Berlin.Table – Ausgabe 795

Sparpaket Gesundheit + Merz will Syrer rückführen + Streit um CSD

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Talk of the Town

Reform der gesetzlichen Krankenversicherung: Was jetzt passiert und wo sich die Koalition verhakt

In einer Sache sind sich Union und SPD mit Blick auf die Ergebnisse der GKV-Finanzkommission einig: Das deutsche Gesundheitssystem hat dringenden Reformbedarf. Obwohl es mit Ausgaben von über 488 Milliarden Euro pro Jahr zu den teuersten der Welt gehört, sind die Ergebnisse im internationalen Vergleich durchschnittlich. Grund dafür sind neben dem demografischen Wandel die strukturelle Ineffizienz und die fehlende Modernität. Mittel- und langfristig werden also Strukturmaßnahmen notwendig sein, um die Effizienz zu steigern und die Kosten zu senken.

Nur: Weil der finanzielle Druck dermaßen hoch ist, muss kurzfristig vor allem gespart oder mehr eingenommen werden. So zielen 59 der 66 Vorschläge der GKV-Finanzkommission darauf ab, die Ausgaben zu reduzieren, sieben sollen die Einnahmen steigern. Das prognostizierte Defizit der gesetzlichen Krankenkassen liegt für das kommende Jahr bei 15,3 Milliarden Euro. Union und SPD wissen, dass aus den Vorschlägen der Kommission deshalb schnell etwas folgen muss. Sonst steigen die Beiträge. Wie Table.Briefings aus Regierungskreisen erfuhr, soll das Gesundheitsministerium nun zügig ein umfassendes Paket erarbeiten. Zwar gebe es bislang noch keinen detaillierten Zeitplan für das Gesetzgebungsverfahren, allerdings soll ein erstes Paket spätestens Ende April im Koalitionsausschuss diskutiert werden. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Christos Pantazis, sagt Table.Briefings: „Ziel ist es, das Gesetzgebungsverfahren noch vor der Sommerpause abzuschließen.“

Und so lautet die oberste Regel dieser Tage: Spar- und Reformvorschläge werden nicht mehr zerredet, geschweige denn per se abgelehnt. Andernfalls, so die Sorge, bleibe von den Vorschlägen der Kommissionen nicht mehr allzu viel übrig. Und so bleibt es am Montag weitgehend ruhig in Berlin. Die gesundheitspolitischen Sprecher von Union und SPD loben gemeinsam die „belastbare Grundlage“, um „strukturelle Defizite der gesetzlichen Krankenversicherung entschlossen anzugehen“.

Doch nicht alle zeigen sich derart diszipliniert. Zumal bei einer Reihe von Vorschlägen schon jetzt klar ist, dass sie innerhalb der Koalition kaum durchsetzbar sein werden. Das BMAS und auch das BMF haben bereits signalisiert, dass die Kosten der Bürgergeldempfänger nicht aus dem Haushalt finanziert werden können. Um die Krankenkassen zu entlasten, schlägt die Kommission vor, diese künftig aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. Betreffen würde das den Etat von Bärbel Bas, die dann wiederum an anderer Stelle Geld einsparen müsste. Die Summe beläuft sich auf 12 Milliarden Euro – Geld, das die aktuelle Haushaltslage nicht hergibt.

Hinzu kommt der Hinweis von Experten, dass Sparen allein nicht reiche. Der Gesundheitsökonom Heinz Rothgang bezeichnet das zentrale Stichwort „Einnahmenorientierte Ausgabenpolitik“ als hoch problematisch. Den Terminus habe es schon mal Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre gegeben. „Den hat man damals in die Abstellkammer getan und holt ihn jetzt wieder raus”, sagt er Table.Briefings. Er bedeute, dass die Ausgaben nur um so viel wachsen dürften, wie die Einnahmen. Nur werde derzeit nichts eingenommen.

Auch in den Ländern warnt man davor, sich jetzt auf Sparmaßnahmen zu versteifen. Aus dem Saarland heißt es etwa, man dürfe jetzt nicht mit dem Rasenmäher Kürzungen vornehmen oder einseitig bestimmte Versicherungsgruppen belasten. Insbesondere familienversicherte Angehörige dürften durch Streichungen nicht benachteiligt werden. Auch aus Bayern dürfte es hier noch Gegenwind geben. CSU-Chef Markus Söder hat bereits angekündigt, er werde an der Mitversicherung für nicht berufstätige Ehepartner festhalten. Auch die Zuckersteuer lehnen weite Teile der Union bislang ab.

Tatsächlich bestand der Auftrag an die Kommission aus zwei Teilen: So sollen neben den kurzfristigen Sparmaßnahmen die Vorschläge für strukturelle Reformen erst in einer zweiten Runde vorgestellt werden. Darunter fallen dann aller Voraussicht nach Themen wie die Digitalisierung, die Primärversorgung und die Sicherstellung der Versorgung in der Fläche. Eigentlich wollte das Gesundheitsministerium diese Reformen auf den Herbst vertagen, doch die Zeit drängt. Der SPD-Gesundheitspolitiker Pantazis erwartet Tempo von der Ministerin. Er sagt: „Wir können es uns nicht leisten, bei den notwendigen Strukturreformen bis zum Jahresende zu warten.“ Daher hoffe er, dass das BMG bereits im Mai einen „belastbaren Zwischenbericht“ liefern werde.

Table.Today "Gesundheitsreform: Ist das der große Wurf?"
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News

Al-Scharaa in Berlin: Merz verspricht Rückführung von 80 Prozent der Syrer. Beim Besuch des syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin kündigte der Kanzler an, Rückführungen syrischer Flüchtlinge in den kommenden Monaten drastisch vorantreiben zu wollen. Der Aufbau eines „neuen Syrien“ habe begonnen. Ein gutes Jahr nach Ende des Krieges hätten sich die Rahmenbedingungen „grundlegend verbessert“. Schutzbedarfe müssten deshalb neu bewertet werden. „Das heißt auch: Wer keinen Anspruch mehr auf Aufenthalt in Deutschland hat, der wird Deutschland auch wieder verlassen“, so Friedrich Merz. Ziel ist es offenbar, in den nächsten drei Jahren 80 Prozent der mehr als 900.000 in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrer in ihr Heimatland zurückzuführen. Dafür werde man sich auf ein beschleunigtes Verfahren verständigen, erklärte der Kanzler.

Al-Scharaa präsentierte sich bei seinem Antrittsbesuch in Berlin als Stabilitätsgarant in Nahost. Er warb um Unterstützung der deutschen Wirtschaft, um Infrastruktur und Energieversorgung wieder aufzubauen. „Wir wollen nicht bei Null anfangen, wie Deutschland angefangen hat“, sagte er mit Verweis auf den Wiederaufbau der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg. Darin erfuhr er Unterstützung von Außenminister Johann Wadephul, der al-Scharaas Bemühungen um eine Stabilisierung des Landes als „sehr großen Erfolg“ lobte. Das Land verfüge über großes Potenzial als Markt, Produzent und Partner, so Wadephul. „Syrien ist ein strategisches Drehkreuz zwischen Europa, den Golfstaaten und dem Indopazifik.“

Die Kosten für den Wiederaufbau Syriens liegen nach Schätzungen der Weltbank bei umgerechnet 185 Milliarden Euro. Um Syrien zu unterstützen, sollen bereits in den kommenden Tagen die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Niederlassungen in der syrischen Hauptstadt eröffnen. GIZ-Vorstandssprecher Thorsten Schäfer-Gümbel gab sich im Gespräch mit Table.Briefing verhalten optimistisch, dass der Wiederaufbau mit ausreichend Zeit gelingen könne. Welche Forderungen zum Schutz von Minderheiten erhoben werden, lesen Sie im Security.Table. Markus Bickel, Sara Sievert

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Streit um Christopher Street Day: Regierungsbeauftragte kritisiert Sachsens Innenminister scharf. „Die Aberkennung der Versammlungseigenschaft von Christopher Street Days ist ein Alarmsignal“, sagt Sophie Koch (SPD), Queerbeauftragte der Bundesregierung, Table.Briefings. Die Landesdirektion Sachsen, die Innenminister Armin Schuster (CDU) untersteht, hat verfügt, dass in Dresden das Straßenfest des CSD nicht mehr als politische Veranstaltung gilt – und deshalb sämtliche Kosten, auch für die Sicherheit, selbst tragen muss. Vergangenes Jahr hatte Schuster wegen der massiven Bedrohungen durch Rechtsextreme gegen CSDs noch gesagt, die Veranstaltungen seien so lange politische Versammlungen, solange queere Menschen nicht ohne Furcht an ihnen teilnehmen könnten. Wie Dresdens OB Dirk Hilbert (FDP) gegen die Entscheidung aufbegehrt und was man im Landtag unternimmt, lesen Sie in der Analyse des Berlin.Table. Franziska Klemenz

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Wir sind die Arztpraxis-am-Leben-halten-Versicherung. Obwohl nur 10 Prozent aller Vollversicherten in Deutschland Privatpatienten sind, tragen sie mehr als 20 Prozent zum Umsatz von Arztpraxen bei. Das sind im Schnitt über 82.000 Euro pro Jahr zusätzlich für alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Praxen auf dem Land profitieren dabei besonders stark von Privatpatienten. (mehr auf pkv.de)

Verbrenner-Aus: Warum die Verhandlungen in Straßburg stocken. Die Positionen von Christdemokraten und Sozialisten im Europaparlament zur Abmilderung des Verbrenner-Aus liegen weit auseinander. Die Christdemokraten wollen den Herstellern noch weiter entgegenkommen. Der Vorschlag der EU-Kommission sei nicht ausreichend, wonach die Neuwagen-Flotte auch nach 2035 noch ein Zehntel der Emissionen aus 2021 verursachen darf und die restlichen zehn Prozent über grünen Stahl und CO₂-freie Kraftstoffe kompensiert werden müssen. Die Sozialdemokraten wollen dagegen am Ambitionsniveau festhalten.

Auch über den Vorschlag für saubere Unternehmensflotten herrscht Uneinigkeit. Die Christdemokraten lehnen ihn dem Vernehmen nach grundsätzlich ab, die Sozialdemokraten wollen an ihm festhalten. Sollte es keine Einigung geben, stünden Kräfte rechts von den Christdemokraten bereit, um für die nötigen Mehrheiten zu sorgen. Warum die Verhandlungen auch im Rat schwierig werden und Deutschland sich dort möglicherweise enthalten muss, lesen Sie im Europe.Table. Markus Grabitz

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Einladung: Von Daten zu Taten: Umsetzung von Schüler-ID und evidenzbasierter Bildungspolitik. 15. April 17-18 Uhr im Livestream des Bitkom. Kostenlos anmelden

Gasversorgung: Sefe soll Katar-Importe ersetzen. Wegen des Iran-Kriegs hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche eine neue LNG-Ausschreibung des staatlichen Energiekonzerns Sefe angekündigt. Ab dem kommenden Jahr sollen die LNG-Tanker insbesondere in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich anlanden. Sefe strebt je nach Preis eine Menge von 20 bis 40 Milliarden Kubikmetern LNG über eine Laufzeit von zehn Jahren an. Das sagte ein Unternehmenssprecher Table.Briefings. Woher das Gas kommt, wird sich erst im Laufe der Ausschreibung erweisen. Eine Auswertung von Eurostat-Daten ergab, dass Sefe bis zu 45 Prozent aller LNG-Importe ersetzen könnte, die bislang aus Katar in die EU flossen. Laut Reiche könnten Gasimporte aber durch eine neue Klimaschutzverordnung der EU behindert werden. Was die Ministerin plant und was Klimaschützer dazu sagen, lesen Sie im Europe.Table. Manuel Berkel

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Kinder- und Jugendhilfe: Reform soll mehrere Milliarden Euro einsparen. Änderungen bei Leistungen und ihrer Verwaltung sollen die Ausgaben von Ländern und Kommunen zwischen 2028 und 2035 um 5,7 Milliarden Euro senken. Ab 2036 rechnet das BMBFSFJ mit jährlichen Einsparungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro. Das geht aus einem Entwurf des Ministeriums hervor. Schnittstellen und die Komplexität des Systems insgesamt werden, so der Plan, reduziert, indem die Zuständigkeiten für manche Leistungen zusammengeführt werden.

Dazu zählen die Eingliederungshilfe und die „Hilfe zur Erziehung“ bei sozialpädagogischem Hilfsbedarf. Der individuelle Rechtsanspruch auf Begleitung in Kitas und Schulen soll in beiden Fällen durch ein „infrastrukturelles Angebot der Bildungsassistenz“ als erfüllt gelten. Ein solches „Pooling“ ist im Koalitionsvertrag angekündigt. Dabei geht es etwa darum, dass eine Person mehrere Kinder betreut. Die Anpassungen dienen auch der Umsetzung eines 2021 beschlossenen Gesetzes: Ab 2028 ist die Kinder- und Jugendhilfe – anders als bisher – zentral für junge Menschen mit (drohenden) Behinderungen zuständig. Okan Bellikli

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Welthandelskonferenz: Gemischte Ergebnisse für Afrika. Die WTO-Mitglieder konnten sich bei ihrem Treffen in Kamerun in zentralen Themen wie Landwirtschaft und E-Commerce, aber auch der Reform der WTO nicht einigen. „Die größte Enttäuschung für die afrikanischen Länder war tatsächlich das Thema Landwirtschaft. Es war zwar zu erwarten, dass es keinen großen Wurf geben wird, aber dass es noch nicht einmal ein neues Work Programme gibt, ist natürlich eine große Enttäuschung“, sagte Anja Berretta, Leiterin des Regionalprogramms Wirtschaft Afrika der Konrad-Adenauer-Stiftung, im Gespräch mit Table.Briefings. Warum dagegen das Ende des seit 1998 laufenden Moratoriums zum E-Commerce von den afrikanischen Ländern positiv aufgenommen wird, lesen Sie im Africa.Table. David Renke

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Iran-Krieg: Weshalb Taiwans Chipindustrie in Gefahr ist. Der Krieg am Golf verschärft die Risiken für Taiwans Energieversorgung und für die globale Halbleiterproduktion. Taiwan produziert etwa 60 Prozent der weltweiten Halbleiter und rund 90 Prozent der modernsten Chips. Für ihre Produktion sind Taiwans Hersteller auf Energieimporte angewiesen, wobei ein Großteil von Öl und Flüssiggas aus dem Nahen Osten stammt. Engpässe drohen auch bei Helium, einem unverzichtbaren Nebenprodukt der Gasförderung, das für die Chipproduktion benötigt wird. Was Analysten über die Folgen des Kriegs für Taiwan und den Rest der Welt sagen, lesen Sie im China.Table. Andreas Landwehr

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Karsten Wildberger darüber, wie Deutschland technologische Entwicklungssprünge schaffen kann. Table.Forumorum

Table.Documents

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Michael Donth über die notwendigen Rahmendingungen für eine Stärkung der Schienengüterverkehrsbranche. Table Forum

Heads

Enrico Brissa, bisher Unterabteilungsleiter im Bundestag, wird nach Informationen von Table.Briefings Leitender Beamter beim Wehrbeauftragten des Bundestages, Henning Otte. Brissa tritt sein neues Amt dem Vernehmen nach in den kommenden Wochen an. Der 54-Jährige war Protokollchef der Bundespräsidenten Christian Wulff und Joachim Gauck. Anschließend war er in gleicher Funktion für die Bundestagspräsidenten Norbert Lammert, Wolfgang Schäuble und Bärbel Bas tätig. Brissa kennt sein neues Amt: Dem Wehrbeauftragten Reinhold Robbe diente er als Persönlicher Referent. Im Bundestag war er Sekretär des Kundus-Untersuchungsausschusses. Der promovierte Jurist hat das Buch „Flagge zeigen! Warum wir gerade jetzt Schwarz-Rot-Gold brauchen“ geschrieben, in dem er dafür plädiert, nationale Symbole nicht Rechtsextremisten zu überlassen. Sven Siebert

Brigitte Réthier (56) wechselt von der Commerzbank in den Vorstand der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und übernimmt den Geschäftsbereich „Internationale Finanzielle Zusammenarbeit“. Réthier soll zwischen Juli und Oktober bei der KfW starten und ist für vier Jahre als Vorstandsmitglied bestellt. Was KfW-Chef Stefan Wintels zur Berufung der Bankerin sagt, lesen Sie im Africa.Table. David Renke

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Best of Table

China.Table: Der Kanzler und sein Lob für die Arbeitsmoral in China. Friedrich Merz lobte nach seiner China-Reise die Arbeitsmoral der Chinesen. Doch hinter dem Lob verbirgt sich eine harte Realität: Millionen Beschäftigte schuften für niedrige Löhne und machen endlose Überstunden. Wie Peking die prekären Arbeitsbedingungen duldet, lesen Sie hier.

Security.Table: Warum Pistorius’ „Osteroffensive“ stockt. Der Verteidigungsminister hatte bis Ostern mehrere Dokumente für eine Neuaufstellung der Bundeswehr angekündigt, darunter die erste Militärstrategie Deutschlands. Doch die lässt auf sich warten. Woran es hakt, lesen Sie hier.

Climate.Table: Katherina Reiche beharrt auf Redispatch-Vorbehalt. Demnach sollen Erneuerbare in besonders stark belasteten Netzgebieten bei Abregelungen zehn Jahre lang keine Entschädigungszahlungen mehr bekommen. Was der Bundesverband Erneuerbare Energien davon hält, lesen Sie hier.

Research.Table: Aufholjagd im Bereich KI-Robotik. Die Verbindung mit KI treibt die Robotik voran, große Entwicklungssprünge stehen bevor. Deutschland könnte in der Forschung Maßstäbe setzen, sagen Experten. Was sie vorschlagen, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Östliche EU-Länder verteidigen große Agrarbetriebe. Die Agrarminister von sechs mittel- und osteuropäischen Ländern sehen Reformpläne für die EU-Agrargelder kritisch. Warum es auch um die Interessen großer Betriebe geht, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Preissprung bei Düngemitteln befürchtet. Angesichts des Kriegs im Nahen Osten wollen die EU-Agrarminister Landwirte bei den Düngekosten entlasten. Wie genau das gehen soll, lesen Sie hier.

Africa.Table: Investition in Energiewende im Senegal. Mit 28 Millionen Euro unterstützt Deutschland den Bau eines Batteriespeichers im Senegal. BMZ-Staatssektretärin Bärbel Kofler will dafür am Dienstag den Grundstein legen. Worum es bei dem Projekt genau geht, lesen Sie hier.

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Time.Table

Außenpolitik I: Am vierten Jahrestag der Befreiung von Butscha nimmt Johann Wadephul an einer Gedenkfeier und einem EU-Außenministertreffen in der Ukraine teil.

Außenpolitik II: Markus Söder setzt seine USA-Reise fort und besucht das BMW-Werk in Spartanburg.

Umwelt: Carsten Schneider beendet seine China-Reise.

Wirtschaft: Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht ihren Arbeitsmarktbericht für März.

Gedenken I: Pressekonferenz zum geplanten Festakt zum 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald mit Wolfram Weimer und Hape Kerkeling am 12. April. Weimar, 11 Uhr

Gedenken II: Kranzniederlegung anlässlichen des 10. Todestags von Hans-Dietrich Genscher. Mit Christian Dürr. Friedhof Wachtberg, 12 Uhr

Gedenken III: Pressestatement von Karin Prien und dem Vorsitzenden der Bethe-Stiftung, Erich Bethe, zum Programm „Jugend erinnert“. 15 Uhr. Anschließend Gedenken am Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Ehrung: Die Stadt Frankfurt verleiht der iranischen Frauenrechtlerin Masih Alinejad den „Europäischen Paulskirchenpreis für Demokratie“. Paulskirche Frankfurt, 18 Uhr

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Must-Reads

Tagesspiegel: KBV klagt gegen Kürzung bei Psychotherapie. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat vor dem Landessozialgericht Berlin-Brandenburg Klage gegen die vom GKV-Bewertungsausschuss beschlossene Honorarkürzung für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent eingereicht. Das Aktionsbündnis Psychotherapie appelliert zudem an Nina Warken, Einspruch gegen die Kürzung einzulegen. („Honorarkürzung der Psychotherapeuten“)

Handelsblatt: Iran-Krieg bremst Wirtschaftswachstum. Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute erwarten ein Wachstum von nur noch 0,6 Prozent im Jahr 2026 und etwa einem Prozent im Jahr 2027. Wegen der gestiegenen Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs dürfte die Wertschöpfung rund 50 Milliarden Euro niedriger ausfallen als noch vor einem halben Jahr prognostiziert. („Iran-Krieg kostet Deutschland 50 Milliarden Wertschöpfung“)

WiWo: Jeder fünfte junge Deutsche will auswandern. Das geht aus der diesjährigen Jugendstudie hervor. Männer denken häufiger darüber nach, besonders beliebt sind die Schweiz, Spanien, Skandinavien, Kanada, Australien und die USA. Motive sind Sorgen wegen knappen Wohnraums, Inflation, Rentensystem, Altersarmut. („Sorge über Wohnraum und Rente treibt junge Menschen ins Ausland“)

Spiegel: Ex-Krauss-Maffei-Chef soll FCAS retten. Friedrich Merz hat Frank Haun beauftragt, eine Einigung bei dem deutsch-französischen Rüstungsprojekt zu erreichen. Er ist einer von zwei Vermittlern, den anderen hat Emmanuel Macron benannt. Bis Ende April soll es eine Entscheidung geben, so die Bundesregierung. („Er kennt sich mit Panzern aus. Jetzt soll er für den Kanzler das Kampfjet-Projekt FCAS retten“)

Zeit: AfD rügt Jugend-Vorständin für Rassismus und Antisemitismus. Der Bundesvorstand hat Julia Gehrckens zudem um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten. Die Vorständin der Generation Deutschland soll unter anderem Pforzheim als „gottlose Kanaken-Stadt“ bezeichnet haben. Der Landesvorstand Niedersachsen sprach von inakzeptablen Äußerungen. („AfD-Landesverband rügt Vorständin der Generation Deutschland“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Blome & Pfeffer, 23:30 Uhr: Ricarda Lang, Gregor Gysi

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Riad Othman, medico international: Todesstrafe in Israel

7:15 Uhr: Oliver Blatt, GKV-Spitzenverband: Reform der GKV

8:10 Uhr: Reza Asghari, MdB (CDU): Lage im Iran

ZDF

7:05 Uhr: Nico Lange, Sicherheitsexperte: Lage im Iran

8:05 Uhr: Carsten Schneider, Bundesumweltminister (SPD): China-Reise

rbb24–Inforadio

7:05 Uhr: Katja Karger, Vorsitzende des DGB Berlin/Brandenburg: wirtschaftliche Entwicklung in der Region

7:25 Uhr: Wolfgang Greiner, Vorsitzender der FinanzKommission Gesundheit: Reform der GKV

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Geburtstage von morgen

Dietmar Bartsch, MdB (Linke), 68

Volker Schlöndorff, Regisseur, 87

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute zur Zukunft der Arbeit. Automatisierung und KI führten nicht zu weniger, sondern zu mehr Arbeit, schreibt Florian Butollo. Der Soziologe war Sachverständiger in der Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz des Bundestags. Die Frage, wofür man arbeite, sei wichtiger als die, wie viel Zeit man für Arbeit aufwende. Wohin sich die Gesellschaft entwickelt, hänge auch davon ab, ob Arbeit an der richtigen Stelle eingesetzt wird – etwa im Kampf gegen die Klimakrise und den Pflegenotstand. Okan Bellikli

Florian Butollo: Das knappe Gut Arbeit | Suhrkamp

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Manuel Berkel, Markus Bickel, Laura Block, Helene Bubrowski, Damir Fras, Daniel Friesen, Markus Grabitz, Franziska Klemenz, Andreas Landwehr, Magdalena Latz, Vincent Mikoteit, David Renke, Sven Siebert und Sara Sievert mitgewirkt.

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