Berlin.Table – Ausgabe 742

Regierung im Grönland-Dilemma + Warkens Resilienzpläne + Einigung auf neue Gaskraftwerke

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Talk of the Town

Grönland, Venezuela, Iran, Ukraine: Warum die Regierung in einem schweren Dilemma steckt

So heikel die außenpolitischen Krisen um Grönland, Venezuela, den Iran und natürlich die Ukraine sind, so sehr bemühten sich der Kanzler und seine wichtigsten Minister am Donnerstag, aus ihrem Treffen im Kanzleramt nichts Außergewöhnliches zu machen und zugleich nichts an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Der Grund: Sie stecken bei all diesen Baustellen in einem fast unauflöslichen Dilemma. Kaum in der Sache, aber in der Kommunikation. Die entscheidende Frage ist deshalb: Schaffen Sie es, mit einer Stimme zu sprechen?

Trumps Außenpolitik ärgert alle im Kabinett. Aber die Suche nach der angemessenen Antwort ist alles andere als einfach. Ob sich Friedrich Merz und Lars Klingbeil, Johann Wadephul und Boris Pistorius auf eine Strategie einigen konnten, blieb zunächst offen. Klar ist aber auch, dass der Umgang mit den Trump’schen Provokationen in der Sache – nach allem, was man hört – weitgehend unstrittig ist. Das Thema Grönland soll unter allen Umständen ein Nato-Thema bleiben. Deshalb hat die Regierung so früh entschieden, im Rahmen des Bündnisses Bundeswehrsoldaten zu entsenden. Ziel: Alles tun, um daraus keinen bilateralen Konflikt zwischen Trump und Dänemark werden zu lassen.

Komplizierter ist der Umgang mit der Öffentlichkeit. Das zeigten Klingbeil und Wadephul Anfang der Woche. Während der Vizekanzler erklärte, der Konflikt um Grönland zeige, dass sich das transatlantische Bündnis in Auflösung befinde, vermied der Außenminister eine solche Wertung. Dahinter stecken unterschiedliche Ansätze. Die einen spüren, wie sehr Anhänger, Parteimitglieder und viele in der Gesellschaft eine klare Distanzierung und eigene Positionierung erwarten, beim Thema Grönland wie beim Thema Venezuela. Sie haben das Gefühl, dass sie deshalb aussprechen müssen, was alle fühlen.

Die andere Schule will vermeiden, dass eine ohnehin krisenhafte Situation durch Äußerungen der Regierung weiter befeuert wird. Dass Opposition und freischwebende Abgeordnete in den eigenen Reihen immer schneller vom Untergang reden, können die Anhänger dieser Schule nicht vermeiden. Aber sie sehen die Verantwortung, dabei nicht mitzumachen. Sie wollen sich trotz allen Ärgers und aller Sorge nicht vom Ziel abbringen lassen, die US-Regierung im Nato-Bündnis zu halten. Für möglich halten sie das nur, wenn sie Trump mit Handlungen und Äußerungen einhegen, statt ihn zu provozieren.

Hinter alledem steckt ein Thema: die russische Bedrohung. Und an der Stelle ist sich die Gruppe mit dem Kanzler vollkommen einig: An der Gefahr aus Moskau – auch für die Nato und Deutschland – gibt es nichts mehr zu zweifeln. Zugleich sind die USA bei der wichtigsten Frage – der nuklearen Abschreckung – über Jahre nicht zu ersetzen. Deshalb dürfe man Trump keinen Anlass für ein weiteres Abdriften geben. Ob das in dem Quartett nach dem Treffen im Kanzleramt alle so sehen, wird sich wahrscheinlich erst bei den nächsten öffentlichen Äußerungen der vier zeigen.

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Grönland: Dauerhaftes Nato-Engagement unsicher. Nach den gescheiterten Gesprächen in Washington haben mehrere europäische Nato-Staaten eilig Soldaten nach Grönland gesandt. Auf Initiative Dänemarks beteiligen sich Deutschland, Frankreich, Finnland, Norwegen, Großbritannien und Schweden an der Übung „Operation Arctic Endurance“. Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine mögliche Sicherung der Region zu erkunden. Doch wie das Bündnis dauerhaft seine Präsenz in der Region erhöhen kann, scheint noch unklar zu sein. Darüber wollen der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen und die grönländische Außenministerin Vivian Motzfeldt am Montag mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte sprechen. Welche militärischen Optionen die Nato hat, lesen Sie im Security.Table. Lisa-Martina Klein

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News

Resilientes Gesundheitssystem: Warken rechnet mit Konzept bis zum Sommer. Bereits im ersten Halbjahr wolle sie ein Konzept für ein Gesundheitssicherstellungsgesetz vorlegen, sagte Gesundheitsministerin Nina Warken Table.Briefings. In der Vorhabenplanung des BMG ist bislang lediglich von einem Referentenentwurf noch in diesem Jahr die Rede. Das Gesetz soll Maßnahmen vorsehen, die das Gesundheitssystem für den Krisenfall stärken. Angesichts geopolitischer Risiken beinhalte „gesamtstaatliche Vorsorge die Aufrechterhaltung ziviler Gesundheitsversorgung, den Schutz der Bevölkerung sowie die Unterstützung der Bundeswehr und verbündeter Streitkräfte“, heißt es in der Vorhabenplanung. Das könnte notwendig sein, wenn im Kriegsfall eine hohe Zahl an verwundeten Soldaten in Deutschland versorgt werden muss. Das Gesundheitssystem solle an „nur bedingt vorhersehbare Szenarien“ angepasst werden. Ebenso sollen Vorkehrungen für „ambulante und stationäre Kapazitäten, Infrastruktur, Personal, Transport von Patienten“ getroffen werden.

Bereits im Herbst 2024 hatte der damalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach ein entsprechendes Gesetz angekündigt. „Die Überlegung haben wir weitergeführt, es gab dazu schon Workshops mit den Ländern und anderen Beteiligten“, sagte Warken. Die Linksfraktion sieht in dem Vorhaben dagegen die Rechtsgrundlage für eine umfassende „Militarisierung des Gesundheitswesens“. In einem Antrag forderten die Abgeordneten der Fraktion von der Bundesregierung eine Klarstellung, dass das Gesundheitswesen zivil bleibt, es dürfe „keine grundsätzliche Unterstellung ziviler Gesundheitseinrichtungen unter militärische Befehlsgewalt der Bundeswehr“ geben. Magdalena Latz

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Gaskraftwerke: BMWE meldet Einigung mit EU auf zehn Gigawatt. Beim geplanten Bau neuer Gaskraftwerke hat die Bundesregierung nach langen Verhandlungen eine Grundsatzeinigung mit der EU-Kommission erzielt. Das sei ein „entscheidender Schritt für die Versorgungssicherheit“, sagte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Deutschland darf demnach in einem ersten Schritt den Bau von Kraftwerken mit einer Leistung von zehn Gigawatt, die ab 2031 ans Netz gehen sollen, finanziell bezuschussen. Das entspricht exakt der gleichen Leistung, auf die sich vor über einem Jahr bereits Robert Habeck mit der Kommission geeinigt hatte.

Eine deutliche Veränderung gibt es aber bei der Frage, wann sie auf Wasserstoff umgestellt werden müssen. Während unter Habeck vorgesehen war, dass Kraftwerke mit einer Leistung von fünf Gigawatt nach acht Betriebsjahren – also etwa 2038 oder 2039 – verbindlich umgestellt werden müssen, ist nun geplant, dass zwei Gigawatt im Jahr 2040 und zwei weitere Gigawatt im Jahr 2043 umgestellt werden sollen; die übrigen dürfen bis 2045, wenn Deutschland insgesamt klimaneutral sein soll, fossiles Gas nutzen.

Die Ausschreibungen für die Gaskraftwerke sollen noch in diesem Jahr stattfinden. In den Jahren 2027 und 2029 soll dann in weiteren Ausschreibungen ermittelt werden, welche der Kraftwerke auf Wasserstoff umgestellt werden. Zusätzlich werden zwei Gigawatt ausgeschrieben, auf die sich auch Batteriespeicher bewerben können. Anschließend ist ein Kapazitätsmarkt geplant, bei dem auch bestehende Kraftwerke (ausgenommen Kohlekraftwerke und bereits anderweitig geförderte Kraftwerke) sowie andere Kapazitäten wie Batterien oder Lastverschiebungen bezuschusst werden können. Über die Details dazu wird aber noch verhandelt. Zu den geplanten Kosten machte das Ministerium am Donnerstag keine Angaben. Die Einigung muss jetzt zunächst in Gesetzesform gebracht werden; erst danach folgt die finale Genehmigung durch die EU. Malte Kreutzfeldt

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Windenergie-Boom: Branche fordert höhere Ausschreibungsmengen. Der Ausbau der Windkraft an Land hat sich im vergangenen Jahr dramatisch beschleunigt: Insgesamt gingen 958 neue Windräder mit einer Gesamtleistung von 5,2 Gigawatt in Betrieb; das ist – nach dem Jahr 2017 – der zweithöchste jemals erreichte Wert, teilt der Bundesverband Windenergie (BWE) am Mittwoch mit. Und für die nächsten Jahre sind noch deutlich höhere Werte von über acht Gigawatt absehbar, denn anders als in der Vergangenheit waren sämtliche Ausschreibungen für neue Windparks im Jahr 2025 überzeichnet. Weil gleichzeitig auch bei den Genehmigungen für neue Windanlagen mit knapp 21 Gigawatt ein neuer Rekordwert erreicht wurde, ist sichergestellt, dass es für die ausgeschriebenen Windkraftmengen in den nächsten Jahren genug Nachfrage geben wird.

Trotzdem könnte das Ausbauziel für das Jahr 2030 verfehlt werden. Der Windenergie-Verband schätzt, dass bis dahin statt der im EEG vorgesehenen 115 Gigawatt nur 100 bis 105 Gigawatt installiert sein werden. Hauptgrund dafür ist, dass parallel zum starken Neubau mehr alte Windräder stillgelegt werden als erwartet. Denn durch den technischen Fortschritt lohne es sich früher, sie durch neue Anlagen zu ersetzen, sagte BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek. Um das Ziel trotzdem zu erreichen, fordert der Verband, die Ausschreibungsmengen in den Jahren 2026 und 2027 um jeweils fünf bis sechs Gigawatt zu erhöhen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte dagegen wiederholt angedeutet, dass die Ausschreibungsmengen reduziert werden könnten. Malte Kreutzfeldt

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Die „PKV-Morgenvisite“ lädt ein zum Newsletter-Hopping. So starten gesundheitspolitisch Interessierte besser in den Arbeitstag: Die „PKV-Morgenvisite“ bietet von Montag bis Freitag gegen 7:30 eine kurze, kostenfreie Zusammenfassung der wichtigsten gesundheitspolitischen Nachrichten in den deutschen Medien. Aufgeweckte lesen jetzt Probe. (pkv.de/morgenvisite)

Gasspeicher: Bund muss 582 Millionen Euro nachschießen. Die Bundestagsabgeordnete Katrin Uhlig (Grüne) kritisiert, dass der Bund weitere Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds für die Gasspeicherumlage heranziehen muss. Wie aus einer Mail des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss hervorgeht, will das BMF eine überplanmäßige Ausgabe aus dem KTF von 582 Millionen Euro bewilligen. Bislang hat das Wirtschaftsministerium rund drei Milliarden übernommen, um Gaskunden von der Umlage zu verschonen. Sie war im Zuge der Gaskrise 2022 eingeführt worden.

Das Wirtschaftsministerium sei davon ausgegangen, dass die Zahlung nicht umsatzsteuerpflichtig sei. Diese Darstellung des BMF wird vom BMWE bestätigt. Aus haftungsrechtlichen Gründen habe der Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe die Zahlung der Umsatzsteuer nicht bis zur finalen Klärung der Rechtsfrage durch das zuständige Finanzamt aufschieben können, sagte eine BMWE-Sprecherin. Selbst bei einer Steuerpflicht würde die Umsatzsteuer jedoch wieder bei der öffentlichen Hand verbleiben, bestätigte sie. Der Großteil der Umsatzsteuer fließt allerdings an Länder und Kommunen. Manuel Berkel

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Praxisgebühr: Familienunternehmer fordern 15 Euro für jeden Hausarztbesuch. Das könne dabei helfen, dass „Arbeitnehmern nicht noch mehr Lohnzusatzkosten vom Lohn abgezogen werden“, heißt es in einem Papier des Verbands, das Table.Briefings vorliegt. Falls eine solche Gebühr eingeführt würde, könne stattdessen etwa die Eigenbeteiligung bei Krankenhausaufenthalten wegfallen. Ausnahmen solle es gegebenenfalls für chronisch Kranke geben. Ziel müsse aus Sicht des Verbands sein, „die Kosten der Krankenversicherungen um mindestens einen zweistelligen Prozentsatz zu senken“. Die Forderung ist Teil eines „20-Punkte-Plans für die Wirtschaftswende“, in dem Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland aufgelistet sind. Helene Bubrowski, Magdalena Latz

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Beitrag von Martin Keller über Deutschlands Chance zum Leapfrogging

Rentenkommission: Bericht soll am 30. Juni übergeben werden. Die sogenannte Alterssicherungskommission will sich bis Mitte Juni gut ein Dutzend Mal treffen – persönlich und virtuell. Das geht aus einem vorläufigen Zeitplan hervor, der Table.Briefings vorliegt. Demnach soll es nach der konstituierenden Sitzung am 7. Januar in diesem Monat noch eine Präsenzsitzung geben. In den kommenden Monaten sind dann weitere Zusammenkünfte vorgesehen bis zur Übergabe des Abschlussberichts Ende Juni. Die Beschlussfassung soll Anfang Mai beginnen und Mitte Juni fertiggestellt werden. Okan Bellikli

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Mercosur-Deal: Agrarminister widerspricht Bauernpräsident. Alois Rainer (CSU) weist Kritik am EU-Mercosur-Abkommen zurück. Zuletzt erreichte Zugeständnisse für die Branche brächten einen „echten Effekt zum Schutz der Landwirtschaft“, sagte er im Interview mit Table.Briefings. Dazu gehören zum Beispiel verschärfte Schutzmaßnahmen für Agrarimporte aus Südamerika. Bauernpräsident Joachim Rukwied hatte die Zugeständnisse als „Placebo“ bezeichnet. Warum der Minister auch in Sachen Mindestlohn anderer Meinung ist als der Bauernpräsident, lesen Sie im Agrifood.Table. Julia Dahm

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Tierhaltung: Warum ostdeutsche Betriebe vor besonderen Schwierigkeiten stehen. Der Agrarökonom Alfons Balmann bewertet die Aussichten der Tierhaltung in Ostdeutschland skeptisch. Neben dem abnehmenden Fleischkonsum litten die Betriebe zunehmend unter dem Fehlen von Clustereffekten, sagte er Table.Briefings. „Es gibt kaum noch Schlachthöfe und wenig Verarbeitung.“ Aber auch Zulieferer seien anders als in Nordwestdeutschland nicht vor Ort verfügbar, etwa Stallbauer. Welche Betriebe nach seiner Einschätzung dennoch eine Perspektive haben, lesen Sie im Agrifood.Table. Frederik Bombosch

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Münchner Sicherheitskonferenz: J.D. Vance sagt offenbar ab. Der Vizepräsident der USA wird wohl nicht zur wichtigsten Sicherheitskonferenz Europas kommen. Das berichtet The Pioneer unter Berufung auf Konferenzkreise. Zu den Gründen wurde nichts bekannt. Vergangene Woche hieß es noch, dass Vance Mitte Februar erneut zur MSC kommen werde. Für eine Dinner-Veranstaltung war seine Teilnahme angekündigt worden, die US-Botschaft in Berlin hatte den Besuch bereits vorbereitet. Wer aus der US-Regierung überhaupt Mitte Februar nach München kommen wird, ist noch unklar, hieß es. Dies müsse man bis zuletzt abwarten. Aus der Bundesregierung werden Bundeskanzler Friedrich Merz und weitere Minister erwartet. Insgesamt hätten bereits 50 Staats- und Regierungschefs zugesagt, bestätigte die MSC. Michael Bröcker

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Korrektur: In unserer Mittwochsausgabe schrieben wir, dass Jochen Ott von 2008 bis 2018 SPD-Landesvorsitzender in NRW gewesen sei. Das ist nicht korrekt. In dem Zeitraum war er stellvertretender Landesvorsitzender und von 2001 bis 2019 Vorsitzender der Kölner SPD. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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Table.Today Podcast

Table.Today mit Omid Nouripour. "Kommt im Iran jetzt die Wende, Herr Nouripour?"

Das Ausmaß der Gewalt im Iran hat ein neues Niveau erreicht. Aktuell gehen Beobachter von mindestens 3.500 getöteten Demonstranten und mehr als 10.000 Festnahmen aus. Die tatsächlichen Zahlen liegen wahrscheinlich weit höher. Während das Regime mit größter Brutalität vorgeht, hoffen die Demonstranten auf die Unterstützung der USA. Immerhin hatte Donald Trump mit einer Militäraktion gedroht, sollte Gewalt gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden. Wie dramatisch die Lage im Iran ist und wie eine mögliche Zukunft des Landes aussehen könnte, darüber spricht der in Teheran geborene Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour im Podcast. Das Gespräch hören Sie ab 5 Uhr hier.

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Hören wir uns? Top-Entscheider hören Table.Today. Mehr erfahren.

Table.Documents

Heads

Thomas Erndl ist einer der wichtigsten Ansprechpartner für Boris Pistorius. Der verteidigungspolitische Sprecher der Union im Bundestag sagt, die Verhandlungen zum Wehrdienst-Gesetz seien trotz der Schwierigkeiten gut für sein Verhältnis zum Verteidigungsminister gewesen. Die nächsten Schritte seien schon angelegt, falls der Bedarf an Personal dieses Jahr nicht erfüllt werde. Dann müsse 2026 skizziert werden, wie ein Nachfolgegesetz helfen könne, die Lücken zu schließen. Wie ihn seine Zeit bei der Bundeswehr geprägt hat und warum er einen Spagat zwischen großer und kleiner Politik leisten muss, lesen Sie im Security.Table. Gabriel Bub

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Neu: Space.Table von Deutschlands Briefing-Publisher Nr. 1. Mehr erfahren!

Best of Table

ESG.Table: Unternehmen fordern mehr Ambition bei der Kreislaufwirtschaftsstrategie. Langsame Umsetzung, unklare Zeitpläne – Unternehmen und Wirtschaftsverbände sind mit der Umsetzung der Strategie unzufrieden. Was sie bemängeln, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Erfolgreich ohne Alkohol. Viele junge Menschen der GenZ trinken wenig oder gar keinen Alkohol. Das Deutsche Weininstitut hält deswegen alkoholfreien Wein und Sekt nicht für einen Hype, sondern einen langfristigen Trend. Wie die Geschäftsführerin den Markt einschätzt, lesen Sie hier.

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Security.Table: Was Pistorius beschaffen will. Das Verteidigungsministerium will in den ersten sechs Monaten des Jahres voraussichtlich 68 Beschaffungsvorlagen oberhalb der 25-Millionen-Euro-Schwelle vom Haushaltsausschuss bewilligen lassen. Von welchen Vorhaben die Rüstungsindustrie profitieren dürfte, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Streit um Vorschulklassen in NRW. Das Land will Vorschulklassen für Kinder einführen, die schlecht Deutsch sprechen. Die Kitas sehen darin einen Eingriff in ihren Hoheitsbereich. Was Experten jetzt empfehlen, lesen Sie hier.

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Agrifood.Table Live Briefing. 22. Januar 2025. "Faire Handelspraktiken entlang der Wertschöpfungskette Lebensmittel". Kostenlos anmelden.

Time.Table

16. Januar

Bundestag: In erster Lesung: Gesetzentwurf über Datenzugang und Datennutzung (9 Uhr), Einführung des digitalen Führerscheins (11:20 Uhr), Entschärfung des Lieferkettengesetzes (12:30 Uhr). Dorothee Bär zum Regierungsbericht zur internationalen Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung, 13:40 Uhr

Außenpolitik: Johann Wadephul empfängt die österreichische Außenministerin Beate Meinl-Reisinger. Auswärtiges Amt, 14:30 Uhr

Verteidigung: Ankunft mehrerer Bundeswehr-Soldaten in Grönlands Hauptstadt Nuuk

Landwirtschaft: Alois Rainer, Carsten Schneider und Reem Alabali Radovan besuchen die Grüne Woche in Berlin.

Wahlkampf: Friedrich Merz und Manuel Hagel in Heddeshesheim (16:30 Uhr) und Bad Rappenau (18:30 Uhr)

17. Januar

Wirtschaft: Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und den Mercosur-Staaten in Asunción, Paraguay. Mit Ursula von der Leyen

Ehrung: Der Bäckerinnungsverband WEST verleiht Friedrich Merz den „Großen Stutenkerl“. Signal Iduna, Dortmund, 12 Uhr

18. Januar

Demonstration: „Solidarität mit den Protesten in Iran“. Brandenburger Tor, 13 Uhr

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Must-Reads

Spiegel: BGH sieht Fremdstaat” hinter Nordstream-Anschlag. Nachdem die Verteidigung des Verdächtigen Serhij K. Haftbeschwerde eingelegt hat, entschied das BGH per nun veröffentlichtem Beschluss, dass der frühere Spezialeinheits-Soldat aus der Ukraine in Untersuchungshaft bleiben muss. Die Explosionen seien höchstwahrscheinlich „in fremdstaatlichem Auftrag“ erfolgt, heißt es weiter. Gemeint sei die Ukraine. („Bundesgerichtshof schreibt Nord-Stream-Anschlag der Ukraine zu“)

Tagesspiegel: Wegner stellt Fünf-Punkte-Plan nach Stromausfall vor. Kritische Infrastruktur, Resilienz und der Verfassungsschutz sollen gestärkt werden, der Katastrophenschutz verbessert und neue finanzielle Prioritäten gesetzt werden. Berlin müsse zur „Modellstadt für Krisenfestigkeit“ werden, so Kai Wegner vor dem Senat. Neuralgische Punkte des Stromnetzes sollen videoüberwacht werden. Mobilfunkbetreiber müssten Funkmasten mit Notstromaggregaten versorgen. („Kai Wegner will Berlin zur ‚Modellstadt für Krisenfestigkeit‘ machen“)

Tagesschau: Bundesregierung will Sicherheitsbehörden besser vernetzen. Polizei- und Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder sollen sich künftig regelmäßig über sicherheitsrelevante Erkenntnisse austauschen, um hybride Bedrohungen aus dem Ausland früher zu erkennen und effektiver abzuwehren. Dazu plant das BMI ein gemeinsames Zentrum der Sicherheitsbehörden, das beim Bundesamt für Verfassungsschutz angesiedelt sein soll. („Vernetzung für besseren Schutz vor hybrider Bedrohung“)

SZ: AfD kassiert im Bundestag die meisten Ordnungsrufe. In der laufenden Legislatur gingen bis Ende Dezember 35 von 42 Ordnungsrufen an die AfD, die restlichen sieben an die Linke. Auch sonst wird die AfD weiterhin nicht ihrem Bestreben gerecht, professioneller zu werden. Gegen mehrere MdB ermitteln Strafbehörden wegen verschiedener schwerer Vorwürfe, sieben Mitarbeitern wurde der Hausausweis aus Sicherheitsgründen verweigert. („Wie sich die AfD im Parlament benimmt“)

FAZ: Antisemitische Gewalt richtet sich nicht mehr nur gegen Juden. Antisemitismusbeauftragte geraten zunehmend ins Fadenkreuz, etwa in Brandenburg, wo das Haus des Beauftragten Andreas Büttner attackiert wurde. Laut Experten richtet sich antisemitische Gewalt gegen alles, was mit Jüdinnen und Juden assoziiert wird. Einzelne Amtsträger treten bereits zurück, Veranstaltungen werden verlegt oder finden nur noch geschützt statt. („Sie werden selbst zur Zielscheibe“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Maybrit Illner, 22:15 Uhr: Annalena Baerbock, Norbert Röttgen, Omid Nouripour, Carlo Masala, Peter Rough, Melanie Amann

Markus Lanz, 23:15 Uhr: Franziska Brantner, Martin Huber, Robin Alexander, Christian Mölling

phoenix runde, 0 Uhr: Sabine Falk-Bartz, Eva Quadbeck, Albrecht von Lucke, Christoph Schwennicke

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Albert Stegemann, MdB (CDU): Maßnahmen gegen hohe Lebensmittelpreise

7:15 Uhr: Navid Kermani, Schriftsteller: Lage im Iran

8:10 Uhr: Tobias Etzold, Politikwissenschaftler: Sicherheit Grönlands

ARD

7:10 Uhr: Armin Laschet, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses (CDU): deutsche und europäische Außenpolitik

8:10 Uhr: Rüdiger Lucassen, verteidigungspolitischer Sprecher der AfD: deutsche und europäische Außenpolitik

rbb24–Inforadio

7:05 Uhr: Carsten Schneider, Umweltminister (SPD): UN-Hochseeschutzabkommen

7:25 Uhr: Lars Jaeger, Direktor der Grünen Woche: 100 Jahre Grüne Woche

phoenix

8:45 Uhr: Adis Ahmetovic, außenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, und Deborah Düring, außenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion: Deutschlands Iran-Politik

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Geburtstage

16. Januar

Tobias Winkler, MdB (CSU), 48

Gregor Gysi, MdB (Linke), 78

Franz Müntefering, ehemaliger Vizekanzler (SPD), 86

17. Januar

Ricarda Lang, MdB (Grüne), 32

Bernd Krösser, Staatssekretär im BMI, 62

18. Januar

Julia Verlinden, stellvertretende Fraktionsvorsitzende (Grüne), 47

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute zu kurioser Kultur. Edward Brooke-Hitching, Sohn eines Antiquars, hat eine Sammlung skurriler Werke und Anekdoten aus der Kunstgeschichte zusammengestellt. Es geht um Einhörner, einen „sexuell aktiven Zombie“ und als sogenannte Doom Paintings bekannte Bilder vom Jüngsten Gericht. Auch bekannte Namen wie Frida Kahlo und die für ihre aufsehenerregende Performancekunst bekannte Marina Abramović – bis zum 1. März derzeit in Wien zu sehen – kommen vor. Okan Bellikli

Edward Brooke-Hitching: Die Galerie des Wahnsinns | Knesebeck

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Frederik Bombosch, Gabriel Bub, Helene Bubrowski, Julia Dahm, Damir Fras, Daniel Friesen, Franziska Klemenz, Malte Kreutzfeldt, Magdalena Latz, Vincent Mikoteit, Sven Siebert und Sara Sievert mitgewirkt.

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