Berlin.Table – Ausgabe 807

Klingbeils „New Deal“ + Sicherung der Straße von Hormus + Kommunalfinanzen

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Talk of the Town

Reformen für Deutschland: Klingbeils Idee von einem „New Deal“

Weit entfernt von Berlin, bei der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank, hatte es der deutsche Vizekanzler mit ganz großen Fragen zu tun: Iran- und Ukrainekrieg, Treibstoffmangel, abgerissene Lieferketten, Weltwirtschaftskrise. Ein anderes Thema jedoch beschäftigte Lars Klingbeil in Washington – und auch in den Gesprächen vor Ort – viel mehr: der Reformbedarf in Deutschland. Die Haushaltslage, der Sozialstaat, die Energiewende, die marode Infrastruktur, das Gesundheitswesen: Zu viel ist zu lange liegen geblieben. Die Nöte sind groß und Standort und Wohlstand dramatisch bedroht.

Klingbeil will liefern. Eine Art „New Deal“ kündigte er in der Bundestagsfraktion am vergangenen Dienstag an. Gestützt auf einen Gedanken, den offenbar SPD-Schatzmeister Dietmar Nietan in die Debatte eingebracht hatte. Mit einem Milliardenprogramm als Antwort auf die Weltwirtschaftskrise 1933 hatte der demokratische US-Präsident Franklin D. Roosevelt seinerzeit das nationale Bankensystem stabilisiert, Industrie und Landwirtschaft gestützt, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eingeleitet und durch Investitionen in die Infrastruktur Millionen neuer Jobs geschaffen. Und tatsächlich, die Arbeitslosigkeit sank um 25 Prozent, der New Deal war die Grundlage für den Wohlstand der nächsten Jahrzehnte in den USA.

Der Finanzminister und Parteichef sieht im Reformprozess eine Chance – für sich und seine Partei. Und das trotz der Hypothek einer schwächelnden SPD und eines miserablen Parteitagsergebnisses, das immer noch auf ihm lastet. Es ist die Rolle des Antreibers, des Innovationspolitikers, des Reformmotors. Denn dass dieser Staat, diese Gesellschaft, dieses Land umfassende Reformen braucht, ist unstrittig. Und weil Friedrich Merz zögert, die Union ihren Kompass sucht und Markus Söder als Modernisierer ausfällt, versucht der Stellvertreter des Kanzlers nun den Taktstock in die Hand zu nehmen.

Klingbeils Auftritt bei der Bertelsmann-Stiftung nach der Wahlschlappe in Rheinland-Pfalz hat ihn beflügelt. Dort hatte er unter der Überschrift „Reformen für ein starkes Land“ ein neues Wachstumsmodell mit höherer Produktivität, mehr Investitionen, neuen Technologien und sicheren Lieferketten skizziert. Eingebettet in einen Rahmen mit weniger administrativen Vorschriften und Kontrollen, mehr Eigenverantwortung und härteren Strafen bei Verstößen. Immer unter der Prämisse: Die Reformen müssen fair und sozial ausgewogen sein. Prophylaktisch hatte er auch den Satz eingestreut: „2026 wird uns Mut abverlangen.“ Obwohl es wie eine Art Notgeburt nach der Niederlage von Mainz erschien, geschah das für Klingbeil Unerwartete: Seine Gedankenskizze wurde überwiegend positiv aufgenommen.

Noch ist offen, ob die Rechnung aufgeht. Aber es war, wenn auch noch zögernd, nach anhaltend lausigen Umfragewerten und zwei bitteren Niederlagen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, eine Flucht nach vorne. In mehreren Sitzungen der Parteispitze wurde zuletzt immer wieder die Frage gestellt: „Für was steht die SPD eigentlich noch?“ Es müsse nun Antworten geben, ein „Weiter-so“, das Aneinanderreihen von Reparaturmaßnahmen wie Reformen beim Bürgergeld, Entlastung der Kommunen, Änderungen in der Ausländerpolitik, oder auch eine Spritpreisbremse reichten nicht mehr aus. „Lars, wir werden nicht für die Vergangenheit gewählt, wir brauchen eine Erzählung, die nach vorne weist“, verlangte erst jüngst eine Genossin im Parteivorstand.

Noch sind die Details von Klingbeils neuem Deal nicht ausbuchstabiert. Im Augenblick sind seine Leute mit den Sparüberlegungen für den Haushalt 2027 ausgelastet. Vor allem die viele Milliarden schwere Liste an Subventionen sollen sich die BMF-Beamten angeschaut haben – und durchaus fündig geworden sein. Doch der Vizekanzler will, gedrängt von Teilen der Partei, mehr. Noch arbeiten er und seine Vordenker an einer Erzählung, die eine Reformagenda überzeugend begründen könnte. Sie soll noch vor der Sommerpause stehen. Er weiß nur zu gut: Die SPD muss liefern, im Herbst stehen drei Landtagswahlen an.

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Klingbeils Reiche-Blockade: Union bemüht sich um Gelassenheit. Obwohl der Bundesfinanzminister mehrere Energiegesetze aus dem Haus von Katherina Reiche in der Ressortabstimmung erstmal auf Halt gestellt hat, will der Koalitionspartner daraus fürs erste keinen großen Konflikt werden lassen. Wie Table.Briefings erfuhr, bemüht sich die Unionsseite darum, trotz einer gewissen Verärgerung Gelassenheit auszustrahlen. So etwas sei immer mal üblich, hieß es. Und: Für den Moment werte man es noch nicht als Blockade. Auch Lars Klingbeil betont am Rande der IWF-Tagung, das sei ein „normaler Prozess“. Allerdings sagte er auch, für ihn sei unter anderem entscheidend, dass man sich an die Beschlüsse des Koalitionsvertrags halte. Dort sei beschlossen worden, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien weitergehe. Jedes Gesetz, das durch den Bundestag geht, müsse das erfüllen, so Klingbeil. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass Klingbeil Vorbehalte unter anderem gegen das Gebäudemodernisierungsgesetz, die Kraftwerksstrategie und die Neufassung des EEG eingelegt hat. Hinter den Kulissen wird seither intensiv gesprochen, heißt es. Laura Block, Stefan Braun

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Teuerstes Gesundheitssystem Europas. Jährlich 5.414 Euro pro Person. Zeit zu Wenden. INSM

News

Sicherung der Straße von Hormus: Europäer bieten konkrete Hilfe an, darunter deutsche Minensucher. Die Bundesregierung ist bereit, zum künftigen Schutz einer freien Schifffahrt in der Straße von Hormus auch deutsche Minensucher und Flugzeuge zur Verfügung zu stellen. Einen Tag, bevor Frankreich, Großbritannien, Italien und Deutschland dieses Angebot bei einem Treffen in Paris formal unterbreiten wollen, wurde in Berlin bekannt, dass sich Friedrich Merz und seine Regierung dazu entschieden haben. In Rede steht der Einsatz von Minensuchbooten und Flugzeugen zur Luftaufklärung nebst Unterstützungseinheiten.

Zugleich formulieren die Europäer Bedingungen. Aus Berliner Regierungskreisen hieß es, die Europäer erwarteten als Voraussetzung eine diplomatische Übereinkunft (diplomatic agreement) zwischen den USA und dem Iran. Nach Information von Table.Briefings ist der Begriff bewusst gewählt, weil er Spielraum lässt, wie diese Übereinkunft genau aussehen muss. Vom Iran verlangen sie, dass das Land sein militärisches Nuklearprogramm beendet (das zivile wird nicht angesprochen). Sie fordern, dass der Iran alle Angriffe auf US-Streitkräfte und Nachbarländer einstellt. Und sie erwarten von Teheran, dass die Straße von Hormus „verlässlich, sicher und ohne Gebühren“ für die Schifffahrt geöffnet wird.

Vor einem tatsächlichen Einsatz steht ein Mandat des Parlaments. In Berlin heißt es, dass für einen solchen Einsatz selbstverständlich ein Bundestagsmandat stehen müsse. Deshalb sei ein völkerrechtliches Mandat, und zwar ein robustes, das auch die eigene Verteidigung beinhaltet, zwingend erforderlich. Außerdem heißt es in Berlin, ganz ohne ein Engagement der USA werde es nicht gehen. Mindestens zur Abschreckung Irans sei das unverzichtbar, um zu verhindern, dass sich das Land schleichend aus möglichen Vereinbarungen verabschiede. Am Donnerstagabend kündigte Donald Trump eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah an. Warum das die Verhandlungen in Pakistan beeinflussen könnte, lesen Sie im Security.Table. Stefan Braun

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Kommunalfinanzen: Arbeitsgruppe will Einsparungen bei Eingliederungshilfe für behinderte Menschen. Das „Vorschlagsbuch“ einer beim Kanzleramt angesiedelten Bund-Länder-Arbeitsgruppe sieht Änderungen bei Leistungen vor, die Kommunen finanziell stark belasten. In erster Linie geht es um die Kinder- und Jugendhilfe sowie die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung, wozu sich jeweils mehr als 20 Vorschläge finden. Dazu kommt der Vorschuss, den der Staat leistet, wenn ein unterhaltspflichtiger Partner nach der Trennung nicht für das Geld aufkommt. Hier wird angeregt, eine Reform von 2017 zurückzunehmen: Seitdem kann man entsprechende Leistungen für Kinder bis 18 Jahren dauerhaft bekommen. Davor war das Maximalalter zwölf und die maximale Auszahlungsdauer 72 Monate.

Hintergrund ist der Streit um die Konnexität. Städte und Gemeinde fordern vom Bund, dass er bezahlt, wenn er Leistungen beschließt, die sie umsetzen müssen. Die Ausgaben in der Kinder- und Jugendhilfe sind zwischen 2010 und 2024 von elf Milliarden auf 26 Milliarden Euro gestiegen, heißt es in dem Papier. Der Paritätische hat es zusammen mit einer Bewertung veröffentlicht. Bisher sind nicht alle Punkte Konsens. Im Mai soll es noch mal eine Runde im Kanzleramt geben, am 21. Mai befasst sich die Konferenz der Staatskanzlei-Chefs damit. Einen Beschluss fassen soll die MPK am 25. Juni.

Im Zentrum der Ideen zur Kinder- und Jugendhilfe steht das, was das BMBFSFJ bereits in einem Gesetzentwurf festgehalten hat. Hier geht um den Rechtsanspruch auf Begleitung in Kitas und Schulen bei Behinderungen und sozialpädagogischem Förderbedarf. Einzelbetreuung soll die Ausnahme werden, ein „Pooling“ die Regel. Dabei betreut eine Person mehrere Kinder oder ein Team aus Fachkräften verschiedener Disziplinen teilt sich je nach Bedarf auf. Das wird aus Sicht des Ministeriums ab 2028 mehrere Milliarden Euro einsparen. Okan Bellikli

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Hätten Sie’s gedacht? Über 76 Prozent der Bundesbürger sprechen sich dafür aus, private Pflegezusatzversicherungen stärker zu fördern - etwa durch eine steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge. Die Politik sucht derzeit nach Wegen, die Eigenanteile an den Pflegekosten zu begrenzen. Da wäre die Förderung der privaten Vorsorge doch eine gute Idee. (mehr auf pkv.de)

Industriestrompreis: Brüssel genehmigt Reiches Konzept. Der Industriestrompreis kann so umgesetzt werden wie von der Bundesregierung geplant. Am Donnerstag gab die EU-Kommission nach langen Verhandlungen grünes Licht für die Beihilfe. Energieintensive Unternehmen zahlen damit drei Jahre lang für die Hälfte ihres Stromverbrauchs nur die Hälfte des Börsenpreises, wobei eine Preisuntergrenze von 5 Cent pro Kilowattstunde gilt. Die Hälfte der Subvention müssen die Unternehmen in Effizienzmaßnahmen oder erneuerbare Energien investieren, wobei die Kriterien dafür sehr weit gefasst sind.

Profitieren sollen zunächst rund 9.500 Unternehmen; es werde aber eine Ausweitung angestrebt, schreibt Katherina Reiche in einem Brief an die Fraktionen von Union und SPD. Darin zeigt sich die Wirtschaftsministerin hoch zufrieden: „Durch den Industriestrompreis werden wir die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie weiter stärken und verschaffen den energieintensiven Unternehmen angesichts der hohen Strompreise eine Atempause“, schreibt sie. Auch Umweltminister Carsten Schneider begrüßte die Entscheidung. Der Industriestrompreis erleichtere der Industrie den Umstieg von Öl und Gas auf Strom, erklärte er. Malte Kreutzfeldt

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Carsten Brosda über das Rückgrat der Deomkratie. Table.Forum

Betriebsrente: GDV für automatische Einbindung mit Widerspruchsoption. In der Debatte um eine bessere Absicherung im Alter plädiert die Versicherungswirtschaft für einen Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Laut des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) sollten Arbeitgeber ihre Beschäftigten unabhängig von Tarifverträgen automatisch einbeziehen können – sofern diese nicht im Rahmen eines sogenannten Opt-Out aktiv widersprechen. Derzeit würden nur rund 52 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in eine bAV einzahlen, sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen Table.Briefings. 48 Prozent hätten gar keine oder nur geringe Anwartschaften. Die Betriebsrente könne dazu beitragen, die Grundsicherung zu entlasten und die Leistungsfähigkeit des Drei-Säulen-Systems zu stärken, heißt es in einer auf Einladung der Rentenkommission erstellten Stellungnahme des GDV. Okan Bellikli

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Gesundheitsreform: Krankengeld soll um fünf Prozentpunkte gesenkt werden. Am Dienstag hat Nina Warken ihre Reformen zur Stabilisierung der GKV vorgestellt – am Donnerstag wurde es nun konkreter. Mit dem Gesetz werden bereits verkündete Punkte wie die Änderungen bei der Mitversicherung für Familienangehörige umgesetzt. Konkret genannt wird nun auch, dass das Krankengeld um fünf Prozent gekürzt werden soll. Dies sei geboten und vertretbar „vor dem Hintergrund des im internationalen Vergleich verhältnismäßig hohen Absicherungsniveaus durch die Lohnfortzahlung und Krankengeldleistungen“, heißt es im Entwurf. Vorgesehen ist auch eine Kürzung der Festzuschüsse für Zahnersatz um zehn Prozentpunkte. Für Versicherte mit geringen Einkommen gebe es bereits eine Härtefallregelung, so das BMG. Okan Bellikli

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Nachhaltigkeit und Klimaschutz: Wettbewerbsvorteil oder Standortnachteil? Die Rezession hält an, der Iran-Krieg lässt die Energiepreise steigen. Sollte man sich in dieser Zeit ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Geschäftsmodell leisten? Unbedingt, sagte Matthias Lesch beim Live-Briefing im Café von Table.Briefings. Der Geschäftsführer eines Kunststoff-Herstellers nutzt die Kreislaufwirtschaft schon seit Längerem für Innovationen und Wachstum. Das sei vielfach keine strategische Entscheidung mehr, sondern Tagesgeschäft. Zugleich riet er anderen Firmen zu mehr Tempo. Welcher Panel-Teilnehmer pessimistischer war, lesen Sie im ESG.Table. Marc Winkelmann

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Tierhaltungskennzeichnung: Connemanns Veto irritiert Koalition und Wirtschaft. Die Vorbehalte des BMWE gegen die Neufassung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes haben Irritation bei Koalitionsvertretern und in der Wirtschaft ausgelöst. „Ich kann nur an Frau Staatssekretärin Connemann appellieren, die Blockade aufzuheben“, sagte die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Franziska Kersten, Table.Briefings. Albert Stegemann, im Vorstand der Unionsfraktion ebenfalls für Landwirtschaft zuständig, betonte, die Koalition halte an ihrem Vorhaben fest, das staatliche Fleischlabel neu zu regeln und nächstes Jahr einzuführen. Warum auch Wirtschaftsvertreter sich verärgert zeigen und warum ganz andere Konflikte zum Veto von Gitta Connemann geführt haben könnten, lesen Sie im Agrifood.Table. Frederik Bombosch

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Table.Today Podcast

Table.Today. "Hat die Regierung ein Kommunikationsproblem?" Plus: Interview mit Marco Herre.

Der Motorenbauer Deutz will bis zum Jahr 2030 zehn Prozent seines Konzernumsatzes im Rüstungsgeschäft verdienen, sagt Marco Herre, CEO der Defense Sparte des Kölner Unternehmens, im Podcast Table.Today. Dazu setzt das Unternehmen auf eine Strategie mit zwei Säulen: Einerseits bietet es sich als Zulieferer für traditionelle Rüstungskonzerne an. Andererseits investierte Deutz vergangenes Jahr in zwei von Deutschlands bekanntesten Defense-Startups: Arx Robotics und Tytan Technologies. Wie sich das Traditionsunternehmen mit den Startups in der Rüstungsindustrie durchsetzen will, hören Sie morgen ab 5 Uhr hier.

Table.Today. "Zukunftstechnologie aus Europa. Mit Sascha Meyer und Mirko Novakovic."
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"Deutschlands beste Politik-Redaktion" (p&k) sucht Sie als Experte (m/w/d) für Wirtschaftsberichterstattung mit Fokus auf das Afrikageschäft deutscher Firmen. Table.Media.

Table.Documents

Heads

Luigi Pantisano kandidiert für den Parteivorsitz der Linken. Der Baden-Württemberger kündigte seine Kandidatur unmittelbar nach dem Bekanntwerden von Jan van Akens Rückzug aus gesundheitlichen Gründen an. Der 46-Jährige war ab 2017 Mitarbeiter von Bernd Riexinger und kandidierte 2020 für den Posten des Oberbürgermeisters in Konstanz, verlor in der Stichwahl aber gegen seinen CDU-Kontrahenten. Zuletzt verpasste die Linke knapp den Einzug in den Baden-Württemberger Landtag. Der gebürtige Waiblinger mit italienischen Wurzeln ist stellvertretender Vorsitzender des migrantischen Netzwerkes „Links*Kanax“ seiner Partei. Leonard Schulz

Ansgar Heveling ist CDU-Abgeordneter und soll bald zum neuen Präsidenten des Bundesrechnungshofs (BRH) gewählt werden. Am Mittwoch stellte er sich im Haushaltsausschuss vor. Bereits seit März ist Klara Geywitz Vizepräsidentin des BRH. (Bundestag)

Ricarda Lang arbeitet bei den grün-schwarzen Koalitionsverhandlungen in Stuttgart in gleich zwei Arbeitsgruppen mit. Die frühere Grünen-Chefin ist Mitglied der Facharbeitsgruppen (FAG) Soziales, Gesundheit und Integration und Wirtschaft, Arbeit und Tourismus. Der Berliner Bevollmächtigte des Landes und frühere Regierungssprecher Rudi Hoogvliet ist Mitglied der FAG Staatsministerium (mit Bürgerbeteiligung, Medien, Europa und Internationales). Agnieszka Brugger, stellvertretende Fraktionschefin im Bundestag, ist Mitglied der FAG Inneres und Kommunen. Wer für die Grünen sonst noch mitverhandelt, lesen Sie hier.

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Best of Table

Africa.Table: Mosambik will LNG-Exporte ausbauen. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Flüssiggas infolge des Iran-Kriegs plant das Land eine Beschleunigung seiner LNG-Projekte. „Wir können eine Option für die Welt sein“, sagte Infrastrukturminister Rafael im Gespräch mit Table.Briefings. Wie das Land zudem deutsche Unternehmen anziehen will, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Was eine Zuckersteuer für den Süßstoff-Konsum bedeuten könnte. Die Finanzkommission Gesundheit hat die Diskussion über eine Zuckersteuer neu entfacht. Unklar ist dabei, in welchem Maß Softdrink-Hersteller den Einsatz von Süßstoffen erhöhen würden – und welche Auswirkungen das hätte. Was Forscher beklagen, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Bauernverband besorgt über EU-Entlastungspläne. Angesichts des Iran-Kriegs will Brüssel will den Mitgliedstaaten mehr Spielraum für Entlastungen der Landwirtschaft geben. Warum das in der Branche nicht nur auf Lob stößt, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Wie man am besten mit der heterogenen Schülerschaft umgeht. Eine vielversprechende Antwort auf diese Frage ist die sogenannte Lernbegleitung. Der Ansatz bricht mit herkömmlichem Unterricht und läuft auf eine grundlegende Transformation von Schulen hinaus. Mehr dazu lesen Sie hier.

China.Table: Cleantech als Wachstumsgarant. Das BIP Chinas ist im ersten Quartal um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. E-Autos, Lithium-Batterien und PV-Anlagen gelten als Exportschlager. Wie deutsche Wirtschaftsvertreter vor Ort auf die Zahlen reagieren, lesen Sie hier.

ESG.Table: Rückschlag für die Kohlenstoffmärkte. CO₂ -Märkte sind seit Jahren in der Krise – jetzt zieht sich auch noch der mit Abstand größte Käufer freiwilliger Zertifikate zurück. Wie ein neuer UN-Mechanismus der Idee neuen Aufschwung verleihen soll, lesen Sie hier.

Europe.Table: Kremlfreundlicher Ex-Präsident Favorit in Bulgarien. Rumen Radev verspricht, mit der „Oligarchie“ der korrupten Politiker aufzuräumen. Der frühere Militärpilot steht kritisch zur Unterstützung der Ukraine und sieht sich als Brückenbauer Richtung Moskau. Warum er zum neuen Viktor Orbán werden könnte, lesen Sie hier.

Research.Table: Stillstand beim Reallabore-Gesetz. Das Gesetz soll Innovationen schneller in die Umsetzung bringen. Doch Digital- und Wirtschaftsministerium ließen den Entwurf lange liegen. Nach fast einem Jahr soll es nun weitergehen. Was Karsten Wildberger dazu sagt, lesen Sie hier.

Security.Table: Haushaltsausschuss soll Funkprogramm durchwinken. Eigentlich hätte der Bundestag in dieser Woche einer Vertragsänderung zur Entwicklung eines europäischen Funk-Gemeinschaftsprojekts zustimmen sollen. Warum sich das verzögert, lesen Sie hier.

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Time.Table

17. April

Außenpolitik I: Konferenz zur Lage in der Straße von Hormus. Mit Keir Starmer, Emmanuel Macron und Friedrich Merz. Paris, 14 Uhr

Außenpolitik II: Julia Klöckner empfängt ihre kirgisische Kollegin Marlen Mamataliev im Bundestag.

Demokratie: Beginn des Global Progressive Mobilisation Congress. Mit Pedro Sánchez und Lars Klingbeil, der von Tim Klüssendorf, Reem Alabali Radovan und Philipp Türmer begleitet wird. Barcelona

18. April

Parteien: Delegiertenversammlung der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik. Mit Bärbel Bas. Dortmund, 10 Uhr

Auszeichnung: Die frühere EU-Kommissarin Margrethe Vestager erhält den Theodor-Heuss-Preis für ihren Einsatz „für eine wehrhafte Demokratie im digitalen Zeitalter“.

19. April

Außenpolitik: Friedrich Merz empfängt den brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva in Hannover. Brasilien ist in diesem Jahr Partnerland der Hannover-Messe.

Medien: Veranstaltung anlässlich des 80-jährigen Jubiläums der Zeit. Mit Ursula von der Leyen und Joschka Fischer. Hamburg, 13 Uhr. Weitere Informationen

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Must-Reads

Handelsblatt: Wie die Mehrwertsteuer sinken könnte. Die Steuer müsste anders als derzeit debattiert nicht steigen – wenn die Politik fragwürdige Ausnahmen streicht, die derzeit gelten. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom BMF noch unter Christian Lindner in Auftrag gegebene Studie des ZEW. Für einen Kaffee mit einem kleinen Schuss Milch fallen demnach 19 Prozent Steuer an, für einen mit viel Milch sieben Prozent. Der ermäßigte Satz gelte zudem für „Eigelb, ausgenommen ungenießbare Eier ohne Schale und ungenießbares Eigelb“. („Mehrwertsteuer senken – statt sie zu erhöhen“)

Welt: Helfen Deutsche Russland bei Sanktionsumgehung? Trotz anderslautender EU-Vorgaben sollen über ein internationales Netzwerk Drohnen-Bauteile ins Land gelangt sein. Die Recherchen dazu würden mutmaßlich auch Verbindungen zu einem Bekannten von Gerhard Schröder nahelegen, schreibt Lennart Pfahler. („Der Schröder-Bekannte und die verborgene Route der Drohnenteile“)

Correctiv: Gesundheitsschädliche Kosmetika trotz Verbot im Handel. Problematische Produkte wie Haargels und Shampoos seien weiter in Deutschland erhältlich, schreiben Annika Joeres und Gesa Steeger. Demnach sind auch bekannte Marken betroffen. In den Artikeln tauchen zum Beispiel die sogenannten Ewigkeitschemikalien (PFAS) und mutmaßlich krebserregende Stoffe auf. Mit dem geplanten Chemie-Omnibus der EU würden weitere Verschlechterungen drohen, so die Autorinnen. („In der Schönheitsfalle: Giftige Kosmetik“)

Nicht überlesen!

Capital: Bund kriegt kein Geld aus Maskenaffäre zurück. Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat ihr Verfahren gegen das Unternehmen Emix eingestellt, es gebe keine Nachweise für Straftaten. Damit sei das Geld endgültig weg, schreibt Thomas Steinmann. Laut des zuständigen Gerichts wurde keine Beschwerde gegen das Urteil eingelegt, also auch nicht von der Bundesregierung. Knapp 750 Millionen Euro zahlte sie 2020 an die Schweizer Firma. („Warken schreibt Millionen aus Spahns Maskengeschäften ab“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Maybrit Illner, 22:15 Uhr: Wolfgang Ischinger, Marina Weisband, Frank Sauer, Wolodymyr Selenskyj (aufgezeichnetes Interview)

Markus Lanz, 23:15 Uhr: Wolfgang Schmidt, Bojan Pancevski, Kerstin Münstermann

phoenix runde, 0 Uhr: Marina Peter, Serap Güler, Klemens Fischer, Christian Schneider

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Christoph Schmid, verteidigungspolitischer Sprecher (SPD): Hormus-Konferenz in Paris

7:15 Uhr: Gabriel Felbermayr, Mitglied des Sachverständigenrats Wirtschaft: Frühjahrstagung von IWF und Weltbank

8:10 Uhr: Christina Jochim, Vorsitzende der Deutschen Psychotherapeuten-Vereinigung: Geplante Honorarkürzung

ZDF

6:35 Uhr: Michael Terhörst, Stelle zur Durchsetzung von Kinderrechten in digitalen Diensten: EU-App zur Altersverifizierung

7:05 Uhr: Heinrich Großbongardt, Luftfahrt-Experte: Entwicklungen bei der Lufthansa und mögliche Kerosin-Knappheit

8:08 Uhr: Adis Ahmetović, außenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: Beratungen über die Sicherung der Straße von Hormus

rbb24–Inforadio

7:05 Uhr: Ephraim Gothe, Bezirksstadtrat (SPD): Zukunft der Friedrichstraße

phoenix

8:30 Uhr: Andreas Reinicke, Direktor des Orient-Instituts: Hormus-Konferenz

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Geburtstage

17. April

Frank Wetzel, Staatssekretär im BMWE, 61

Kathrin Michel, MdB (SPD) und Co-Landesvorsitzende in Sachsen, 63

Peter Aumer, MdB (CSU), 50

Alaa Alhamwi, MdB (Grüne), 42

18. April

Ina Lepel, Botschafterin in Pakistan, 64

Gabriela Heinrich, MdB (SPD), 63

Christian Dürr, Bundesvorsitzender der FDP, 49

Gerald Heere, Finanzminister von Niedersachsen (Grüne), 47

19. April

Dorothee Bär, Bundesforschungsministerin (CSU), 48

Heidi Reichinnek, Co-Fraktionsvorsitzende (Linke), 38

Max Lucks, MdB (Grüne), 29

Oliver Welke, Satiriker, 60

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute zum Fußball. Wie das Spiel zwischen Bayern und Real Madrid am Mittwoch zeigte, sorgen Schiedsrichter-Entscheidungen immer wieder für Aufregung. Die Macher dieser Doku-Reihe haben zwei deutsche Schiedsrichter sowie eine Schiedsrichterin eine Saison lang begleitet und sind nah dran: Man sieht und hört, was sie während des Spiels mit den Mannschaften besprechen – und wie sie mit dem Druck auf und neben dem Feld umgehen. Die permanente Beobachtung durch Fans, Vereinsführungen und Medien hinterlässt ihre Spuren – und äußert sich nicht nur in Shitstorms, sondern manchmal sogar in Morddrohungen. Dazu kommen Sexismus und andere Arten von psychischer und physischer Gewalt. Okan Bellikli

Tom Ockers: Unparteiisch – Deutschlands Elite-Schiedsrichter | ARD

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Laura Block, Frederik Bombosch, Stefan Braun, Michael Bröcker, Helene Bubrowski, Damir Fras, Daniel Friesen, Franziska Klemenz, Malte Kreutzfeldt, Vincent Mikoteit, Leonard Schulz, Sven Siebert, Britta Weppner und Marc Winkelmann mitgewirkt.

Der Berlin.Table ist das Late-Night-Briefing für die Table.Media-Community. Wenn Ihnen der Berlin.Table gefällt, empfehlen Sie uns bitte weiter. Wenn Ihnen diese Mail weitergeleitet wurde: Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

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