Bildungsgerechtigkeit: Hamburg hat Sozialindex neu berechnet

Acht Indikatoren bilden die Berechnungsgrundlage für Hamburgs Sozialindex. In der aktuellen Erhebung wurden zwei neue Indikatoren hinzugenommen, einer gestrichen und zwei zu einem zusammengezogen. Welche das sind und was für Konsequenzen das hat.

04. März 2026
Wie viel Personal eine Schule braucht, wird in Hamburg mit dem Sozialindex ermittelt. Dieser wurde nun überarbeitet. (picture alliance / PantherMedia | Graham Oliver)
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Die Indikatoren, die in Hamburgs Sozialindex einfließen, wurden für die diesjährige Einstufung der Schulen angepasst. Wie bisher werden acht Werte einbezogen. Im Vergleich zu der letzten turnusmäßigen Aktualisierung des Sozialindexes vor fünf Jahren wurde ein Indikator gestrichen, zwei Indikatoren wurden zu einem zusammengezogen und zwei neue hinzugenommen. Das teilte das zuständige Hamburger Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ) Table.Briefings auf Anfrage mit.

Was neu ist:

  • Der Anteil sozialversicherungspflichtig Beschäftigter mit Hochschulabschluss, die im Umfeld der Schüler wohnen, wird berücksichtigt.

  • Der Anteil kürzlich zugewanderter Schüler aus den häufigsten Herkunftsländern von Asyl- und Schutzsuchenden an den Schulen geht in die Berechnung ein.

  • Gestrichen wurde der Indikator Wahlbeteiligung. Das IfBQ begründet das damit, dass im Wohnumfeld mancher Schüler ein besonders hoher Anteil nicht wahlberechtigt sei und das die Wahlbeteiligung verzerre. Außerdem sei der Wert nicht jährlich zu erheben.

  • Die Indikatoren „hilfebedürftige Kinder“ (SGB II) und „Arbeitslose“ (SGB II) wurden zusammengeführt. Der Indikator erfasst nun allgemein den Anteil der Bürgergeld-Empfänger im Wohnumfeld der Schüler.

In Hamburg wird seit 1996 mit einem Sozialindex geregelt, wie viel zusätzliches Personal Schulen erhalten, um den unterschiedlichen Startvoraussetzungen ihrer Schüler gerecht werden zu können. Seit 2021 werden für die Berechnung ausschließlich amtliche Daten verwendet. Die acht Indikatoren werden genutzt, um die soziale Zusammensetzung der Schülerschaft einer Schule abzubilden. Schulen mit einer sozioökonomisch privilegierten Schülerschaft werden der Sozialindexstufe 6 zugeordnet. Ein besonders hoher Anteil sozial benachteiligter Schüler an einer Schule bedeutet Sozialindexstufe 1.

Je niedriger der Sozialindex einer Schule, desto höher wird der zusätzliche Unterstützungsbedarf eingeschätzt und desto mehr Personal wird ihr zugewiesen. Grundschulen mit Sozialindex 1 erhalten rund 50 Prozent mehr Personal als Grundschulen mit Sozialindex 6. Bei weiterführenden Schulen ist der Unterschied deutlich kleiner.

54 der 329 Hamburger Schulen wechseln im kommenden Schuljahr die Sozialindexstufe – in beide Richtungen ähnlich viele Schulen. Mehr Personal steht den Schulen mit niedrigerem Index sukzessive ab dem kommenden Schuljahr zu. Auch der Personalabbau an Schulen mit nun höherem Sozialindex soll schrittweise über mehrere Schuljahre erfolgen. Malte Neumann

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026