Kita: Berlin aktualisiert Programm für die frühe Bildung

Kinderrechte, der Übergang in die Grundschule, Sprachkompetenz und Medienbildung. Das sind die neuen Akzente, die die überarbeitete Fassung des Berliner Bildungsprogramms für die frühkindliche Bildung setzt.

18. Februar 2026
Das Berliner Bildungsprogramm setzt auch auf Sprachtests im Sandkastenalter. (picture alliance/dpa | Christoph Soeder)
Das Benchmark-Briefing zur Bildungsrepublik. Jetzt Bildung.Table 30 Tage kostenlos testen!

Berlins Bildungsprogramm (BBP) für die frühkindliche Bildung ist überarbeitet. Gestärkt werden in der neuen Fassung des seit 2004 bestehenden BBP die Rechte von Kindern. Ein weiteres Augenmerk liegt darauf, Kindern den Übergang von der Kita in die Grundschule zu erleichtern. Das gab Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) am Montag bekannt. Die aktualisierte Version sei „kein Richtungswechsel, sondern eine fachliche Weiterentwicklung“, sagte Günther-Wünsch.

Das neue BBP setzt auf ein positives Kinderbild und stärkt Kinderrechte. Neben dem Recht auf Bildung und dem Schutz vor Gewalt und Diskriminierung betont das BBP die Notwendigkeit von Partizipation als „Schlüssel zu Demokratiebildung“. Kinder sollen in Berlin künftig im Alltag mehr mitbestimmen können – etwa in Form von Kinderkonferenzen. Darüber hinaus sind im BBP Inklusion und Bildung für nachhaltige Entwicklung als Querschnittsthemen verankert.

In der Kita oder Kindertagespflege sollen Kinder in sieben Feldern lernen: von motorischen, sozialen und sprachlichen Fähigkeiten über MINT-Grundlagen bis hin zur Medienkompetenz. Der letzte Bereich ist neu im Programm, um Kinder Günther-Wünsch zufolge früh zu kritischen Mediennutzern zu machen.

Die Sprachbildung wird im BBP stärker als bisher gewichtet und soll konsequenter in den Alltag eingewoben werden. Eine wichtige Rolle soll dabei das landeseigene Instrument BeoKiz einnehmen. Mit ihm soll der Sprachstand von Kindern ab dem Alter von zweieinhalb Jahren erfasst werden, um frühzeitig auf etwaige Defizite reagieren zu können. Zum Kita-Jahr 2027/28 soll das 2024 eingeführte BeoKiz überall reibungslos funktionieren. Wie bereits für den schulischen Bereich setzt Günther-Wünsch auch in der frühen Bildung stärker auf professionelles Monitoring. Kita-Träger, -Leitungen und das Personal sollen den Entwicklungsstand von Kindern künftig engmaschiger dokumentieren und darauf reagieren.

Fachverbände loben das aktualisierte BBP. Lars Békési, der Geschäftsführer des Kita-Verbands VKMK, hob die Struktur, Sprache und das Fachwissen hervor, das in der Fassung erkennbar sei. Noch im Sommer hatten Gewerkschaften und Fachverbände einen Entwurf für das BBP scharf kritisiert. Daraufhin bezog Günther-Wünsch die Praxis stärker mit ein. Malte Neumann

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026