Alte Reaktionen auf neuen Pisa-Schock

Mit einer schnellen Reaktion der Länder auf die miserablen Ergebnisse des IQB-Bildungstrends ist nicht zu rechnen. Zwar hat die Ständige Wissenschaftliche Kommission (SWK) nun ihr Gutachten vorgelegt, wie man die hohe Zahl der Risikoschüler reduzieren könnte. Das Papier ist aber derart umfassend, dass eine Umsetzung wahrscheinlich 20 Jahre dauern würde. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien (CDU), sagte: „Wir arbeiten an einem institutionenübergreifenden Handlungsplan für das Zusammenspiel von Kitas und Grundschulen, der die wesentlichen Aspekte des Gutachtens aufgreift. Kurz: Alle maßgeblichen Menschen müssen an einen Tisch, um an einer kohärenten Strategie zu arbeiten.“ Mit anderen Worten: Es kann dauern

Das ist nicht in erster Linie die Schuld der Schulministerinnen und -minister. Die 191 Seiten Empfehlungen der Kommission fordern nicht weniger als eine Revolution des Bildungswesens. Kitas sollen grundsätzlich besser werden. Grundschulen und ihren Lehrerinnen und Lehrern wird ein sogenannter evidenzbasierter Ansatz der Schul- und Unterrichtsentwicklung ins Stammbuch geschrieben. Insgesamt schlagen die Gutachter 20 Maßnahmen vor (Download des Gutachtens). Dazu gehört die Aus- und Fortbildung pädagogischer Kräfte. Zentraler Inhalt ist eine Gesamtstrategie des Bildungsmonitorings. Aber auch die „verbindliche Verankerung eines Konzepts zur Förderung sozialer Integration und sozial-emotionaler Kompetenzen im Schulprogramm jeder Grundschule“ fordern die Gutachter.

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