Berlin.Table – Ausgabe 800

Mögliche Energiepreisbremsen + Russlands Gas + Satellitenprojekt der Bundeswehr

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Talk of the Town

Teurer Sprit: Wie die Regierung dem Energiepreisschock begegnen könnte

Die Bundesregierung steht unter Druck. Die Spritpreise steigen. Bislang kursiert eine ganze Reihe von Vorschlägen für Entlastungen – sowohl von Unions- als auch von SPD-Seite. Nur ist nach wie vor unklar, wo sich die Koalition am Ende einigt – und wie ein mögliches Entlastungspaket finanziert werden soll. Nun will die von der Regierung eingesetzte Task Force es konkret machen.

Wie sich die Preise für Diesel und Super E10 seit Herbst entwickelt haben

„Wir werden uns bis Freitag die Prüfaufträge zuarbeiten lassen“, sagt Unions-Fraktionsvize Sepp Müller im Podcast Table.Today. Im Gespräch seien unter anderem eine Übergewinnsteuer, eine Entlastung über die Kfz-Steuer, eine Energiesteuersenkung, eine Erhöhung der Pendlerpauschale oder das Hochfahren von Kohlekraftwerken, um Gas zu sparen. Insgesamt seien es sieben Prüfaufträge, so Müller. Am Wochenende vor der nächsten Sitzungswoche wollen sich die Mitglieder der Taskforce alles anschauen und bewerten. Müller, der der Arbeitsgruppe mit vorsitzt, weist auch darauf hin, dass sich die Lage im Iran noch einmal verändert habe. „Wir haben jetzt einen Zehn-Punkte-Plan vom Iran vorliegen, der unter anderem ankündigt, auch wenn der Krieg vorbei ist, sollen weiterhin Zölle genommen werden, wenn Schiffe die Straße von Hormus passieren.“ Die Energiepreise könnten also weiterhin hoch bleiben.

Die Entlastungen müssten deshalb zielgerichtet sein, so Müller. Man müsse klar sagen: „Wir werden nicht alle gleich entlasten können.“ Vorschläge müssten daran gemessen werden, ob sie kleine und mittlere Einkommen entlasten oder zumindest die Belastung abfedern können, erklärt der CDU-Politiker. „Ein Bundestagsabgeordneter und ein Porschefahrer brauchen keine Entlastung.“ Das ganze Gespräch mit Müller hören Sie ab 5 Uhr hier.

Auch im von Katherina Reiche geführten Wirtschaftsministerium ist man skeptisch, wenn es um Entlastungen für die Allgemeinheit geht. In einem internen Papier des BMWE, über das zuerst die Nachrichtenagentur dts berichtet hatte und das Table.Briefings vorliegt, werden für die meisten der diskutierten Vorschläge mehr Contra- als Pro-Argumente genannt. Die häufigsten Gründe sind dabei eine „ungezielte Entlastungswirkung” und das Untergraben von Preissignalen. Diese sprechen aus Sicht des BMWE gegen einen Tankrabatt, also eine temporäre Absenkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel, ebenso wie gegen ein Aussetzen des nationalen CO2-Handels, eine Entlastung bei der Kfz-Steuer und eine temporäre Absenkung der LKW-Maut. Einen Preisdeckel, für den sich am Dienstag im Deutschlandfunk der SPD-Energiepolitiker Sebastian Roloff ausgesprochen hatte, sieht Reiches Haus skeptisch, weil dieser Einsparanreize massiv untergraben und hohe Kosten bedeuten würde, wenn die Mineralölunternehmen dadurch Verluste machen, die der Staat ausgleichen müsste.

Besser beurteilt das BMWE eine temporäre Erhöhung der Pendlerpauschale. Zwar würde diese erst mit Verzögerung bei der Steuererklärung im nächsten Jahr wirken, aber dabei würden die Preissignale erhalten und gezielt Berufspendler entlastet – wobei davon vor allem Gutverdienende mit entsprechend hohen Steuersätzen profitieren. Auch eine regional gestaffelte Auszahlung eines Energiegelds sieht das BMWE eher positiv, weil dabei Einsparanreize erhalten bleiben und die Entlastung abhängig von Einkommen und Wohnort gestaffelt werden könnte. Allerdings wäre eine solche Lösung mit großem Aufwand verbunden. Und während die Union ein Tempolimit bisher ablehnt, wird dies im BMWE-Papier eher positiv beurteilt. Die Vorschläge der Internationale Energieagentur, zu denen ein Tempolimit gehört, brächten eine „gezielte Entlastungswirkung für Bedürftige“ und unterstützten die „Abkehr von fossilen Importen“, heißt es. Und im Gegensatz zu den meisten anderen Vorschlägen würde ein Tempolimit kein Geld kosten.

Wie andere Entlastungen finanziert werden sollen, ist derweil offen. Die potenziellen Kosten sind hoch: Ein Tankrabatt wie 2022 würde pro Monat über eine Milliarde Euro kosten, eine Energiepreispauschale bei ähnlicher Ausgestaltung wie 2022 rund 20 Milliarden Euro. Eine Erhöhung der Pendlerpauschale um 8 auf 45 Cent pro Kilometer, wie sie SPD-Mann Roloff vorgeschlagen hat, würde zu Mindereinnahmen von rund 1,6 Milliarden Euro pro Jahr führen.

Sich auf das Wirtschaftswachstum zu verlassen, wird nicht reichen. Erst recht nicht, nachdem die Konjunkturprognose aufgrund des „Energieschocks“ für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigiert wurde. Das erwartete Wachstum liegt nur noch bei 0,6 statt 1,3 Prozent. So bleiben mögliche Sparmaßnahmen oder Mehreinnahmen an anderer Stelle. Denkbar ist, dass die Regierung dabei auf die Mehrwertsteuererhöhung setzt, die auch zur Gegenfinanzierung möglicher Entlastungen bei der Einkommensteuer im Gespräch ist.

Das Gedankenspiel: Eine Anhebung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 21 Prozent. Das würde laut BMF zu Mehreinnahmen von 31 Milliarden Euro führen. Nur würden Entlastungen bei der Einkommensteuer oder beim fossilen Sprit damit durch Belastungen an anderer Stelle finanziert. Sowohl in der Union als auch in der SPD gibt es deshalb Kritiker. Befürworter schlagen deshalb vor, gleichzeitig den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent auf 5 Prozent zu senken, was Entlastungen von knapp 7 Milliarden Euro brächte. In der Summe entstünden immer noch Mehreinnahmen, die Belastung wäre jedoch gerade für jene, bei denen ein größerer Teil der Ausgaben auf Lebensmittel entfällt, geringer.

CDU-Fraktionsvize Müller fordert stattdessen, dass der Staat bei sich selbst anfängt und schlägt die Abschaffung eines bundeseigenen Unternehmens vor. „Wir sollten unsere Hausaufgaben selbst machen und diese Hausaufgeben selbst heißt, der Staat muss schlanker werden.“ Das gelte sowohl für Personal- als auch für Sachkosten. Erst, wenn es danach immer noch eine Differenz gebe, dürfe über andere Maßnahmen nachgedacht werden. Müller schlägt dafür vor, die Dena abzuschaffen. In der Energie Agentur säßen fast 700 Personen, die den Ministerien zuarbeiten, das brauche es nicht. „Wir haben die Expertise in den Ministerien sitzen.“ Einschnitte in der Größenordnung seien notwendig, um finanziellen Spielraum auf anderer Seite zu schaffen.

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News

Energieimporte: USA und Russland profitieren von Europas Abhängigkeit. Die USA und Russland haben im ersten Quartal dieses Jahres so viel Flüssiggas nach Europa exportiert, wie nie zuvor im vergleichbaren Zeitraum. Wie neue Daten des Thinktanks Bruegel zeigen, stiegen LNG-Exporte beider Länder besonders im März auf Rekordniveaus: Die USA lieferten 8,27 Milliarden Kubikmeter, Russland 2,46 Milliarden Kubikmeter nach Europa. Hauptabnehmer für russisches LNG sind Häfen in Belgien, Frankreich, die Niederlande und Spanien, verarbeitet und konsumiert wird das Gas aber auch in Deutschland. Welche Rolle Europa damit für die Finanzierung des russischen Krieges gegen die Ukraine spielt, lesen Sie im Security.Table hier. Viktor Funk

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Thomas Koch über eine gute Entwicklung der Leitmedien. Table.Forum

Satellitenprojekt der Bundeswehr: Großkonsortium formiert sich – Mittelstand warnt vor eingeschränktem Wettbewerb. Die Pläne der Bundeswehr für das Milliardenprogramm SatcomBw 4 sorgen für Spannungen in der Raumfahrtbranche. Während Airbus, OHB und Rheinmetall ein Großkonsortium vorbereiten, warnen Mittelständler vor einem Verfahren, das Geschwindigkeit verspricht, aber Wettbewerb und Resilienz schwächen könnte. Die sogenannte LEO‑Konstellation aus vielen kleinen Satelliten in niedriger Umlaufbahn (Low Earth Orbit – LEO) soll sicherheitspolitische Abhängigkeiten verringern. Nun wird sie selbst zum Testfall industrieller Souveränität.

Das Projekt SatcomBw 4 umfasst mehrere hundert Kleinsatelliten und rund zehn Milliarden Euro. Die Bundeswehr hält eine Anfangsbefähigung bis 2029 für realistisch. Dies gelte, „wenn wir industriell produzieren, also Satelliten und Launcher am Fließband herstellen“, sagt General Michael Traut. Airbus verweist auf OneWeb-Erfahrung und kündigt ein technologisch führendes Angebot an. OHB und Rheinmetall schweigen.

Aus dem Mittelstand kommen deutliche Warnungen. „Große Lose bevorzugen große Primes, nicht zwingend die beste Technologie“, sagt Tom Segert, CEO bei Berlin Space Technologies. Ein weiterer Unternehmer kritisiert fehlenden Austausch. HPS‑Chef Ernst K. Pfeiffer fordert einen „Pitching‑Day“ und warnt, dass große Systemverträge stark von nicht-deutschen Zulieferern geprägt sein könnten. Warum Traut zwar betont, dass kleine und mittelständische Unternehmen beteiligt werden sollten, aber dennoch auf Zeitdruck verweist, lesen Sie im Space.Table. Nicola Kuhrt, Ralf Nestler, Wilhelmine Steglin

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Wir sind die Arztpraxis-am-Leben-halten-Versicherung. Obwohl nur 10 Prozent aller Vollversicherten in Deutschland Privatpatienten sind, tragen sie mehr als 20 Prozent zum Umsatz von Arztpraxen bei. Das sind im Schnitt über 82.000 Euro pro Jahr zusätzlich für alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Praxen auf dem Land profitieren dabei besonders stark von Privatpatienten. (mehr auf pkv.de)

Wahlen in Ungarn: Wie der US-Vizepräsident Orbán unterstützt. J. D. Vance hat einen Auftritt in Budapest an der Seite von Viktor Orbán für scharfe Attacken Richtung Brüssel genutzt. Der US-Vizepräsident warf Brüssel Einflussnahme auf Ungarns Parlamentswahlen vor. Donald Trump habe ihn auch deshalb nach Budapest geschickt, „weil wir der Meinung sind, dass die Einmischung der Bürokratie in Brüssel wirklich skandalös war“. Er werde den Menschen in Ungarn nicht sagen, wie sie zu wählen hätten, sagte Vance. Und betonte gleichzeitig, dass er gekommen sei, um Orbán im Endspurt vor den Wahlen am Sonntag zu unterstützen.

Vance präsentierte Orbán und Donald Trump als Brüder im Geiste: Ungarn und die USA verkörperten unter Orbáns und Trumps Führung die Verteidigung der westlichen Zivilisation, sagte der Vizepräsident. Man sei bei den Themen Migration, „Gender-Ideologie“, Familienpolitik und globale Sicherheit im engen Austausch. Es gehe darum, dass Kinder zur Schule gehen und eine Ausbildung erhalten. Stattdessen würden sie „indoktriniert“. Vance bekräftigte auch seine Kritik an Europas Regeln für die Digitalkonzerne. Weshalb die Wahlkampfhilfe des US-Vize Orbáns Siegeschancen nicht erhöhen dürfte, lesen Sie im Europe.Table. Stephan Israel

Table.Today. "Kann Viktor Orbán sich noch an der Macht halten?"
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Einladung: Klimaschutz und Nachhaltigkeit - Standortvorteil oder Wettbewerbsnachteil? 16. April 12:00-13:15 Uhr Table.Briefings Café & digital. Kostenlos anmelden

Artemis 2: Astronauten haben den Mond umrundet. Die vierköpfige Crew hat am Montagabend (deutscher Zeit) den erdfernsten Punkt erreicht und befindet sich nun auf dem Rückweg. Wie die Nasa mitteilt, haben die US-Amerikaner Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und der Kanadier Jeremy Hansen einen neuen Rekord aufgestellt: Sie waren mit 406.771 Kilometern weiter von der Erde entfernt als je ein Mensch zuvor. Während sie die Rückseite des Mondes passierten, machten sie Fotos und beschrieben Merkmale wie Einschlagkrater und erstarrte Lavaflüsse. Für rund 40 Minuten brach wie erwartet der Funkkontakt zu Erde ab.

Die Landung wird für Freitagmorgen erwartet. Nach gegenwärtigen Berechnungen wird die Crew um 2:07 (MESZ) vor der Küste von San Diego im Pazifik wassern. Wie das in Bremen gebaute Modul zum bisherigen Erfolg des Fluges beitrug und welche künftigen Missionen damit möglich sind, lesen Sie im Space.Table. Ralf Nestler

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Reservedienst: Bundeswehrverband gegen Freiwilligkeitsprinzip. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, André Wüstner, fordert die Abschaffung des sogenannten doppelten Freiwilligkeitsprinzips. Dessen Wegfall würde bedeuten, dass Reservistinnen und Reservisten mehrere Wochen im Jahr zum Militärdienst verpflichtet werden könnten. Zudem müssten Arbeitgeber ihre Mitarbeiter freistellen. Um die Reserve in Übung zu halten, könne es nicht mehr bei der Freiwilligkeit bleiben, sagte Wüstner Table.Briefings. Die Bundeswehr soll bis 2035 auf mindestens 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten anwachsen, die von 200.000 Reservisten unterstützt werden. Warum das Thema zu Spannungen zwischen Union und SPD führen könnte und warum es in der Wirtschaft für Aufsehen sorgt, lesen Sie im Security.Table. Wilhelmine Stenglin

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Innovative Industrie: Wie China Europa abhängt. Beim Innovationstempo öffnet die Schere zwischen China und Europa immer weiter. Das zeigt das Industrie-4.0-Barometer der Unternehmensberatung MHP. Während der strategische Fokus in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH-Region) weiter auf der defensiven Erhöhung der Wirtschaftlichkeit liegt, also auf Effizienz und Kostensenkung, wird in China konsequent digitalisiert. Neun von zehn Unternehmen beschäftigen einen Chief Information Officer, der die digitale Infrastruktur strategisch plant. In 71 Prozent der chinesischen Unternehmen sind KI-Lösungen vollständig oder partiell fest im Produktionsalltag verankert. In den drei europäischen Ländern liegt dieser Wert bei gerade einmal 37 Prozent. Wo im DACH-Raum Wettbewerbsvorteile schlummern, lesen Sie im China.Table. Christian Domke Seidel

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Reform für stärkere Arbeitsanreize: Singles drohen Nachteile. Die Regierung setzt darauf, dass Grundsicherungsempfänger mehr arbeiten, wenn sie von dem verdienten Geld mehr behalten dürfen. Dazu müssten die sogenannten Transferentzugsraten sinken. Die Ökonomin Irene Becker zeigt in einer Modellrechnung, dass die Vorschläge der Sozialstaatskommission bei alleinstehenden Leistungsbeziehern allerdings zu Kürzungen führen könnten, während Familien eher profitieren. Alleinstehende arbeiten häufig in Neben- oder Minijobs und dürften, wenn die Vorschläge eins zu eins umgesetzt werden, von diesem niedrigen Einkommen künftig weniger behalten. Bisher werden die ersten 100 Euro nicht von der Grundsicherung abgezogen. Künftig sollen es nur noch 50 Euro sein.

Bei Singles endet der Anspruch auf Grundsicherung bei steigendem Einkommen früher als bei Haushalten mit Kindern. Die Einkommensgrenze, ab der sie insgesamt mehr Geld behalten könnten als heute, wäre bei einer Reform zum Teil deutlich höher. In ihrem Bericht geht die Kommission auch selbst auf das von der Ökonomin beschriebene Problem ein: Um „systematische Schlechterstellungen“ zu vermeiden, plädiert sie für eine Differenzierung dieser Entzugsraten nach Haushaltstypen. So soll erreicht werden, dass Erwerbsanreize für die jeweiligen Gruppen „zielgenau“ sind. Okan Bellikli

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Unternehmen: Deutschland könnte dieses Jahr bis zu zehn Börsengänge erleben. Die Vorbereitungen laufen: TK Elevator prüft eine Emission bei bis zu 25 Milliarden Euro Bewertung, der Panzerhersteller KNDS plant ein Doppellisting in Frankfurt und Paris bei rund 20 Milliarden Euro, Mobile.de wurde auf zehn Milliarden Euro taxiert. Im zweiten Quartal könnte der – deutlich kleinere – Industrie- und Rüstungszulieferer Electrovac folgen.

Rüstung dominiert das erste Quartal – aber das Bild wird breiter. Zwei von drei Börsengängen in diesem Jahr kamen aus dem Verteidigungssektor, das Gesamtemissionsvolumen lag bei 678 Millionen Euro. Das KI-Startup DeepL aus Köln, der Mobilitätsanbieter Flix und die Fintechs Bitpanda, Sumup und Raisin stehen auch auf den Watchlisten der Analysten.

US-Mega-IPOs könnten europäischen Kandidaten zusätzlichen Auftrieb geben. SpaceX strebt eine Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar an, die KI-Anbieter OpenAI und Anthropic wollen ebenfalls an die Börse. Vor welchen Hürden der IPO-Markt derzeit noch steht und welche Kennzahlen den Kapitalmarkt gerade prägen, lesen Sie im CEO.Table. Alex Hofmann

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Einladung: Von Daten zu Taten: Umsetzung von Schüler-ID und evidenzbasierter Bildungspolitik. 15. April 17-18 Uhr im Livestream des Bitkom. Kostenlos anmelden

Table.Documents

Heads

Christian Schwarz-Schilling war 1982 bis 1992 Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen und ist am Montag im Alter von 95 gestorben. Der hessische CDU-Politiker führte das Kabelfernsehen ein, erlaubte das Privatfernsehen und startete die Privatisierung der Bundespost. (hr)

Georg Heil soll Chefredakteur des RBB werden. Das berichten sowohl Business Insider als auch der Tagesspiegel, eine offizielle Bestätigung gibt es noch nicht. Der Bruder des früheren Arbeitsministers Hubertus Heil ist derzeit Redaktionsleiter des ARD-Politikmagazins Kontraste. (Tagesspiegel)

Tobias Bacherle, bis 2025 Bundestagsabgeordneter der Grünen, übernimmt die Deutschlandleitung des Future of Technology Institute. Der Thinktank setzt sich für digitale Souveränität und wurde in Großbritannien von Cori Crider gegründet, die durch Klagen gegen den Einsatz von Palantir im Gesundheitssystem bekannt wurde. Nun expandiert er nach Deutschland und Frankreich. Bacherle, der im im Digitalausschuss saß, sagte: „Wir entwickeln Marktreformen, setzen uns für deren Durchsetzung ein und unterstützen und stärken glaubwürdige Herausforderer und Anbieter europäischer, disruptiver Lösungen.“ Leonard Schulz

Fabian Platzen, General Manager Deutschland beim deutsch-britischen KMU-Finanzierer Iwoca, sagte Table.Briefings, derzeit würden viele Unternehmen größere Lagerbestände vorfinanzieren oder Liquiditätsspitzen überbrücken. Betriebe hielten ihre Lager häufiger gut gefüllt, um Risiken in Lieferketten und Beschaffung abzufedern. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage sei der Finanzierungsbedarf im Mittelstand weiter hoch. Wie Platzen Iwoca im deutschen Markt positioniert, lesen Sie im CEO.Table. Alexander Wiedmann

Daniel Magel ist Pädagoge und Geschäftsführer des Bremer Sozialunternehmens Hood Training. Er hat ein Konzept entworfen, das Sport mit sozialem Lernen und Persönlichkeitsentwicklung verbindet. Seit 2008 arbeitet Magel regelmäßig mit Grundschulen zusammen, seit gut drei Jahren richtet sich das Angebot auch an Kindertagesstätten. Die strukturierten Kampf- und Bewegungsspiele richten sich vor allem an Kinder, die Schwierigkeiten mit Impulskontrolle oder Aggression haben. Mehr über Magels Ansatz und wie es ihm gelingt, Kindern Respekt und Verantwortung beizubringen, lesen Sie im Bildung.Table. Vera Kraft

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Best of Table

ESG.Table: Stahlhersteller in Japan und Südkorea verschleppen die Dekarbonisierung. Aus Sicht der NGO Steelwatch schneiden die großen Konzerne im globalen Transformationsvergleich besonders schlecht ab. Warum die Strategien von Nippon Steel und Hyundai Steel auch zentral für die Dekarbonisierung der US-Stahlbranche sind, lesen sie hier.

ESG.Table: Materialsubstitution ist kein Allheilmittel. Wenn Rohstoffe knapp oder sehr umweltschädlich sind, sollte man sie ersetzen, sagt der Europäische Rechnungshof. Am Beispiel von Batterien zeigt sich jedoch, dass das nicht unbedingt zu mehr Nachhaltigkeit oder Unabhängigkeit führt. Warum, lesen Sie hier.

CEO.Table: Simple Sätze wirken in Politik und Wirtschaft. Kommunikationsexperte Benedikt Göttert rät CEOs zu „memetischen Sätzen“: Nicht viel erklären, aber ein Narrativ transportieren und gern wiederholen. Kennedys „Ich bin ein Berliner“ sei ein gutes Beispiel. Wie so etwas im Unternehmensalltag klingt, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Mobilität im ländlichen Raum als Herausforderung. Azubis kämpfen hier mit weiten Wegen zur Berufsschule oder zum Ausbildungsbetrieb. Welche Vorschläge es gibt, um die Lage zu verbessern, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Was das Startchancen-Programm der Berufsvorbereitung bringt. Ein kleiner Teil der Mittel fließt in berufliche Schulen. Ein Blick in einzelne von ihnen zeigt, welche Verbesserungen möglich sind – und worauf es dabei ankommt. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Space.Table: Planet Labs sucht Fachleute in Berlin. Die Satellitenfirma steht derzeit im Fokus, weil sie einer US-Anordnung nachkam, keine Aufnahmen mehr aus denen vom Iran-Krieg betroffenen Gebieten zu veröffentlichen. Wie die Firma ihre Produktionskapazitäten für die „Pelican“-Flotte verdoppeln will, lesen Sie hier.

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Time.Table

Außenpolitik I: Mark Rutte beginnt seine fünftägige USA-Reise und trifft sich mit Donald Trump, Marco Rubio und Pete Hegseth. Washington. Mehr Informationen

Außenpolitik II: Julia Klöckner reist nach Estland. Thema sind die Bereiche Digitalisierung und Cybersicherheit sowie die sicherheitspolitische Lage in der Region, etwa mit Blick auf den Krieg in der Ukraine.

Handel: Online-Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung: Zwischen Freihandel und Nachhaltigkeit – Das Mercosur-Abkommen auf dem Prüfstand. Mit Bernd Lange (SPD), Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament. 18:30 Uhr. Anmeldung

Wirtschaft: Die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste stellt ein Rechtsgutachten zum Thema Bargeld zwischen Grundrecht, Verbraucherschutz und digitalem Wandel vor. Haus der Bundespressekonferenz, 18:30 Uhr. Livestream

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Must-Reads

Spiegel: Isabella Weber fordert Eingriffe in Preise. Es sei die Aufgabe des Staates, eine „Versicherung“ gegen die Folgen eines völkerrechtswidrigen Angriffskriegs zu gewähren, so die Ökonomin. Etwa die Hälfte der Deutschen habe keine Ersparnisse, um auf die anstehenden Preissteigerungen – von Dünger bis Computerchips – zu reagieren. Auch in der Schweiz gebe es umfangreiche „Preisstabilisierungsmechanismen“ für die wichtigsten Güter, etwa für Lebensmittel und die Bahn. („‚Auf uns rollen riesige ‚Preissteigerungen zu‘“)

SZ: Berlin will Hunderte indische Studierende ausweisen. Viele haben einen Bescheid des Landesamts für Einwanderung (LEA) erhalten, der sie zur freiwilligen Ausreise auffordert und mit Abschiebung droht. Fast alle Betroffenen sind an einer bestimmten privaten Hochschule eingeschrieben. Die gewählten Studiengänge erforderten nicht zwingend einen Aufenthalt in Deutschland, so die Behörde. Zudem gebe es angesichts der hohen Studiengebühren Zweifel, ob die Personen ihren Lebensunterhalt eigenständig sichern können. („Studierende aus Indien sollen gehen“)

Tagesspiegel: Bundesratsinitiative für mehr Kartenzahlung. Berlin will erreichen, dass Geschäfte nicht mehr nur Barzahlung anbieten. Das soll nicht nur Kunden das Einkaufen erleichtern, sondern auch mehr Wettbewerb bringen und gegen Steuerhinterziehung helfen. Zudem will der Senat Druck auf den Bund ausüben – im Koalitionsvertrag ist die schrittweise Einführung mindestens einer digitalen Zahlungsoption angekündigt. („Schwarz-Rot will Geschäften Kartenzahlung vorschreiben“)

Zeit: Lang plädiert für mehr innerparteiliche Pluralität. Ricarda Lang sieht die Wahlerfolge von Cem Özdemir und Dominik Krause als Zeichen, dass die Grünen mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten punkten können. „Wir müssen uns fragen: Wie kriegen wir es hin, dass sich Charaktere entwickeln und nach außen wirken können?“, sagte Lang. Ihre Partei verbringe „bisweilen viel Zeit damit, einen Kompromiss zu suchen, in dem sich alle wiederfinden – außer die Menschen da draußen“. Ob sie selbst wieder für ein Spitzenamt kandidieren will, ließ sie offen. („,Auf eines haben die Menschen so gar keinen Bock: Parteisoldaten‘“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Markus Lanz, 23:15 Uhr: Alexander Hoffmann, Elmar Theveßen, Diba Mirzaei, Peter Neumann, Ibrahim Naber

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Carlo Masala, Militärexperte: Ablauf des Trump-Ultimatums zum Iran

7:15 Uhr: Siemtje Möller, SPD-Fraktionsvize für Außen- und Verteidigungspolitik: Meldepflicht bei längeren Auslandsaufenthalten durch Wehrdienstgesetz

8:10 Uhr: Henning Höne, FDP-Vorsitzender in NRW: Kandidatur für FDP-Bundesvorsitz

ARD

6:35 Uhr: Mareike Boccola, mittelständische Unternehmerin: Reformdebatte

7:15 Uhr: Reza Asghari, MdB (CDU): Ablauf des Trump-Ultimatums zum Iran

rbb24–Inforadio

7:05 Uhr: Parsa Marvi, MdB (SPD): Lage im Iran

7:25 Uhr: Hannes Schammann, Politikwissenschaftler: EU-Gipfel/Migrationspolitik

9:05 Uhr: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ehemalige Bundesjustizministerin (FDP): 50 Jahre Reform des Ehe- und Familienrechts

Phoenix

9:05 Uhr: Sara Nanni, sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen: Lage in Nahost

RTL/ntv

7:30 Uhr: Ralf Stegner, SPD-Außenpolitiker: Lage im Iran, das transatlantische Verhältnis und wirtschaftliche Entlastungen

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Geburtstage von morgen

Siegfried Walch, MdB (CSU), 42

Stella Merendino, MdB (Linke), 32

Karl Henning Bald, Abteilungsleiter Haushalt im BMVg, 67

Christian Heldt, AA-Sonderbeauftragter für Beziehungen zu jüdischen Organisationen, 63

Maximilian Strautmann, Landesvorsitzender der Grünen in Niedersachsen, 28

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute auf die Spur von Datenhändlern. Gefeit ist vor ihnen fast niemand. Apps erbitten eine Standortfreigabe, tracken jeden Schritt und verdienen mit diesen Daten Vermögen. Eine so schockierende wie erhellende Recherche von BR und Netzpolitik.org zeigt die Folgen: eine Exiljournalistin, verfolgt von ägyptischen Geheimdiensten; ein potenzieller NSA-Mitarbeiter, dessen Besuche in Botschaften und auf Truppenübungsplätzen einsehbar sind. Stalker könnten die Spazierrouten von Frauen erfahren, um ihnen aufzulauern. Der Weitergabe verdächtig sind reihenweise Unternehmen, von Wetter-Seiten bis Kleinanzeigen-Anbieter. Franziska Klemenz

Gefährliche Apps: Im Netz der Datenhändler | BR

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Stefan Braun, Christian Domke Seidel, Damir Fras, Daniel Friesen, Viktor Funk, Alex Hofmann, Stephan Israel, Franziska Klemenz, Vera Kraft, Malte Kreutzfeldt, Nicola Kuhrt, Vincent Mikoteit, Ralf Nestler, Leonard Schulz, Sven Siebert, Sara Sievert und Wilhelmine Stenglin mitgewirkt.

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