Berlin.Table – Ausgabe 796

Rückführung von Syrern + Orbáns Angstkampagne + AOK-Chefin im Interview

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Talk of the Town

Syrer in Deutschland: Warum Rückführungen in großem Stil derzeit wenig realistisch sind

Der Kanzler musste seine Aussage über die Rückführung von Syrern im großen Stil am Dienstag klarstellen. Tags zuvor hatte Friedrich Merz bei einer Pressekonferenz mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa wörtlich erklärt: „In der längeren Perspektive der nächsten drei Jahre, das sind auch, ist der Wunsch von Präsident Scharaa gewesen, sollen rund 80 Prozent der in Deutschland jetzt sich aufhaltenden Syrerinnen und Syrer zurück in ihr Heimatland kehren.“ Am Dienstag sagt Merz nun, dass diese Zielmarke nicht von ihm stamme, sondern vom syrischen Präsidenten. „Wir haben diese Zahl zur Kenntnis genommen, sind uns aber der Dimension der Aufgabe bewusst.“

Merz hatte mit seiner Aussage zuvor nicht nur beim Koalitionspartner, sondern auch in den eigenen Reihen für Irritation gesorgt. Politische Forderungen müssten immer auf realistischen Annahmen beruhen, sagt die SPD-Bundestagsabgeordnete Rasha Nasr Table.Briefings. „Es ist nicht zielführend, konkrete Prozentzahlen in den Raum zu stellen, ohne die tatsächliche Lage in Syrien, die Integrationsrealität in Deutschland und auch die Situation auf unserem Arbeitsmarkt zu berücksichtigen.“

Auch in der Union zeigt sich so mancher verwundert, wenngleich hinter vorgehaltener Hand. Man habe sich eigentlich darauf geeinigt, keine zu hohen Erwartungen wecken zu wollen, kritisiert ein CDU-Politiker. In der Regierung stellt man sich zwar öffentlich hinter Merz. So sagt Außenminister Johann Wadephul, der Kanzler habe lediglich das Ziel der Bundesregierung beschrieben. Gleichwohl: Merz’ Aussage sei überraschend gewesen, wie Table.Briefings aus Regierungskreisen erfuhr.

Zumal Al-Scharaa am Montag auf einem Wirtschaftsforum im Auswärtigen Amt nicht von massenhafter Rückkehr gesprochen hatte. Er hob vielmehr hervor, dass Deutschland das Land mit der größten syrischen Diaspora sei, in dem viele seiner Landsleute in Ausbildung und Studium herausragende Fähigkeiten erworben hätten. Er wünsche sich, dass deutsche Firmen das Potenzial nutzten, um „diese Expertise nach Syrien zu tragen“. Vertreter von mehr als 40 deutschen Firmen nahmen an dem Runden Tisch im AA teil. Siemens Energy und Knauf kündigten bereits an, sich in Syrien wirtschaftlich zu engagieren – im Energie- und Bausektor.

Einer massenhaften – unfreiwilligen – Rückkehr stehen auch rechtliche Gründe entgegen. Von den 1,2 Millionen nach Deutschland geflüchteten Syrerinnen und Syrern besitzen rund 250.000 die deutsche Staatsbürgerschaft. Etwa 70.000 verfügen über eine unbefristete Niederlassungserlaubnis. Selbst wenn das Bamf den rund 700.000 anerkannten Geflüchteten sowie weiteren 100.000 Personen, die das Asylverfahren schon hinter sich haben, den Aufenthaltstitel aber noch vor sich, nun den Schutz entzöge: Sie hätten Anspruch auf einen anderweitigen Titel – als Fachkraft, Student oder Lehrling. Und sie hätten Anspruch auf eine Einzelfallprüfung – ein Prozess, der sich über Jahre ziehen kann.

Herbert Brücker vom IAB verweist neben dem drohenden Verlust von „systemrelevanten“ Arbeitskräften auf ein gesellschaftliches Problem. Es sei „Gift für die Integration“, wenn Syrer und potenzielle Arbeitgeber jahrelang in Ungewissheit verharren müssen. Unternehmen würden kaum jemanden einstellen, dessen Rechtsstatus unklar sei. Betroffene selbst würden weniger Zeit in den Spracherwerb investieren, wenn sie nicht wissen, ob sie bleiben. Bei einem Großteil der Menschen werde das am Ende aber doch der Fall sein, glaubt der Migrationsexperte. Deutschland schade sich selbst, wenn es die Integration behindere.

Trotz neuem Ansprechpartner in Syrien droht der Rückführungsprozess also kompliziert und langwierig zu werden. Für eine Rückkehr müssen humanitäre Mindeststandards erfüllt sein. Merz sprach zwar von einem „neuen Syrien“, doch Außenminister Wadephul hatte noch vor wenigen Monaten bei einem Besuch in dem Land erklärt, wie desolat die Lage knapp anderthalb Jahre nach dem Sturz von Baschar al-Assad sei. Nach Angaben der Vereinten Nationen leben 90 Prozent der Bevölkerung in Armut, etwa 70 Prozent sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Table.Today. "Können wir im großen Stil nach Syrien abschieben?"

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News

Wahlen in Ungarn: Weshalb Orbán wieder auf eine Angstkampagne setzt. „Sie sind gefährlich“, heißt es auf Wahlplakaten, auf denen neben Oppositionsführer Péter Magyar von der Tisza-Partei auch Wolodymyr Selenskyj zu sehen ist. Ungarns Regierungschef Viktor Orbán hat in den 16 Jahren im Amt seine Wähler mit wechselnden Feindbildern mobilisiert – und macht es jetzt wieder. Zuerst war es der IWF, später während der Migrationskrise waren es George Soros und Jean-Claude Juncker – und nun der Präsident der Ukraine. Orbáns Nervosität scheint diesmal begründet. In unabhängigen Umfragen liegt der Amtsinhaber seit Wochen hinter seinem Herausforderer Magyar zurück.

Magyars wichtigstes Wahlversprechen ist der Kampf gegen die Korruption. Orbán habe Ungarn zum ärmsten und korruptesten Land in der EU gemacht, sagt er. Bei anderen Fragen wie der Position zur Unterstützung der Ukraine oder einer EU-Mitgliedschaft des Nachbarlandes bleibt der Tisza-Spitzenkandidat vage, um keine Wähler zu verschrecken. Wie der Endspurt vor den Parlamentswahlen am 12. April verläuft und weshalb genaue Prognosen schwierig sind, lesen Sie im Europe Table. Stephan Israel

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500.000 zusätzliche Lkw über die Alpen. Rettet den kombinierten Verkehr. Hupac

- Sponsor: Initiative "Rettet den Kombinierten Verkehr", getragen von 1) Kombiverkehr KG, 2) Hupac SA, 3) TX Logistik AG
- Kontrolliert von: 1) Kombiverkehr KG, 2) Hupac SA, 3) TX Logistik AG
- Im Zusammenhang mit: Rahmenbedingungen für den Kombinierten Verkehr; Deutschland, national

Transparenzbekanntmachung

Sozialversicherungspflicht: BMAS plant neue Form der Selbstständigkeit. Als Reaktion auf ein Gerichtsurteil, das zu Unsicherheit bei Auftraggebern und Auftragnehmern führte, plant die Regierung nun eine Gesetzesänderung. Dabei geht es um die Frage, ab wann jemand sozialversicherungspflichtig angestellt werden muss, um eine Scheinselbstständigkeit zu vermeiden. Eine neue Form von selbstständiger Tätigkeit, bei der eine Versicherungspflicht besteht, soll Rechts- und Planungssicherheit bringen. Dafür müssen verschiedene Kriterien erfüllt sein. Dazu gehört, dass beide Seiten den Selbstständigen-Status wollen und der Auftragnehmer in den sechs Monaten zuvor nicht bei dem Auftraggeber angestellt war. Weitere Details stehen im Entwurf. Die Vertragsparteien haben, so der Plan, künftig die Wahl zwischen der bestehenden und der neuen Form der Selbstständigkeit. Wie Honorarlehrkräfte von den BMAS-Plänen profitieren sollen, lesen Sie im Bildung.Table. Okan Bellikli

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Wir sind die Fair-gegenüber-Jugendlichen-Versicherung. Die Alterung unserer Gesellschaft führt zu steigenden Gesundheitskosten. Denn ältere Menschen benötigen in der Regel mehr medizinische Leistungen. Dafür trifft das kapitalgedeckte Finanzierungsmodell der Privaten Krankenversicherung Vorsorge. Die nachfolgenden Generationen werden so nicht belastet. (mehr auf pkv.de)

Gesundheitsreform: Warum die AOK-Chefin die Sparvorschläge lobt. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende der AOK, ist zuversichtlich, dass die Versicherten durch die GKV-Reformmaßnahmen nicht zusätzlich belastet werden. „Wenn man alle relevanten Maßnahmen auf der Ausgabenseite umsetzt, dann braucht es meiner Ansicht nach keine Leistungskürzungen und es braucht auch keine zusätzlichen Belastungen der Versicherten wie zum Beispiel Zuzahlungen oder die Streichung der Mitversicherung von Ehegatten“, sagt Reimann im Podcast Table.Today. „Ich bin der Meinung, wir haben genug Geld im System, man muss bei den Ausgaben ansetzen.“

Die Versicherten seien in den letzten Jahren mit immer höheren Zusatzbeiträgen in Vorleistung gegangen. Reimann lobte die Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit vom Montag als „umfängliches, gut fundiertes, solides Maßnahmenpaket“. Die Kommission adressiere die größten Kostentreiber – die Krankenhäuser, den ambulanten Bereich, die Arzneimittel – und habe wirksame Vorschläge vorgelegt. Reimann fordert, dass die Vorschläge nun auch schnell umgesetzt werden. „Die eigentliche Arbeit kommt jetzt und da muss Politik natürlich Mut und Entschlossenheit beweisen“, sagt die ehemalige niedersächsische Gesundheitsministerin. Das Gespräch hören sie ab 5 Uhr hier. Helene Bubrowski

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Karsten Wildberger darüber, wie Deutschland technologische Entwicklungssprünge schaffen kann. Table.Forumorum

Raumfahrt I: Wie es beim EU Space Act vorangeht. Im Industrieausschuss der EU-Parlaments haben die Fraktionen ihre Änderungsanträge zum Entwurf der EU-Kommission abgegeben. Auch Unternehmen aus Drittstaaten benötigten einen fairen Zugang zu dem wachsenden Markt, sagt Angelika Niebler, Schattenberichterstatterin der EVP-Fraktion. Beim Thema Weltraummüll setzt sie auf die Innovationsfähigkeit der Industrie. „Zu kleinteilige, zu strikte und vor allem zu praxisferne Umweltvorgaben“ unterstütze sie nicht. Sergey Lagodinsky, Verhandlungsführer der Europa-Grünen, drängt auf eine unionsweit geltende Startgenehmigung. „Damit würde der von der Kommission vorgeschlagene, unnötig komplizierte Ansatz mehrfacher Genehmigungen vereinfacht“, sagt er Table.Briefings. Wie Europa seiner Meinung nach dringend benötigte Startkapazitäten steigern kann, lesen Sie im Space.Table. Ralf Nestler

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Raumfahrt II: Im All entsteht ein neuer Wirtschaftsraum. Sinkende Startkosten machen den Zugang zum niedrigen Erdorbit zunehmend erschwinglich: Kostete der Transport eines Kilogramms Nutzlast mit der Ariane-5-Rakete im Jahr 2020 noch rund 18.500 US-Dollar, liegt er bei optimaler Auslastung einer Falcon 9 im Jahr 2026 bei etwa 1.500 Dollar. Experten gehen davon aus, dass die Preise Anfang der 2030er Jahre auf 200 bis 300 Dollar fallen könnten. Damit würde es erstmals wirtschaftlich sinnvoll, Materialien in größerem Umfang ins All zu bringen – und völlig neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Schon heute wächst die Branche stark: Die globale Raumfahrtwirtschaft erreichte 2024 ein Volumen von rund 613 Milliarden US-Dollar und könnte bis 2035 auf über 1,8 Billionen anwachsen. Was Experten den Unternehmen jetzt raten, lesen Sie im CEO.Table. Nina Anika Klotz

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Ewigkeitschemikalien: Wie PFAS zum Geschäftsrisiko werden. Unternehmen und Investoren müssen sich zunehmend auf Haftungsansprüche einstellen, die durch per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) entstehen. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Report eines britischen Think Tanks, dessen Ergebnisse deutsche Anwälte gegenüber Table.Briefings bestätigen. Demnach nehmen sowohl Gesetzgeber als auch Kläger die sogenannten Ewigkeitschemikalien immer stärker in die Zange – und betroffen sind nicht nur Hersteller. Auch Unternehmen, die PFAS in ihren Produktionen einsetzen, kontaminierte Grundstücke kaufen oder andere Firmen mit PFAS-Risiken übernehmen, müssten die Konsequenzen sorgfältig prüfen. Warum die Wirtschaft mit „jahrzehntelangen rechtlichen Haftungsansprüchen“ konfrontiert werden dürfte, lesen Sie im ESG.Table. Marc Winkelmann

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Wiedereinführung der Todesstrafe: Sanktionsforderungen gegen Israel. Die Wiedereinführung der Todesstrafe durch die Knesset wird in Berlin scharf kritisiert. „Diese Entwicklung widerspricht klar fundamentalen Prinzipien der Menschlichkeit, demokratischer Rechtsstaatlichkeit und internationalem Recht“, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetović, Table.Briefings. Der palästinensische Botschafter in Berlin, Laith Arafeh, forderte die Bundesregierung auf, „unverzüglich und entschlossen Maßnahmen“ zu ergreifen. „Dieses Gesetz richtet sich ausschließlich gegen palästinensische Gefangene und ist ohne jegliche rechtsstaatliche Garantien“, sagte er Table.Briefings.

Zugleich wächst die Kritik an Israels Vorgehen im Westjordanland. „Im Schatten des Iran-Kriegs fährt man eine weitere Eskalation“, so der für das besetzte Gebiet zuständige Direktor des UN-Palästinahilfswerks (UNRWA), Roland Friedrich. Dazu zählten „präzedenzlose Siedlergewalt und völlige Straffreiheit“. „Die Forderung nach internationalem Vorgehen gegen Straflosigkeit im Westjordanland ist richtig“, sagte Ahmetović dazu. Weshalb er „gezielte Sanktionen“ fordert, lesen Sie im Security.Table. Markus Bickel

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Table.Documents

Einschätzungen von DIW und IW zu syrischen Arbeitskräften

Gutachten des NKR zu Evaluierungen und Praxischecks

BMWE-Übersicht zum EEG

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Einladung: Von Daten zu Taten: Umsetzung von Schüler-ID und evidenzbasierter Bildungspolitik. 15. April 17-18 Uhr im Livestream des Bitkom. Kostenlos anmelden

Heads

Hans-Jörg Detlefsen, bislang Gruppenleiter im Kanzleramt, ist ab Mittwoch offiziell im Ruhestand, wie Table.Briefings aus Bundeswehrkreisen erfuhr. Der Flotillenadmiral war seit Juli 2022 Gruppenleiter für Verteidigungspolitik in der Abteilung 2 des Bundeskanzleramts. Damit hatte er auch eine wichtige Rolle bei der Koordination des Nationalen Sicherheitsrats. Was über die Nachfolge Detlefsens bereits bekannt ist, lesen Sie im Security.Table. Lisa-Martina Klein, Wilhelmine Stenglin

Jonas Gebauer war über Jahre der Sprecher der Berliner SPD, bis er im März öffentlichkeitswirksam aus der Partei austrat. Nun hat Gebauer nach Bild-Informationen einen neuen Job gefunden: Ab 1. April wird er den Multimedia-Wahlkampf von Kai Wegner (CDU) verantworten. Der Regierende Oberbürgermeister freut sich über das neue Team-Mitglied. Er sagt: „Mit Jonas Gebauer gewinnen wir einen engagierten Menschen, der für diese Haltung klar und überzeugend einsteht.“ Laura Block

Simon Köppl, bisher verantwortlich für die Pressearbeit der Ostbeauftragten Elisabeth Kaiser, wird zum 1. April Sprecher im Bundesumweltministerium. Seine Nachfolgerin ist Uta Hartmann, zuletzt Sprecherin im BMF – wo die Beauftragte auch angesiedelt ist. Okan Bellikli

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Best of Table

Asia.Table: Energieschock in Asien. Der Iran-Krieg im Nahen Osten trifft Asien härter als andere Regionen. Sinkende Ölreserven und wachsende Unsicherheit in zentralen Volkswirtschaften zeigen, wie stark die Abhängigkeit vom Nahen Osten ist. Welche globalen Risiken daraus entstehen, lesen Sie hier.

China.Table: Der „Tentakel“-Satellit und die neue Grauzone im All. Ein neuer chinesischer Testsatellit mit flexiblem Roboterarm zeigt, wie eng zivile und militärische Raumfahrt inzwischen verzahnt sind. Wie die Technologie das Kräfteverhältnis im All verändern könnte, lesen Sie hier.

Europe.Table: Grüner Wasserstoff im Visier. Deutschland setzt sich mit anderen EU-Staaten für längere Übergangsregeln zur Produktion von grünem Wasserstoff ein. Welches überraschende Bekenntnis zur Förderung erneuerbarer Energien in einem Brief an die Kommission steckt, lesen Sie hier.

Europe.Table: Iran-Effekt auf Energiepreise. Nach einem Treffen der EU-Energieminister warnt die Kommission vor dem Glauben an ein schnelles Ende der Auswirkungen des Iran-Konflikts auf die Energiemärkte. Warum sie mit längerfristigen Effekten rechnet, lesen Sie hier.

Space.Table: Nuklearstrom auf dem Mond. Um genug Energie für den Betrieb künftiger Stationen zu haben, setzen mehrere Raumfahrtakteure auf Atomtechnik. Warum die Reaktoren im Design Pilzen ähneln könnten, lesen Sie hier.

Security.Table: Europa sollte Trumps Gaza-Friedensrat nutzen. Das Projekt von Donald Trump sei durch das UN-Mandat legitimiert und damit ein wirksames Instrument, meint Tobias Pietz vom Zentrum für Internationale Friedenseinsätze. Wie die EU mithilfe des Gremiums eine Zweistaatenlösung vorantreiben könnte, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Was eine Schüler-ID bringen soll. Bildungsforscher sehen großes Potenzial darin, Schülerdaten stärker zur Qualitätsentwicklung zu nutzen. Baden-Württemberg will diesen Weg mit einer Schüler-ID beschreiten. Was die Einführung der ID für Schulen und Schüler bedeutet, lesen Sie hier.

ESG.Table: Internationales Kompetenzzentrum unterstützt Gewerkschaften. Arbeitnehmenden fehlt es häufig an Fachwissen über menschenrechtliche Sorgfaltspflichten und Lieferkettengesetze. Deshalb erhalten Gewerkschaften künftig Unterstützung vom neuen Competence Centre for Human Rights Due Diligence. Wo die ersten Pilotprojekte stattfinden, lesen Sie hier.

ESG.Table: Welche Chancen der digitale Produktpass bietet. Ab kommenden Jahr müssen Textilhersteller ihren Kunden erste Informationen zur Fertigung und Herkunft offenlegen. Das erhöht den Aufwand von Unternehmen. Zugleich ergeben sich aus der Transparenz neue Möglichkeiten. Welche das sind, lesen Sie hier.

CEO.Table: Wer hat die stärkste Meinung zu „Buy European“? Unter dem Banner will die EU-Kommission Europas Abhängigkeit von den USA und China reduzieren – europäische Firmen sollen voneinander kaufen, nicht im Ausland. Welcher DAX-CEO vorprescht, lesen Sie hier.

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Time.Table

Wirtschaft I: Vorstellung der Gemeinschaftsdiagnose der führenden Forschungsinstitute. Mit Timo Wollmershäuser (ifo), Geraldine Dany-Knedlik (DIW), Oliver Holtemöller (IWH), Stefan Kooths (IfW Kiel), Torsten Schmidt (RWI Essen) und Stefan Ederer (WIFO). BPK, 10 Uhr

Wirtschaft II: Die Spritpreisregel für Tankstellen tritt in Kraft. Ab Mittwoch dürfen Tankstellen nur noch einmal pro Tag die Preise erhöhen.

Wirtschaft III: Das Bundeskabinett unter der Leitung von Friedrich Merz befasst sich mit der Luftverkehrssteuer.

Innenpolitik: Pressekonferenz zur Besetzung der Programmdirektion des Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation in Halle (Saale). Mit der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser. BMF, 12 Uhr

Gesundheit: Zwei Jahre nach der Canabis-Legalisierung legt das Forschungsprojekt EKOCAN einen Evaluierungsbericht vor.

Außenpolitik: Markus Söder setzt seine USA-Reise fort und trifft den republikanischen Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster.

Finanzen: Das Statistische Bundesamt legt Zahlen zu kommunalen Haushalten für das Jahr 2025 vor.

Bundeswehr: Die Panzergrenadierbrigade 37 beteiligt sich an einem Gedenkmarsch anlässlich des Jahrestags des Karfreitagsgefechts 2010 in Afghanistan. Damals starben drei deutsche Soldaten. Frankenberg/Sachsen, 9 Uhr

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Must-Reads

SZ: Behörden vermuten neue russische Spionage-Strategie. Ein mutmaßlicher russischer Spion ist in Hagen festgenommen worden – er soll einen in Deutschland lebenden Ukraine-Veteranen ausgespäht haben. Der Verdächtige, selbst Ukrainer, sitzt in Untersuchungshaft. Ermittler vermuten finanzielle Motive für seine mutmaßliche Zusammenarbeit mit russischen Diensten. Der Fall könnte Teil einer neuen Strategie Moskaus sein: angeworbene „Wegwerf-Agenten“ statt klassischer Geheimdienstoffiziere. („Schon wieder ein mutmaßlicher Russen-Spion“)

Spiegel: SPD-Politiker aus Bayern rückt in den Bundestag nach. Der 24-jährige SPD-Politiker David Mandrella rückt für Carsten Träger in den Bundestag nach. Der Lehrer aus Bayern übernimmt das Mandat mit Fokus auf Bildung, Wirtschaft und Jugendpolitik. Mandrella spricht von einer großen Ehre – und zeigt sich betroffen über den Tod seines Vorgängers. Träger war Ende März im Alter von 52 Jahren überraschend gestorben. („24-Jähriger rückt für verstorbenen SPD-Politiker nach“)

Taz: DWD-Klimabericht gibt keine Entwarnung. Der Deutsche Wetterdienst warnt: Der Klimawandel zeige sich immer deutlicher durch mehr Extremhitze und Trockenheit. Neue Prognosen zeichnen ein drastisches Bild für das Jahrhundertende – mit häufigen Hitzewellen und wachsenden Risiken für Gesundheit und Landwirtschaft. Einzelne kühlere Jahre änderten daran nichts: Der Erwärmungstrend setze sich fort. („Trocken im Westen, Regen im Osten“)

Nicht überlesen!

ZEW: Wie sich die möglichen Lagarde-Nachfolger positionieren. Eine KI-Auswertung von Reden zeigt, welchen geldpolitischen Kurs die Personen, über die am meisten diskutiert wird, einschlagen könnten. Neben Joachim Nagel und Isabel Schnabel sind das der frühere spanische Notenbankchef Pablo Hernández de Cos sowie der frühere niederländische Zentralbankchef Klaas Knot. Nagel und Knot stehen demnach für Kontinuität, de Cos für einen expansiveren und Schnabel für einen restriktiveren Kurs. („Falke oder Taube in der Nachfolge von Christine Lagarde an der EZB-Spitze?“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Markus Lanz, 22:45 Uhr: Johannes Volkmann, Philipp Türmer, Frederik Pleitgen, Juliane Schäuble

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Sergey Lagodinsky, MdEP (Grüne): Gerät die Ukraine aus dem Fokus?

7:15 Uhr: Nina Scheer, energiepolitische Sprecherin der SPD-Fraktion: Spritpreis-Politik

8:10 Uhr: Shila Behjat, Autorin: Schutz von Jugendlichen vor Radikalisierung

ZDF

6:40 Uhr: Jakob Manthey, Projektleiter des Forschungsprojekts EKOCAN: Teilergebnis der Cannabis-Studie

7:05 Uhr: Thorsten Frei, Kanzleramtsminister (CDU): Reformdebatte

8:05 Uhr: Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrates: Wirtschaftsprognose

8:35 Uhr: Marie Neuwald, NABU: Wolfsangriff in Hamburg

rbb24–Inforadio

7:05 Uhr: Achim Wambach, Ökonom: Wirtschaftsprognose

7:25 Uhr: Melody Sucharewicz, deutsch-israelische Kommunikationsberaterin: Pessach in Israel

phoenix

9:05 Uhr: Tomaso Duso, Vorsitzender der Monopolkommission: Spritpreis-Politik

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Geburtstage von morgen

Reza Asghari, MdB (CDU), 65

Stephan Stracke, stellvertretender Unionsfraktionsvorsitzender (CSU), 52

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute in die Filmwelt der Dreißigerjahre. 1933 siedelte der österreichische Regisseur G.W. Pabst, der mit „Die freudlose Gasse“ und einer Verfilmung von Brechts Dreigroschenoper bekannt geworden war, in die USA über. Nachdem er in Hollywood scheiterte, kehrte er zunächst nach Frankreich und 1939 nach Deutschland zurück, um dort Filme zu drehen. Mit Pabsts Geschichte und der Frage, inwiefern er mit den Nationalsozialisten kollaborierte, beschäftigt sich der jüngste Roman von Daniel Kehlmann, der für den diesjährigen International Booker Prize nominiert ist. Leonard Schulz

Daniel Kehlmann: Lichtspiel | Rowohlt

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Markus Bickel, Laura Block, Helene Bubrowski, Damir Fras, Daniel Friesen, Stephan Israel, Lisa-Martina Klein, Nina Anika Klotz, Vincent Mikoteit, Ralf Nestler, Leonard Schulz, Sara Sievert, Wilhelmine Stenglin und Marc Winkelmann mitgewirkt.

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