KI setzt Schulen unter Druck – und Kultusminister

Der oberste wissenschaftliche Berater der Kultusminister hat sich getäuscht. Olaf Köller hatte Bildung.Table im Gespräch vorhergesagt, dass Schüler das neue barrierefreie Tool für Künstliche Intelligenz ChatGPT nicht so schnell nutzen werden. Das ist offenbar falsch. Denn das Tool wirkt wie eine Künstliche Intelligenz to go. Jede und jeder kann sie kinderleicht anwenden. Und so verbreitet sie sich unter Schülern wie Studierenden rasend schnell. Überall bereiten sich Lehrerinnen und Lehrer darauf vor, wie sie die KI von ChatGPT nutzen können. Und wie sie sich davor schützen, dass die Schüler damit Hausaufgaben, Referate und vieles mehr lösen. Verschiedene Kultusministerien reagierten auf Nachfrage überrascht. In der Spitze der Häuser ist die Anwendung häufig unbekannt.

Unter Schülern und Studierenden ist das ganz anders. Maria aus Bayern zum Beispiel lässt sich von ChatGPT Tipps geben, was sie zu einem Krimi-Dinner anziehen soll. Die KI hat für sie auch schon eine Bewerbung geschrieben. Ihr Bruder Paul steht kurz vor seiner Bachelor-Arbeit in Informatik. Er wird mit seinem Dozenten nun darüber sprechen, ob er die Arbeit mit oder ohne die Künstliche Intelligenz bearbeiten soll. Der Prüfungs-Alltag der Informatiker hat sich bereits gewandelt: An seinem Institut müssen Studierende Programmier-Klausuren neuerdings auf Papier schreiben. ChatGPT ist die bislang am schnellsten wachsenden Web-Anwendung. Die Eigentümer wollen das bislang kostenfreie Tool bis Ende 2023 monetarisieren. Sie erwarten sich dieses Jahr Einnahmen von 200 Millionen Dollar. 

Jetzt weiterlesen

Lesen Sie diesen Text und das Bildung.Table Professional Briefing 30 Tage lang. Kostenlos und ohne Verpflichtung.

Sie sind bereits Gast am Bildung.Table? Jetzt einloggen

Mehr zum Thema

    Ladestation für erschöpfte Lehrer gesucht
    Nature-Studie entdeckt große Corona-Lernlücke
    SWK-Forscherinnen zur Exzellenzinitiative: Wo ist die Evidenz?
    Länder ringen um Abkehr vom Königsteiner Schlüssel