Berlin.Table – Ausgabe 787

Beziehung zwischen SPD und CSU + SAP-Chef fordert Reformen + Gedenken an Westerwelle

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Talk of the Town

Koalition: Wie SPD und CSU eine besondere Beziehung pflegen

In der Koalition hat sich durchgesetzt, was Markus Söder von Anfang an wollte: dass nicht das Kabinett als Zentrum der Macht fungiert, sondern der Koalitionsausschuss. So ist Söder nie ausgeschlossen. Ob es ums Rentenpaket geht, um eine Reform der Schuldenbremse oder um die Wahlrechtsreform – der CSU-Chef ist stets dabei. Dabei sticht eine Beziehung besonders hervor: die von Söder und SPD-Chef Lars Klingbeil.

Beide Männer verbindet die Leidenschaft für den FC Bayern München. Das unterscheidet sie deutlich von Friedrich Merz, der – wenn – im Stadion des Dauerrivalen Borussia Dortmund sitzt. Doch Gemeinsamkeiten haben SPD und CSU nicht nur beim Fußball, sondern auch bei zentralen politischen Themen. Gerade deswegen könnte diese Beziehung für Merz noch problematisch werden.

Während die Genossen oft mit den Augen rollen, wenn es um die CDU geht, hört man über die CSU viel Positives. Aus SPD-Regierungskreisen heißt es: „Die CSU ist sehr konstruktiv und hilfreich.“ Selbst in der Migrationspolitik sei Alexander Dobrindt „verlässlich“. Die CSU-Spitze wiederum lobt die gute Zusammenarbeit. Man sei sehr angetan von Klingbeils Verlässlichkeit. Bei vielen Themen sei man sich zudem näher, als manche denken. Die Mütterrente finden zum Beispiel viele in der SPD gar nicht so verkehrt.

Wie gut sich die beiden Parteien verstehen, zeigt eine Reise des konservativen Flügels der SPD, des Seeheimer Kreises, in die bayerische Landeshauptstadt. Jedes Jahr fährt der Flügel rund um das Oktoberfest zu einer mehrtägigen Klausur nach München. Der Ausflug im vergangenen Jahr war allerdings besonders: Denn auf der Tagesordnung stand ein Besuch bei Markus Söder.

Der CSU-Chef nahm sich zwei Stunden Zeit für die SPD-Abgeordneten aus Berlin. Das ist viel für einen vielbeschäftigten Ministerpräsidenten. In der SPD-Reisedelegation waren der NRW-SPD-Chef Achim Post, der Seeheimer-Sprecher und Fraktionsvize Esra Limbacher, der Parlamentarische Geschäftsführer Dirk Wiese und einige mehr. Mit einer Charmeoffensive und bei einer Brotzeit mit Weißwurst, Brezeln und Obazda habe Söder die Gruppe um den Finger gewickelt, sagt ein Genosse. „Die Arme wurden weit aufgemacht“, berichtet ein Teilnehmer Table.Briefings. In den zwei Stunden wurde SPD-seitig „viel genickt“, heißt es.

Bei Sozialstaatsthemen denke man in dieselbe Richtung, soll Söder gesagt haben. Die Gruppe habe über die Essensfotos des Ministerpräsidenten auf Instagram gesprochen und über den Umgang mit der AfD. Ein Abgeordneter sagt Table.Briefings: „Ich hätte alles so unterschreiben können, was der Söder gesagt hat.“

Die SPD will dieses Treffen als Bemühung um eine gute Regierungszusammenarbeit verstehen. „Die Koalition aus CDU, CSU und SPD arbeitet vertrauensvoller zusammen, als manche vermuten. Der enge Austausch zwischen dem Seeheimer Kreis und der CSU in München um Markus Söder ist dafür ein gutes Beispiel“, sagt Seeheimer-Sprecher Limbacher Table.Briefings. Doch Söder weiß auch, wie man Allianzen bildet. Zwar sind in der SPD einige von seinem Charme und Witz angetan, wissen aber zugleich, dass er sich seine Verbündeten sucht, wie es ihm zupass kommt. Und ein starkes Bündnis zwischen SPD und CSU dürfte dem Kanzler nicht sonderlich schmecken. Auch wenn das Verhältnis zwischen Merz und Söder gerade geeint scheint, weiß der Kanzler um Söders Unberechenbarkeit.

Der sozialdemokratisch-christsoziale Austausch endete im Übrigen nicht nach dem Besuch in der bayerischen Staatskanzlei. Am nächsten Tag ging es weiter zum Oktoberfest. Der Seeheimer Kreis hatte einen Tisch im Käfer-Zelt reserviert. Teil der Runde war dann auch Vizekanzler und Seeheimer-Mitglied Klingbeil, der erst nach dem Söder-Termin in München eintraf. Im Zelt kam dann auch noch Besuch aus der CSU dazu: Innenminister Dobrindt und Forschungsministerin Dorothee Bär. Und auch hier zeigte sich, wie eng das Verhältnis geworden ist. Klingbeil und Dobrindt seien so in ihr Gespräch vertieft gewesen, dass die restliche Gruppe kaum ein Wort mit dem Innenminister habe wechseln können.

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News

Bürokratieabbau: SAP-CEO fordert Reformen bis zum Sommer. „Ich würde mir wünschen, dass Karsten Wildberger mehr Durchgriff hätte – Thema Föderalismus“, sagt Christian Klein im Podcast Table.Today. Generell mache Wildberger einen guten Job und versuche, Blockaden einzureißen. Bis zur Sommerpause müsse die Bundesregierung dringend beim Bürokratieabbau vorankommen. „Da ist schon viel guter Wille zu spüren“, sagt der CEO des wertvollsten deutschen Unternehmens. SAP sei derzeit mit anderen Tech-Unternehmen und Start-ups dabei, für die Bundesregierung eine eigene Verwaltungsplattform aufzubauen. Der Bürokratieabbau, räumt Klein ein, gelte auch für sein Unternehmen, das weltweit rund 110.000 Mitarbeiter beschäftigt. „Alle zwei bis drei Jahre muss man entrümpeln“, so Klein. Das gelte für jedes Unternehmen.

SAP hat in den vergangenen zwölf Monaten knapp ein Drittel seines Unternehmenswerts verloren. Die Investoren sehen die Transformation des Cloud- und Software-Anbieters zu einem KI-Unternehmen offenbar skeptisch. Klein widerspricht: „Vor fünf Jahren war es ähnlich, als wir die Cloud-Transformation gestartet haben, da ist der Kurs auch um 30 Prozent abgesackt. Mittlerweile habe ich da eine gewisse Ruhe. Wir sind mitten in der Transformation, wir müssen die KI liefern, dann kommen wir auch wieder rein in die Top 50.“ Das Gespräch mit dem SAP-Vorstandsvorsitzenden hören Sie ab 5 Uhr hier. Michael Bröcker

Christian Klein im Podcast-Studio
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Wir sind die Fair-zu-Jugendlichen-Versicherung. Weil wir die wachsende Zahl älterer Menschen versorgen können, ohne die Jüngeren damit zu belasten. Dafür bilden wir von Beginn an Rücklagen, die stetig Zinsen einbringen. Für unsere Versicherten haben wir so bereits über 350 Milliarden Euro zurückgelegt, um ihre mit dem Alter steigenden Behandlungskosten abzusichern. (mehr auf pkv.de)

KI-Sicherheit: Britische Task Force als Vorbild für Deutschland? Das britische AI Security Institute (AISI) schafft es, hochrangige KI-Forscher und Tech-Experten für sich zu gewinnen – obwohl diese bei Meta, Google und Co. ein Vielfaches der Regierungsgehälter verdienen könnten. Der Grund ist offenbar die Bedeutung der Aufgabe. Das berichtete der Deputy Director for Talent and Operations der britischen KI-Einheit, Konstantin Sietzy, bei einer Bertelsmann-Veranstaltung, an der auch die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer teilnahm. „Die britische Regierung ist derzeit die Regierung, die das differenzierteste Lagebild zu transformativer KI hat“, sagte Sietzky. Dass rund 250-KI-Experten, davon mehr als 100 technische Mitarbeitende, direkt in der Regierung sitzen, habe das Denken des britischen Staates über Künstliche Intelligenz geprägt und zu mehr Differenzierung geführt, etwa wenn es um die Wahrnehmung der Risiken von KI für die Souveränität ginge.

Auch in Deutschland gibt es Überlegungen für eine KI-Einheit der Regierung. Während des KI-Gipfels in Neu-Delhi im Februar sagte Digitalminister Karsten Wildberger: „Wir denken über ein AI-Safety-Institut nach.“ Hintergrund für seine Überlegungen dürfte das KI-System OpenClaw gewesen sein, das nach Zugriffsfreigabe den eigenen Computer und alle Kommunikationskanäle autonom steuern kann. Leonard Schulz

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Rentenkommission: Was auf der Agenda steht. Bei der nächsten Sitzung des Gremiums am Montag soll das Thema Rentenanpassung im Fokus stehen. Einem internen Entwurf zufolge geht es um die Auswirkungen der bisherigen Anpassungsformeln auf den aktuellen Stand des Rentenniveaus und eine Modellsimulation zur weiteren Entwicklung nach Auslaufen der Haltelinie. Als „Leitfragen“ vorgesehen sind verschiedene Punkte, darunter die Einführung eines „Nachholfaktors“, die Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsfaktors nach 2031 sowie die Frage, ob die jährliche Anpassung der Renten an andere Parameter wie die Inflation gekoppelt wird. Welche Themen in den weiteren Sitzungen auf der Tagesordnung stehen, lesen Sie hier. Okan Bellikli

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Verwendung des Sondervermögens: CDU-Wirtschaftsrat nutzt Debatte zur Generalabrechnung. Nachdem führende Wirtschaftsinstitute die Verwendung des Sondervermögens im Jahr 2025 scharf kritisiert haben, erklärte der CDU-nahe Verband am Mittwoch, das „ganze Konstrukt“ sei Augenwischerei. „Bislang erzeugt das Sondervermögen einzig und allein stetige Zins- und Tilgungslasten für künftige Generationen. Positive Nebeneffekte: Fehlanzeige“, sagte der Generalsekretär des Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, Table.Briefings. Entscheidend für nachhaltiges Wachstum seien private Investitionen. „Investoren kommen allerdings nur, wenn sie Wachstumschancen in Deutschland sehen.“ Deshalb seien die angekündigten, aber noch nicht beschlossenen Strukturreformen so wichtig. Stefan Braun

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Buchhandlungspreis: Weimer nennt keine Details zum Anlass der Überprüfung. In der Sitzung des Kulturausschusses ist Wolfram Weimer teils hart angegangen worden. Die zentrale Frage: Was war der genaue Anlass für die Überprüfung der Buchläden durch den Verfassungsschutz? Laut Weimer sei der Hinweis von Fachbeamten gekommen, woraufhin das sogenannte Haber-Verfahren gestartet worden sei. Dabei wird das BfV gefragt, ob es Erkenntnisse zu Organisationen oder Personen hat. Weimer: „Wenn wir einen begründeten Verdacht haben, dass hier etwas vorliegt oder dass man das Geld in diesem Fall doch nicht ernsthaft auszahlen kann, dann wendet man das Verfahren an. Dafür gibt es das.“ Was die konkreten Verdachtsmomente waren, konnte oder wollte Weimer auch auf wiederholte Nachfrage und trotz verlängerter Fragezeit nicht sagen. Leonard Schulz

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EU-Gipfel: Energiepreiskrise provoziert ETS-Debatte. Verstärkt durch den Iran-Krieg und die dadurch verursachte Energiekrise, steht das europäische Emissionshandelssystem plötzlich ganz oben auf der Agenda des EU-Gipfels am Donnerstag. Vor allem osteuropäische Länder erhoffen sich eine Überarbeitung des ETS, da ihre Energiepreise ungleich stark von dem CO2-Preis betroffen sind. Der ETS mache 25 bis 40 Prozent des Strompreises Polens aus – der höchste Anteil in der EU, so eine EU-Diplomatin. Acht Länder, darunter Österreich, Bulgarien, Polen und Tschechien fordern deshalb in einem Brief an Ursula von der Leyen und António Costa eine Abschwächung des Systems. Wie die Kommission diesen Forderungen begegnet und warum andere Länder den ETS lieber in Ruhe lassen wollen, lesen Sie im Europe.Table. Lukas Knigge

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Rheinland-Pfalz: Ehrgeiziges Klimaschutzgesetze steht zur Wahl. Bei der Landtagswahl am Sonntag steht in Rheinland-Pfalz auch eines der ehrgeizigsten deutschen Klimagesetze zur Wahl. Nach der Norm von 2025 muss das Land schon 2040 klimaneutral sein, fünf Jahre schneller als der Bund. Außerdem müssen bereits 2030 die Stromversorgung vollständig grün sein und die Landesverwaltung klimaneutral organisiert werden. Damit hat die nächste Landesregierung in Mainz große Herausforderungen vor sich. Denn trotz der ehrgeizigen Ziele erlaubt das Gesetz bisher lange Fristen und lässt die Maßnahmen unklar. Warum eine neue Regierung das Klimaschutzgesetz deutlich zurückdrehen könnte, lesen Sie im Climate.Table. Bernhard Pötter

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Nach Herrenberg-Urteil: Experten wollen Sonderregeln für Hochschulen. Sollten Lehrbeauftragte an Hochschulen künftig regelmäßig sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden müssen, könnten die Personalkosten für Hochschulen deutlich steigen – und zwar ohne, dass zusätzliche Lehrkapazität entsteht. Auf diese Folgen des sogenannten Herrenberg-Urteils weist das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh hin. Im Rechtsstreit einer Lehrerin mit der städtischen Musikschule im baden-württembergischen Herrenberg hatte das Bundessozialgericht 2022 festgestellt, dass Honorarlehrkräfte als abhängig beschäftigt gelten können, auch wenn der Vertrag sie als „selbstständig“ bezeichnet.

Derzeit gilt eine Übergangsregelung, die den Hochschulen Zeit gibt, ihre Modelle anzupassen. Sie soll nach aktuellem Stand bis Ende 2027 verlängert werden. Es brauche eine gesetzliche Klarstellung, die die Besonderheiten der Hochschullehre und des Wissenschaftsbetriebs berücksichtigt, sagt CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele. Was er im Detail vorschlägt und wie viele Lehrbeauftragte es bundesweit an Hochschulen gibt, lesen Sie im Research.Table. Anne Brüning

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Wadephul über Westerwelle: Libyen-Entscheidung hilft mir bis heute. Bei der Gedenkveranstaltung anlässlich des 10. Todestags des früheren FDP-Chefs und Vizekanzlers Guido Westerwelle hat Außenminister Johann Wadephul ungewöhnlich deutlich dessen damalige Entscheidung gelobt, sich in der Libyen-Krise 2011 nicht zu engagieren. „Diese Zurückhaltung hilft mir bis heute“, betonte der CDU-Politiker. Westerwelle und die damalige Kanzlerin Angela Merkel, die auch unter den Gästen war, hatten nach Ausbruch des Bürgerkriegs in Libyen 2011 entschieden, sich im UN-Sicherheitsrat zu enthalten. Damals sei der Beschluss hoch umstritten gewesen, so Wadephul. Heute aber, da er sich wegen des Iran-Krieges unermüdlich um den Nahen Osten und mögliche Wege zum Frieden bemühe, helfe ihm Deutschlands guter Ruf in der arabischen Welt, der auch auf dem damaligen Beschluss gründe.

Die Veranstaltung fand unter dem Eindruck der großen Krise der FDP statt. Zahlreiche ehemalige Parteispitzen und Minister waren anwesend, unter ihnen Bettina Stark-Watzinger, Marco Buschmann und Philipp Rösler. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner lobte Westerwelles Leidenschaft für Demokratie, Freiheit und offene Debatten. Er habe all das „gelebt und verkörpert“. In der tiefen Überzeugung, dass zur Verteidigung der Demokratie auch die Verteidigung der Meinungsfreiheit gehöre. Westerwelle habe sich auch dort in Debatten gestürzt, wo die Leute zunächst kritisch auf ihn schauten. „Die beste Antwort auf die Krise der Demokratie ist, sie zu leben“, sagte Klöckner. Ein Satz, der auch dem rhetorisch gestrengen Altbundespräsidenten Joachim Gauck gefiel. Stefan Braun

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Reaktion auf Iran-Krieg: AfD ist auf höchster Ebene uneinig. Der AfD-Bundesvorstand Hannes Gnauck hat am Mittwoch gefordert, dass Deutschland die Straße von Hormus militärisch schützt. Der Außenpolitiker löschte den Tweet nach kaum einer Stunde. Dabei ist sich der AK Außen der AfD nach Informationen von Table.Briefings weitgehend über diese Position einig. Und steht damit diametral zur Bundesspitze: Alice Weidel bezeichnete Trumps Vorgehen als „konzeptlos“ und die Vorstellung, dass Deutschland militärische Unterstützung leisten könnte, als „ziemlich abenteuerlich“. Tino Chrupalla hat Trumps Iran-Angriff ebenfalls heftig kritisiert. Franziska Klemenz

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Table.Documents

Brief von Karsten Wildberger zur Rechenzentrumsstrategie

Entwurf des Berichts der Taskforce „Zuverlässige Bahn“

Gesetzentwurf zur Haftung bei Unfällen mit Elektrokleinstfahrzeugen

Stellungnahme von Wissenschaftlern zur deutschen Außenpolitik im Zuge des Iran-Kriegs

Beschlussempfehlung des Petitionsausschusses in Sachen Krankenversicherung

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Marc Spieker, COO – Commercial bei der E.ON SE, darüber, wie wichtig Energieeffizienz für eine bezahlbare Energiewende ist. Table.Forum

Heads

Friederike Otto, Professorin für Klimaforschung am Centre for Environmental Policy des Imperial College London, ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Otto hat das Feld der Attributionsforschung geprägt, die untersucht, wie einzelne Wettereignisse mit dem Klimawandel zusammenhängen. Sie wurde auch als Mitgründerin der Initiative World Weather Attribution (WWA) geehrt und war von der früheren Außenministerin Annalena Baerbock nominiert worden. Susanne Baumann, deutsche Botschafterin in London, überreichte Otto das Bundesverdienstkreuz. Bernhard Pötter

Lutz Töpfer ist neuer Referatsleiter Klimaschutzpolitik im Bundeskanzleramt. Seit 1. März leitet er das Referat 324, das die Arbeit der verschiedenen Ministerien zum Thema Klima koordiniert. Töpfer kommt aus dem Umweltministerium, wo er zuletzt das Referat Finanzfragen der Klimaanpassung leitete. Er ist der Sohn von Klaus Töpfer, dem ehemaligen Bundesminister für Umwelt und Bauen. Bernhard Pötter

Grit Tüngler wird ab dem 1. April neue Präsidentin des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Die Personalie überrascht, denn die Verwaltungsjuristin ist unter Experten für Bevölkerungsschutz weitgehend unbekannt. Seit 2025 war sie Stabsleiterin Strategie in der Unions-Bundestagsfraktion. Davor war sie mehr als zwei Jahrzehnte in leitenden Positionen in der Bundesverwaltung tätig. Bezug zum Thema Sicherheit hat sie durch ihre internationale Erfahrung in zahlreichen europäischen und internationalen Gremien der Luft- und Seesicherheit, Seeschifffahrt sowie Umwelt- und Klimaschutz im Seeverkehr. Welche drängenden Themen auf sie beim BBK warten, lesen Sie im Security.Table. Lisa-Martina Klein

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Best of Table

Europe.Table: EU.Inc soll Chancen für europäische Start-ups verbessern. Mit der neuen Rechtsform will die EU-Kommission das Gründen eines Unternehmens so einfach machen wie nie zuvor: innerhalb von 48 Stunden und rein digital. Wie Politik und Wirtschaft den Vorschlag bewerten, lesen Sie hier.

China.Table: Autoindustrie vor dem nächsten Sprung. Peking rückt die Autobranche im neuen Fünfjahresplan aus dem Zentrum. Experten sehen darin den Beginn einer Phase, in der die Autoindustrie in ein vernetztes Mobilitätsökosystem aus KI-Daten und smarter Infrastruktur eingebettet wird. Was das für europäische Hersteller bedeutet, lesen Sie hier.

China.Table: Normierung als Machtinstrument. China gewinnt mit seiner „China Standards 2035“-Strategie zunehmend Einfluss auf technologische Regeln weltweit. Warum das sicherheitspolitische Risiken für Europa birgt, lesen Sie hier.

Security.Table: Israel setzt auf langen Krieg. Zuletzt sorgten Berichte aus den USA über zur Neige gehende Abfangraketen für Irritationen in Israel. Weshalb das Militärestablishment das für ein Störmanöver der US-Regierung hält und trotzdem davon ausgeht, den Krieg gegen den Iran mindestens bis April fortzuführen, lesen Sie hier.

Research.Table: Biotech Act zu restriktiv im Lebensmittelbereich. Der Entwurf der EU-Kommission für ein Biotechnologie-Gesetz stößt auf Kritik. Insbesondere bei Novel Foods und Gentechnik sehen Experten Nachbesserungsbedarf. Warum gerade in diesen Bereichen sogenannte regulatorische Sandboxes wichtig wären, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Ökonomen rechnen mit EU-Agrarpolitik ab. Gabriel Felbermayr und seine Kollegen plädieren für eine marktorientierte Neuausrichtung der Agrar- und Umweltpolitik in Brüssel. Die GAP werde den aktuellen Herausforderungen nicht mehr gerecht. Wie ein neues System aussehen könnte, lesen Sie hier.

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Time.Table

Europäischer Rat: Friedrich Merz nimmt am Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel teil. Auf der Tagesordnung stehen die Wettbewerbsfähigkeit der EU, die weitere Unterstützung der Ukraine und die jüngsten Entwicklungen in Nahost.

Bundestag: Debatte zum Internationalen Frauentag, 9 Uhr. Kraftstoffmaßnahmenpaket in erster Lesung, 11:20 Uhr. Aktuelle Stunde zum Pariser Kernenergie-Gpifel, 14:10 Uhr

Bundespressekonferenz: Ferda Ataman stellt den Monitoringbericht 2026 des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa) vor. 10 Uhr

Wirtschaft I: Die EZB gibt die Zinsentscheidung des Rates bekannt, 14:15 Uhr. Pressekonferenz mit Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde, 14:45 Uhr

Wirtschaft II: Katherina Reiche, Boris Pistorius und BDI-Präsident Peter Leibinger informieren über die Ergebnisse des Industriedialogs Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. BMWE, 15 Uhr

Leipziger Buchmesse: Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse, Glashalle, 16 Uhr. Podiumsdiskussion zum Thema „Medien-Demokratie-Geschichte“ mit Wolfram Weimer, Nationalbibliothek, 19 Uhr

Außenpolitik: Frank-Walter Steinmeier besucht Mexiko und trifft Präsidentin Claudia Sheinbaum.

Verkehr I: Der EuGH urteilt zur Deckelung der Trassenpreise für den Schienen- und Regionalverkehr 2024/2025 durch die Bundesnetzagentur, gegen die DB InfraGO und DB RegioNetz geklagt haben.

Verkehr II: Verdi ruft erneut in mehreren Bundesländern zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr auf. Betroffen sind Bayern, das Saarland, Nordrhein-Westfalen und Hamburg sowie möglicherweise Hessen und Bremen.

Brandenburg: Nach der Vereidigung der neuen Minister der rot-schwarzen Landesregierung am Mittwoch gibt Ministerpräsident Dietmar Woidke am Donnerstag eine Regierungserklärung ab. Landtag, 10 Uhr

Bundesrat: Wissenschaftliche Tagung zum 75. Jahrestag der ersten konstituierenden Sitzung des Vermittlungsausschusses in Berlin, ab 13 Uhr. Diskussion mit den amtierenden Vorsitzenden des Vermittlungsausschusses, Hendrik Hoppenstedt und Manuela Schwesig, 18 Uhr. Die Veranstaltung wird moderiert von Table.Briefings-Chefredakteurin Helene Bubrowski. Weitere Informationen

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Must-Reads

Spiegel: Grütters als mögliche Bundespräsidentin? Die frühere CDU-Kulturstaatsministerin Monika Grütters werde in höchsten Unionskreisen als Kandidatin gehandelt, die 2027 auf Frank-Walter Steinmeier folgen könnte. Sie sei SPD und Grünen halbwegs vermittelbar. Allerdings müsste Friedrich Merz sich überwinden, weil sie als Vertraute von Angela Merkel gilt. („Geheimplan Grütters?“)

Zeit: Münchner OB rechnet mit sich selbst ab. Er habe „in drei Wochen mehr falsch gemacht als in den zwölf Jahren davor“, sagt Dieter Reiter, der am Sonntag in die Stichwahl gegen einen Grünen-Kandidaten muss. Es geht um einen Beiratsposten beim FC Bayern und Reiters Umgang damit. Er habe die Tragweite unterschätzt, „konsequent“ falsch entschieden, sei „fast nicht ganz bei Sinnen“ gewesen, so Reiter. („Ich habe in drei Wochen mehr falsch gemacht als in zwölf Jahren“)

Zeit: Hoffnung für die SPD. Alexander Schweitzer könnte bei der Landtagswahl der „Özdemir von Rheinland-Pfalz“ werden, schreibt Peter Dausend. Zwar sei die CDU dort stärker, doch beweise der SPDler im Gegensatz zu seiner Bundespartei Praxistauglichkeit statt floskelgetränkter Ideenlosigkeit, gerade bei der Entlastung der arbeitenden Mitte. Außerdem, wie er selbst sage: „Ich bin der freundlichste 2,06 Meter große Ministerpräsident der Welt“. („Sozi, aber mit Chancen“)

Welt: Ex-FDP-MdB wegen Kindesmissbrauchs verurteilt. Das Landgericht Braunschweig hat Hartmut Ebbing zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, weil er den Sohn seiner Exfreundin missbraucht haben soll. Die Lehrerin soll ihm Missbrauchs-Darstellungen ihres damals siebenjährigen Kindes gesendet haben. („Früherer FDP-Bundestagsabgeordneter wegen Kindesmissbrauchs verurteilt“)

NDR: Antisemitismus-Streit spaltet Linke. Nachdem Parteiprominente wie Gregor Gysi oder Bodo Ramelow die Debatte weiter befeuerten, äußert sich nun auch Heidi Reichinnek: Der viel kritisierte Antrag der Linken in Niedersachsen hätte „ausgewogener formuliert“ sein müssen. In dem Papier wird der „real existierende Zionismus“ abgelehnt. („Formulierungs-Problem? Die Linke widerspricht Antisemitismus-Vorwurf“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

phoenix runde, 22:15 Uhr: Ellen Hasenkamp, Johannes Hillje, Anna Lehmann, Thomas Block

Maischberger, 22:50 Uhr: Alexander Dobrindt, Salman Rushdie, Carlo Masala, Albrecht von Lucke, Amelie Fried, Dagmar Rosenfeld

Markus Lanz, 0 Uhr: Ines Schwerdtner, Andreas Dressel

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Wiebke Esdar, stellvertretende Fraktionsvorsitzende (SPD: Verwendung des Sondervermögens

7:15 Uhr: Armin Laschet, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses (CDU): EU-Gipfel

8:10 Uhr: Michael Wolffsohn, Historiker: Iran-Krieg

ZDF

6:40 Uhr: Christof Johnen, Deutsches Rotes Kreuz: Iran-Hilfen

7:05 Uhr: Jörg Rocholl, ESMIT Berlin: Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Weltwirtschaft

8:05 Uhr: Anton Hofreiter, Vorsitzender des Europaausschusses: EU-Gipfel

8:35 Uhr: Jan-Niclas Gesenhues, umweltpolitischer Sprecher (Grüne), und Steffen Bilger, Erster PGF der Unionsfraktion (CDU): Rückkehr zur Kernenergie?

rbb24–Inforadio

6:05 Uhr: Christian Rohde, DEGES-Projektleiter: Sperrung und Neubau der Ringbahnbrücke

7:25 Uhr: Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament (FDP): EU-Gipfel

9:05 Uhr: André Wüstner, Vorsitzender des Bundeswehrverbands: mehr Bewerbungen bei der Bundeswehr

phoenix

8:45 Uhr: Armand Zorn, stellvertretender Fraktionsvorsitzender (SPD), und Sandra Detzer, wirtschaftspolitische Sprecherin (Grüne): Kraftstoffmaßnahmenpaket

RTL/ntv

7:30 Uhr: Anton Hofreiter, Vorsitzender des Europaausschusses: EU-Gipfel

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Geburtstage von morgen

Jakob Haselhuber, Botschafter in Liberia, 66

Bettina Martin, Wissenschafts- und Kulturministerin von Mecklenburg-Vorpommern (SPD), 60

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute zu Cartoons für zwischendurch. Zeichner Elias Hauck und Texter Dominik Bauer sind bekannt für ihre Werke, die unter dem Duo-Namen Hauck & Bauer in Medien wie der FAS und der Titanic erscheinen. Dieser Band enthält eine Sammlung der Zeichnungen. Es geht um alle möglichen Themen, von Wahlkämpfen und Talkshows über skurille oder kuriose Alltagssituationen bis hin zu einfachen Wortwitzen. Okan Bellikli

Hauck & Bauer: Dafür haben Sie Geld | Kunstmann

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Anne Brüning, Damir Fras, Daniel Friesen, Lisa-Martina Klein, Franziska Klemenz, Lukas Knigge, Vincent Mikoteit, Bernhard Pötter, Leonard Schulz, Sven Siebert und Sara Sievert mitgewirkt.

Der Berlin.Table ist das Late-Night-Briefing für die Table.Media-Community. Wenn Ihnen der Berlin.Table gefällt, empfehlen Sie uns bitte weiter. Wenn Ihnen diese Mail weitergeleitet wurde: Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

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