde, ist, dass man offensichtlich auch andere Blickweisen als die der Koalitionslogik einbeziehen will in die Entscheidungsfindung. Also die Begründung, dass etwas nicht geht, weil der jeweils andere Koalitionspartner es nicht will, das ist ja kein sachliches Argument, sondern wir müssen gucken, was können wir tun für mehr Wachstum und Beschäftigung in Deutschland, dass die Investitionen in Deutschland getätigt werden, dass wir Arbeitsplätze in Deutschland behalten, dass wir Technologien nutzen, um Wertschöpfung in Deutschland zu halten und darüber dann mit der Regierung zu diskutieren. Das wollen wir gerne und dafür bedarf es nicht nur des Treffens am 10. Juni. Das machen wir gerne auch bei anderen Gelegenheiten kontrovers. und Konsens und kompromissorientiert.

Sprecher 2: Was ist das Problem? Ist dieses Land nicht mehr reformfähig? Haben wir uns selbst zu sehr eingemauert und eingerichtet und sind zu schwerfällig geworden in allem, was wir haben? Ich habe vorhin schon das Wort Disruption erwähnt. Also wie sehen Sie das?

Sprecher 10: Also ich teile Ihre Beobachtung, dass was ich etwas salopp die Betonmischer nenne, im mittleren Establishment der Exekutive, aber auch des politisch-parlamentarischen Bereiches, die eigentlich gar keine Veränderung wollen, die sich wohlfühlen mit dem, was sie teilweise kündigungsschutzgesichert erreicht haben. Diese Betonmischer verhindern Reformen. Man darf die Frösche nicht fragen, den Sumpf auszutrocknen. Deswegen ist unsere Bitte, Aufforderung, Erwartung an die Regierung, an den Bundeskanzler, an den Vizekanzler, an die sie tragenden Parteien, dass sie jetzt nicht auf die... Frösche bzw. Die Betonmischer Rücksicht nehmen, sondern das, was sie für notwendig halten, was wir vielleicht gemeinsam entwickeln können für unser Land, auch tatsächlich in Gesetze packen. Das, glaube ich, ist jetzt der Akt von politischer Führung und Zusammenarbeit.

Sprecher 2: Zum Schluss nochmal, Herr Kampeter, die wichtigsten drei Dinge, die jetzt sofort kommen müssen.

Sprecher 10: Aus Sicht der Arbeitgeberverbände, neben der Energiefrage, ist es die Flexibilität des Arbeitsmarktes, die Bezahlbarkeit von Arbeit in Deutschland und die Innovationsfähigkeit von Beschäftigung. Da geht es um KI bis hin zu anderen Technologien. Wir müssen nicht das Land der Bedenkenträger neuer Technologien sein, sondern wir müssen Arbeit modernisieren mit diesen neuen Technologien. Auf allen drei Feldern haben wir Vorschläge gemacht. Jetzt ist es an der Regierung zu sagen, wir verändern etwas für dieses Land. Ich würde mich freuen, wenn das klappt.

Sprecher 2: Also zumindest mal die Wochenarbeitszeit, die ja im Koalitionsvertrag vereinbart ist, dass die nun auch schnell kommt und nicht sich weiter verzögert.

Sprecher 10: Es geht nicht nur um die Wochenarbeitszeit, Frau Bobowski. Es geht um viel mehr an Flexibilität. Es geht auch um die Frage, wann wir wen wie im Unternehmen behalten oder nicht mehr behalten müssen. Es geht um die Frage, wie hoch sind die Lohnzusatzkosten, die schon lange keine Lohnnebenkosten sind. Und drittens beispielsweise um die Frage, wie können wir die Beschäftigungsfähigkeit unserer Menschen in unserem Land erhalten, wenn KI Aufgaben übernimmt. Das sind doch die Debatten der Zukunft, die viel, viel wichtiger sind, wie die Gemütslagen einzelner Beteiligter im politischen Prozess.

Sprecher 2: Vielen Dank, Herr Kampeter, dass Sie heute Ihre Einschätzung der Lage mit uns geteilt haben.

Sprecher 10: Aber herzlich gerne.

Sprecher 2: Lieber Flo, war noch was?

Sprecher 3: Helene, das Internet hat ja Antworten auf so ziemlich jede Frage und ganz, ganz viele findet man davon in so Internetforen wie beispielsweise Reddit oder gutefrage.de. Da kann man dann immer mal nachlesen, wenn man irgendwas wissen möchte. Es gibt mindestens einen anderen Menschen auf dieser Welt, der die Frage schon mal im Internet gestellt hat.

Sprecher 2: Aha, und die Frage ist wahrscheinlich sehr häufig, jetzt wo es wärmer wird, wie nehme ich ab?

Sprecher 3: Auch das ist eine Frage, die, glaube ich, rund um die Uhr diskutiert wird. Und dazu gibt es auch verschiedenste Theorien, was man da am besten machen kann. Mittlerweile sind ja Abnehmspritzen wie zum Beispiel Osempic ja ganz hoch im Kurs. Immer mehr Leute greifen zur Abnehmspritze, weil es einfach der unbeschwerteste Weg zum Abnehmen ist. Aber Forscher der Uni Pennsylvania haben jetzt mit Hilfe von KI 400.000 Forenbeiträge analysiert, die sich rund um die Abnehmspritze drehen und haben dabei festgestellt, dass ganz oft... Die Nutzer über Schüttelfrost oder Hitzeanwandlungen oder auch Unregelmäßigkeiten bei der Periode berichten. Und das sind komischerweise alles Nebenwirkungen, die bei den klinischen Studien bis jetzt noch nicht aufgefallen sind. Aber weil so viele Leute im Internet sich darüber ausgetauscht haben, scheint es doch da irgendwie zu sein, dass das zumindest auch immer mal wieder auftretende Nebenwirkungen sind.

Sprecher 2: Ja, oft ist der einfache Weg eben nicht der beste und oft liegt das Gute dann doch auch im Schwierigen. Insofern vielleicht eben doch Sport machen. Linder essen, weniger trinken. Ich weiß, das macht alles weniger Spaß. Aber besser als Schüttelfrost, oder?

Sprecher 3: Auf jeden Fall. Aber immerhin schon mal schön zu sehen, dass allein durch den doch recht privaten Austausch im Internet man mit KI da vielleicht nochmal auf Unregelmäßigkeiten stößt, die man halt in klinischen Studien nicht findet. Also die Forscher sind jetzt zumindest relativ hoffnungsfroh, dass man die Ergebnisse der KI jetzt nehmen kann, um gezielter auf Nebenwirkungen bei Medikamenten hinzuweisen, hinzuforschen.

Sprecher 2: Also gehen wir mit dieser guten Nachricht der Weisheit des Netzes in diese Woche. Und wir freuen uns, wenn Sie morgen wieder dabei sind. Dann haben wir schon den Mittwoch. Alles Gute, bis dahin. Tschüss.

Sprecher 3: Ciao.

Sprecher 11: Welcome to the internet, come and take a seat. Would you like to see the news or any famous women's feet? There's no need to panic, this isn't a test. Just nod or shake your head and we'll do the rest. Welcome to the internet, what would you prefer? Would you like to fight for civil rights or tweet a racial slur? Be happy, be horny, be bursting with rage. We got a million different ways to engage Welcome to the internet Put your cares aside Here's a tip for straining pasta Here's a nine-year-old who died We got movies and doctors and fantasy sports And a bunch of colored pencil drawings Of all the different characters in Harry Potter Fucking each other Welcome to the internet Hold on to your socks Cause a random guy just kindly sent you photos of his cock. They are grainy and a pudding. He just sent you more. Don't act surprised. You know you like it, you whore. See a man by hand and get offended. See a shrink. Show us pictures of your children. Tell us every thought you think. Start a rumor. Buy a broomer. Send a death threat to a boomer. Or DM a girl and groomer. Do a zoomer. Find a tumor in your... Here's a healthy breakfast option. You should kill your mom. Here's why women never fuck you. Here's how you can build a bomb. Which Power Ranger are you? Take this quirky quiz. Obama sent the immigrants to vaccinate your kids. Could I interest you in everything all of the time? A little bit of everything all of the time. Apathy's a tragedy and boredom is a crime. Anything and everything all of the time. Could I interest you in everything all of the time? A little bit of everything all of the time. Apathy's a tragedy and boredom is a crime. Anything and everything all of the time.