Berlin.Table – Ausgabe 819

Bärs Bilanz + Hormus und die Marine + Afrika leidet unter Irankrieg

Teilen
Kopiert!

Talk of the Town

Ein Jahr Forschung und Raumfahrt: Was Dorothee Bär erreicht hat – und was nicht

Ob es an den neuen Themen oder der neuen Ministerin lag: Die mediale Aufmerksamkeit für Forschung und Technologie ist gestiegen. Mit Dorothee Bär hielten vor einem Jahr auch die Bereiche Raumfahrt und Gaming Einzug ins neu strukturierte Ministerium, während die Bildung gehen musste. Die Social Media-affine CSU-Politikerin hatte einiges zu posten. Allerdings ist die gesetzgeberische Umsetzung ihrer Vorhaben noch etwas zögerlich.

Sichtbarstes Ergebnis ihrer Arbeit ist die Hightech-Agenda. In ihr werden Strategien und Ziele für Quantentechnologien, KI oder Kernfusion formuliert. Mit dem schnellen Beschluss im Kabinett bereits im Juli 2025 gelang es Bär, auch die Aufmerksamkeit des Kanzlers zu gewinnen. In der Community lobten viele die neue Agenda, schon allein, weil dort endlich forschungspolitische Prioritäten gesetzt wurden.

Schnell gestartet hatte Bärs Ministerium auch das 1.000-Köpfe-Programm. In Reaktion auf die Angriffe von Donald Trump auf die amerikanische Wissenschaft sollen damit internationale Spitzenforscher für Deutschland gewonnen werden. Angesichts der überschaubaren Mittel von 50 Millionen Euro im Jahr setzte Bär zur Umsetzung pragmatisch auf bereits bestehende Netzwerke und Programme bei der Alexander von Humboldt-Stiftung, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst und der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Immerhin 286 Wissenschaftler sind nach Stand April 2026 bereits nach Deutschland gekommen.

Kleinere Maßnahmen zur Entschlackung der Förderbürokratie wurden ebenfalls bereits umgesetzt. Aber alle warten noch auf den großen Wurf. 24-Stunden-Gründungen, eine zeitgemäße Regulierung von Zell- und Gentherapien, die Bereichsausnahme bei der Umsatzsteuer, ein eigenes Tierversuchsgesetz und vieles mehr hat sich die Koalition hier vorgenommen. Auch eine nationale IP-Strategie, die endlich Erleichterungen beim wichtigen Thema IP-Transfer bringt, ist noch nicht in Sicht. Dabei gibt es hier, wie auch in vielen anderen Feldern, Vorarbeiten, auf denen man aufbauen könnte. Stattdessen wird scheinbar an dieser Stelle über die Zuständigkeiten zwischen den Ministerien gestritten.

Von den größeren Gesetzesvorhaben im BMFTR ist bisher nur eines im parlamentarischen Verfahren. Dass gerade das Innovationsfreiheitsgesetz noch stockt, ist ein Makel in der Bilanz der Ministerin. Man wollte die Forschung entfesseln, unnötige Förderbürokratie abbauen, hieß es noch im Koalitionsvertrag. Entsprechend kritisiert Grünen-Forschungspolitikerin Ayşe Asar: „Die Bundesregierung verkauft ihr erstes Jahr als innovationspolitischen Aufbruch, liefert aber kaum konkrete Fortschritte“. Bei welchen weiteren Vorhaben des Forschungsministeriums es noch hakt, lesen Sie im Research.Table.

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Ørsted steht für Offshore-Windenergie. Das ist Energie für mehr: mehr Unabhängigkeit und Sicherheit für unser Energiesystem.

News

Straße von Hormus: Trumps Ankündigung und Deutschlands möglicher Beitrag. Ist es eine spontane Reaktion? Reiner Zufall? Oder eine nützliche Koinzidenz? Ausgerechnet einen Tag nach den jüngsten Schimpftiraden von Donald Trump gegen ein vermeintlich unzuverlässiges Deutschland ist an diesem Montag das Minenjagdboot „Fulda“ der deutschen Marine vom Marinestützpunkt Kiel-Wik Richtung Mittelmeer ausgelaufen. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Vorausstationierung. Für einen Einsatz zum Beispiel in der Straße von Hormus würde ein Mandat des Bundestages nötig werden. Wenn das allerdings erteilt ist, wäre das Boot bereits vor Ort und damit schneller einsatzfähig.

Der Termin fällt mit Trumps Ankündigung zusammen, von diesem Montag an Schiffen die Fahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen. Nun ist beim üblichen logistischen Vorlauf ausgeschlossen, dass sich die Regierung und das BMVg quasi spontan für diesen Schritt entschieden haben. Aber der frühe Zeitpunkt der Entsendung dürfte gleichwohl ein nützliches politisches Signal in Richtung Washington sein. Kurz nach der Ankündigung des Pentagons, mindestens 5.000 Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland abzuziehen, ist ein möglicher Beitrag der deutschen Marine auch ein Beweis dafür, dass Berlin nicht nur ein verlässlicher, sondern auch ein wichtiger Partner ist – und bleiben möchte.

Zumal die Minenabwehr-Fähigkeiten der Bundeswehr im internationalen Vergleich als sehr gut gelten – und in der Straße von Hormus sehr gebraucht werden. Das Minenjagdboot „Fulda“ der Frankenthal-Klasse, die seit Januar im Ständigen Nato-Minenabwehrverband SNMCMG 1 gebunden ist, gilt als besonders gut ausgestattet; die Mannschaft gilt als sehr gut ausgebildet. Die Botschaft dürfte daher gerade zum jetzigen Zeitpunkt lauten: Nicht nur die Bundeswehr ist auf US-Streitkräfte angewiesen, sondern auch umgekehrt. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Siemtje Möller betonte, dass die Deutsche Marine mit den Minenjagdfähigkeiten eine „international sehr seltene und im Einsatz hochbegehrte Fähigkeit“ besitze. „Wir können damit einen wichtigen Beitrag im Bündnis leisten und unterstreichen dadurch, dass wir als Partner da sind, wenn man uns braucht“, so Möller zu Table.Briefings.

Die Deutsche Marine hat seit mehreren Wochen verschiedene Optionen für einen möglichen Einsatz vorbereitet. Das Verteidigungsministerium teilte am Montag mit, dass „lageabhängig“ und bei „Vorliegen der Voraussetzungen“ für einen Einsatz in den kommenden Wochen voraussichtlich ergänzende Fähigkeiten verlegt werden. Welche weiteren Optionen die Marine hätte und wo sie materiell an ihre Grenzen stößt, lesen Sie im Security.Table. Wilhelmine Stenglin

Teilen
Kopiert!

Irankrieg: Wie die Medizinprodukte-Logistik in Afrika beeinträchtigt wird. Die Schließung der Straße von Hormus beeinträchtigt die Lieferung von Medikamenten nach Afrika. Das brachte Kenias Präsident William Ruto zur Eröffnung der Regionaltagung des World Health Summit (WHS) in Nairobi zur Sprache, an dem auch Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan teilnahm. „Je früher wir begreifen, dass es unsere eigene Verantwortung ist, inländische Mittel zur Finanzierung unserer Gesundheitsversorgung zu mobilisieren, desto besser für uns alle“, so Ruto vergangene Woche.

Nach Expertenmeinung brauchen Afrikas medizinische Lieferketten eine grundlegende Neuausrichtung und bessere Absicherung gegen globale Krisen. „Regierungen können die Beschaffung auf regionaler Ebene bündeln, wie es etwa durch Mechanismen wie die gemeinsamen Einkaufsinitiativen der Afrikanischen Union bereits versucht worden ist“, sagte Gitile Naituli, Professor für Management an der Multimedia University of Kenya Table.Briefings. Es gehe um Arzneimittel, Wirkstoffe und medizinische Geräte. Warum am Rande des Gipfels in Nairobi erstmals eine neue afrikaweite Runde von Gesundheits- und Finanzministern zusammenkam, lesen Sie im Africa.Table. Peter Theuri, Lucia Weiß

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

5 gute Gründe gegen die Anhebung der Versicherungspflichtgrenze. Nummer 1: Sie ist ein direkter Angriff auf die Wahlfreiheit von Millionen Arbeitnehmern und schadet dem Wettbewerb zwischen GKV und PKV, der unser Gesundheitssystem leistungsfähig macht. Ein Systembruch, der weder vom Koalitionsvertrag noch von den Ergebnissen der Finanzkommission Gesundheit gedeckt ist. (mehr auf pkv.de)

Kreislaufwirtschaft: Aktionsprogramm hängt noch an Uneinigkeit über Bevorzugung von Recyclingprodukten. Beim Aktionsprogramm gebe es nur noch einen offenen Punkt, sagte Umweltminister Carsten Schneider im Interview mit Table.Briefings. Er wolle „nichts Halbgares auf den Tisch legen“. Angekündigt war das Programm bereits im Koalitionsvertrag, seit Dezember verschiebt sich der Kabinettsbeschluss immer weiter. Auch am Mittwoch wird es voraussichtlich nicht im Kabinett sein. Schneider wolle, „dass die öffentliche Hand bei der Beschaffung Recyclingprodukte bevorzugt einkauft“. Mit „dem Verkehrsminister und der Unionsseite“ sei er sich darüber zwar noch nicht einig. Er hoffe aber auf eine Einigung. Wie Deutschland aus seiner Sicht bei Umwelttechnologien ein Scheitern wie bei der heimischen Solarzellenbranche vermeiden kann, lesen Sie im ESG.Table. Caspar Dohmen

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Sebastian Esser über das Publikum als letzte Bastion der Pressefreiheit. Table.Forum

X-Austritt: Warum prominente SPD-, Linken- und Grünenpolitiker nicht mitmachen. Karl Lauterbach (1,2 Mio. Follower), Hubertus Heil (116.000), Ricarda Lang (190.000), Omid Nouripour (59.000), Cem Özdemir (367.000), Sören Pellmann (10.000), Bodo Ramelow (78.000) und Janine Wissler (45.000) haben den gemeinsamen Austritt ihrer Parteien anscheinend nicht mit vollzogen und posteten heute teilweise unbeirrt weiter auf X. Damit bestätigt sich eine schon am Sonntag intern geäußerte Annahme, dass viele reichweitenstarke Politiker, die ihre X-Kommunikation nicht schon zuvor ruhend gestellt oder deutlich eingeschränkt hatten, die Plattform auch mit dem erneuten Aufruf nicht verlassen würden.

Im Hintergrund gibt es Kritik an der von Grünen-Geschäftsführerin Pegah Edalatian angeregten Initiative. Es sei falsch, sich aus dem „Diskursraum“ zurückzuziehen. X habe sich zwar durch den Abbau der Moderationen nach der Übernahme durch Elon Musk zu einer Plattform für extremistische Positionen und Verschwörungserzählungen und vor allem bei den Kommentaren zu einem „Hellhole“ entwickelt. Dennoch seien nicht nur Extremisten dort aktiv. Man könne nicht einerseits für die Regulierung von Social Media kämpfen und sich andererseits zurückziehen. Am Montag hatten Partei- und Fraktionsführungen von Grünen, SPD und Linken mitgeteilt, ihre X-Accounts nicht länger nutzen zu wollen. Damit war die Empfehlung an die Mitglieder der Partei verbunden ebenso zu verfahren. Sven Siebert, Leonard Schulz

Teilen
Kopiert!

Klimamodelle: Warum die Erderwärmung wohl schneller steigt als angenommen. Mehr Hitze verbleibt in der Atmosphäre und in den Ozeanen. Trotzdem kann die Wissenschaft nur einen Teil dieses zunehmenden „Energieungleichgewichts“ erklären. Der Haupttreiber, der Ausstoß von Treibhausgasen, ist bekannt. Doch es kommt auch zu Rückkopplungen im Klimasystem, etwa mit Aerosolen und der Bewölkung. Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Prognosen zur künftigen Erderwärmung „wahrscheinlich nach oben korrigiert werden“ müssen, warnt etwa der Klimaphysiker Reto Knutti von der ETH Zürich. Warum Wolken und Aerosole die Klimaforschung vor eines ihrer größten Rätsel stellt, lesen Sie im Climate.Table. Lukas Bayer

Teilen
Kopiert!

Fossile Brennstoffe: Eine „kritische Masse“ von Staaten unterstützt jetzt den Ausstieg. Das meint Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), im Interview mit Table.Briefings. 57 Staaten hatten an der TAFF-Konferenz in Kolumbien teilgenommen, wichtige internationale Organisationen unterstützten sie. In Zukunft wollen die Staaten Fahrpläne zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen erarbeiten und erreichen, dass internationale Finanzsysteme den Ausstieg nicht weiter behindern. Welche Herausforderungen es dabei gibt, diese Vorhaben mit dem UN-COP-Prozess für Klima zu vereinbaren, lesen Sie im Climate.Table. Alexandra Endres

Teilen
Kopiert!

Ernährungssicherheit: Deutschland muss besser vorsorgen. Durch die Krisen der vergangenen Jahre sind viele Abhängigkeiten für die Land- und Lebensmittelwirtschaft in Europa sichtbar geworden. Geopolitische Verschiebungen, der Klimawandel und Tierkrankheiten bergen große Risiken für den Sektor, mahnt EU-Agrarkommissar Christophe Hansen und appelliert an die Mitgliedstaaten, Präventionsmaßnahmen zu betreiben. Was die bayerische Agrarministerin und Chefin der Agrarministerkonferenz Michaela Kaniber (CSU) zur Krisenvorsorge sagt und warum eine Strategie vom Bund fehlt, lesen Sie im Agrifood.Table. Cornelia Meyer, Julia Dahm

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Joe Kaeser über Energie als Fundament. Table.Forum

Table.Documents

Antrag von SPD und Union zum Tag der Städtebauförderung 2026

Brief zur Novelle des Bundesbedarfsplangesetzes

Jahresbilanz des BMWSB

Antwort auf Kleine Anfrage zur Entwicklung der organisierten Kriminalität

Teilen
Kopiert!

Heads

Volker Oel, bisher Exekutivdirektor für Deutschland bei der Weltbank, wird künftig die Leitung der neuen Superabteilung Wiederaufbau und Stabilität im BMZ übernehmen. Die Abteilung soll die Krisen- und Konfliktregionen Sahel, Horn von Afrika, aber auch den Nahen Osten und die Ukraine bündeln. Hinzu kommen Themen wie Flucht und Migration. Der Jurist wechselt nach nicht einmal sechs Monaten in Washington wieder zurück ins Ministerium. Welche weiteren Personalien sich im BMZ ändern, lesen Sie im Africa.Table. David Renke

Isabel Cademartori und Robin Mesarosch haben beim Versuch, als Doppelspitze den Landesvorsitz der SPD Baden-Württemberg zu übernehmen, Konkurrenz bekommen. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist steht fest, dass auch die Landtagsabgeordnete und bisher stellvertretende Landesvorsitzende Dorothea Kliche-Behnke sowie der eher unbekannte 49-jährige Autor und Dozent Carsten Lotz, der auch McKinsey-Erfahrungen hat, ihren Hut in den Ring geworfen haben. In vier Regionalkonferenzen stellt sich das Quartett in den nächsten zwei Wochen vor, die Entscheidung soll ein Mitgliederentscheid bringen. Das Ergebnis wird voraussichtlich am 16. Juni verkündet. Am Tag nach der Landtagswahl von Baden-Württemberg hatte der Noch-Landesvorsitzende Andreas Stoch seinen vorzeitigen Rücktritt angekündigt. Horand Knaup

Alessia Sinzger steigt zur Co-Geschäftsführerin der Münchner Digitalkonferenz DLD auf. Sie wird gemeinsam mit DLD-Gründerin Steffi Czerny künftig die Plattform führen, die seit 2005 als eine der wichtigsten Digitalkonferenzen Europas gilt. Sinzger arbeitet seit mehr als 14 Jahren bei der DLD, zuletzt als Chief Commercial Officer. Sie soll neue nationale und internationale Business Partnerschaften für die DLD gewinnen. Michael Bröcker

Teilen
Kopiert!

Best of Table

Security.Table: Was die Deutsch-Französische Brigade über europäische Interoperabilität lehrt. Vor dem Hintergrund eines drohenden Abzuges von US-Truppen aus Deutschland dürfte die europäische militärische Zusammenarbeit noch wichtiger werden. Wie sie bei der Deutsch-Französischen Brigade in Müllheim im Markgräflerland funktioniert und wo es noch hakt, lesen Sie hier.

Climate.Table: Kritik an Mieterschutz im GEG. Nach der Koalitions-Einigung in der vergangenen Woche über den Mieterschutz im Gebäudeenergiegesetz, ist noch offen, welche Kosten nach dem Einbau einer neuen Gas- oder Ölheizung auf Vermieter zukommen. Welche entscheidenden Vorgaben noch fehlen und welche Kritik es gibt, lesen Sie hier.

Europe.Table: Wie beitrittsreif ist Montenegro? Die EU-Kommission verschließt die Augen bei der mangelnden Korruptionsbekämpfung und der langsam voranschreitenden Justizreform – die montenegrinische Erfolgsgeschichte soll nicht getrübt und das Land 2028 das 28. Mitgliedsland der EU werden. Wieso ein Polizeigesetz nun im Fokus steht, lesen sie hier.

Europe.Table: Deutschlands Stärke sind seine Netzwerke. In einem Standpunkt argumentieren die DIHK, das Goethe-Institut, der DAAD und die GIZ, dass Deutschland gerade in dieser geopolitisch unsicheren und fragmentierten Zeit auf starke internationale Netzwerke angewiesen ist, lesen Sie hier.

Africa.Table: Marokko setzt auf Kreislaufwirtschaft. Als designierter Gastgeber der Weltmeisterschaft 2030 will Marokko beim Thema Nachhaltigkeit aufholen und hat ambitionierte Strategien für eine Transformation hin zur Kreislaufwirtschaft formuliert. Warum Wunsch und Wirklichkeit aber noch auseinanderklaffen, lesen Sie hier.

Research.Table: Sprind will jetzt auch soziale Innovation fördern. Die Bundesagentur für Sprunginnovationen startet den neuen Bereich „Sprind Society“. Es gehe nicht um philanthropisches Engagement, sondern um gesellschaftliche Rendite. Ziel seien skalierbare Lösungen mit messbarem Nutzen. Wie genau die Sprind „Impact-Unicorns“ fördern will, lesen Sie hier.

Research.Table: Verteidigung braucht eigenen Schwerpunkt in der Forschung. Frieden sei nicht nur eine moralische Hoffnung, sondern auch das Ergebnis von Vorsorge, Stärke und kluger Vorbereitung, plädiert Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow. Seinen Standpunkt lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Verbände fordern Verzicht auf staatliches Tierhaltungs-Logo. Namhafte Verbände aus Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel finden das für nächstes Jahr geplante Tierhaltungs-Label unnötig. Die Pflicht zur Tierhaltungskennzeichnung befürworten sie trotzdem. Wie das zusammen passt, lesen Sie hier.

China.Table: Europas Fahrassistenten liegen nur in China hinten. In China werden moderne Fahrerassistenzsysteme immer mehr zum entscheidenden Verkaufsargument. Auf dem chinesischen Markt liegen die Europäer zwei Jahre hinter der heimischen Konkurrenz. Weshalb die Sache anderswo in der Welt besser für sie aussieht, lesen Sie hier.

China.Table: Weshalb Pekings pronatalistische Politik nicht funktionieren wird. Chinas Frauen sollen mehr Kinder gebären – diesem Ziel hat Peking im neuen Fünfjahresplan ein eigenes Kapitel gewidmet. Doch es ist fraglich, ob das zu mehr Geburten führen wird. Weshalb sich die Position der Frau in Chinas Gesellschaft weiter verschlechtern könnte, lesen Sie hier.

ESG.Table: Innovationen in der Kreislaufwirtschaft finden zu wenig Beachtung. Im Zukunftsfeld der zirkulären Ökonomie führt Deutschland bei Innovationen, schreibt Carsten Gerhardt in einem Standpunkt. Doch es hapert an öffentlicher Aufmerksamkeit für das dynamische Feld. Wie eine bessere Kommunikationsstrategie das Potenzial der Kreislaufwirtschaft verdeutlichen könnte, lesen Sie hier.

Teilen
Kopiert!

Time.Table

Außenpolitik I: Friedrich Merz empfängt Portugals Ministerpräsident Luís Montenegro im Bundeskanzleramt. 18:20 Uhr

Außenpolitik II: Johann Wadephul empfängt die afrikanischen Botschafter im Auswärtigen Amt. 9 Uhr

Außenpolitik II: Johann Wadephul empfängt Israels Außenminister Gideon Saar im Auswärtigen Amt. 18 Uhr

Innenpolitik: Alexander Dobrindt zieht nach einem Jahr im Amt Bilanz. BMI, 13:45 Uhr

Bundestag I: Die SPD-Fraktion zieht eine Zwischenbilanz zu einem Jahr Schwarz-Rot. Mit Lars Klingbeil und Bärbel Bas. 13 Uhr

Bundestag II: Die Unionsfraktion wählt ihre Führung. Jens Spahn tritt erneut an. Mit einer Gegenkandidatur ist nicht zu rechnen. Zudem wird der gesamte Vorstand neu gewählt.

Bundestag III: Statements der Fraktionsspitzen: Katharina Dröge (Grüne), 12:30 Uhr. Sören Pellmann (Linke), 13:45 Uhr. Jens Spahn und Alexander Hoffmann (CDU/CSU), 14:45 Uhr.

Landespolitik I: Letzte Kabinettssitzung mit Winfried Kretschmann. Stuttgart, 9:15 Uhr

Landespolitik II: Bayerns Kabinett tagt in Brüssel. Pressekonferenz mit Markus Söder und Manfred Weber, 12:30 Uhr. Statements von Roberta Metsola und Söder, 14:10 Uhr

Parteien: Veranstaltung der Linken-Bundestagsfraktion zu Missständen beim Wohnungsunternehmen Vonovia mit Berichten von Betroffenen. Theater an der Parkaue, 18:30 Uhr

Soziales: Demonstration „Gemeinsam für mehr Inklusion“, 15:30 Uhr. Petitionsübergabe an Bärbel Bas, 16:30 Uhr

Wirtschaft: GDV Insurance Summit mit dem Schwerpunkt Wenn Alter und Naturgefahren zur Bewährungsprobe werden. Mit Stefanie Hubig, Claudia Major und Jutta Allmendinger. Table.Briefings-Chefredakteur Michael Bröcker moderiert eine Diskussion mit Mathias Middelberg (CDU), Frauke Heiligenstadt (SPD) und Andreas Audretsch (Grüne). Futurium. Weitere Informationen

Sicherheit: Auftakt zum fünftägigen Deutschen Forum Sicherheitspolitik 2026. Programm

Teilen
Kopiert!

Must-Reads

LVZ: 33-Jähriger fährt in Leipziger Fußgängerzone und tötet zwei Menschen. Weitere sind schwer verletzt, nachdem der Autofahrer am Montagnachmittag in der Innenstadt in eine Menschenmenge raste. Er befindet sich inzwischen in Polizeigewahrsam. Per Liveticker informiert die Leipziger Volkszeitung über alle Entwicklungen vor Ort. („Autofahrer rast in Leipziger Fußgängerzone“)

NYT: Trumps Drohung entfaltet sich nicht. Mit dem abrupten Abzug von 5.000 US-Soldaten wollte Donald Trump Deutschland für die Kritik von Friedrich Merz am Iran-Krieg bestrafen. Doch die Deutschen wirken nicht bestraft, finden Jim Tankersley und Christopher F. Schuetze. Wenn überhaupt seien die Regionen, aus denen die USA abziehen, ökonomisch betroffen. („Germans Are Not Panicking Over Trump’s Troop Threats“)

Economist: US-Absage für Mittelstreckenraketen gefährdet europäische Abschreckung. Neben dem Truppen-Abzug verlegen die USA ein Bataillon Mittelstreckenraketen doch nicht nach Deutschland, sondern setzen es mutmaßlich in Nahost ein. Sie hätten als Intervall-Abschreckung gegen die Iskander-Raketen in Kaliningrad fungieren sollen, bis Deutschland eigene Kapazitäten aufstockt. („Friedrich Merz’s ill-timed tussle with Donald Trump“)

SZ: Was die Regierungsfraktionschefs verbindet. Vor 2025 hatten Jens Spahn und Matthias Miersch „nie richtig große Berührungspunkte“, sagen sie. Miersch hat Spahn „als ultrarechten Hardliner wahrgenommen“, der ihn als „Klimasozialist.“ Nun seien sie fast „Stabilitätsanker“. Die gescheiterte Richterwahl und ihre Ukrainereise hätten sie zusammengeschweißt. Den Parteichef des anderen kritisieren beide weiterhin. („Geteiltes Leid ist halbes Leid“)

Tagesspiegel: Weil Strack-Zimmermann Mützenich angeht, greift Laschet sie an. Die Forderung nach Abrüstungsgesprächen mit Russland handelte Rolf Mützenich harsche Kritik von Marie-Agnes Strack-Zimmermann ein. Wenn „ein russisches U-Boot“ in einer Regierungsfraktion sitze, brauche Russland „keine eigenen Spione mehr“, twitterte sie –Armin Laschet wiederum findet das via X „an Niedertracht nicht zu übertreffen“. („Strack-Zimmermann rechnet mit Mützenichs Russland-Politik ab“)

Teilen
Kopiert!

Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Hart aber Fair, 21 Uhr: Hendrik Streeck, Eckart von Hirschhausen, Patrice Aminati, Clara Schlagowski, Andreas Gassen

unter den linden, 22:15 Uhr: Stephan Mayer, Jürgen Trittin

Pinar Atalay, 23:30 Uhr: Thorsten Frei, Franziska Brantner

Teilen
Kopiert!

Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Franziska Brantner, Grünen-Vorsitzende: Ein Jahr Schwarz-Rot

7:15 Uhr: Siemtje Möller, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion: US-Truppenabzug

8:10 Uhr: Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts: Spritpreis-Kontrolle

ARD

7:10 Uhr: Sepp Müller, stellvertretender Fraktionsvorsitzender (CDU/CSU): Ärger um Tankrabatt

8:10 Uhr: Dirk Wiese, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer (SPD): Ein Jahr Schwarz-Rot

rbb24–Inforadio

7:05 Uhr: Volker Treier, DIHK: Auswirkungen der Hormus-Krise

phoenix

9:05: Steffen Bilger, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer (CDU/CSU): Ein Jahr Schwarz-Rot

Teilen
Kopiert!

Geburtstage

Helmut Kulitz, Botschafter in der Mongolei, 66

Frank Junge, MdB (SPD) – ab 20. Juli Bürgermeister von Wismar, 59

Teilen
Kopiert!

Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute an einen Ort, zu dem die Öffentlichkeit keinen Zugang hat. Weil sie sich für die Rechte iranischer Frauen eingesetzt hatte, wird die Lehrerin Roya in dem für seine grausamen Haftbedingungen berüchtigten Teheraner Gefängnis Evin inhaftiert. Der Film „Roya“ zeige laut Regisseurin Mahnaz Mohammadi zwar nur eine abgeschwächte Version dessen, was in dem Gefängnis wirklich geschehe, trotzdem sind manche der Szenen schwer zu ertragen: Die Isolationshaft der Lehrerin wird nur von brutalen Verhören unterbrochen, in denen Vertreter des Regimes ein öffentliches Geständnis von ihr erzwingen wollen. Es gehe ihr jedoch nicht darum, das Publikum zu verstören, sagt Regisseurin Mohammadi, die selbst mehrfach im Iran inhaftiert war. Ihr Film lässt einen erahnen, was das mit einem Menschen macht. Sarah Schaefer

Mahnaz Mohammadi: „Roya“ | ab Donnerstag im Kino

Teilen
Kopiert!

Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Lukas Bayer, Stefan Braun, Michael Bröcker, Julia Dahm, Caspar Dohmen, Alexandra Endres, Daniel Friesen, Franziska Klemenz, Horand Knaup, Cornelia Meyer, Chiara Rautenberg, David Renke, Sarah Schaefer, Leonard Schulz, Sven Siebert, Wilhelmine Stenglin, Peter Theuri, Lucia Weiß und Markus Weisskopf mitgewirkt

Der Berlin.Table ist das Late-Night-Briefing für die Table.Media-Community. Wenn Ihnen der Berlin.Table gefällt, empfehlen Sie uns bitte weiter. Wenn Ihnen diese Mail weitergeleitet wurde: Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

Teilen
Kopiert!

Briefings wie Berlin.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden