Autorität – keine Frage des Alters?

HR
25. März 2026
Junge Führungskräfte stehen laut Hilde Rosenboom vor besonderen Herausforderungen, das Vertrauen der Mitarbeitenden zu gewinnen. (ESMT Berlin)

Junge Führungskräfte müssen das Vertrauen ihrer Mitarbeitenden in ihre Führungskompetenz meist erst gewinnen. Denn Autorität entsteht nicht automatisch durch die Position im Organigramm. Sie wird anerkannt. Entscheidend ist daher die Fähigkeit, sich in dieser Konstellation wirksam zu positionieren. Und sie speist sich aus drei Quellen: Integrität, Kompetenz und Empathie.

Wer Zusagen einhält, auch wenn es unbequem wird, schafft Verlässlichkeit. Wer Entscheidungen nachvollziehbar begründet, signalisiert fachliche Stärke. Wer zeigt, dass Mitarbeitende nicht egal sind, gewinnt Vertrauen. Ein häufiger Fehler ist es zudem, Kritik oder Widerspruch zwingend als reine Angriffe statt als oftmals wertvolle Informationen zu sehen. Führung bedeutet auch, zwischen konstruktiver Rückmeldung und bloßer Profilierung zu unterscheiden und entsprechend zu handeln.

Was heißt das konkret?

  • Erstens: Klären Sie Ihr Mandat. Was braucht Ihre Rolle von Ihnen? Was erwarten Sie von anderen? Welche Erwartungen haben andere an Sie – und welchen davon wollen Sie (nicht) entsprechen? Fragen Sie konkret nach, und kommunizieren Sie Ihre Führungsphilosophie transparent, etwa in Form von Prinzipien.

  • Zweitens: Entwickeln Sie ein Repertoire statt eines festen Führungsstils. Je nach Situation braucht es klare Entscheidungen, moderierende Gespräche oder gezieltes Coaching.

  • Drittens: Erkennen Sie die Expertise und den Status anderer ausdrücklich an. Anerkennung beruht meist auf Gegenseitigkeit.

Autorität ist kein Anspruch, den man durchsetzt. Sie entsteht im Prozess, wenn andere erleben, dass sie der Führung vertrauen können – unabhängig vom Alter.

Hilde Rosenboom ist Program Director Executive Education an der ESMT Berlin. Die CEO.Picks sind eine Kooperation zwischen der ESMT und Table.Briefings.

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Letzte Aktualisierung: 25. März 2026