Berlin.Table – Ausgabe 817

Das Potenzial von Umwelttechnologie + Jüdische Gemeinden dauerhaft bedroht + Deutschland will Unterseekabel besser schützen

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Talk of the Town

Umwelttechnologie: Welches Potenzial die unterschätzte Branche für die Volkswirtschaft hat

Debatten um die Zukunftsfähigkeit der Industrie sind in Deutschland stark von der Krise der Wirtschaft und der Geopolitik geprägt. Dabei geht es vor allem um die Automobil- und die Chemieindustrie. Verglichen damit finden Umwelttechnologien wenig Beachtung. Dabei ist die Green-Tech-Branche essenziell für Deutschland. Sie sei „seit mehr als 15 Jahren kontinuierlich gewachsen – und zwar schneller als die klassischen Industriezweige“, sagt der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Alexander Bonde, Table.Briefings. „Mit Umwelt- und Klimaschutz lässt sich Geld verdienen“.

Von einer Schlüsselbranche der Volkswirtschaft spricht auch Jannis Lambert, einer der Autoren des 2025 erschienenen Green Tech Atlas. Mit fast 315 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung stellt sie einen Anteil von neun Prozent an der Gesamtwertschöpfung. Die Branche beschäftigt mehr als 3,4 Millionen Menschen. „In aktuellen Projekten sehen wir, dass sich die positiven Entwicklungen von 2024 und 2025 fortsetzen, aber etwas abflachen“, sagt Lambert Table.Briefings. Grund sei zum einen die Konkurrenz aus China, zum anderen das Problem, dass die Transformation inzwischen oft in Frage gestellt werde.

Dabei seien die Umwelttechnologien sowohl wirtschaftlich als auch industriepolitisch wichtig für Deutschland. Das sagt Sarah Brückner, Leiterin des Bereichs Umwelt und Nachhaltigkeit beim VDMA. Sie helfen bei der Erreichung der internationalen Klimaziele, „sichern Wertschöpfung, reduzieren Abhängigkeiten bei Energie und Vorprodukten und tragen zur technologischen Souveränität Europas bei“.

Die Branche will das ab Montag unter Beweis stellen. Dann beginnt in München die IFAT. Die „Weltleitmesse“ für Umwelttechnologien und Kreislaufwirtschaft lockt auch die Politik an. Zur Eröffnung werden Umweltminister Carsten Schneider und EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall erwartet. Die 3.400 Aussteller würden vier Tage lang „nichts Geringeres als die Lösungen für die aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen präsentieren“, sagt Stefan Rummel, CEO der Messe, Table.Briefings. Daher wünscht er sich noch einen anderen Gast: Friedrich Merz. Angesichts der „enormen Bedeutung“ der Themen halte er es für angemessen, wenn sich der Bundeskanzler künftig ebenfalls ein eigenes Bild machen würde, so Rummel. Warum sich Umwelttechnologie als neues Innovationsnarrativ eignet, lesen Sie im ESG.Table.

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News

Sicherheitslage von jüdischen Bürgern in Deutschland

Antisemitismus: Zentralrat der Juden beklagt Dauer-Krisenzustand jüdischer Gemeinden. 68 Prozent der Gemeinden fühlen sich nach der Zentralrats-Erhebung für 2026 seit dem 7. Oktober 2023 in Deutschland unsicherer als zuvor. Das entspricht zwar einem Rückgang im Vergleich zu 2024, allerdings nehmen 62 Prozent der Befragten seit Beginn des Irankriegs eine weitere Verschärfung wahr. Beleidigungen, Hasskommentare, Drohanrufe oder antisemitische Schmierereien gehören zum Alltag der Betroffenen.

Für Jüdinnen und Juden habe sich eine „neue Normalität“ in Deutschland manifestiert, schreiben die Autoren der Studie. Sie seien weniger sichtbar und trügen jüdische Symbole wie Davidstern-Ketten oftmals nicht mehr öffentlich. Die Nachfrage nach psychosozialer Unterstützung bei den Gemeinden sei um 63 Prozent gestiegen. Der Zusammenhalt sei durch die Bedrohung gleichzeitig stärker geworden. Gemeinden hätten eine gewisse Resilienz entwickelt, träfen sich nun wieder häufiger; der Ausnahmezustand sei zum Dauerzustand geworden.

Den Gemeinden zufolge schwindet der zivilgesellschaftliche Rückhalt. Nur 35 Prozent fühlen sich von ihr noch unterstützt. Zu Landesregierungen, Parteien, Verwaltungen und Kirchen hätten sich die Beziehungen seit dem 7. Oktober dagegen verbessert. Ausgenommen sind dabei sowohl rechtsextreme Parteien als auch die Linke; sie nimmt der Zentralrat nicht mehr als zuverlässigen Partner wahr. Mit 91 Prozent bewerteten die Befragten die Zusammenarbeit mit der Polizei am positivsten. Franziska Klemenz, Chiara Rautenberg

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Kritische Infrastruktur: Deutschland will Unterseekabel besser schützen. Die Regierungsfraktionen von Union und SPD wollen kommende Woche einen Gesetzesantrag zum besseren Schutz von Unterseekabeln in den Bundestag einbringen. Das Ziel: Deutschland soll im Verbund mit den europäischen Partnern seine Fähigkeiten verbessern, beschädigte Kabel zu reparieren. Berlin solle auch die Zusammenarbeit mit Ländern des Indo-Pazifik suchen, heißt es in dem Papier, das Table.Briefings exklusiv vorliegt. Darin wird nicht nur auf die russische Schattenflotte, sondern explizit auch auf China verwiesen. Zuletzt gab es eine Häufung von Sabotageakten in der Ostsee und vor der Westküste Taiwans. Was Experten von dem Gesetzentwurf halten, lesen Sie im China.Table. Angela Köckritz

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BBG-Erhöhung: Metropolen besonders betroffen. Die Regierung will die Beitragsbemessungsgrenze für die GKV um 300 Euro anheben. Doch das verteuert Arbeit - und trifft Wirtschaftszentren besonders hart: Frankfurt am Main würde mit Zusatzkosten von 234 Millionen Euro jährlich belastet. In München wären es 223 Millionen, in Stuttgart und Köln je fast 100 Millionen Euro. (mehr auf pkv.de)

Bedarf an neuen Gaskraftwerken: EU-Agentur kritisiert „Übertreibung“. Schätzungen der europäischen Netzbetreiber zum Bedarf an neuen Gaskraftwerken sind womöglich überzogen. In einem Brandbrief an die Unternehmen schreibt die EU-Aufsichtsbehörde ACER von der „Gefahr einer systematischen Überbewertung“ des Bedarfs an Reservekapazitäten. Die Netzbetreiber hatten 2025 ihren „Bericht zur Abschätzung der Angemessenheit der Ressourcen auf europäischer Ebene (ERAA)“ veröffentlicht. Er ist eine Grundlage für nationale Kapazitätsmärkte zur Förderung von Gaskraftwerken. Aber auch der in dieser Woche vom Wirtschaftsministerium veröffentlichte Entwurf des StromVKG bezieht sich auf ihn. Wie ACER die Rolle von Batterien bewertet, lesen Sie im Europe.Table. Manuel Berkel

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Sybille Neuß von mc-quadrat über die Entwicklung der Leitmedien. Table.Forum

Bundeswehr: Warum es Kritik an den hohen Verteidigungsausgaben gibt. Max Mutschler, Rüstungsexperte am Bonn International Centre for Conversion (BICC), bemängelt die durch die Bereichsausnahme für Rüstungsausgaben entstandene Beschaffungspolitik der Bundesregierung. „Wo man früher diskutiert hätte, ob es überhaupt Sinn macht, so viel Geld auszugeben – zum Beispiel für Raketenabwehr oder andere Waffensysteme –, ist angesichts der Summen, die nun für Rüstung in Deutschland vorhanden sind, dieser Druck nicht mehr da“, sagt er Table.Briefings. Die Bereitschaft zu fragen, was man sich angesichts von Verteidigungsausgaben in Höhe von mehr als 100 Milliarden Euro im kommenden Jahr nicht leisten könne, „fällt zwar nicht komplett weg, ist aber erheblich gesunken“. Wie die militärische Abschreckung durch abrüstungspolitische Maßnahmen flankiert werden könnte, lesen Sie im Security.Table. Markus Bickel

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Maritime Konferenz: Reeder fordern mehr Unterstützung der Politik. Wenn die maritime Wirtschaft zur Verteidigungsfähigkeit beitragen soll, muss die Politik mehr Geld in die Branche investieren und ihre Prioritäten beim Ausbau der Infrastruktur neu schärfen. Das war die Botschaft vieler Branchenvertreter auf der 14. Maritimen Konferenz, die am Donnerstag in Emden zu Ende ging. Friedrich Merz enttäuschte die Erwartungen. Auf die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Branche wies der Kanzler zwar hin und kündigte eine politische Unterstützung für die Vertiefung von Elbe und Weser in Niedersachsen an, doch dabei blieb es. Eine stärkere finanzielle Unterstützung der Häfen ließ Merz vermissen. Was die Reeder konkret kritisieren, lesen Sie im Security.Table. Michael Bröcker

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Haushalt: Rentenversicherung kritisiert geplante Kürzung. Die DRV Bund nimmt „mit Besorgnis“ wahr, dass die Regierung plant, Bundeszuschüsse zu senken. Das konterkariere die Beschlüsse zum Rentenpaket von 2025, heißt es in einer Mitteilung von DRV-Präsidentin Gundula Roßbach. Die Rentenversicherung brauche Verlässlichkeit und baue daher auf die gesetzlich bisher festgelegten Zusagen. Kürzungen „bedeuten zwangsläufig höhere Beiträge für Beschäftigte und Arbeitgeber“, so Roßbach. In den Eckwerten des BMF ist von einer „Weiterentwicklung der Deutschen Rentenversicherung mit entsprechender Absenkung der Bundeszuschüsse“ die Rede.

Das BMAS ließ unbeantwortet, was Weiterentwicklung bedeutet und wie viel gekürzt werden soll. Zur Haushaltskonsolidierung werde man mit mindestens zwei Milliarden Euro Einsparungen pro Jahr einen wesentlichen Beitrag leisten, teilte das Ministerium Table.Briefings mit. Details werde man im Verlauf der regierungsinternen Gespräche abstimmen. Okan Bellikli

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Joe Kaeser über Energie als Fundament. Table.Forum

Table.Today Podcast

Table.Today. "Zerbricht das Verhältnis von Merz und Trump?"

Kritik am Vorgehen der USA im Iran reicht offenbar schon aus, um das eigentlich gute Verhältnis zwischen Friedrich Merz und Donald Trump zu beschädigen. Der US-Präsident schimpft auf Truth Social und droht sogar mit dem Abzug von US-Truppen aus Deutschland. Ob Trump das ohne Weiteres wahr machen kann und welche Standorte dann in Gefahr wären, hören Sie ab 5 Uhr hier.

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Table.Documents

Eckpunkte zum Mieterschutz beim Gebäudemodernisierungsgesetz

Entwurf des BMG für ein Gesetz zu digitaler Innovation im Gesundheitswesen

Brief des BMG zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz

Brief von Matthias Miersch zu einem Jahr Schwarz-Rot

Fraktionsbeschluss der Grünen zur Energiepolitik

Antworten auf Kleine Anfragen: Beobachtungsobjekte des Verfassungsschutzes, Durchsuchungen von Mailkonten im BMWE, Nutzung von Palantir, Unterstützung des Energiesektors in der Ukraine, Hürden für Startups

Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD Rheinland-Pfalz und Blitz-Briefing der CDU

Memorandum 2026 der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik

BerlinTREND April 2026 des rbb

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Heads

Gabriele Abels und Ina Rumiantseva werden am 4. Mai in Berlin als „Frauen Europas 2026“ ausgezeichnet. Abels ist Politikwissenschaftlerin mit Lehrstuhl an der Universität Tübingen und Richterin am Verfassungsgerichtshof für das Land Baden-Württemberg. „Ihr Wirken verbindet Forschung, Praxis und gesellschaftspolitisches Engagement in besonderer Weise“, schreibt das Netzwerk Europäischer Bewegung Deutschland über die Preisträgerin. Rumiantseva ist Aktivistin und Menschenrechtsverteidigerin. Sie ist Gründerin der Taskforce Belarus und Mitglied Bei der Belarussischen Gemeinschaft RAZAM e.V. „Ihr Einsatz steht beispielhaft für gesellschaftliches Engagement in Europa und für die Solidarität mit Menschen, die für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit kämpfen“, so das Netzwerk.

Tobias Lindner ist ab dem 15. Mai Direktor für den Bereich Verteidigung, Sicherheit und Resilienz bei PwC. Unter Annalena Baerbock war der frühere Grünen-Politiker Staatsminister im Auswärtigen Amt, zum Ende der Ampel-Zeit kommissarisch auch Transatlantik-Beauftragter. Ende 2025 wurde er Senior Associate Fellow for Transatlantic Relations am Zentrum für Geopolitik, Geoökonomie und Technologie der DGAP. (PwC)

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Best of Table

Security.Table: Neuer Höchststand bei russischen Luftangriffen. Mehr als 6.700 Angriffe mit Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen in einem Monat: Moskaus Armee intensiviert den Luftkrieg gegen die Ukraine. Welche Taktik und welche neue Technik sie dabei einsetzt, lesen Sie hier.

Europe.Table: Brüssel schlägt neue Fusionsleitlinien vor. Die EU-Kommission will die europäische Fusionskontrollpraxis grundlegend überarbeiten. Wie sie Faktoren wie Innovation, Resilienz und Nachhaltigkeit künftig stärker berücksichtigen möchte, lesen Sie hier.

China.Table: Welche Chancen die Nostalgie-Welle bietet. Besonders unter jungen Menschen in China boomt der Retro-Trend. Trotz schlechter Konsumstimmung sind sie bereit, für Produkte mit emotionalem Wert Geld auszugeben. Wie Unternehmen damit umgehen, lesen Sie hier.

ESG.Table: Bundesregierung stellt Weichen für den Beirat Sustainable Finance. Das Beratungsgremium soll erstmals im zweiten Quartal zusammenkommen. Welche inhaltlichen Schwerpunkte es setzt, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Einnahmen aus Zuckersteuer kaum vorhersehbar. Auf 450 Millionen Euro beziffert das Bundesgesundheitsministerium die voraussichtlichen Einnahmen aus der künftigen Zuckersteuer. Warum die Summe aber auch deutlich niedriger ausfallen könnte, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Bundesländer wollen Digitalprojekte verknüpfen. Die Bundesländer haben einen Plan für ihre gemeinsamen Digitalprojekte entwickelt. Während sich die Länder technische und wirtschaftliche Synergien erhoffen, schlägt die Bildungswirtschaft Alarm – sie fürchten ein staatliches Monopol. Was hinter der Kritik steckt, lesen Sie hier.

Zölle: China gewährt afrikanischen Exporten freien Zugang. Ab Freitag können fast alle afrikanischen Länder zollfrei Waren nach China exportieren. Neben Mineralien interessiert sich China vor allem für landwirtschaftliche Produkte. Welche Interessen Peking mit dieser Wirtschaftspolitik verfolgt, lesen Sie hier.

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Time.Table

1. Mai 2026

Tag der Arbeit: Kundgebungen der Gewerkschaften mit Reden von Felix Banaszak (Dortmund, 10:30 Uhr), Lars Klingbeil (Bergkamen, 11 Uhr), der IG-Metall-Vorsitzenden Christiane Benner (München, 11 Uhr), dem ver.di-Vorsitzenden Frank Werneke (Bielefeld, 12 Uhr), Bärbel Bas (Duisburg, 12 Uhr) der DGB-Vorsitzenden Yasmin Fahimi (Nürnberg, 12:15 Uhr). Weitere Gewerkschaften rufen bundesweit zu Kundgebungen und Demonstrationen auf.

2. Mai 2026

Landespolitik: Die Parteigremien von CDU und SPD in Rheinland-Pfalz beraten über den am Donnerstag vorgestellten Koalitionsvertrag.

3. Mai 2026

Tag der Ein- und Ausblicke: Am Sonntag öffnet der Bundestag seine Türen für die Öffentlichkeit. Um 14:30 Uhr empfängt Julia Klöckner eine Gästegruppe auf der Präsidialebene. Anschließend beginnt ein Rundgang durch das Parlamentsgebäude.

Bildung: Karin Prien reist nach Kanada, wo sie unter anderem ein Präventionsprojekt für jugendliche Straftäter besucht.

Europa: Ab Sonntag nimmt Julia Klöckner an der Konferenz der Parlamentpräsidenten der EU-Staaten teil. Weitere Informationen

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Must-Reads

Tagesspiegel: Kanzleramt wollte wohl Wegners Fehler decken. Kai Wegner erweckte den Eindruck, vor seiner Tennispause mit dem Kanzleramt zum Stromausfall gesprochen zu haben. Das Haus von Friedrich Merz bestätigte dies zunächst, musste es nun aber revidieren. Zudem informierte das Kanzleramt die Senatskanzlei offenbar über eine entsprechende Tagesspiegel-Recherche. Verantwortlich soll Britta Behrendt (CDU) sein, bis August 2025 Staatssekretärin in der Berliner Verkehrsverwaltung. („Warnte das Kanzleramt die Berliner Senatskanzlei vor Tagesspiegel-Recherche?“)

T-Online: Miersch kritisiert in einem Brief die Union. In einem Brief an die SPD-Fraktion zieht Fraktionschef Matthias Miersch nach einem Jahr Schwarz-Rot eine gemischte Bilanz und wirbt für Geschlossenheit. Trotz politischer Erfolge habe der Dauerstreit das Vertrauen vieler Bürger beschädigt. Mit Blick auf kommende Reformen fordert Miersch eine klare sozialpolitische Linie und mehr Profil in Gerechtigkeitsfragen. Zugleich erhöht er den Druck auf die Union, die bei Steuerfragen aus Sicht der SPD zentrale Veränderungen blockiert. („Miersch pocht auf höhere Steuern für Topverdiener“)

FAZ: Ungarns neuer Ministerpräsident unter Druck. Péter Magyar sucht in Brüssel bereits vor seinem Amtsantritt Rückendeckung, denn Milliarden an EU-Geldern hängen an schnellen Reformen. Doch in Budapest steht er vor einem Dilemma: Setzt er zuerst die Vorgaben um, könnte das von Viktor Orbán geprägte Verfassungsgericht alles blockieren. Greift er dagegen die Macht des Gerichts direkt an, riskiert er Zeitverlust und den Vorwurf, selbst rechtsstaatliche Grenzen zu überschreiten. („Wird Magyar das Verfassungsgericht entmachten?“)

SWR: Tausende Verstöße gegen neue Tankregel. In den ersten drei Wochen nach Einführung der 12-Uhr-Regel gab es etwa 60.000 mutmaßlich illegale Preiserhöhungen. Rund 3.800 der fast 15.000 deutschen Tankstellen verstießen seit April mutmaßlich mindestens einmal gegen die Vorgabe. Esso, Raiffeisen, BFT und A Energie trieben die Preise offenbar besonders in die Höhe. („Tankstellen missachten 12-Uhr-Regel“)

Nicht überlesen!

NYT: Angespannte Stimmung zwischen Merz und Trump. Der Konflikt mit Donald Trump zeigt, wie schwierig es für Europas Regierungschefs geworden ist, zwischen Loyalität zu Washington und wachsendem Druck im eigenen Land zu balancieren, schreibt Jim Tankersley. Friedrich Merz hatte lange auf Nähe zum US-Präsidenten gesetzt und dessen Iranpolitik unterstützt, geriet jedoch durch wirtschaftliche Folgen des Kriegs und Umfragewerte seiner CDU hinter die AfD unter Druck. Mit ungewöhnlich scharfer Kritik an der US-Strategie löste er nun eine heftige Reaktion aus dem Weißen Haus aus. Der Schlagabtausch stehe exemplarisch für eine wachsende Distanz Europas zu einem Krieg, den viele Regierungen nie mittragen wollten. („Trump’s Clash With Merz Shows It’s Hard to Stay Friends With the President“)

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Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Maybrit Illner, 22:15 Uhr: Johannes Winkel, Wolfgang Kubicki, Helena Melnikov, Kevin Kühnert, Melanie Amann

Markus Lanz, 23:15 Uhr: Sanna Marin, Florence Gaub, Claudia Major, Susanne Petersohn

phoenix runde, 0 Uhr: David Deißner, Kay Gottschalk, Annika Klose, Helena Steinhaus

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Interviews von morgen

phoenix

9:05 Uhr: Christiane Benner, IG-Metallvorsitzenden: Tag der Arbeit 2026

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Geburtstage

1. Mai 2026

Patrick Schnieder, Bundesverkehrsminister (CDU), 58

Reem Alabali Radovan, Entwicklungsministerin (SPD), 36

Jan van Aken, Co-Parteivorsitzender (Linke), 65

Tanja Machalet, Vorsitzende im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags (SPD), 52

Esra Limbacher, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, 37

Anja Reinalter, MdB (Grüne), 56

Andreas Handschuh, Chef der Staatskanzlei von Sachsen, 53

Felor Badenberg, Justizsenatorin von Berlin (CDU), 51

Manuel Hagel, Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz (CDU), 38

2. Mai 2026

Felix Neumann, Botschafter in Sri Lanka, 64

Sabine Bloch, Botschafterin in Peru, 60

Achim Post, Co-Vorsitzender der NRW-SPD, 67

3. Mai 2026

Stephan Steinlein, Botschafter in Frankreich und Monaco, 65

Bärbel Bas, Co-Parteivorsitzende der SPD, 58

Katrin Göring-Eckardt, MdB (Grüne), 60

Ronja Kemmer, stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion (CDU), 37

Franziska Giffey, Wirtschaftssenatorin von Berlin (SPD), 48

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute zu einem Känguru. Fast acht Jahre nach seinem letzten Buch hat Marc-Uwe Kling einen neuen Band der Känguru-Chroniken vorgelegt. Das Tier lebt in der Romanreihe zusammen mit einem am Autor angelehnten Ich-Erzähler in einer Berliner WG. Weil es mit den herrschenden Zuständen unzufrieden ist, beschließt es, zu rebellieren. Wie die bisherigen Folgen ist auch das neue Werk mit Anspielungen auf politische Ereignisse und Debatten gespickt – von KI bis Klimakrise. Das Hörbuch liest der Autor wie immer selbst und spricht beide Charaktere mit verschiedenen Stimmen. Okan Bellikli

Marc-Uwe Kling: Die Känguru Rebellion | Ullstein

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Manuel Berkel, Markus Bickel, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Caspar Dohmen, Damir Fras, Daniel Friesen, Nicolas Heronymus, Franziska Klemenz, Angela Köckritz, Vincent Mikoteit, Chiara Rautenberg, Britta Weppner, Marc Winkelmann und Ester Winkler mitgewirkt.

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